Bobsport
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Bobsport
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18370921
2006-06-28T03:07:15Z
Wiegels
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[[Bild:Kohn 4menbobsled 2005-11-02.jpg|thumb|Bobfahrer beim Anschieben zu Beginn]]
[[Bild:bobsled.jpg|thumb|Bobfahrer im 4er-Bob]]
[[Bild:Bob.jpg|thumb|Kurve in der Bobbahn Altenberg]]
[[Bild:Johannes Martini Bobbahn St Moritz.jpg|thumb|[[Johannes Martini]]: ''Am Startplatz der Bobbahn von St. Moritz'', um 1905]]
[[Bild:Bobfahrer Davos.jpg|thumb|Historisches Bobteam aus [[Davos]] von ca. [[1910]]]]
Der '''Bobsport''' ist eine [[Wintersport]]art, die Ende des [[19. Jahrhundert]]s in der [[Schweiz]] von [[England|Engländern]] entwickelt wurde und Teil des olympischen Programms bei den [[Olympische Winterspiele|Olympischen Winterspielen]] ist.
Der Bobsport ist mit dem [[Rodeln]] eng verwandt. Er kann als Königsklasse des Schlittensports bezeichnet werden. Die Technik des Sportgeräts spielt hier noch eine größere Rolle als beim Rodeln.
== Der Bob ==
[[1888]] entwickelte in [[St. Moritz]] ein [[England|Engländer]] den Bob, indem er zwei Schlitten hintereinander unter einem Brett montierte. Dabei war der vordere Teil über Seile steuerbar. Die daraufhin ausgetragenen Rennen wurden ausschließlich auf natürlichen Rodelbahnen ausgetragen, also auf Waldwegen, die vorwiegend zum Holztransport angelegt waren.
Heute sind die verwendeten Sportbobs komplett [[Aerodynamik|aerodynamisch]] verkleidet und über einen [[Seilzug]] sind die vorderen [[Kufe]]n lenkbar. Laut Reglement der Internationalen Bobföderation ([[FIBT]]) müssen Zweierbobs ein Mindestgewicht von 170 kg, Viererbobs von 210 kg haben. Das Maximalgewicht beträgt 390 (Damen: 350) bzw. 630 kg. Die maximale Breite ist auf 67 cm festgesetzt, was auch der vorgeschriebenen Spurbreite entspricht.
== Die Bahn ==
Die Fahrten im Bobsport finden auf einer (heute meist künstlich angelegten) 1200 bis 1600 m langen vereisten Bobbahn statt.
Die Zahl der Bobbahnen ist weltweit sehr gering. Vier davon sind in [[Deutschland]]: [[Winterberg]], [[Königssee]] (erste Kunsteisbahn der Welt) ([[Olympiabahn]] 1936), die angeblich schwerste Bahn der Welt in [[Altenberg (Sachsen)]] sowie in [[Oberhof]] (nur Rennrodel-Bahn).
Fast alle Bobbahnen verfügen heute über [[Kunsteis]]. Die einzige [[Natureis]]-Bobbahn, auf der Weltcup-Rennen gefahren werden, befindet sich in [[St. Moritz]]. Auf dieser wurden [[1928]] und [[1948]] die Bobrennen der [[Olympische Winterspiele|Olympischen Winterspiele]] ausgetragen.
== Herkunft des Namens "Bob" ==
Der Begriff "Bob" kommt vom [[Englische Sprache|englischen]] Verb ''to bob'' (zu deutsch: ''ruckartig bewegen''): Zu Beginn des Bobsportes versuchten die Mannschaften nach dem Start durch Zurücklehnen und dann gemeinsames, ruckartiges Vorschnellen des Oberkörpers dem Bob mehr Schwung bzw. Geschwindigkeit zu geben. Im Deutschen wurde diese Beschleuigungs-Technik damals ''bobben'' genannt.
== Technik und körperliche Anforderungen ==
Bobs erreichen Geschwindigkeiten von weit über 100, teilweise 130 km/h. In den Steilkurven und Schikanen kann die Beschleunigung kurzzeitig 5g (fünffache Erdbeschleunigung) erreichen. Das stellt enorme Anforderungen an die Besatzung. Der Pilot muss über ein extrem gutes Reaktionsvermögen, ein hervorragendes "Bahngefühl" und eine ausgeprägte Feinmotorik verfügen. Kleinste Lenkbewegungen an der falschen Stelle können im schlimmsten Falle schon einen Überschlag verursachen. Die Unterschiede zwischen den Spitzenmannschaften betragen mitunter auch nach vier Läufen in Addition oft nur wenige Hundertstel- oder Tausendstelsekunden. Oft fällt die Entscheidung über die Platzierung bereits in der Anschub- und Startphase auf den ersten 50 Metern. Die Anlaufzone ist ungefähr 15 Meter lang. Um wenige Hundertstel schlechtere Startzeiten bewirken in der Regel einen Verlust von einigen Zehntelsekunden im Ziel und nur wenige Weltklassepiloten können solche Verluste auf der Strecke noch aufholen. Deshalb müssen die Anschieber sehr athletisch gebaute gute Sprinter mit explosivem Schnellkraftvermögen sein. Oft werden ehemalige Leichtathleten, meist Sprinter, Weitspringer oder Zehnkämpfer, als Hinterleute verpflichtet. Die Anschieber fast aller Spitzenmannschaften können mit 100-Meter-Bestzeiten unter 11 Sekunden aufwarten.
== Statistik ==
Seit den 1920er Jahren wurden bereits Meisterschaften, damals noch im ''5er''-Bob, ausgefahren. Seit 1930 werden Weltmeisterschaften im '''Zweierbob''' und '''Viererbob''' gefahren. Seit 1924 ist Bobfahren fester Bestandteil des Olympischen Programms. Die ersten Europameisterschaften fanden 1935 in [[Ilmenau]] (Thüringen) statt. Von Anfang an waren bei internationalen Wettkämpfen Deutsche auf den vorderen Plätzen zu finden. Seit 2000 gibt es auch Weltmeisterschaften im Zweierbob bei den Frauen. Mit den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City sind die Damenwettkämpfe auch Bestandteil des Olympischen Programms. Erste Weltmeisterin als Pilotin wurde die ehemalige erfolgreiche Rodlerin [[Gabriele Kohlisch]]. Ein Jahr später gewann die Exweltmeisterin im Rodeln [[Susi Erdmann]] Bronze, ein weiteres Jahr später ebenfalls Bronze bei den Olympischen Spielen hinter [[Sandra Kiriasis|Sandra Prokoff]].
Seit 1950 (Olympia seit 1952) gewannen Mannschaften aus beiden deutschen Staaten, seit 1990 aus dem wiedervereinigten Deutschland
*124 von 330 WM-Medaillen (37,6%)
**davon 47 von 110 Weltmeistertiteln (43%)
*32 von 87 Olympischen Medaillen (37%)
**davon 12 von 29 Olympiasiegen (41%)
Damit ist Deutschland die stärkste Bobnation.
Erfolgreichster Pilot aller Zeiten in beiden Bobs ist [[Wolfgang Hoppe]] mit 36 internationalen Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie Weltcups, davon 17 mal Gold. Einer seiner früheren Anschieber, [[Christoph Langen]], wurde seit den 1990er Jahren sein Konkurrent und Nachfolger. Nicht als Pilot, jedoch als erfolgreicher ''Anschieber'' gilt auch [[Olaf Hampel]].
== Bekannte Bobpiloten ==
*[[Martin Annen]]
*[[Ingo Appelt (Bobfahrer)|Ingo Appelt]]
*[[Harald Czudaj]]
*[[Susi Erdmann]]
*[[Bernhard Germeshausen]]
*[[Reto Götschi]]
*[[Matthias Höpfner]]
*[[Wolfgang Hoppe]]
*[[Janis Kipurs]]
*[[Sandra Kiriasis]]
*[[André Lange]]
*[[Christoph Langen]]
*[[Rudi Lochner]]
*[[Pierre Lueders]]
*[[Cathleen Martini]]
*[[Eugenio Monti]]
*[[Meinhard Nehmer]]
*[[Erich Schärer]]
*[[Brian Shimer]]
*[[Rene Spies]]
*[[Mark Tout]]
*[[Gustav Weder]]
*[[Werner Delle-Karth]]
*[[Manuel Machata]]
*[[Dawid Kupczyk]]
*Auch der ehemalige Kronprinz und derzeitige Fürst von [[Monaco]], [[Albert II. (Monaco)|Albert II.]], war bei internationalen Wettkämpfen regelmäßig als Bobpilot für sein Fürstentum am Start.
==Weblinks==
* [http://www.bsd-portal.de/index.php Bob- und Schlittenverband für Deutschland - Offizielle Seite]
* [http://www.sbsv.ch/ Schweizerischer Bobsleigh-, Schlitten- und Skeleton-Sportverband]
* [http://www.bobsleigh.com/ Federation Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing (Englisch)]
* [http://www.winterblue.de/index.htm U.a zur Geschichte des Bobsports]
[[Kategorie:Sportart]]
[[Kategorie:Eissport]]
[[Kategorie:Wintersportart]]
[[Kategorie:Schlitten]]
[[bg:Бобслей]]
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Diese Version des Artikels stammt vom 14.07.2006.
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