Brandenburger Tor
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Brandenburger Tor
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2006-04-25T15:24:18Z
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{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem Wahrzeichen der Stadt Berlin. Für andere Bauwerke mit diesem Namen, siehe [[Brandenburger Tor (Begriffsklärung)]].}}
[[Bild:Berlin-brandenburg-gate.jpg|thumb|250px|Brandenburger Tor]]
Das '''Brandenburger Tor''' steht im Zentrum von [[Berlin]] und ist das wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk steht am [[Pariser Platz]] und bildet den Abschluss der Straße [[Unter den Linden]]. Hinter ihm beginnt der [[Großer Tiergarten|Tiergarten]], den die [[Straße des 17. Juni]] durchquert. Viele wichtige Ereignisse in der [[Geschichte Berlins]] sind mit dem Brandenburger Tor als Staats- und Stadtsymbol verbunden.
== Architektur ==
[[Bild:Brandenburg_gate_sunset_quadriga.jpg|thumb|Quadriga auf dem Brandenburger Tor]]
Das Brandenburger Tor ist ein 26 m hoher, 65,5 m breiter und 11 m tiefer [[Klassizismus|frühklassizistischer]] [[Sandstein]]bau. Es erinnert an die [[Propyläen]] der [[Akropolis (Athen)|Akropolis]] in [[Athen]]. Es hat fünf Durchfahrten, von denen die mittlere etwas breiter ist, und zwei Torhäuser. Es wird durch 15 m hohe [[Dorischer Baustil|dorische]] Säulen geprägt, die nach ionischer Art kanneliert sind und am Fuß einen Durchmesser von 1,75 m haben. Die [[Attika]] und die Innenseiten der Durchfahrten sind mit Reliefs bedeckt, die unter anderem Taten des Herkules, den römischen Kriegsgott [[Mars (Mythologie)|Mars]], der das Schwert in die Scheide steckt, und die Göttin [[Minerva]] darstellen. Nach der Niederlegung der [[Stadtmauer]] [[1867]]/[[1868|68]] fügte der Schinkel-Schüler [[Johann Heinrich Strack]] 1868 dem Tor zu beiden Seiten die niedrigeren offenen Säulenhallen an.
Das Tor wird gekrönt durch eine etwa 5 m hohe in Kupfer getriebene Skulptur, die [[Quadriga]], die die geflügelte Siegesgöttin darstellt, die einen von vier Pferden gezogenen Wagen in die Stadt hineinlenkt.
== Geschichte ==
[[Bild:Brandenburger-Tor-1735-Daniel-Chodowiecki-1764.jpg|thumb|Brandenburger Tor [[1764]], Blick nach Westen auf den [[Großer Tiergarten|Tiergarten]]]]
Mit dem Bau der [[Berliner Zollmauer|Zollmauer]] der Stadt Berlin wurde [[1734]] ein Vorgängerbau des heutigen Brandenburger Tores als [[Stadttor]] an der Straße nach [[Brandenburg an der Havel]] errichtet. Im Zuge des Ausbaus der Mauer und seiner Tore ließ der [[Preußen|preußische]] König [[Friedrich Wilhelm II. (Preußen)|Friedrich Wilhelm II.]] [[1788]] bis [[1791]] das Brandenburger Tor von [[Carl Gotthard Langhans]] im [[Klassizismus|frühklassizistischen]] Stil neu errichten. Im Jahre [[1793]] wurde dem Brandenburger Tor die von [[Johann Gottfried Schadow]] gefertigte [[Quadriga]] mit der geflügelten Siegesgöttin Nike, bzw. Viktoria aufgesetzt. Dass es sich bei der Wagenlenkerin um die vielfach genannte Friedensgöttin Eirene gehandelt hat, ist aus vielen Gründen kaum wahrscheinlich. Nicht zuletzt, weil Eirene in ihren Darstellungen niemals mit Flügeln zu sehen ist. Auch andere Belege, wie ein Protokoll zwischen Langhans und Schadow vom 13.03.1789 weisen eindeutig auf Viktoria hin. [[1806]] wurde die Quadriga von [[Napoléon Bonaparte|Napoleon]] nach [[Paris]] verschleppt und sollte dort aufgestellt werden, doch bevor das geschah, wurde er entmachtet, und die Quadriga kehrte [[1814]] in Kisten verpackt nach Berlin zurück, wo sie zunächst restauriert wurde. Dabei wurde der von einem preußischen gekrönten Adler besetzte Eichenkranz am Stab der Göttin durch ein neues Machtsymbol, das von Schinkel entworfene [[Eisernes Kreuz|Eiserne Kreuz]], ergänzt. Für die Berliner war die Quadriga nach ihrer Rückführung im Volksmund die ''[[Retourkutsche]]''. Mit dem Abriss der Zollmauer in den 1860er Jahren wurden auch fast alle Stadttore abgerissen; das Brandenburger Tor ist das einzige heute noch bestehende.
[[Bild:Brandenburger_Tor_Nachts.JPG|thumb|Brandenburger Tor bei Nacht]]
Bis zum Abdanken des Deutschen Kaisers durfte nur er mit seinen Fahrzeugen durch den mittleren Torbogen fahren. Am [[30. Januar]] [[1933]] feierten die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] mit einem Fackelzug der [[Sturmabteilung|SA]] durch das Brandenburger Tor ihre [[Machtergreifung|Machtübernahme]]. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde von der Quadriga ein Gipsabguss genommen. Da bei der Schlacht um Berlin deutsche Soldaten mit einem Geschütz mehrmals auf die Quadriga schossen, nachdem dort die rote Fahne gehisst wurde, war die Figur stark beschädigt. Lediglich ein Pferdekopf blieb vom Original erhalten, der heute im Berliner [[Märkisches Museum (Berlin)|Märkischen Museum]] ausgestellt ist. Sie musste rekonstruiert werden. Auch die Torgebäude waren stark beschädigt. Am [[21. September]] [[1956]] wurde vom Magistrat der Stadt Berlin beschlossen, das einzige erhaltene ehemalige Stadttor wieder aufzubauen. Trotz heftiger Auseinandersetzungen und gegenseitiger Vorwürfe arbeiteten beide Teile Berlins bei der Rekonstruktion zusammen. Am [[14. Dezember]] [[1957]] war diese beendet. Die Ostberliner Stadtverordnetenversammlung ließ vor dem Wiederaufstellen der Quadriga jedoch das Eiserne Kreuz und den Adler entfernen, weil sie diese als Symbole des preußischen [[Militarismus]] ansahen.
[[Bild:Reagan_vor_dem_Brandenburger_Tor.jpg|thumb|left|Reagan bei seiner berühmten Ansprache]]
[[Bild:60 Jahre nach dem Krieg das BrandenburgerTor1945-2005.jpg|thumb|[[180° Berlin|180°-Panorama-Installation]] vor dem Brandenburger Tor (2005)]]
Mit dem Bau der [[Berliner Mauer]] am [[13. August]] [[1961]] stand das Bauwerk mitten im Sperrgebiet und konnte weder von Westen noch von Osten durchquert werden. Nur die ostdeutschen Grenzsoldaten konnten an das Bauwerk heran.
Am [[12. Juni]] [[1987]] sprach der [[USA|US-amerikanische]] Präsident [[Ronald Reagan]] folgenden Satz anlässlich eines Berlinbesuchs vor dem Brandenburger Tor: ''Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall! (Herr [[Michail Sergejewitsch Gorbatschow|Gorbatschow]], öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese [[Berliner Mauer|Mauer]] ein!)''.
28 Jahre nach dem Bau der Mauer am [[22. Dezember]] [[1989]] wurde das Brandenburger Tor im Rahmen der [[Wende (DDR)|Wende]] in der DDR unter dem Jubel von mehr als 100.000 Menschen wieder geöffnet. Die Sperranlagen wurden danach vollständig beseitigt.
[[Bild:Brandenburger_Tor_Blaue_Stunde.jpg|thumb|In der [[Blaue Stunde|Blauen Stunde]] (August 2005)]]
Die in der Silvesternacht 1989/90 stark beschädigte Quadriga wurde 1991 wieder restauriert und erhielt bei der Gelegenheit auch das Eiserne Kreuz zurück. Auch das Tor (insbesondere der Sandstein) bedurfte nach langer Vernachlässigung und durch Umweltschäden einer umfassenden Restaurierung. Nach einer 22-monatigen Restaurierung wurde das Brandenburger Tor am [[3. Oktober]] [[2002]] feierlich wieder enthüllt.
[[Bild:50ec ger.png|thumb|120px|left|Rückseite der deutschen 50-Cent-Münze]]
In den [[1990er]] Jahren wurde in Berlin immer wieder diskutiert, ob das Tor für den Autoverkehr geöffnet sein soll oder nicht. Argumente gegen die Öffnung waren dabei vor allem eine massive Schädigung des Sandsteintores durch Autoabgase und gewünschte Verkehrsberuhigung des [[Pariser Platz]]es. Heute ist das Tor für den Verkehr gesperrt.
Das Tor ist auf der Rückseite der [[deutsche Euromünzen|deutschen Euromünzen]] zu 10, 20 und 50 Cent als Symbol der Teilung und Einheit abgebildet. Außerdem besitzt das [[Phantasialand]], ein [[Freizeitpark]] in [[Brühl (Rheinland)|Brühl]], ebenfalls ein Brandenburger Tor. Dieses stellt den Eingang in den ältesten Bereich des Parks, einen vereinfachten Nachbau der Stadt Berlin, dar. Das Tor im Park ist kleiner und deutlich vereinfacht dargestellt, was seiner Wirkung auf die Gäste allerdings nicht schadet.
[[Image:BrandeburgGateOpening.jpg|thumb|Informationsblatt der [[Grenztruppen der DDR]] über die bevorstehende Öffnung des Brandenburger Tores]]
== Verkehrsanbindungen ==
Im Bereich des Brandenburger Tores verkehrt die [[S-Bahn]] unterirdisch; im Zuge des Neubaus der [[U-Bahn Berlin|U-Bahn-Linie]] U55 (zum neuen [[Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof|Berliner Hauptbahnhof]]) wird es einen eigenen Halt „Brandenburger Tor“ geben.
== Literatur ==
* Peter Feist: ''Das Brandenburger Tor''. (Der historische Ort Nr. 33) Kai Homilius Verlag, Berlin 1997, 2. Auflage 2004, ISBN 3-931121-32-1 ([http://www.kai-berlin.de/vp/1.33/ Leseprobe])
* Laurenz Demps: ''Das Brandenburger Tor - Ein Symbol im Wandel''. Verlagshaus Braun, Berlin 2003, 1. Auflage, ISBN 3-935455-15-1
== Siehe auch ==
* [[Liste von Wahrzeichen bekannter Städte]]
== Weblinks ==
{{Commons|Brandenburger Tor}}
* [http://www.dhm.de/lindencam/ Live-Webcam] - Blick nach Berlin über die Straße ''Unter den Linden'' zum Brandenburger Tor
* [http://www.lorenzochiara.com/berlin1945 180° Panorama - Berlin 1945] - Panoramainstallation vom Brandenburger Tor anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes 2005
{{Koordinate Artikel|52_30_58_N_13_22_38_E_type:landmark_region:DE-BE|52° 30' 58" N, 13° 22' 38" O}}
{{Gesprochene Wikipedia|Brandenburgertor.ogg|}}
[[Kategorie:Bauwerk in Berlin]]
[[Kategorie:Berliner Sehenswürdigkeit]]
[[Kategorie:Tor]]
[[Kategorie:Klassizistisches Bauwerk|Berlin Brandenburger Tor]]
[[Kategorie:Wahrzeichen]]
[[Kategorie:Triumphbogen]]
[[cs:Braniborská brána]]
[[da:Brandenburger Tor]]
[[en:Brandenburg Gate]]
[[eo:Brandenburga pordego]]
[[es:Puerta de Brandemburgo]]
[[fi:Brandenburgin portti]]
[[fr:Porte de Brandebourg]]
[[id:Gerbang Brandenburg]]
[[it:Porta di Brandeburgo]]
[[ja:ブランデンブルク門]]
[[lb:Brandenburger Tor]]
[[nl:Brandenburger Tor]]
[[no:Brandenburger Tor]]
[[pl:Brama Brandenburska]]
[[sk:Brandenburská brána]]
[[sl:Brandenburška vrata]]
[[sr:Бранденбуршка капија]]
[[sv:Brandenburger Tor]]
[[zh:å‹ƒå…°ç™»å ¡é—¨]]
Diese Version des Artikels stammt vom 27.04.2006.
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