Dresden
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Dresden
1084
13232220
2006-01-31T18:25:49Z
Geo-Loge
65227
{{Dieser Artikel|befasst sich mit der deutschen Stadt Dresden, andere Bedeutungen unter [[Dresden (Begriffsklärung)]].}}
{| cellpadding="2" style="float: right; width: 312px; background: #e3e3e3; margin-left: 1em; border-spacing: 1px;"
! Wappen
! colspan="2" | Karte
|- style="background: #ffffff; text-align: center;"
| style="width: 145px;" | [[Bild:Dresden_Stadtwappen.png|140px|Stadtwappen der Landeshauptstadt Dresden]]
| colspan="2" style="width: 150px;" | [[Bild:Dresden in Germany.png|140px|Lage der kreisfreien Stadt Dresden in Deutschland]]
|-
! colspan="3" | Basisdaten
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Bundesland (Deutschland)|Bundesland]]: || colspan="2" | [[Sachsen]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Regierungsbezirk]]: || colspan="2" | [[Regierungsbezirk Dresden|Dresden]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Landkreis]]: || colspan="2" | [[Kreisfreie Stadt]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Fläche]]: || colspan="2" | 328,30 [[Quadratkilometer|km²]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Einwohner]]: || colspan="2" | 490.760 ''<small> (31. Dezember 2005)</small>''
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Bevölkerungsdichte]]: || colspan="2" | 1.490 Einwohner je km²
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Ausländeranteil]]: || colspan="2" | 3,1 %
|- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Arbeitslosenquote]]: || colspan="2" | 15,7 % ''<small>(Januar 2006)</small>'' <!-- Zur Aktualisierung bitte folgendes Webangebot nutzen: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/detail/q.html -->
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Höhe]]: || colspan="2" | 113 m ü. [[Normalnull|NN]] (Altmarkt)
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| höchster Punkt: || colspan="2" | 383 m ü. [[Normalnull|NN]] ([[Triebenberg]])
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| tiefster Punkt: || colspan="2" | 101 m ü. [[Normalnull|NN]] (Cossebaude)
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Postleitzahl]]en: || colspan="2" | 01001-01462 <br /> (alte PLZ: 8010–8090)
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Telefonvorwahl]]: || colspan="2" | 0351
|---- bgcolor="#FFFFFF" valign="top"
| [[Geografische Lage]]: || colspan="2" | {{Koordinate Text Artikel|51_03_N_13_44_E_type:city(488005)_region:DE-SN|51° 02' N, 13° 44' O}}
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| [[Kfz-Kennzeichen]]: || colspan="2" | DD
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Gemeindeschlüssel]]: || colspan="2" | 14 2 62 000
|- bgcolor="#FFFFFF"
| [[UN/LOCODE]]: || colspan="2" | <tt>DE DRS</tt>
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| Stadtgliederung: || colspan="2" | 10 Ortsämter/9 Ortschaften
|---- bgcolor="#FFFFFF" valign="top"
| Adresse der <br />Stadtverwaltung: || colspan="2" | Dr.-Külz-Ring 19<br />01067 Dresden
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| Website der Stadt: || colspan="2" | [http://www.dresden.de/ www.dresden.de]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| E-Mail-Adresse: || colspan="2" | [mailto:stadtverwaltung@dresden.de stadtverwaltung<br />@dresden.de]
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| Amtliches Mitteilungsblatt: || colspan="2" | [[Dresdner Amtsblatt]]
|-
! colspan="3" | Politik
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| [[Oberbürgermeister]]: || colspan="2" | [[Ingolf Roßberg]] <br />([[Freie Demokratische Partei|FDP]], für Initiative OB für Dresden)
|----- bgcolor="#FFFFFF" valign="top"
| Regierende [[Politische Partei|Parteien]]:
| colspan="2" | [[CDU]], [[Freie Demokratische Partei|FDP]], [[DSU]], [[Freie Bürger]]
|----- bgcolor="#FFFFFF" valign="top"
| [[Fraktion]]en im <br /> [[Stadtrat]]: <br /> 70 Mandate|| <br /> CDU <br /> [[Die Linkspartei.|Linke]] <br /> <small>[[Bündnis 90/Die Grünen]]</small> <br /> [[SPD]] <br /> FDP <br /><small>(inkl. DSU) </small><br /> Bürgerfraktion <br /><small>(darunter: <br /> Bürgerliste <br /> Freie Bürger <br /> Volkssolidarität)</small><br /> Fraktionslose <br /> (Nat. Bündnis)|| Sitze:<br /> 21 <br /> 17 <br /> 9 <br /><br /> 8 <br /> 6 <br /> <small>(1)</small><br /> 6 <br /><br /><small> (2) <br /> (2) <br /> (2)</small><br />3
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| Letzte Stadtratswahl: || colspan="2" | [[13. Juni]] [[2004]]
|}
'''Dresden''' ([[Sorbische Sprache|sorbisch]]: ''Drježdźany''; abgeleitet aus dem altsorbischen ''Drežďany'' für Sumpf- oder [[Auwald]]bewohner, [[Tschechische Sprache|tschechisch]]: ''Drážďany'') ist die [[Landeshauptstadt]] des [[Sachsen|Freistaates Sachsen]]. Sie liegt nordwestlich des [[Elbsandsteingebirge]]s und an der Nordabdachung des [[Osterzgebirge]]s sowie am Übergang vom Ober- zum Mittellauf der [[Elbe]] in der [[Dresdner Elbtalweitung]], der letzten [[Durchbruchstal|durchbruchartigen]] Tallandschaft des Flusses.
Bereits in der Steinzeit besiedelt und 1206 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich Dresden zur kurfürstlichen und königlichen Residenz. Dresden ist das politische und kulturelle Zentrum des [[Freistaat]]es. Es hat den Status einer [[Kreisfreie Stadt|kreisfreien Stadt]], ist Sitz des [[Regierungsbezirk Dresden|Regierungsbezirks Dresden]] und zahlreicher Hochschulen. Die Einwohnerzahl der Stadt Dresden überschritt ca. [[1852]] die Grenze von 100.000, wodurch sie zur [[Großstadt]] wurde.
Dresden bildet den Kern des [[Ballungsraum Dresden|gleichnamigen Ballungsgebietes]] in [[Mitteleuropa]] und ist dadurch Verkehrsknotenpunkt und ein wirtschaftliches Zentrum. Zusammen mit den Ballungsräumen [[Ballungsraum Chemnitz-Zwickau|Chemnitz-Zwickau]] sowie [[Ballungsraum Leipzig-Halle|Leipzig-Halle]] bildet dieser Ballungsraum die „[[Metropolregion Sachsendreieck]]“.
__TOC__
<br style="clear:both" />
== Geographie ==
[[Bild:Babisnauer_Pappel_Blick_auf_Dresden.jpg|thumb|Dresdner Innenstadt vom Süd-Südosten bei [[Goppeln]] – v.l.n.r. [[Räcknitz]], [[Zschertnitz]] und Teile der [[Dresden-Südvorstadt|Südvorstadt]]]]
Dresden liegt beiderseits der [[Elbe]] in der [[Dresdner Elbtalweitung]], eingebettet zwischen den Ausläufern des [[Osterzgebirge]]s, dem Steilabfall der [[Lausitz]]er Granitplatte und dem [[Elbsandsteingebirge]] auf etwa 113 Meter über [[Normalnull]]. Unter anderem wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage am Fluss und seiner [[Barock|barocken]] und mediterranen [[Architektur]] sowie der klimatisch vorteilhaften Besonderheiten wird die Stadt auch „[[Elbflorenz]]“ genannt. Die höchste Erhebung des erweiterten Dresdner Stadtgebietes ist der 384 m hohe [[Triebenberg]], der nördlich der Elbe liegt.
Die Stadt ist nach teils großflächigen Eingemeindungen, aber auch aufgrund der Siedlungsallokation, ihrer Fläche nach hinter [[Berlin]], [[Hamburg]] und [[Köln]] die viertgrößte Großstadt Deutschlands.
Wichtige [[Fluss (Gewässer)|Flüsse]] in Dresden sind die Elbe, die die Stadt als einziges [[Schiffbarkeit|schiffbares]] Gewässer durchfließt, die [[Weißeritz]] und der [[Lockwitzbach]], beides linke Nebengewässer der Elbe, die im [[Osterzgebirge]] entspringen, sowie die [[Prießnitz]], ein rechter Nebenfluss der Elbe.
''Siehe auch:'' [[Liste der Landschaften in Sachsen]], [[Liste der Gewässer in Sachsen]]
=== Natur ===
[[Image:Elbe_slope_01_small.jpg|thumb|In der Nähe der drei Elbschlösser gehen Dresdner Heide und [[Elbwiesen (Dresden)|Elbwiesen]] ineinander über]]
Dresden gehört nach großflächigen Eingemeindungen mit 63 % Grün- und [[Wald]]fläche zu den grünsten Großstädten in Europa. Die [[Dresdner Heide]] bildet eine geschlossene Waldfläche im Dresdner Norden. Im erweiterten Stadtgebiet gibt es vier [[Naturschutzgebiet]]e mit einer Fläche von 331&nbsp;[[Hektar|ha]], 12 [[Landschaftsschutzgebiet]]e mit mehr als 11.000 ha teilweise deckungsgleich mit neun [[FFH-Gebiet]]en mit 1.800 ha Fläche. Zahlreiche denkmalgeschützte Gärten, Alleen und Parkanlagen sowie Friedhöfe bilden 110 [[Naturdenkmal|Naturdenkmäler]] oder [[Geschützter Landschaftsbestandteil|geschützte Landschaftsbestandteile]].
=== Umgebung ===
Nahe gelegene deutsche Großstädte sind [[Chemnitz]] (80 km südwestlich), [[Leipzig]] (100 km nordwestlich) und [[Berlin]] (200 km nördlich). 150 km südlich befindet sich die [[Tschechien|tschechische]] Hauptstadt [[Prag]], die ''Goldene Stadt'', 230 km östlich liegt [[Breslau]] (''Wrocław'') in [[Polen]].
In der Nachbarschaft liegen der [[Landkreis Kamenz]] mit der Stadt [[Radeberg]], der [[Landkreis Sächsische Schweiz]] mit den Städten [[Pirna]] und [[Heidenau (Sachsen)|Heidenau]], der [[Weißeritzkreis]] mit der Stadt [[Freital]] und der [[Landkreis Meißen]] mit [[Moritzburg]] und der Stadt [[Radebeul]]. Alle erwähnten Städte grenzen direkt an Dresden an und bilden den Kernraum des [[Ballungsraum Dresden|Ballungsraumes Dresden]]. Etwas weiter entfernt liegt [[Riesa]] und die [[Bergstadt]] [[Freiberg]].
=== Stadtgliederung ===
Zur ursprünglichen Stadt Dresden gehörten Stadtteile, die in der gegenwärtigen Struktur fast alle den Ortsämtern Altstadt und Neustadt zugehörig sind. Neben den innerhalb der Stadtfestung liegenden Teilen entstanden außerhalb der Stadtmauern, jedoch meist auf Dresdner Flur, Vorstädte, die auf Anweisung sächsischer Herrscher angelegt worden waren und zum Teil nach diesen benannt wurden. Die Antonstadt ist mittlerweile weitestgehend unter dem Begriff Äußere Neustadt bekannt. Die anderen „königlichen“ Vorstädte blieben dagegen als Begriff erhalten. Später wuchs die Stadt vor allem im [[19. Jahrhundert]], als weitere Dörfer dichter bebaut wurden. Der Begriff [[Vorstadt]] wurde später für weitere Stadtteile nicht mehr verwendet.
[[1958]] bereits war das Stadtgebiet von Dresden in die fünf ''Stadtbezirke'' Mitte, Ost, West, Süd und Nord eingeteilt worden.
[[Bild:Dresden-ortsaemter.png|thumb|Auflösung der Nummerierung in der Tabelle]]
Seit [[1991]] ist das Stadtgebiet von Dresden in zehn Ortsamtsbereiche eingeteilt. Nach Eingemeindungen kamen später neun [[Ortschaft]]en hinzu.
Dresden gliedert sich gegenwärtig in zehn Ortsamtsbereiche und neun Ortschaften. Die Ortsamtsbereiche wurden aus dem Stadtgebiet vor 1990 gebildet, während die Ortschaften durch nach 1990 eingemeindete Flächen gebildet wurden. Der Ortsamtsbereich mit der höchsten Bevölkerung ist der um [[Blasewitz]], das flächengrößte der von [[Loschwitz]]. Die größte und bevölkerungsreichste Ortschaft ist Schönfeld-Weißig, die sich im [[Schönfelder Hochland]] erstreckt. Die Dresdner Innenstadt liegt in den Ortsamtsbereichen [[Dresden-Altstadt|Altstadt]] und [[Dresden-Neustadt|Neustadt]].
Bei den neun Ortschaften, die teilweise auch aus mehreren Ortsteilen bestehen, handelt es sich um die erst Ende der [[1990er]] Jahre eingegliederten ehemals selbständigen Gemeinden. Eine Ausnahme ist der Ortsteil Kauscha, der, bis [[1999]] zu [[Bannewitz]] gehörig, dem Ortsamt Prohlis angegliedert wurde.
<br clear="both">
{| border="0" cellpadding="5" cellspacing="1" style=" empty-cells:show; margin-bottom:0.5em; background:#BDB76B;"
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|-
! colspan="5" | '''Die 10 Ortsamtsbereiche und die 9 Ortschaften mit ihren zugehörigen Orts- und Stadtteilen'''
|---- bgcolor="#FFFFFF"
| <font color="#BDB76B">'''Ortsamt/Ortschaft'''</font> || <font color="#BDB76B">'''Einwohner'''<br />(Hauptwohnsitz)<br />''<small>(31. Dez 2003)</small>''</font> || <font color="#BDB76B">'''Fläche'''<br />in km²</font> || <font color="#BDB76B">'''Dichte'''<br />in Einw./km²</font> || <font color="#BDB76B">'''Stadtteile/Ortsteile'''</font>
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(1)''</small> [[Ortsamtsbereich Altstadt (Dresden)|Altstadt]] || 47&nbsp;811 || 17,00 || 2.812 || [[Innere Altstadt (Dresden)|Innere Altstadt]], [[Friedrichstadt (Dresden)|Friedrichstadt]], [[Johannstadt]], [[Pirnaische Vorstadt]], [[Seevorstadt]] und [[Wilsdruffer Vorstadt]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(2)''</small> [[Ortsamtsbereich Neustadt (Dresden)|Neustadt]] || 36&nbsp;098 || 14,85 || 2.431 || [[Albertstadt]], [[Äußere Neustadt (Dresden)|Äußere Neustadt]], [[Innere Neustadt (Dresden)|Innere Neustadt]], [[Leipziger Vorstadt]] und [[Radeberger Vorstadt]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(3)''</small> [[Ortsamtsbereich Pieschen|Pieschen]] || 43&nbsp;923 || 16,20 || 2.711 || [[Pieschen]], [[Trachenberge]], [[Mickten]], [[Kaditz]], [[Trachau]] und [[Übigau]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(4)''</small> [[Ortsamtsbereich Klotzsche|Klotzsche]] || 19&nbsp;469 || 27,10 || 718 || [[Klotzsche]], [[Hellerau]], [[Rähnitz]] und [[Wilschdorf]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(5)''</small> [[Ortsamtsbereich Loschwitz|Loschwitz]] || 18&nbsp;428 || 68,84 || 268 || [[Loschwitz]], [[Weißer Hirsch]], [[Rochwitz]], [[Wachwitz]], [[Niederpoyritz]], [[Hosterwitz]], [[Söbrigen]], [[Oberpoyritz]], [[Bühlau]], [[Pillnitz]] und die [[Dresdner Heide]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(6)''</small> [[Ortsamtsbereich Blasewitz|Blasewitz]] || 76&nbsp;784 || 14,48 || 5.303 || [[Blasewitz]], [[Striesen]], [[Tolkewitz]], [[Gruna (Dresden)|Gruna]], [[Dobritz (Dresden)|Dobritz]] und [[Seidnitz]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(7)''</small> [[Ortsamtsbereich Leuben|Leuben]] || 36&nbsp;198 || 13,05 || 2.774 || [[Leuben]], [[Laubegast]], [[Alttolkewitz]], [[Kleinzschachwitz]], [[Zschieren]], [[Meußlitz]], [[Großzschachwitz]], [[Sporbitz]] und für Teile von [[Niedersedlitz]] und [[Dobritz (Dresden)|Dobritz]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(8)''</small> [[Ortsamtsbereich Prohlis|Prohlis]] || 54&nbsp;292 || 21,10 || 2.573 || [[Großluga]], [[Kleinluga]], [[Kauscha]], [[Leubnitz-Neuostra]], [[Lockwitz]], [[Nickern]], [[Niedersedlitz]], [[Prohlis]], [[Reick]], [[Strehlen (Dresden)|Strehlen]], [[Torna]] und Teile von [[Mockritz]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(9)''</small> [[Ortsamtsbereich Plauen|Plauen]] || 47&nbsp;621 || 15,80 || 3.014 || [[Plauen (Dresden)|Plauen]], [[Südvorstadt (Dresden)|Südvorstadt]], [[Coschütz]], [[Gittersee]], [[Kaitz]], [[Kleinpestitz]], [[Mockritz]], [[Gostritz]], [[Räcknitz]] und [[Zschertnitz]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(10)''</small> [[Ortsamtsbereich Cotta|Cotta]] || 63&nbsp;084 || 19,34 || 3.262 || [[Briesnitz (Dresden)|Briesnitz]], [[Kemnitz (Dresden)|Kemnitz]], [[Stetzsch]], [[Cotta (Dresden)|Cotta]], [[Omsewitz-Burgstädtel]], [[Leutewitz]], [[Gorbitz]], [[Wölfnitz]], [[Löbtau]], [[Naußlitz]], [[Roßthal-Neunimptsch]], [[Dölzschen]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(11)''</small> [[Altfranken]] || 1&nbsp;093 || 1,28 || 854 ||
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(12)''</small> [[Cossebaude]] || 5&nbsp;237 || 8,04 || 651 || [[Gohlis (Dresden)|Gohlis]], [[Niederwartha]], [[Cossebaude]], [[Neu-Leuteritz]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(13)''</small> [[Gompitz]] || 3&nbsp;047 || 11,72 || 260 || [[Gompitz]], [[Ockerwitz]], [[Pennrich]], [[Roitzsch (Dresden)|Roitzsch]], [[Steinbach (Dresden)|Steinbach]], [[Zöllmen]], [[Unkersdorf]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(14)''</small> [[Langebrück]] || 3&nbsp;713 || 6,95 || 534 ||
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(15)''</small> [[Mobschatz]] || 1&nbsp;452 || 8,50 || 171 ||
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(16)''</small> [[Oberwartha]] || 366 || 2,03 || 180 ||
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(17)''</small> [[Schönborn (Dresden)|Schönborn]] || 501 || 5,20 || 96 ||
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(18)''</small> [[Schönfeld-Weißig]] || 12&nbsp;570 || 41,33 || 304 || [[Borsberg]], [[Cunnersdorf (Dresden)|Cunnersdorf]], [[Eichbusch]], [[Eschdorf]], [[Gönnsdorf]], [[Helfenberg (Dresden)|Helfenberg]], [[Malschendorf]], [[Pappritz (Dresden)|Pappritz]], [[Reitzendorf (Dresden)|Reitzendorf]], [[Rockau]], [[Rossendorf]], [[Schönfeld (Dresden)|Schönfeld]], [[Schullwitz]], [[Weißig (Dresden)|Weißig]] und [[Zaschendorf]]
|---- bgcolor="#FFFFFF"
|<small>''(19)''</small> [[Weixdorf]] || 5&nbsp;966 || 15,49 || 385 || [[Weixdorf]], [[Marsdorf (Dresden)|Marsdorf]], [[Lausa]], [[Friedersdorf (Dresden)|Friedersdorf]] und [[Gomlitz]]
|-
|}
== Geschichte ==
''Siehe auch: Hauptartikel [[Geschichte Dresdens]]''
[[Bild:Dresden Augustusbrücke Altstadt 1900.jpg|thumb|Blick auf Dresdner Altstadt mit Augustusbrücke um 1900]]
Erste Siedlungen bestanden im Dresdner Raum bereits in der [[Jungsteinzeit]]. Die [[Furt]] durch die Elbe in Höhe der heutigen Altstadt bestand wahrscheinlich schon im frühen Mittelalter. Dresdens Besiedlung blieb trotz der lukrativen Lage an der Elbe und der fruchtbaren Böden aufgrund der starken Bewaldung problematisch.
Im Jahre [[1206]] wird Dresden erstmals urkundlich erwähnt. Die damalige Bezeichnung war ''Dresdene''; sie ist vermutlich vom [[Slawische Sprachen|slawischen]] Begriff „Drežďany“ („Auwaldbewohner“) abgeleitet, mit dem ursprünglich die Bewohner des Ortes bezeichnet worden waren.
Ende des [[15. Jahrhundert]]s wird Dresden [[Residenz]]stadt der sächsischen Herrscher und erfährt mit der Erhebung des [[Wettiner|wettinischen]] Herrschaftsbesitzes zum [[Kurfürstentum Sachsen|Kurfürstentum]] und [[Königreich Sachsen|Königreich]] eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch den Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin ([[Wittenberger Kapitulation]]) wird die Stadt zur Hauptstadt des wichtigsten [[protestantisch]]en Landes innerhalb des [[Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation|Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation]]. In dieser Zeit wurden auch wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung Dresdens ausmachen.
Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] wurde Dresden nie geplündert oder zerstört, aber durch Pest und Hunger sowie die allgemeine wirtschaftliche Stagnation in seiner Entwicklung gestört. Die Geschichte seit dem Dreißigjährigen Krieg ist dann sehr wechselvoll: Zum Einen entstanden in Dresden die bekannten Bauwerke und Parkanlagen; auf der anderen Seite war Dresden in fast alle großen europäischen Kriege verwickelt und wurde dabei mehrfach beschädigt.
[[Bild:Dresden1750.jpg|Form und Ausmaße der Stadtfestung um 1750|thumb]]
[[1685]] brannte [[Altendresden]] komplett ab und wurde über mehrere Jahrzehnte wiederaufgebaut und erst [[1732]] als „Neue Königliche Stadt“ vollendet. Schon seit längerem wird der Stadtteil deshalb als Neustadt bezeichnet. Unter [[August II. (Polen)|August II.]], genannt „August der Starke“, errang Dresden die kulturelle Bedeutung, die es bis in die [[Moderne]] besitzt. Im Dezember [[1745]] wurde Dresden im [[Österreichischer Erbfolgekrieg|österreichischem Erbfolgekrieg]] zum ersten Mal durch [[Preußen]] erobert. Erneut wurde Dresden im [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] [[1756]] durch Preußen eingenommen. Als sich die österreichische Armee der Stadt näherte, ließ der preußische Gouverneur Teile der Stadt abbrennen. [[1760]] belagerte Preußen Dresden erfolglos und beschoss dabei die Innenstadt. [[1785]] schrieb [[Friedrich Schiller]] die ''[[Ode an die Freude]]'', die [[Lyrik|lyrische]] Vorlage für die [[Europahymne|Hymne der Europäischen Union]], in Dresden.
Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde in Dresden bzw. im nahe gelegenen Ort [[Pillnitz]] mit der [[Pillnitzer Deklaration]] ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] auf. Bereits in die [[Befreiungskriege]] gegen [[Napoleon]] war Dresden intensiv involviert. Im Jahr 1813 fanden zahlreiche vorentscheidende Schlachten der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] um Dresden herum statt. Sachsen und damit Dresden kämpfte auf der Seite von Frankreich, die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt.
[[Bild:Dresden Map 1895.jpg|thumb|Stadtplan von Dresden um 1895]]
Im weiteren [[19. Jahrhundert]] blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der stärksten Königreiche auch ab [[1871]] im [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]]. Vom [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] blieb die Stadt unberührt. Nach der [[Novemberrevolution]] [[1918]] wurde Dresden Hauptstadt des [[Sachsen|Freistaates Sachsen]].
Auch im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] sah es lange so aus, als würde Dresden von Kriegshandlungen verschont bleiben, bis im Frühjahr [[1945]] weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische [[Luftangriffe auf Dresden|Luftangriffe]] schwer beschädigt wurden. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Sprach man früher in einzelnen Publikationen von bis zu 350.000 Toten, so nimmt man in jüngerer Zeit Opferzahlen in Höhe von etwa 25.000 bis 40.000 Toten an. Offiziell anerkannt ist heute die Zahl von 35.000 Toten.
Dresden war seit Jahrhunderten ein [[militär]]isches Zentrum. Im Dresdner Norden wurde die [[Albertstadt]] als autarke Militärstadt angelegt, die unter den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] weiter ausgebaut wurde. Zwischen 1939 und 1945 wurden auch KZ-Häftlinge, v. a. aus den Lagern in Auschwitz und Flossenbürg, in der Stadt in Baracken interniert. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie Dresdens.
Nach 1945 standen in und um Dresden die [[1. Gardepanzerarmee (Rote Armee)|1. Gardepanzerarmee]] der [[Sowjetunion]] sowie die 7. [[Panzerdivision]] der [[Nationale Volksarmee|Nationalen Volksarmee]]. Nie zuvor in Friedenszeiten standen so viele Truppen in Dresden wie zwischen 1945 und [[1990]]. In den Jahren nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Wiedervereinigung]] wurden alle Truppenteile verlegt oder aufgelöst.
Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der alten Stadt beseitigt. Ruinen des barocken Dresden sowie Kirchen wurden gesprengt. Die unzerstörte äußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. In Prohlis und Gorbitz entstanden Großsiedlungen in Plattenbauweise auf zuvor unbebautem Land. Die Johannstadt und andere Gebiete im Stadtzentrum wurden ebenso in Großblockbauweise überbaut. Nur wenige alte Gebäude wurden wieder hergerichtet. Das zerstörte Stadtzentrum wurde nach den Idealen des sozialistischen Wohnungsbaus neu angelegt. Erst spät wurden Semperoper, Zwinger und die Kathedrale wiederaufgebaut.
[[Bild:Schillergarten Dresden August 2002.jpg|thumb|Elbehochwasser im August 2002]]
Nach der Wende [[1989]] wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder hergerichtet. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungene Restauration von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz.
Im [[August 2002]] wurde die Stadt von der sogenannten „[[Elbehochwasser 2002|Jahrhundertflut]]“ getroffen. Dabei überschwemmten mehrere Nebengewässer und die [[Elbe]] die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der die bis dato schwersten Hochwasser von [[1784]], [[1799]] und [[1845]] übertraf. Das Reparieren von Straßen und Infrastruktur dauerte nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an. Betroffene Bauwerke waren wesentlich schneller wieder hergerichtet.
Im Jahr [[2005]] wurde nach zehnjähriger Bauzeit der Wiederaufbau der [[Dresdner Frauenkirche|Frauenkirche]] im Rohbau fertig gestellt und die [[Kirche]] am 30. Oktober geweiht. Im Jahr [[2006]] feiert die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen, formal an der ersten urkundlichen Erwähnung festgemacht.
=== Religionen ===
''Siehe auch: Hauptartikel [[Dresden (Religionen)|Religionen in Dresden]]''
In Dresden gehören etwa 20.000 Menschen einer [[römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und etwa 75.000 einer [[evangelisch-lutherische Kirche|evangelisch-lutherischen]] Gemeinde an. Dies entspricht einem Anteil von 4 bzw. 15 % an der Gesamtbevölkerung mit Erstwohnsitz in Dresden.
Die [[Reformation]] setzte sich in Dresden [[1539]] durch. Ab etwa [[1571]] vertrat die Stadt ein strenges [[Lutheraner|Luthertum]]. Im Jahre [[1661]] gab es in Dresden erstmals wieder katholische Gottesdienste. Kurfürst [[August II. (Polen)|Friedrich August I.]] veranlasste [[1697]] den Wechsel des [[Hofstaat]]es zum katholischen Glauben, um zum [[Polnischer König|polnischen König]] August II. gekrönt werden zu können. Die katholischen Gemeinden wurden erst [[1807]] den evangelischen gleichgestellt und blieben nach Mitgliederzahl bis heute eine kleine Minderheit. Ab [[1949]] trat die Mehrzahl der Dresdner aus der - meist evangelischen - Kirche aus. Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder ging von etwa 85 % auf 22 % [[1989]] zurück. Seit [[1980]] ist Dresden erstmals in seiner Geschichte Sitz eines [[Bischof]]s, wobei die katholische [[Hofkirche Dresden|Hofkirche]] zur [[Kathedrale]] des [[Bistum Dresden-Meißen|Bistums Dresden-Meißen]] geweiht wurde.
Die Stadtverwaltung schätzt die heutige Anzahl der Mitglieder von [[Freikirche]]n und nicht-christlichen Gemeinden auf etwa 5.000 Menschen.
=== Entwicklung des Stadtgebiets ===
''Siehe: Hauptartikel [[Dresden (Entwicklung des Stadtgebiets)|Entwicklung des Dresdner Stadtgebiets]] für detaillierte Werte und Statistiken''
[[Bild:Dresden-pop per skm.png|thumb|left|Bevölkerungsdichte der einzelnen Ortsamtsbereiche und Ortschaften]]
[[Bild:Dresden-Frauenkirche-View.from.top.01.JPG|thumb|Die landschaftliche Einbindung Dresdens und Grenzen [[urban]]er Räume: Blick von der Frauenkirche flussaufwärts]]
Ursprünglich lag der älteste Teil der Stadt rechtselbisch, daher nördlich der Elbe. Den Stadtteil [[Altendresden]] gibt es nicht mehr. Nachdem er abbrannte, wurde er [[1732]] als ''Neue Königliche Stadt'', später vereinfacht ''Neustadt'', neu angelegt und ist mit der heutigen [[Dresden-Innere Neustadt|Inneren Neustadt]] deckungsgleich. Der Stadtteil südlich der Elbe wird daher mittlerweile als die historische Altstadt bezeichnet. Gleichzeitig hat sich damit die gesamte Stadt nach Süden verlagert. Auch die Tallage ist südlich der Elbe wesentlich flacher, was die starke Entwicklung dort begünstigte. Gerade auf Grund der Tallage, in die sich die Stadt legt, dehnt sich die Stadt nicht gleichmäßig aus, sondern folgt dem Tal in süd-östliche bzw. nord-westliche Richtung.
Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden gab es seit 1835, als Dresden sich nach Norden und Westen ausdehnte. Seitdem wurden 64 [[Landgemeinde]]n, zwei [[Gutsbezirk]]e und zwei Städte nach Dresden eingemeindet.
Landgemeinden, die in Dresden nach 1990 eingemeindet wurden, erhielten den Sonderstatus „[[Ortschaft]]“ innerhalb der kommunalen Struktur von Dresden. Die größte Eingemeindung dabei war die von [[Schönfeld-Weißig]] im Osten des Stadtgebietes.
Der Bereich Dresdens mit der dichtesten Besiedlung ist der Ortsamtsbereich Blasewitz. Dabei ist dichte Besiedlung nicht mehr Anzeichen für schlechteren Wohnraum, wie es zu Zeiten enger Hinterhofbebauung noch gelten konnte. Die [[Elbe]] wirkt im Bereich von Blasewitz als Grenze des urbanen Raums, weshalb diese dicht besiedelte und die quasi unbewohnten Flächen der Dresdner Heide sehr nah beieinander liegen. Blasewitz selbst wurde erst [[1921]] an Dresden angegliedert, wobei zu dieser Zeit schon weite Teile des heutigen Ortsamtsbereichs zur Stadt Dresden gehörten. Die Dresdner Heide liegt im Ortsamtsbereich Loschwitz, das mit 268 Einwohnern je Quadratkilometer das am dünnsten besiedelte Ortsamt Dresdens ist.
Wie feinstrukturiert und unterschiedlich die urbanen Räume Dresdens besiedelt sind, zeigt sich beim Vergleich von Äußerer und Innerer Neustadt. Die [[Dresden-Äußere Neustadt|Äußere Neustadt]] ist mit mehr als 11.000 Bewohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Stadtteil Dresdens, während die Innere (historische) Neustadt mit etwa 3.000 Einwohnern pro km² eine weit geringere Bevölkerungsdichte hat.
Dresden hat gegenwärtig etwa 490.000 Einwohner. Am Anfang des [[20. Jahrhundert]]s gehörte Dresden zu den fünf bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. [[1933]] wurde mit 642.143 Einwohner der höchste Wert in der Geschichte Dresdens gezählt. Durch den Zweiten Weltkrieg verringerte sich die Stadtbevölkerung zur Zählung von 1946 auf etwa 468.000. Zwischenzeitlich wieder auf mehr als 500.000 Einwohner angestiegen, sank die Anzahl an wohnberechtigter Bevölkerung mit [[Erstwohnsitz]] durch [[Abwanderung]] und [[Suburbanisierung]] bis 1995 erneut auf etwa 469.000 Einwohner und damit nur knapp mehr als kriegsbedingt 1946. Danach wurde sie durch Eingemeindungen erhöht und steigt mittlerweile auch dauerhaft durch einen leichten Wanderungsüberschuss.
== Politik ==
===Stadtverwaltung, -gremien und -politik===
Der Oberbürgermeister leitet die Stadtverwaltung, verantwortet laufende Tagesgeschäfte und repräsentiert die Stadt. Er wird für eine Amtszeit von 7 Jahren direkt gewählt. Ihm unterstellt sind mehrere Bürgermeister für einzelne Fachbereiche. Der derzeitige Oberbürgermeister [[Ingolf Roßberg]] trat sein Amt am [[1. August]] [[2001]] an, weshalb die nächsten planmäßigen Oberbürgermeisterwahlen im Jahr 2008 liegen.
Der Stadtrat definiert die Grundlagen nach der die Stadtverwaltung handelt und kann über Beschlüsse auch dem Oberbürgermeister Aufträge erteilen. Sofern einzelne Entscheidungen nicht im Kompetenzbereich des Oberbürgermeisters liegen, bestimmt der Stadtrat über Angelegenheiten der Stadt. In der Tat ist der Stadtrat wesentlich an Fragen der Stadtentwicklung beteiligt. Er nimmt bezogen auf die Stadt gesetzgebende Kompetenzen wahr, in dem er Stadtverordnungen und Satzungen erlässt. Die Stadträte werden über ein Drei-Stimmen-System für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Im Stadtrat gibt es 70 Stadträte. Für Senioren und Ausländer in der Stadt gibt es Beiräte.
In den letzten Jahren und Monaten wurden mehrere Themen in der Dresdner Kommunalpolitik sehr kontrovers diskutiert: Über den Bau einer weiteren Elbquerung, der [[Waldschlößchenbrücke]], entschied ein [[Volksentscheid]] zustimmend. Weitere Themen waren der Neubau für die Staatsoperette, die Modernisierung eines der Stadien der Stadt und in letzter Zeit der geplante Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
=== Räumliche Gliederung der Kommunalpolitik===
Dresden ist in Ortsamtsbereiche gegliedert. Diese sind in [[Ortsteil]]e bzw. [[Stadtteil]]e unterteilt und haben jeweils ein [[Ortsamt]], sozusagen ein Rathaus vor Ort, sowie einen [[Ortsbeirat]] im Sinne von § 71 der [[Sächsische Gemeindeordnung|Sächsischen Gemeindeordnung]], der zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Ortsamtsbereich betreffen, vom [[Stadtrat]] und seinen Ausschüssen anzuhören ist. Vorsitzender des Ortsbeirats ist der Oberbürgermeister oder eine von ihm beauftragte Person. In der Regel ist dies der [[Ortsamtsleiter]] des Ortsamtsbereiches. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Ortsbeiräte werden vom Stadtrat von Dresden nach einem Parteien- und Listenproporz gewählt, der sich an den Wahlergebnissen bei der Stadtratswahl in den einzelnen Ortsamtsbereichen orientiert. Diese Mitglieder müssen ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Ortsamtsbereich haben.
Nach 1990 eingemeindete Gebiete bilden in Dresden Ortschaften. Für die Ortschaften wurden insgesamt fünf Verwaltungsstellen eingerichtet. Die Ortschaft Altfranken wird jedoch vom Ortsamt Cotta mitverwaltet. Die Ortschaften haben jeweils einen [[Ortschaftsrat]], der im Gegensatz zu den Ortsbeiräten der Ortsamtsbereiche direkt von den Bürgern der Ortschaft zeitgleich mit dem [[Stadtrat]] von Dresden gewählt wird. Jeder Ortschaftsrat wählt für seine Ortschaft einen [[Ortsvorsteher]].
===Historische Entwicklung===
An der Spitze der Stadt Dresden gab es seit dem [[13. Jahrhundert]] (1292) einen [[Gemeinderat|Rat]] mit einem [[Bürgermeister]]. Dieser wurde vom Rat gewählt und wechselte jährlich. Er war ehrenamtlich tätig. Nach Einführung der Allgemeinen Städteordnung des [[Königreich Sachsen|Königreichs Sachsen]] im Jahre [[1832]] gab es neben dem Bürgermeister noch gewählte [[Stadtrat|Stadträte]]. [[1853]] erhielt der Bürgermeister den Titel [[Oberbürgermeister]].
Bereits [[1874]] schied Dresden aus der Amtshauptmannschaft aus und wurde eine „exemte Stadt“. In der gegenwärtigen Landesstruktur bezeichnet man solche Städte als „kreisfreie Stadt“. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft Dresden sowie der Kreishauptmannschaft Dresden. Aus der Amtshauptmannschaft wurde später der [[Kreis Dresden]], aus der Kreishauptmannschaft der [[Regierungsbezirk Dresden]].
Während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurden Oberbürgermeister und Ratsherren entsprechend der [[Deutsche Gemeindeordnung|Deutschen Gemeindeordnung]] von der [[NSDAP]] eingesetzt.
1945, nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], setzte zunächst die sowjetische Stadtkommandantur eine Verwaltung ein. Im September 1946 wurde als [[Stadtvertretung|Stadtparlament]] eine [[Stadtverordnetenversammlung]] gewählt. Bei späteren Wahlen bis [[1989]] traten alle Parteien und Organisationen auf einer gemeinsamen Liste auf.
Nach dem Beitritt der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] zur [[Bundesrepublik Deutschland|BRD]] wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Präsident bzw. eine Präsidentin (ab 1990 [[Evelyn Müller]], [[Christlich Demokratische Union|CDU]]). Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung war es auch, den Oberbürgermeister zu wählen. Nach Einführung der [[Süddeutsche Ratsverfassung|Süddeutschen Ratsverfassung]] in Sachsen ist seit [[1994]] der nunmehr direkt vom Volk gewählte Oberbürgermeister auch Vorsitzender des Stadtrates.
====Liste der Oberbürgermeister seit 1853====
{|
| [[1853]]–[[1877]]
| Friedrich Wilhelm Pfotenhauer
|-
| [[1877]]–[[1895]]
| Dr. Paul Alfred Stübel
|-
| [[1895]]–[[1915]]
| [[Gustav Otto Beutler]]
|-
| [[1915]]–[[1931]]
| Dr.-Ing. e. h. Bernhard Blüher
|-
| [[1931]]–[[1933]]
| Dr. [[Wilhelm Külz|Wilhelm Külz]]
|-
| [[1933]]–[[1940]]
| Ernst Zörner
|-
| [[1940]]–[[1945]]
| Dr. [[Hans Nieland]]
|-
| [[1945]]–[[1945]]
| Dr. [[Rudolf Friedrichs|Rudolf Friedrichs]]
|-
| [[1945]]–[[1946]]
| Dr. Johannes Müller
|-
| [[1946]]–[[1946]]
| Dr. Gustav Leissner
|-
| [[1946]]–[[1958]]
| Walter Weidauer
|-
| [[1958]]–[[1961]]
| Prof. Herbert Gute
|-
| [[1961]]–[[1986]]
| Gerhard Schill
|-
| [[1986]]–[[1990]]
| [[Wolfgang Berghofer]]
|-
| [[1990]]–[[2001]]
| Dr. Herbert Wagner (CDU)
|-
| seit [[2001]]
| [[Ingolf Roßberg]] (FDP, für Initiative OB für Dresden)
|}
==== Entwicklung des Wappens ====
'''[[Blasonierung]]''': Gespaltener goldener Schild; vorn ein schwarzer Löwe, hinten zwei schwarze, senkrechte Pfähle.
'''Bedeutung''': Der Löwe steht für die [[Markgrafschaft Meißen]], die Pfähle für die [[Grafschaft Landsberg]], welche die Stadt im späten Mittelalter beherrschten. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 14. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Die Symbole fanden auch Einzug in das Wappen von Sachsen, welche später über die Stadt herrschten. Früher waren die Pfähle blau (vgl. auch das Wappen von [[Leipzig]] und [[Chemnitz]]), doch wurden sie zur Unterscheidung vom Landeswappen derer von Meißen-Landsberg später in schwarz geändert. Die Stadtfarben sind schwarz und gelb.
===Bundestagsabgeordnete===
Dresden teilt sich in zwei Bundestagswahlkreise auf. Der Wahlkreis 160 erlangte bei der [[Bundestagswahl 2005|Wahl zum 16. Deutschen Bundestag]] im Jahre [[2005]] Berühmtheit, weil in ihm zwei Wochen später gewählt werden musste. Da das Ergebnis der anderen Wahlkreise bereits bekannt war, fiel das Ergebnis insbesondere durch die [[Überhangmandat]]e sehr taktisch aus.
Im Wahlkreis 160 ist [[Andreas Lämmel]] von der [[CDU]] gewählter Abgeordneter. Stärkste Partei wurde die [[SPD]].
Der Wahlkreis 161 (Dresden II) schließt alle Stadtteile nördlicher der Elbe und einige westliche südlich der Elbe ein. Er reicht aber auch aus der Stadt in den [[Landkreis Meißen]]. Abgeordneter dieses Wahlkreises wurde [[Arnold Vaatz]] von der CDU, die in dem Wahlkreis auch stärkste Partei wurde.
=== Städtepartnerschaften ===
Dresden unterhält mit folgenden Städten eine [[Städtepartnerschaft]]:
*[[Coventry]], [[Vereinigtes Königreich]], seit 1959
*[[St. Petersburg]], [[Russland]], seit 1961
*[[Breslau]], [[Polen]], seit 1963
*[[Skopje]], [[Mazedonien]], seit 1967
*[[Ostrava]], [[Tschechien]], seit 1971
*[[Brazzaville]], [[Republik Kongo]], seit 1975
*[[Florenz]], [[Italien]], seit 1978
*[[Hamburg]], [[Deutschland]], seit 1987
*[[Rotterdam]], [[Niederlande]], seit 1988
*[[Straßburg]], [[Frankreich]], seit 1990
*[[Salzburg]], [[Österreich]], seit 1991
*[[Columbus (Ohio)|Columbus]], [[Ohio]], [[USA]], seit 1992
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
[[Bild:Filmnaechte2.jpg|thumb|Abendliche Elbe am Terrassenufer]]
Dresden ist eine [[Kunst]]- und [[Kultur]]stadt von hohem internationalem Rang und ist [[Weltkulturerbe]]stätte. Die Stadt besitzt kostbare [[Kunst]]sammlungen, bekannte [[Klangkörper]] und bedeutende [[Bauwerk]]e in zahlreichen [[Epoche]]n und für verschiedenste Zwecke. In der Regel befinden sich kulturelle Einrichtungen in besonderen Bauwerken; der Übersicht halber, sind Bauwerk und Einrichtung in getrennten Kapiteln beschrieben auch um die jeweilige Verknüpfung wiedergeben zu können. Zahlreiche Großveranstaltung ziehen jedes Jahr viele Gäste aus dem In- und Ausland an. Nennenswert ist auch die Verzahnung von Kunst mit Wissenschaft und Technik, wie sie übergangslos in vielen Sammlungen erkennbar ist.
=== Theater und Bühnen ===
[[bild:Semperoper_Dresden.jpg|thumb|Dresdner Semperoper]]
Die Sächsische Staatsoper Dresden im bekannten Bauwerk der [[Semperoper]] (s. u.) wurde [[1841]] an heutigem Ort gegründet. Das Bauwerk der Oper wurde in seiner Geschichte zwei mal zerstört. Insgesamt war die Staatsoper in mehr als 50 Jahren ihrer etwa 160-jährigen Geschichte gezwungen, an einem anderen Ort als der Semperoper zu spielen. In der Semperoper wurden [[Oper]]n von [[Richard Wagner]] und [[Richard Strauss]] [[Uraufführung|uraufgeführt]]. Das Orchester der Oper ist die Sächsische Staatskapelle (s. u.).
Das [[Staatsschauspiel Dresden]] betreibt das „Schauspielhaus am Zwinger“ (das Große Haus) und damit das größte eigentliche [[Theater]] der Stadt. Weitere Theater des Staatsschauspiels sind das „Schlosstheater am Theaterplatz“ und das „Kleine Haus“. Ebenfalls am Theaterplatz befindet sich der Theaterkahn, eine Bühne auf einem Elbschiff.
Für die [[Staatsoperette Dresden]] wird seit Jahren nach einer Spielstätte in der Innenstadt gesucht. Derzeit ist ein Neubau am Wiener Platz, direkt am Hauptbahnhof im Gespräch. Entgegen seiner Bezeichnung als Staatseinrichtung ist die Stadt Dresden Besitzer und Betreiber der [[Operette]].
Die bedeutenden [[Kabarett]]theater der Stadt sind „[[Herkuleskeule (Kabarett)|Die Herkuleskeule]]“ und die Komödie Dresden. Das Theater für moderne Formen von Aufführungen ist das Theater der Jungen Generation, zu dem auch ein [[Puppentheater]] gehört. Weitere Theater und Aufführungsstätten sind „Das Societaetstheater“, „die bühne“, „Das Projekttheater“ in der Dresdner Neustadt und das Theater „Wechselbad“. Auch die Kulturvereine „Mimenstudio Dresden e. V.“, „Kulturverein riesa efau“ und die „Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst“ zeigen Aufführungen.
=== Musik ===
In Dresden existieren mehrere berühmte [[Orchester]].
Die [[Sächsische Staatskapelle Dresden]] gilt als das älteste durchgängig [[Musik|musizierende]] Orchester der Welt und zählt nach wie vor zu den besten Klangkörpern überhaupt. Der Vorgänger die ''Königliche Hofcantorey'' wurde von [[Moritz (Sachsen)|Moritz von Sachsen]] bereits [[1548]] gegründet. Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Staatskapelle [[Oper]]naufführungen zu begleiten und wurde später das Orchester der Sächsischen Staatsoper ([[Semperoper]]). Musikdirektoren waren u. a. [[Carl Maria von Weber]], [[Heinrich Marschner]] sowie als Assistent [[Richard Wagner]]. Ab [[2007]] wird [[Fabio Luisi]] [[Generalmusikdirektor]].
Die [[Dresdner Philharmonie]], das Konzertorchester der Stadt Dresden, ebenfalls international berühmtes und renommiertes Orchester, wurde [[1870]] gegründet. Bis [[1915]] trug es den Namen „Orchester des Gewandhauses Dresden“. Chefdirigenten in jüngerer Zeit war u. a. [[Kurt Masur]] und [[Marek Janowski]]. Derzeitiger Chefdirigent ist [[Rafael Frühbeck de Burgos]].
Die Dresdner Sinfoniker sind ein sehr junges Orchester und gründeten sich [[1996]]. Das [[Sinfonieorchester]] trägt sich über die Mitglieder nahezu selbst. Es widmet sich ausschließlich der zeitgenössischen Musik abseits des normalen Konzertrepertoires und im [[Crossover]]bereich. [[2004]] wurde es mit dem [[Echo Klassik]] ausgezeichnet und [[Neuvertonung|vertonten]] zusammen mit den [[Pet Shop Boys]] den Film [[Panzerkreuzer Potemkin]] neu.
Weitere Orchester in Dresden sind das „ensemble courage“, ein Spezialensemble für zeitgenössische (Kammer-)Musik, 2004 mit dem Förderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet und „sinfonietta dresden“, ein Kammerorchester mit vielfältigen Aufgaben im Dresdner Musikleben und einer eigenen Konzertreihe.
In Dresden befindet sich auch bekannte Chöre mit langer Historie und Aufmerksamkeit.
Der [[Dresdner Kreuzchor]] ''(Capella sanctae crucis)'' ist der [[Knabenchor]] der [[Dresdner Kreuzkirche|Kreuzkirche]]. Der Chor ist in etwa so alt, wie die Stadt selbst und wurde im [[13. Jahrhundert]] gegründet. Der Knabenchor der [[Hofkirche Dresden|Kathedrale]] (ehemalige Hofkirche) sind die [[Dresdner Kapellknaben]].
Weitere Chöre in Dresden sind:
* Dresdner Kammerchor – international und in Dresden aktiver Chor mit dem Schwerpunkt [[Alte Musik]], gegründet ([[1985]]) und geleitet von [[Hans-Christoph Rademann]]
* Philharmonischer Chor Dresden – Der Chor wurde [[1967]] gegründet und arbeitet hauptsächlich mit der Philharmonie zusammen, derzeitiger Leiter ist [[Matthias Geißler]]
* Knabenchor Dresden – gegründet im Jahr [[1971]] durch Studienrat Manfred Winter. Der Chor wird von Matthias Jung geleitet.
* Singakademie Dresden – einer der bedeutendsten Laienchöre Mitteldeutschlands, hervorgegangen aus dem 1884 gegründeten Dresdner Lehrergesangverein, bestehend aus Kinder-, Kammer-, Oratorien- und Seniorenchor, geleitet von [[Ekkehard Klemm]]
=== Museen und Galerien ===
[[Bild:Brühlsche_Terrasse.jpg|thumb|Brühlsche Terrasse mit Kunstakademie & Ausstellungsgebäude]][[Bild:SKULP.jpg|thumb|Blick in die Skulpturensammlung mit den vor der Flut ausgegliederten Gipsabgüssen]]
[[Bild:Dresden-Zwinger-Armoury-Tournament.01.JPG|thumb|Ausstellung der Rüstkammer]]
====Staatliche Museen und Landesmuseen====
Die [[Staatliche Kunstsammlungen Dresden|Staatlichen Kunstsammlungen Dresden]] (SKD) enthalten die berühmtesten staatlichen [[Museum|Museen]] Dresdens. Zahlreiche einzelne [[Exponat]]e ziehen international Besucher an oder werden weltweit an andere Museen und Ausstellungen verliehen. Eine zentrale Einrichtung der Kunstsammlungen wird wieder das [[Dresdner Schloss]], das derzeit noch in Teilen aufgebaut wird. Neben diesem befinden sich noch zahlreiche Museen im [[Zwinger (Dresden)|Zwinger]].
Die [[Gemäldegalerie Alte Meister]] befindet sich im Semperbau des Zwingers. Der Standort des Museums liegt dort seit 1855. Das berühmteste Exponat dieser Galerie ist die [[Sixtinische Madonna]] von [[Raffael]], die ursprünglich [[1512]]/[[1513|13]] als [[Altar]]bild gemalt wurde. Mit weiteren Werken unter anderem von [[Rembrandt van Rijn|Rembrandt]], [[Rubens]] und [[Canaletto]] führt die [[Galerie]] Bilder der [[Renaissance]] und des [[Barock]]. Der Begriff „Alte Meister“ soll dabei die epochale Abgrenzung zu den Malern der [[Galerie Neue Meister]] späterer Epochen schaffen.
Zu den Neuen Meistern zählen Maler wie [[Caspar David Friedrich]], [[Max Liebermann]], [[Max Slevogt]], [[Otto Dix]] und Künstler der Vereinigung [[Die Brücke]]. Damit führt die Galerie Werke der [[Romantik]], des [[Impressionismus]] und des [[Expressionismus]]. Im Gegensatz zu den Alten Meistern hatten bei den Künstlern dieser Galerie sehr viele einen persönlichen Bezug zu Dresden, in dem sie an der [[Akademie der Künste (Dresden)|Kunstakademie]] studierten, lehrten oder in Dresden lebten. Die Galerie Neue Meister reißt als einziges großes Museum in Dresden die Moderne der Bildenden Künste an.
Eine weitere berühmte Einrichtung der SKD ist das [[Grünes Gewölbe|Grüne Gewölbe]]. Es beherbergt den [[Schatz]] des ehemaligen sächsischen Königs ist also eine Sammlung europäischer Goldschmiedekunst und des Feinhandwerks. Besonders bekannt ist der Kirschkern, der mit zahlreichen menschlichen Köpfen beschnitzt ist. Insgesamt besitzt die Sammlung etwa 3.000 Stücke von denen derzeit baubedingt 1.000 ausgestellt sind. Eng verbunden ist die Sammlung mit der [[Münzsammlung (SKD)|Münzsammlung]] aber auch mit der [[Rüstkammer (SKD)|Rüstkammer]].
Ein besonderes Museum der SKD ist der [[Mathematisch-Physikalischer Salon (SKD)|Mathematisch-Physikalische Salon]], der sich ebenfalls im Zwinger befindet. Er enthält mathematische und physikalische [[Instrument]]e aus der Zeit des Barock und der Aufklärung aber auch [[Globus|Globen]] und [[Astronomie|astronomische]] Kartografien. Er ist eins der frühsten Zeugnisse für die Verbindung von Kultur und Wissenschaft in Dresden und wurde [[1728]] aus der allgemeinen Kunstsammlung ausgegründet. Die Grundlagen dieser Sammlung wurden dort schon Jahrhunderte vorher gelegt.
Weitere Einrichtungen der Kunstsammlungen sind das [[Kunstgewerbemuseum (SKD)|Kunstgewerbemuseum]] im [[Schloss Pillnitz]], das [[Kupferstich-Kabinett (SKD)|Kupferstich-Kabinett]], das [[Museum für Sächsische Volkskunst]], die [[Porzellansammlung (SKD)|Porzellansammlung ]] – eine Sammlung [[Meißner Porzellan]]s –, die [[Puppentheatersammlung (SKD)|Puppentheatersammlung]] und die Skulpturensammlung.
Weitere Landesmuseen und Sammlungen des Landes in Dresden sind:
*Landesmuseum für Vorgeschichte
*Staatliche Naturhistorische Sammlungen Dresden
*Staatliches Museum für Völkerkunde Dresden
*Universitätssammlung Kunst + Technik der Technischen Universität Dresden
*[[Verkehrsmuseum Dresden]]
====Nationale Museen====
Das [[Deutsches Hygiene-Museum|Deutsche Hygiene-Museum]] wurde 1928 bis 1930 in einer Zeit errichtet, in der durch zahlreiche (öffentliche) [[Sanitäreinrichtung]]en und Schulneubauten der Gesundheitszustand auch ärmerer Bevölkerungsteile verbessert werden sollte. Seit seiner Gründung [[1912]] dient das Museum der [[gesundheit]]lichen, [[Humanbiologie|humanbiologischen]] und [[medizin]]ischen Aufklärung der breiten Bevölkerung. Bekanntestes Exponat ist die Gläserne Frau, die einen plastischen Einblick auf alle inneren Organe zulässt. Das [[Maskottchen]] zur gesundheitlichen Aufklärung von Kindern vor [[1990]] war [[Kundi]].
Im Norden der Stadt, in der ehemaligen Kasernenvorstadt [[Albertstadt]] liegt das [[Militärhistorisches Museum der Bundeswehr]]. Es wird derzeit nach Plänen von [[Daniel Libeskind]] umgebaut (s. u.) und führt eine Sammlung von Waffen und Kriegsgeräten aus mehreren Jahrhunderten.
====Städtische Museen====
Das Stadtmuseum Dresden sitzt mit seiner Hauptstelle im [[Landhaus (Dresden)|Landhaus]] (dem ersten Tagungsgebäude für die [[Ständeordnung|Landstände]]) am Pirnaischen Platz. Diese Stelle enthält neben der städtischen Galerie Ausstellungen zur Stadtentwicklung. Weitere Museen des Stadtmuseums sind das [[Carl Maria von Weber]] Museum, das [[Józef Ignacy Kraszewski|Kraszewski]]-Museum, das [[Kügelgenhaus]] – Museum der Dresdner Romantik, das Schillerhäuschen und das Heimat- und Palitzschmuseum.
Die [[Technische Sammlungen der Stadt Dresden|Technischen Sammlungen der Stadt Dresden]] liegen im Stadtteil [[Striesen]] und belegen den [[Ernemann]]bau, eine alte Fabrik für [[fotografie|fotografische]] [[Apparat|Apparatur]]en. Sie stellt technische Objekte der [[Industrialisierung]] aber auch [[Rechenmaschine|Rechen]]- und [[Datenverarbeitung]]smaschinen aus. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf sächsischen Entwicklungen, die die [[Industrialisierung]] in Sachsen beeinflussten.
====Weitere Museen====
* [[Erich Kästner Museum]]
* Fahrradmuseum
* Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
* Kleinbauernmuseum Reitzendorf
* Kulturverein riesa efau
* Buchmuseum
* Lichtdruck-Werkstatt-Museum
====Zeitgenössische Kunst in Dresden====
Zeitgenössische Kunst ist in Dresden in folgenden nicht kommerziellen Instituten und Galerien zu sehen:
* Kunsthaus Dresden- Städtische Galerie für Gegenwartskunst
* Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst
* Doppel.De - Autonome Projektgalerie Studierender der Hochschule für Bildende Künste Dresden
* 7 Stock – useful information
* Oktogon - Ausstellungsräume der [[Hochschule für Bildende Künste Dresden]]
===Bibliotheken===
[[Bild:Slub1.jpg|thumb|Die SLUB Dresden]]
Die [[SLUB Dresden|Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek]] (SLUB, s. u.) befindet sich im Campus der [[Technische Universität Dresden|TU Dresden]] integriert im Süden der Stadt. Sie besitzt als [[Landesbibliothek]] das [[Pflichtexemplar]]recht für in Sachsen daher vor allem in der Verlagsstadt [[Leipzig]] erschienene und erscheinende Bücher. Sie gehört mit etwa 7 Millionen Bestandseinheiten zu den größten Bibliotheken in Deutschland, und entstand 1996 durch den Zusammenschluss mit der Universitätsbibliothek. In der Bibliothek befindet sich die [[Deutsche Fotothek]]. Gegründet wurde die Landesbibliothek als Hofbibliothek [[1556]].
Die Stadt selbst betreibt mit den städtischen Bibliotheken eine der intensivst genutzten Bibliotheken in Deutschland. Jährlich entleiht sie mehr als 5 Millionen Bücher und andere Medien. Sie unterteilt sich in 18 Stadtteilbibliotheken, 28 Haltestellen der [[Fahrbibliothek]] und eine Hauptstelle.
=== Kinos ===
Dresden hat eine ausgesprochen vielfältige Kinolandschaft. Mit dem ''CinemaxX'' in Blasewitz, dem ''Metropolis'' am Waldschlösschen, dem ''UCI'' im Elbe-Park und dem ''UFA-Palast'' an der Prager Straße wurden in den letzten Jahren insgesamt vier [[Multiplex-Kino]]s in Dresden eröffnet. Besonders der UFA-Palast ist architektonisch interessant, der vom Architekturbüro [[Coop Himmelb(l)au]] entworfene auffällige „Glaskristall“ (s. u.) steht direkt neben dem derzeit nicht mehr als Kino genutzten und ebenso markanten „Rundkino“ aus DDR-Zeiten.
Trotz der Häufung von Multiplex-Kinos bestehen in Dresden weiterhin verschiedene [[Programmkino]]s und mit der ''Schauburg'' in der Neustadt auch ein großes „klassisches“ Kino. Trotz der Konkurrenz wurde bspw. die Schauburg wiederholt bei Umfragen eines Dresdner Stadtmagazins zum beliebtesten Kino gewählt. Unter den Programmkinos sind vor allem das ''Programmkino Ost'', das ''Casablanca'', das ''Kino im Dach'', das ''Kino im Kasten'' und das ''Thalia'' zu nennen.
=== Bauwerke ===
[[bild:Dresden-Schloss.and.Dom.JPG|thumb|Schloss (rechts) und Kathedrale am Theaterplatz]]
[[bild:DresdenFrauenkircheBruehlscheTerrassen.jpg|thumb|Brühlsche Terrasse mit Frauenkirche (noch im Aufbau)]]
Dresden ist berühmt als Stadt des [[Barock]]. Dabei hat sich im Bereich der Architektur der [[Dresdner Barock]] entwickelt. Die erhaltenen Bauwerke des Barock sind im Allgemeinen für sächsische Monarchen errichtet und teilweise auch dem Neobarock zuzuordnen. Für bürgerlichen Barock gibt es in Dresden wenige erhaltene Beispiele. Auf der anderen Seite werden viele Gebäude irrtümlich dem Barock zugeordnet. Weitere Bauwerke sind im Stil der [[Renaissance]] und der [[Klassik]], vor allem aber im „Neobaustil“ des [[Historismus]] errichtet.
====Kulturelles Erbe====
Zum kulturellen Erbe gehört als Gesamteinheit das [[Weltkulturerbe Dresdner Elbtal|Weltkulturerbe Elbtal]]. Diese erst kürzlich von der [[UNESCO]] aufgenommene [[Weltkulturerbe]]stätte wird jedoch im Moment dahingehend geprüft, ob sie durch den geplanten Bau der [[Waldschlößchenbrücke]] gefährdet ist. Im November 2005 äußerte sich der zuständige Direktor des Unesco-Welterbezentrums besorgt über die mögliche Beeinträchtigung der Landschaft. Selbst bis heute ist noch offen unter welchen Vorraussetzungen es zum Bau der Brücke kommen wird, da der eigentlich für 22. März 2006 geplante Baustart erneut bis auf Weiteres ausgesetzt wurde.
Der eigentlichen barocken Zielsetzung einer Beherrschung der Natur und Einordnung in klare [[Symmetrie|symmetrische]] Formen entgegengestellt, achtete man bei der [[Stadtplanung]] auf Freiräume für die [[Elbe]]. Die Elbe durchläuft die Stadt deshalb immer noch in weiten [[Mäander]]n. Dieser Umgang mit den elbnahen Räumen setzte sich dabei über Jahrhunderten bis in die Gegenwart durch. Zu diesem Kulturraum zählen auch bürgerliche und industrielle Bauwerke.
Die beiden kulturellen [[Wahrzeichen]] der Stadt sind die [[Semperoper]] und der [[Zwinger (Dresden)|Zwinger]]. Die Semperoper wurde von [[1977]] bis [[1985]] nach [[Bauplan|Originalplänen]] des zweiten [[Oper]]nbaus ([[1878]] bis [[1945]]) von [[Gottfried Semper]] wiedererrichtet. Sie ist ein Bauwerk des [[Historismus]] und trägt vor allem Elemente der [[Klassik]].
Der Zwinger kann noch als im Original erhalten bezeichnet werden. Er wurde von [[1711]] bis [[1722]] im barocken Baustil als Ort für Feierlichkeiten verbunden mit Kunstausstellungen auf einer ehemaligen Bastion der [[Stadtmauer|Stadtfestung]] errichtet. Auf seiner Südseite blieben dabei Reste der [[Stadtmauer]] erhalten in der sich das sehr bekannte Kronentor befindet, das der königlichen [[Krone]] nachempfunden ist. Als eines der ersten Gebäude wurde er nach dem [[zweiter Weltkrieg|zweiten Weltkrieg]] wiederaufgebaut und restauriert. Zusammen mit dem [[Italienisches Dörfchen|Italienischen Dörfchen]] und der Hofkirche (s. u.) bilden Zwinger und Semperoper die architektonische Einheit des [[Theaterplatz (Dresden)|Theaterplatzes]].
Die [[Brühlsche Terrasse]] erstreckt sich in der Innenstadt entlang des Elbufers. Sie ist eine Zusammenstellung aus mehreren Bauwerken und befindet sich auf der alten Stadtbefestigung etwa 10 Meter über der Elbe. Die [[Kasematten]], die ehemaligen unzugänglichen Wehranlagen der Stadt, unter der Terrasse sind in Form eines Museums begehbar. Gebäude die zur Brühlschen Terrasse gezählt werden, sind zum Beispiel das [[Albertinum]], die [[Hochschule für Bildende Künste Dresden|Kunstakademie]] und die ''Secundogenitur'', die ihren Namen daher erhielt, dass immer der zweitgeborene Sohn (lat. ''secundo'') der sächsischen Könige dieses Gebäude als Ausgleich erhielt. Am östlichen Ende befindet sich die [[Jungfernbastei]] bzw. der Brühlsche Garten.
Das [[Dresdner Residenzschloss]] war Wohnsitz der sächsischen [[Kurfürst]]en und später [[König]]e. Es ist im Verlauf seiner Geschichte häufig erweitert und verändert worden. Es weist daher sehr viele Baustile in verschiedenen Flügeln und Teilen des Gesamtbauwerks auf. Die ältesten Strukturen lassen sich auf [[Stich|Stichen]] des 15. Jh. erkennen. Der Georgenbau ist dabei einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten in Dresden. Der Wiederaufbau des Schloss begann 1986 und ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschlossen. Als erstes eigenständiges Element der Schlossanlagen konnte der [[Stallhof]] fertig gestellt werden. Zur architektonischen Einheit des Schlossplatzes zählen noch die Hofkirche (s. u.), der [[Fürstenzug]] und das erst Ende des 19. Jh. errichtete [[Sächsisches Ständehaus|Ständehaus]].
Am Rand der Dresdner Innenstadt befindet sich der [[Großer Garten|Große Garten]], ein Park mit Merkmalen barocker Gartenbauweise und symmetrischer Wegführung, allerdings mit freien Verläufen von Bewaldung. In diesem befindet sich das [[Sommerpalais (Großer Garten Dresden)|Sommerpalais]]. Der Große Garten gehört nicht zum Weltkulturerbe.
Am Rande von Dresden, direkt an der Elbe, liegt das [[Schloss Pillnitz]]. Dieses besteht aus drei Palais im barocken und [[Chinoiserie|chinamodischen]] Baustil und wurde als Sommerresidenz genutzt. Das Palais an der Elbseite besitzt die berühmte Treppe zur Elbe, über die es möglich war aus der Innenstadt per [[Gondel]] an diesem Schloss zu landen. In die europäische Geschichte ging es über die [[Pillnitzer Deklaration]] ein.
====Kirchen und Synagogen====
[[Bild:Dresden Frauenkirche Saint Mary october 2005.jpg|thumb|Die Frauenkirche im Oktober 2005, wenige Tage vor der Kirchweihe]]
<!--Es sollte nur ein Bild verwendet werden
[[Bild:Frauenkirche_Dresden_August_2004.jpg|thumb|Die Frauenkirche am 5. August 2004]]
-->
Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist die [[Frauenkirche (Dresden)|Frauenkirche]]. Sie ist international bekannt als [[Mahnmal]] gegen [[Krieg]] und als Zeugnis von [[Versöhnung]]. Die Frauenkirche wurde nach ihrer Zerstörung am [[14. Februar]] [[1945]] in Folge der [[Luftangriffe auf Dresden]] und langjährigem Wiederaufbau, der sich wesentlich über [[Spende]]ngelder aus der ganzen Welt finanzierte, am [[30. Oktober]] 2005 geweiht. Mit ihrer hohen und breiten [[Kuppel]] beherrscht sie das Stadtbild, auf das man von der begehbaren Laterne an der Spitze einen Rundblick werfen kann. Das Original von [[George Bähr]] war eines der wenigen hervorragenden Beispiele für bürgerlichen [[Barock]]. Die Kirche wurde von [[1723]] bis [[1743]] erbaut und ersetzte einen [[Romanik|romanischen]] Vorläufer. Die Bauzeit von 17 Jahren war für damalige Zeiten sicher sehr gut, wenn man bedenkt, dass der Wiederaufbau in der Moderne mit wesentlich besseren Kränen und Baugeräten etwa 10 Jahre dauerte. Die Kirche ist in ihrer alten Form wie in ihrem Neubau etwas mehr als 91 Meter hoch.
Durch den Wiederaufbau der Frauenkirche ist die [[römisch-katholische Kirche|katholische]] [[Hofkirche_Dresden|Hofkirche]] wieder die zweithöchste Kirche in Dresden. Sie wurde bereits nach dem Krieg wieder errichtet und [[1980]] zur [[Kathedrale]] „Ss. [[Trinitatis]]“ geweiht. Dresden gehört damit zu den wenigen Städten, in denen eine Kathedrale nicht die höchste [[Kirche (Gebäude)|Kirche]] ist.
Nach dem Krieg wurde die [[Sophienkirche (Dresden)|Sophienkirche]], die am [[Postplatz (Dresden)|Postplatz]] in unmittelbarer Nähe des Zwingers lag, nicht wieder aufgebaut. Sie wurde trotz ihres guten Erhaltungszustandes im Rahmen der sozialistisch, antikirchlichen Einstellung der Staatsführung abgetragen. Sie war eines der wenigen Bauwerke der [[Gotik]] in Dresden.
Eine weitere bedeutende Kirche ist die [[Dresdner Kreuzkirche|Kreuzkirche]], die am [[Altmarkt]] liegt. Sie ist genau wie die meisten Dresdner Kirchen [[evangelische Kirche|evangelisch]] und, wenn auch in anderer Form, schon seit dem 13. Jh. überliefert.
Am südlichen Rand der Innenstadt liegt die [[Russisch-Orthodoxe Kirche (Dresden)|Russisch-Orthodoxe Kirche]]. In der [[Dresden-Innere Neustadt|Inneren Neustadt]] befindet sich die [[Dreikönigskirche (Dresden)|Dreikönigskirche]], mit ihrem Totentanzrelief. Von [[1990]] bis [[1993]] war sie Sitz des [[Sächsischer Landtag|sächsischen Landtags]].
Die im Stadtteil Strehlen auf einer Anhöhe am Kaitzbach gelegene [[Christuskirche (Dresden)|Christuskirche]] entstand in den Jahren 1902–1905. Erbaut von der Dresdner Architektenfirma Schilling & Graebner stellt sie eine der modernsten und kühnsten Kirchenbauten ihrer Zeit in Deutschland dar und wird der [[Reformarchitektur]] zugeordnet.
Die [[Synagoge (Dresden)|Synagoge]] in Dresden wurde während der [[Reichskristallnacht]] am [[9. November]] [[1938]] zerstört. Der [[Architekt]] des damaligen Bauwerks, das von [[1838]] bis [[1840]] erbaut wurde, war [[Gottfried Semper]]. Aus dem alten Gebäude konnte nur der Davidstern gerettet werden. Fast exakt am selben Ort entstand bis zum 9. November [[2001]] ein Neubau (s. u.).
====Moderne Bauwerke====
[[Bild:Eingang Landtag Dresden mit Plenarsaal.jpg|thumb|Der Sächsische Landtag]]
[[Bild:Dresden Ufa Cinema Center.jpg|thumb|Der dekonstruktivistische UFA-Kristallpalast]]
[[Bild:Synagoge (Dresden) Straßenfront.JPG|thumb|Der Neubau der Synagoge]]
Obwohl Dresden hauptsächlich für seine Bauwerke aus dem Barock bzw. Historismus bekannt ist, befinden sich doch auch Baudenkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts in der Stadt. Die neudeutsche Romantik ist ebenso vertreten wie [[neoklassizismus (Kunst)|neoklassizistische]] Bauten und Gebäude der [[Gründerzeit]], des [[Jugendstil]] und der [[Moderne]] wie [[Postmoderne]]. Teilweise bauen diese neuen Bauwerke auf Vorgängern auf bzw. dienen der Erneuerung dieser Bauwerke. In der Gegenwart werden in Dresden wieder Projekte von international bedeutsamen Architekten durchgeführt.
Das Gebäude des [[Sächsischer Landtag|Sächsischen Landtages]] besteht aus mehreren Flügeln. Der alte südliche, [[1928]] bis [[1931]] errichtete Teil, gehört dem [[Bauhaus]]-Stil an und beherbergt jetzt die Büros der Abgeordneten. Ursprünglich wurde das Gebäude als Landesfinanzamt errichtet und nach 1945 bis 1990 durch die [[SED]]-Bezirksleitung genutzt. Neu errichtet wurde der Glasflügel im Norden und die davorliegende „Neue Terrasse“ an der Elbe. Der [[Plenarsaal]] und die Räume für die Sitzung befinden sich in diesem Glasanbau entlang des Flusses. Ein weiteres Gebäude, das dem Bauhaus zugeordnet werden kann, ist das 1930 eröffnete [[Deutsches Hygiene-Museum|Deutsche Hygiene-Museum]]. Es befindet sich in Verlängerung der Hauptachse des Großen Gartens und zwischen diesem und der Innenstadt. Der [[Flügel (Architektur)|mehrflügelige]] Bau nimmt die Symmetrie des barocken Parks auf, ist also bewusst als modernes Bauwerk in die bestehende Stadtlandschaft integriert.
Direkt gegenüber des Landtags befindet sich das [[Kongresszentrum (Dresden)|Kongresszentrum]] der Stadt. Es soll die Innenstadt nach Westen hin abschließen, besteht zu großen Teilen aus Glas und nimmt in seiner Form der Fassade die Kurven des Flusses auf. Eine weitere Einrichtung für große Veranstaltungen ist der [[Kulturpalast]], der von [[1962]] bis [[1969]] errichtet wurde. Er schließt den Altmarkt in Richtung der wiedererrichteten Frauenkirche ab und brache vor der Rekonstruktion der Kirche die Leere in der entkernten Stadt. Derzeit wird geplant und geprüft, wie das Gebäude erneuert werden kann, vor allem soll die schlechte [[Akustik]] verbessert werden. Das sonstige Umfeld am Altmarkt wurde durch Gebäude im Stil des Neoklassizismus errichtet.
In der nördlichen Albertstadt, dem ehemaligen [[Garnison]]skomplex, befindet sich das [[Militärhistorisches Museum der Bundeswehr|Militärhistorische Museum der Bundeswehr]]. Dessen Bauwerk – das Arsenal -, das 1875 das [[Albertinum]] in der Altstadt als [[Zeughaus]] ersetzte, wird derzeit nach Plänen von [[Daniel Libeskind]] erneuert und umgebaut. Vorgesehen ist dabei ein Pfeil der alle drei Flügel des klassischen Bauwerks durchbrechen soll und auf die Innenstadt von Dresden zeigt. Das „V“ soll dabei an die Angriffsformationen während der [[Luftangriffe auf Dresden]] erinnern und bringt dies mit dem Militärhistorischem Museum in Zusammenhang.
Nach Plänen von [[Norman Foster]] wird derzeit der [[Dresden Hauptbahnhof|Dresdner Hauptbahnhof]] umgebaut und modernisiert. Wie schon beim [[Reichstagsgebäude|Reichstag]] in Berlin oder dem [[British Museum]] wird dabei die alte Struktur und Beschaffenheit des Gebäudes mit neuen Materialien und Formen kombiniert. Hauptaugenmerk beim Hauptbahnhof liegt auf der Erneuerung des Daches, das mit einem lichtdurchlässigen [[Teflon]]-[[Glasfaser]]-Gewebe belegt wird. Dabei heben sich die filigrane Stahlkonstruktion der [[Bahnhofshalle]] und der schlicht fallende Stoff gegenseitig hervor. Durch die [[Dach]]form des reißfesten Stoffes ergeben sich weitere Einblicke in die Struktur der [[Stahlträger]]. Ebenfalls nach Anstrebungen von Foster wird die lange Zeit durch festen Dachbelag überbaute Glaskuppel der Empfangshalle wieder als lichtdurchlässiges Gebäudeteil errichtet. Das Gebäude wird insgesamt heller und transparenter.
Direkt am Hauptbahnhof befindet sich das neuerrichtete [[Kugelhaus]]. Der Gedanke eines Hauses in [[Kugel]]form wurde erstmals [[1928]] in Dresden verwirklicht. Dieses Gebäude befand sich auf dem heutigen Gelände der VW-Manufaktur, auf dem bis zum Baubeginn der Fabrik das Messe- und Ausstellungsgelände lag. 1928 wurde das Kugelhaus als ein Teil dessen für Ausstellungszwecke davor errichtet. [[1938]] wurde es aus angeblich technischen Gründen abgerissen, wenngleich die Bauweise vorher mehrfach als undeutsch und [[Entartete Kunst|entartet]] bezeichnet wurde. Das neue Kugelhaus, das eine reine Glasfassade besitzt, soll das Motiv der Kugel wieder aufnehmen.
Eines der umstrittenen Gebäude der Moderne in Dresden ist der [[UFA-Kristallpalast]] des Architekturbüros [[Coop Himmelb(l)au]]. Dieses mittlerweile bekannte Büro baute mit diesem Gebäude ihr erstes großes Projekt. Es gehört trotz nutzungsbedingter Kompromisse zum [[Dekonstruktivismus (Architektur)|Dekonstruktivismus]], was vor allem am großen Glaskubus des Baus zu erkennen ist.
Weitere bekannte glasbetonende Bauwerke sind zum Beispiel das [[World Trade Center (Dresden)|World Trade Center]] oder die [[Gläserne Manufaktur]] von [[Volkswagen|VW]], beide am so genannten „[[26er Ring (Dresden)|26er-Ring]]“ (Straßenzug um die Altstadt aus Ammonstraße, Wienerstraße, Lennéstraße und Güntzstraße) gelegen.
Zu den der Überbetonung des Glases entgegengestellten Bauwerken gehört die [[Synagoge (Dresden)|Synagoge]], ein auch aufgrund der markanten Lage am alten Standort der [[1938]] in der [[Reichspogromnacht]] zerstörten [[Synagoge]] von [[Gottfried Semper]] direkt an der Elbe in seiner Gestaltung umstrittenes Gebäude. Sie besteht aus zwei Flügeln, dem Gebets- und Gemeinderaum. Der Gebetsraum ist nach außen fast völlig fensterlos. Auffällig an dem Gebäude sind die verdrehten senkrechten Kanten. Das Gebäude wurde 2001 zum Europäischen Gebäude des Jahres ernannt.
In der Auffassung von Glas sehr ähnlich ist die [[SLUB Dresden|Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek]]. Die Auslage- und Lesebereiche der Bibliothek liegen größten Teils unter der Erde. Die einzige echte Fassade des Bauwerks besitzen die beiden aufragenden Riegel, die wenig Fensterfläche aufweisen. Eine natürliche Beleuchtung der Bibliothek wird über Lichtschächte und das große Glasdach des zentralen Lesesaals erreicht. Die Innenarchitektur wirkt ruhig und gleicht der einer Klosterbibliothek mit sehr vielen Nischen, Galerien und Säulen.
Am Rande der Innenstadt befindet sich mit dem St.-Benno-Gymnasium einer der wenigen Schulneubauten Dresdens nach 1989. Auffällig ist vor allem die aufgelockerte und farbige Gestaltung des gesamten Baus.
====Kritik am Städtebau====
Die Stadtplanung und -entwicklung sowie der Städtebau in Dresden stehen häufig unter medialer und wissenschaftlicher Kritik. Der Dresdner Städtebau wird dabei auch häufig von überregionalen Zeitungen in ihren [[Feuilleton]]s thematisiert und teilsweise sehr negativ betrachtet. Tatsächlich ist die Stadtentwicklung in Dresden noch sehr dynamisch und nicht abgeschlossen, weshalb Kritik auch wirksam sein kann. Im Folgenden soll aus einem neutralen Standpunkt dargelegt werden, mit welchen Argumenten die Kritiken verbunden sind.
[[Image:Dresden-Frauenkirche-View.from.top.15.JPG|thumb|Das Stadtbild weist nach wie vor Ruinen und Lücken auf (Kurländer Palais)]]
Die [[Stadtplanung]] ist zur Zeit bemüht, einem historischen Stadtbild des Zentrums näher zukommen. Gegenwärtig läuft dieser Prozess insbesondere am [[Neumarkt Dresden|Neumarkt]] mit dem Bau von Gebäuden bzw. Fassaden nach historischen Vorbildern auf den Grundrissen Dresdens vor den Kriegszerstörungen. Ein überregional bekanntes Teilprojekt ist die [[Frauenkirche]]. Die vorgesehene Bebauung des Platzes entspricht weitgehend, wenn auch nicht vollständig den Grundrissen unmittelbar vor der Zerstörung Dresdens. Das wiederaufgebaute „Hotel de Saxe“ war bereits 1888 abgerissen worden, um einem Gebäude der Post zu weichen. Die wiedererrichteten Gebäude Salomonis-Apotheke, Weigelsches Haus und Haus des Schwans hatten demgegenüber noch unmittelbar vor der Zerstörung am Neumarkt existiert. Kritiker, in der Regel der Moderne verschriebene Architekten, werfen dem Vorhaben vor, nach Belieben in der historischen Bebauung zu selektieren. Befürworter sehen die Möglichkeit einer baulichen Aufwertung des Stadtzentrums, welches - u. a. durch Plattenbauten - über Jahrzehnte verschandelt worden sei. Darüber hinaus ist der Wiederaufbau vieler Gebäude, die in Dresden während der Renaissance und des Barock entstanden und 1945 zerstört wurden, eine Chance, Dresden eine Altstadt zurückzugeben, die bisher (neben der historischen Altstadt) fehlte. Der historische Wiederaufbau des Neumarktes ist in Architektenkreisen ebenso umstritten wie die moderne Bebauung des Wiener Platzes. Der Abriss von DDR-Architektur, wie z. B. des Centrum-Warenhauses, in dem seit 1990 einige Teile des Warenhauses von Karstadt sitzen, das einem Neubau weichen soll, ist in Architektenkreisen ebenfalls umstritten. Im Falle des Centrum-Warenhauses, das nicht unter Denkmalschutz steht, wird dessen strukturierte Metallfassade als Argument gegen einen Rückbau genannt. Befürworter eines Abrisses halten die ästhetische Wirkung des Centrum-Gebäudes, das in seiner Form austauschbar ist, für gering. Einzelne in Plattenbauweise errichtete Gebäude werden mit dem Argument, Sichtbeziehungen und Straßenzüge wieder herzustellen, abgerissen.
Die Sanierung und der Ausbau des Dresdner Straßennetzes werden überwiegend befürwortet. Kritiker bemängeln jedoch bei einigen Projekten den Verlust von Baumalleen, die mehr und mehr dem Verkehrsausbau weichen müssten. Die Erneuerung oder die Abtragung von gepflasterten Straßen ist zum Teil umstritten, da das rückgebaute [[Kopfsteinpflaster]] zum einen wesentlich mehr [[Straßenverkehrslärm|Straßenlärm]] für die Anwohner erzeugt (''siehe [[Reifen-Fahrbahn-Geräusch]]'') und bei Nässe Glätte bilden kann, zum anderen aber Flächen weniger versiegelt und so die [[Kanalisation]] entlastet.
Sehr früh wurden mehrreihige [[Allee]]n planmäßig angelegt, um den Zugtieren und Reisenden Schatten zu spenden, [[Hecken]] wurden angepflanzt. In der spätbarocken Epoche Dresdens rückten unter August dem Starken die gestalterischen Aspekte in den Vordergrund. In einer Stadtlandschaft zwischen sorgsam staffierten Elbhängen sollte die Elbe als [[Canal Grande]] fließen. Schon [[Matthäus Daniel Pöppelmann|Daniel Pöppelmann]] legte Sichtachsen und Grünanlagen an, die Dresden in seine unverwechselbare liebliche Landschaft einbanden. Zu dieser Zeit wurde die Landschaft auch "[[Romantik|romantisierend]]" in Szene gesetzt und akzentuiert; zum Beispiel die [[künstliche Ruine]] auf dem Borsberg oder die [[Weinbergkirche (Dresden)|Weinbergkirche]] in Sichtweite des Schloss Pillnitz sowie die Kirche „Maria am Wasser“, malerisch an der Elbe gelegen.
Dieser Historismus setzte sich auch im 19. Jahrhundert fort, in dem sowohl repräsentative Bauten entlang der Elbe entstanden (Schloss Eckberg, Innenministerium, Finanzministerium, das Elbschlösschen (1945 zerstört), Waldschlösschen), als auch später Gartendenkmäler am Königsufer wie der Rosengarten, Staudengarten. In dieser Zeit wurde die Bürgerwiese angelegt und das ehemalige Jagdgehege Großer Garten als Park überformt, planmäßig Straßenbäume gepflanzt. Dresden war zur Jahrhundertwende eine Stadt der Gärten und Alleen (<span class="Person">LH Dresden, 1998</span>).
Mit der [[Industrialisierung]] begann aber auch die Zerstörung dieses Bezuges der Stadt zur Landschaft, die sich, nach Ansicht von Kritikern, bis in die aktuelle Raumpolitik mit Brüchen fortsetze. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt werde das städtebauliche Ideal der europäischen Stadt der [[Gründerzeit]] postuliert (<span class="Person">LH Dresden, 2001</span>). Der Architekturkritiker [[Andreas Ruby]] behauptet, der vegetative Charakter der Stadt werde durch etwas, das er als „urbane Pathosformeln des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet, überdeckt. Er fordert, sich von den, wie er es bezeichnet, "klassischen Leitbildern des Städtebaus" zu verabschieden und Landschaft und Architektur „prinzipiell gleichwertig“ zu behandeln (<span class="Person">Ruby, 2000</span>).
Auf offene Ohren stößt er dabei bei Soziologen und "Ökologen". Auch das Leitbild der europäischen Stadt der Gründerzeit sei vor allem aus Sicht der "Stadtökologie" nicht unumstritten. Durch die architektonisch bevorzugte Schließung von Lücken in geschlossener Gründerzeitbebauung, die in Dresden vor allem in den Stadtteilen [[Dresden-Äußere Neustadt|Äußere Neustadt]] und der [[Friedrichstadt]] vorherrscht, könne sich das in Dresden stark ausgeprägte [[Stadtklima]] verschärfen. In manchen Sommernächten sei die Dresdner Innenstadt trotz Nähe zum [[Erzgebirge]] und großzügigen [[Elbwiesen (Dresden)|Elbwiesen]] um bis zu 10 ° Celsius wärmer als das Umland, da die "ohnehin dichte Bebauung" ein Einsickern der Frischluft verhindere. Die nach der Wende durch den Zusammenbruch der Industrie verringerte Luftbelastung werde durch die dichtere Bebauung und durch die Zunahme des Straßenverkehrs wieder steigen, da der Luftaustausch vermindert werde und die staubfilternde Vegetation verringert werde. Insbesondere seien Verkehrsbauwerke in Kaltluftschneisen der Seitentäler, wie im [[Plauenscher Grund|Plauenschen Grund]], problematisch.
[[Bild:Dresden-sued-nach-nord.jpg|thumb|Blick vom südlichen [[Dresden-Plauen]] über die östliche Vorstadt und [[Blasewitz]] – Das Grün der Stadt konzentriert sich auf den Süden und Südosten der Stadt]]
Die ohnehin schlechte Freiraumversorgung in manchen Dresdner Stadtteilen (<span class="Person">G. Gülzow, pers. Mitteilung; Rohde, 2002</span>) könne sich durch den Druck der Bebauung weiter verschlechtern. Dresden sei zwar mit dem [[Großer Garten|Großen Garten]], den Elbwiesen und der [[Dresdner Heide]] eine statistisch „grüne Stadt“. Allerdings seien diese Freiräume relativ schlecht zu erreichen, da die Verkehrswege an vielen Stellen für Fußgänger und Radfahrer erhebliche Sicherheitsmängel aufwiesen und nicht "barrierefrei" seien (<span class="Person">Rohde, 2002</span>). Die Elbwiesen und insbesondere die Dresdner Heide besitzten, wenngleich sie auf Stadtgebiet liegen, mehr den Charakter von [[Naherholungsgebiet]]en als den von [[Park|Stadtparks]] bzw. [[Erholungsfläche]]n. Viele [[Spielplatz|Spielplätze]] oder Grünanlagen würden schlecht gepflegt (<span class="Person">Rohde, 2002</span>). In den meisten Stadtteilen herrsche, der statistischen Versorgung zum Trotz, ein Mangel an erholungswirksamen Freiräumen. Durch die Ausweisung von billigem Bauland im Einzugsbereich der Stadt sei der Abwanderungsprozess maßgeblich aus diesem Grund, dem Mangel an Ruhe und Erholung, beschleunigt worden (<span class="Person">LH Dresden, 2001 a</span>). Nachteilig wirke sich dabei auch aus, dass mit Stadtteilen wie [[Laubegast]], [[Blasewitz]] oder anderen im Südosten der Stadt, solche in der Nähe der großen Parks und Erholungsgebiete lägen, die auf Grund ihrer leichteren Bebauung die an sich schon größeren Grünflächenanteile besäßen. Durch die heterogenen Bebauung Dresdens seien auch die Grünflächen sehr unterschiedlich verteilt.
Dennoch müsse auch anerkannt werden, dass die Stadt- und Landschaftsplaner zuweilen sehr erfolgreich Industriebrachen in die Nutzung zurückführten, und somit den Flächenverbrauch minimieren und attraktive [[Wohngebiet|Wohn-]] und [[Gewerbegebiet|Gewerbestandorte]] anbieten könnten. Auch gelänge es im zunehmenden Maße, Wohnumfelder zu verbessern ([[Wohnumfeldverbesserung]]), verwilderte Flächen von Müll beräumt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen oder der Natur zurückzugeben.
====Brücken====
Dresden, an der [[Elbe]] gelegen, weist mehrere [[Brücke]]n auf. Die berühmteste ist das [[Blaues Wunder|Blaue Wunder]] (eigentlich Loschwitzer Brücke). Es gehört zu den technischen Sehenswürdigkeiten in Dresden und liegt etwas außerhalb der Dresdner Innenstadt zwischen Loschwitz und Blasewitz. Die [[Fachwerk|Stahlfachwerkbrücke]] überspannt die Elbe über eine Länge von 141,5 m als einzige Brücke in Dresden ohne [[Strompfeiler]].
[[Bild:Marienbrücke Dresden.jpg|thumb|Die Marienbrücke]]
In der Innenstadt befinden sich vier Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke. Die [[Albertbrücke]] ist stromabwärts die erste Brücke. Sie wurde als letzte der alten Steinbrücken angelegt. Die [[Carolabrücke (Dresden)|Carolabrücke]] folgt etwa 640 Meter weiter. Sie war ursprünglich auch eine Bogenbrücke, wurde aber nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg durch eine Spannbogenbrücke ersetzt. Diese trägt die vierspurige B170, die wichtigste Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt, und einen separaten Gleiskörper der Straßenbahn. Zu DDR-Zeiten trug sie den Namen ''Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke''. Weitere 600 Meter weiter folgt die [[Friedrich-August-Brücke (Dresden)|Augustusbrücke]]. Sie ist ebenfalls eine Stahlbetonbrücke in Bogenbauweise, die von außen mit Sandstein verkleidet ist, und ersetzte 1910 die [[barock]]e [[Augustusbrücke]]. Die letzte Brücke im Stadtzentrum ist die [[Marienbrücke (Dresden)|Marienbrücke]] die eigentlich aus zwei Brücken besteht: Flussaufwärts eine Straßenbrücke und daneben einer Eisenbahnbrücke. Da beide Brücken sehr nah beieinander liegen und weil ursprünglich Eisenbahn und Straße gemeinsam auf der stadtnäheren Brücke geführt wurden, werden sie oft als eine Brücke bezeichnet. Vor den Füßen der Dresdner Altstadt zwischen den vier Brücken knickt die Elbe auf einer Strecke von 2 Kilometern um etwa 90 Grad ab. Auf Grund der Brücken gehört dieser Abschnitt zu den schwierigsten Passagen der weitestgehend begradigten Elbe für die [[Binnenschifffahrt]]. Verlängert man die Richtung der Brücken treffen sich ihre Verlängerungen am [[Albertplatz (Dresden)|Albertplatz]], der bewusst als Fokus der Verkehrsachsen angelegt wurde.
Weiter flussabwärts liegt die zwischen den Kriegen gebaute [[Flügelwegbrücke]] zwischen den Stadtteilen [[Kaditz]] und [[Cotta (Dresden)|Cotta]]. Weitere Brücken auf dem Dresdner Stadtgebiet sind die Autobahnbrücke der A4 und die Niederwarthaer Eisenbahnbrücke der [[Berlin-Dresdner Eisenbahn]] im äußersten Westen. Beide Brücken können auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.
Seit Jahren äußerst umstritten ist der Bau einer neuen Brücke östlich der Innenstadt, der [[Waldschlößchenbrücke]]. Ein [[Bürgerentscheid]] im Februar 2005 sprach sich eindeutig für den Bau aus. Derzeit stehen dem Bauvorhaben aber noch einige Klagen und die Haushaltslage der Stadt im Wege. Die Kläger befürchten eine starke Verkehrsbelastung in bislang ruhigen Wohngebieten, kritisiert wird auch die Zerschneidung der Elbwiesen an der breitesten Stelle. Ein weiterer, weniger umstrittener geplanter Brückenbau ist eine neue Straßenbrücke zwischen [[Coswig (Sachsen)|Coswig]] und dem Dresdner Ortsteil [[Niederwartha]], direkt parallel zur dortigen Eisenbahnbrücke.
====Technische Bauwerke====
[[Image:051030-Standseilbahn-Dresden-Talfahrt-Begegnung-Viadukt.jpg|thumb|right|Die Standseilbahn zu ihrem 110-jährigen Jubiläum]]
An den Elbhängen im Stadtteil [[Loschwitz]] befinden sich die [[Standseilbahn Dresden|Standseilbahn]] und die [[Schwebebahn Dresden|Schwebebahn]]. Die Standseilbahn verbindet Loschwitz über eine 547 [[Meter]] lange Strecke mit dem 95 Meter höher gelegenem Stadtteil [[Weißer Hirsch]]. Auf gegenüberliegender Seite des Nebentals des Loschwitzbachs verbindet die Schwebebahn die Stadtteile Loschwitz mit Oberloschwitz. Sie überwindet auf 274 Meter Länge 84 Höhenmeter. Beide Einrichtungen zählen weltweit zu den ersten ihrer Art; die Standseilbahn wurde 1895, die Schwebebahn 1901 als erste Bergschwebebahn der Welt eröffnet. Die Berghänge Dresdens machen eine Fahrt mit diesen zu den [[Dresdner Verkehrsbetriebe AG|Dresdner Verkehrsbetrieben]] gehörenden Fortbewegungsmitteln sehr reizvoll. Die Hänge von Loschwitz gehörten vor 100 Jahren zu den teuersten Wohnflächen in Europa.
Nach [[1905]] entstanden unter dem Stadtbaurat [[Hans Erlwein]] zahlreiche [[Industriebau|Industriebauten]], die bewusst so gestaltet waren, dass sie das Stadtbild in der Innenstadt so wenig wie möglich stören. Markantestes Beispiel dafür ist der [[Erlweinspeicher]], der wenige Meter hinter der Semperoper liegt. Er gehört zu den ersten in Stahlbetonbauweise errichteten Gebäuden. Damit das zehngeschossige Gebäude nicht zu grob wirkt, hat Erlwein das Dach und die Fassade in kleinen Strukturen gebrochen. Bis zum Frühjahr 2006 wird der Speicher in ein Hotel umgebaut. Weitere bedeutenden Gebäude von Erlwein sind das [[Gasometer (Dresden)|Gasometer ]] in [[Reick]] und der (neue) [[Schlachthof (Dresden)|Schlachthof]] im Ostragehege, in dem sich seit [[1999]] die Messe Dresden befindet.
Der [[Alter Schlachthof|Alte Schlachthof]] liegt auf der anderen Elbseite in der Leipziger Vorstadt und wird als Veranstaltungsort für Konzerte genutzt.
[[Bild:Yenidze.jpg|thumb|Yenidze, mit den charakteristischen Türmen]]
Ebenfalls mit Bewusstsein für ästhetisches Aussehen wurde die [[Fabrik|Tabakwarenfabrik]] [[Yenidze]] erbaut. Sie befindet sich in Sichtweite des Erlweinspeichers und wurde von [[1908]] bis [[1909]] im Stil einer [[Moschee]] errichtet und wird auch in der heutigen Zeit noch gerne für einen [[Sakralbau]] gehalten. Der Bau war damals aber insbesondere auf Grund der Distanz zur [[orient]]alischen Kultur äußerst umstritten. Seit seiner Restaurierung [[1996]] dient das Gebäude als Bürokomplex. Genau wie der Erlweinspeicher steht es unter [[Denkmalschutz]].
An der Yenidze vorbei führt die Bahnstrecke zwischen [[Dresden Hauptbahnhof|Hauptbahnhof]] und dem [[Bahnhof Dresden-Neustadt]]. Sie wurde ähnlich wie die [[Berliner Stadtbahn]] auf Viadukten durch die enge Innenstadt gebaut. Bis zur Fertigstellung des durchgängigen Bahnsystems gab es zahlreiche Stichbahnhöfe wie den Leipziger Bahnhof und den Schlesischen Bahnhof auf Neustädter Elbseite sowie den Berliner Bahnhof, den Böhmischen Bahnhof und den Bahnhof der Albertbahn auf südlicher Elbseite, die mittels ebenerdiger Bahngleise lose verbunden gewesen waren, die die Straßenbrücke Marienbrücke für die Elbquerung nutzten. All diese Bahnhöfe konnten ab 1901 durch den Hauptbahnhof und den Bahnhof Dresden-Neustadt ersetzt werden. Zwischen den beiden Bahnhöfen wurde der Bahnhof Wettiner Straße (heute Dresden-Mitte) errichtet. Alle drei Bahnhöfe waren [[Bahnhofshalle|Hallenbahnhöfe]].
Einmalig in seinem Aufbau ist der Hauptbahnhof: Der mittlere Teil ist als ebenerdiger Kopfbahnhof für Züge aus Richtung Leipzig, Nürnberg oder Berlin errichtet. Auf beiden Seiten gibt es aber durchgängige Hochbahnsteige Richtung Prag, mit jeweils zusätzlicher Bahnhofshalle. Das Empfangsgebäude befindet sich auf der Stirnseite des Kopfbahnhofteils zwischen den Durchgangsgleisen. Derzeit wird der Bahnhof vollständig umgebaut und erneuert.
Der [[Fernsehturm (Dresden)|Fernsehturm]] befindet sich am Rand des östlichen Hochlands und ist 252 Meter hoch. Er überragt die Stadt aufgrund der Berglage um etwa 370 Meter und wurde 1969 eröffnet. Bis 1991 befand sich eine gastronomische Einrichtung auf knapp 150 Meter Höhe, also etwa 268 Meter über der Stadt. Ebenfalls am Elbhang, wenngleich am südlichen im westlich gelegenen Ortsteil Cossebaude, liegt das [[Pumpspeicherwerk Niederwartha]]. Es wurde 1930 erbaut und besitzt eine Leistung von 120 Megawatt. Aus dem oberen Becken fällt das Wasser 143 Meter in das untere, das direkt an der Elbe liegt.
Weitere nennenswerte technische Bauwerke sind das [[Krematorium Tolkewitz]], das Wasserwerk [[Saloppe]] und das [[Automatisches Parkhaus]] Dresden-Neustadt, das im Rahmen der Fußball WM 2006 gestarteten Initiative "[[Deutschland - Land der Ideen]]" als einer von 365 repräsentativen Orten ausgezeichnet wurde.
====Brunnen, Denkmäler und Skulpturen====
[[Bild:Goldener Reiter Dresden Germany.JPG|thumb|Goldener Reiter]]
Die bekannteste [[Skulptur]] in Dresden ist der [[Goldener Reiter (Reiterstandbild)|Goldene Reiter]], ein Abbild [[August II. (Polen)|August des Starken]] auf seinem Weg als [[Liste der Herzöge und Könige von Polen|König von Polen]] nach [[Warschau]]. Es befindet sich auf der Hauptstraße in der historischen Neustadt. Der komplette Reiter und das Pferd sind mit [[Blattgold]] beschichtet. Original war die Plastik mit Kupfer beschichtet, das künstlich einen goldenen Glanz bekam.
Aus Dankbarkeit, dass Dresden von der Choleraseuche verschont blieb, wurde der [[Cholerabrunnen]] 1840 auf dem Postplatz errichtet. Aus Platzgründen (der Postplatz war bereits um 1920 das Drehkreuz des Dresdner Straßenbahnnetzes) wurde er später etwas abseits des Platzes in die Nähe der Hofkirche verlegt. Er ist eines der wenigen Bauwerke der [[Neogotik]] in Dresden.
Am Albertplatz befindet sich ein 240 Meter tiefer [[Artesischer Brunnen am Albertplatz|artesischer Brunnen]] der ursprünglich der Trinkwasserversorgung in der damals stark wachsenden [[Dresden-Äußere Neustadt|Antonstadt]] dienen sollte, dies aber nie erreichen konnte. Auf dem Albertplatz befinden sich die beiden Zierbrunnen „Stille Wasser“ städtwärts links und „Stürmische Wogen“ auf dem parkähnlichen und kreisrunden Albertplatz, zwischen denen sich die Straßenbahnhaltestellen befinden. Ein historischer und ebenfalls sehr berühmter Springbrunnen in Dresden ist das [[Nymphenbad]] im [[Zwinger (Dresden)|Zwinger]].
In Dresden befinden sich etwa 300 Brunnen, Wasserspiele und Fontänen. Darunter sind auch moderne Anlagen wie die „Pusteblumen“ auf der Prager Straße (diese sind den Springbrunnen aus sozialistischen Zeiten nachempfunden, die am selben Ort befanden) oder die Brunnen vor dem Hauptbahnhof, in denen sich das Glasdach der darunterliegenden Tiefgarage befindet.
====Sonstige====
* [[Japanisches Palais]]
* [[Luisenhof]] in Loschwitz
* [[Pfunds Molkerei]]
* [[Königsstraße (Dresden)|Königsstraße]]
* [[Kunsthofpassage]]
* [[Hellerau|Gartenstadt Hellerau]] mit Festspielhaus
* [[Messe Dresden]]
* [[Sarrasani]] (zerstört)
* [[Schillerhaus (Dresden)]]
=== Ausflugsziele/ Erholung ===
Dresden besitzt sowohl auf eigenem Stadtgebiet als auch im Umland zahlreiche Ausflugsziele. Weite Teile der Stadt dienen der Naherholung; einige Stadtteile sind ehemalige Kurorte. Gerade der touristische Wert der Stadt ergibt sich aus der Nähe zu einigen für sich schon bekannten Regionen oder Bauwerken, wie z.B. Schloss Moritzburg, Meißen oder auch der Sächsischen Schweiz (Elbsandsteingebirge) bzw. dem Erzgebirge.
====In Dresden====
[[Bild:Grossergarten1 1478 1.jpg|thumb|Palais im Großen Garten]]
Zentral auf Altstädter Elbseite liegt der [[Großer Garten|Große Garten]] in dem der [[Zoo Dresden|Zoologische Garten Dresden]], die [[Dresdner Parkeisenbahn|Parkeisenbahn]] (ehem. Pioniereisenbahn), der [[Botanischer Garten|Botanische Garten]] der TU Dresden und der [[Carolasee]] liegt. Der Große Garten ist fast [[rechteck]]ig, 1,9 Kilometer lang und 2 [[Quadratkilometer]] groß. An den Großen Garten schließen weitere Parkanlagen wie die [[Bürgerwiese]] an.
Im Norden von Dresden liegt die [[Dresdner Heide]]. Sie bildet mit 50 Quadratkilometern etwa 15 % der heutigen Stadtfläche, liegt aber längst nicht mehr nur am Stadtrand. Sie wird von den Stadtteilen und Ortschaften [[Klotzsche]], [[Weixdorf]] und [[Langebrück]] umfasst.
Südlich schließen direkt an die Dresdner Heide die [[Elbwiesen (Dresden)|Elbwiesen]] an. Diese landwirtschaftlich genutzte, flussnahe Grünfläche durchziehen die gesamte Stadt und bildet damit etwa 5 % des Stadtgebiets. Direkt an die Elbwiesen schließen dabei verlandete Altarme der Elbe an, die ebenfalls weitestgehend Weideflächen, Feucht- oder Trockenwiesen geblieben sind.
[[Bild:Dresden Elbschloesser.jpg|thumb|Die Elbwiesen und -schlösser]]
Etwa einen Kilometer flussaufwärts der Altstadt befinden sich die drei Dresdner Elbschlösser mit ihren Parkanlagen. Diese sind flussaufwärts [[Schloss Albrechtsberg in Dresden|Schloss Albrechtsberg]], [[Villa Stockhausen]] (Lingner Schloss) und [[Schloss Eckberg]]. Sie bilden den Anfang des [[Dresdner Elbhang]]s, der ab dort bis zur Stadtgrenze im Osten verläuft. An diesen Hängen, die teilweise an die Dresdner Heide grenzen, befinden sich 22 Hektar Weinanbauflächen.
Der [[Schillergarten (Dresden)|Schillergarten]], eine alte Gaststätte in Blasewitz, liegt direkt neben dem [[Blaues Wunder|Blauen Wunder]]. Bekannt ist [[Friedrich Schiller]]s Verewigung der Tochter des damaligen Wirts als ''Gustel von Blasewitz'' in ''[[Wallensteins Lager]]''. Der unmittelbar an das Blaue Wunder anschließende Schillerplatz ist eines der bedeutendsten Stadtzentren außerhalb der Innenstadt.
Zwischen Albertstadt und Antonstadt (auch bekannt als [[Dresden-Äußere Neustadt|Äußere Neustadt]]) wurde der [[Alaunpark]] angelegt. Er ist nach dem Großen Garten der zweitgrößte öffentliche Park. Alle öffentlichen Grünanlagen (weitere große Parks sind der Schlosspark in [[Pillnitz]] und der Waldpark in Blasewitz) bedecken zusammen eine Fläche von fast 700 Hektar. Im Schlosspark Pillnitz befindet sich die [[Pillnitzer Kamelie]]. Der etwa 200 Jahre alte Baum gilt als älteste [[Kamelie]] in Europa. Besonders die Zeit der reichen Blüte des Baums zwischen [[Februar]] und [[April]] zieht viele Besucher an.
====In der näheren Umgebung====
[[Bild:'Schloss Moritzburg' Castle(Saxony).jpg|thumb|Jagd- und Barockschloss Moritzburg bei Dresden]]
'''[[Sächsische Schweiz]]'''
Etwa 30 Kilometer südöstlich der Innenstadt von Dresden liegt die Felslandschaft der [[Sächsische Schweiz|Sächsischen Schweiz]] mit dem [[Nationalpark Sächsische Schweiz]] und weiteren [[Naturschutzgebiet|Naturschutzgebieten]]. Am besten zu erreichen ist sie per S-Bahn. In der Sächsischen Schweiz wurde mit der Besteigung des [[Falkenstein (Sächsische Schweiz)|Falkensteins]] bereits [[1864]] der Grundstein für den modernen [[Klettersport]] gelegt. Auf einem der Felsplateaus des niedrigen [[Gebirge]]s liegt die [[Festung Königstein]], die als größte Bergfestung Europas gilt. Am Rande des [[Elbsandsteingebirge]]s in [[Heidenau]] liegt der [[Friedrichschlösschen Großsedlitz|Barockgarten Großsedlitz]]. Sehenswert ist auch die Altstadt von [[Pirna]], das als Tor zur Sächsischen Schweiz gilt.
[[Bild:Barockgarten großsedlitz panorama.jpg|thumb|Barockgarten Großsedlitz bei Dresden]]
'''[[Osterzgebirge]]'''
Südlich und südöstlich von Dresden erstreckt sich das Osterzgebirge. Wichtige Ausflugsziele dort sind das [[Schloss Weesenstein]] im [[Müglitztal (Tal)|Müglitztal]], südwestlich der [[Tharandter Wald]] und die [[Bergstadt]] [[Freiberg (Sachsen)|Freiberg]] an der [[Silberstraße]]. Im Winter wird Dresden über Sonderzüge direkt mit dem [[Wintersport]]gebiet um [[Altenberg (Sachsen)]] verbunden.
Die [[Weißeritztalbahn]], eine mit [[Dampflok]]s betriebene [[Schmalspurbahn]] durch das romantische Tal der [[Rote Weißeritz|Roten Weißeritz]] von [[Freital]] durch das Osterzgebirge nach [[Kipsdorf]], ist seit dem Hochwasser 2002 außer Betrieb, der Wiederaufbau ist geplant. Sie passiert bei [[Dippoldiswalde]] die [[Talsperre Malter]]. Dieser Stausee ist einer der wenigen Badeseen in der Dresdner Umgebung.
'''Meißner Elbtal und Moritzburg'''
Im Nordwesten liegen die meisten Flächen des sächsischen [[Sächsische Weinstraße|Weinanbaugebiets]]. Sehenswerte Städte sind dort [[Meißen]] mit Dom und Burg und [[Radebeul]] mit seinem alten Dorfanger in [[Altkötzschenbroda]]. Zu einem der bekanntesten Bauwerken der Region gehört das [[Jagdschloss Moritzburg]], das in einer weitläufigen Teich- und [[Landschaft|Waldlandschaft]] selbst in einem See liegt.
Beliebt ist die Fahrt durch die Moritzburger Teichlandschaft mit der ebenfalls mit Dampfloks betriebenen schmalspurigen [[Lößnitzgrundbahn]] von Radebeul über [[Moritzburg]] nach [[Radeburg]].
=== Freizeit ===
====Vereine====
Sehr lange gab es in Dresden im Bereich [[Fußball]] zwei Vereine auf ähnlichen Niveau. Der [[1. FC Dynamo Dresden]] spielte bis 1995 in der [[Fußball-Bundesliga|1. Bundesliga]] und musste dann wegen Lizenzentzug in die [[Regionalliga]] absteigen. Später wurde bei der Reform der Regionalligen der qualifizierende Platz verpasst, wodurch der Verein gezwungen war in der Oberliga zu spielen. Die hohe Schuldenlage aus der Erstligazeit und die geringen Einnahmen dieser Spielklasse führten beinahe zum Konkurs des Vereins.
Der zweite Verein ist der [[Dresdner SC|Dresdner Sportclub]] (DSC), der 1998 seine Fußballabteilung ausgegliedert hat, und in Sachen Fußball auf die längere Historie zurückblicken kann. Während Dynamo Dresden gegenwärtig wieder in der [[2. Bundesliga (Fußball)|2. Bundesliga]] spielt, spielt der DSC in der Landesliga. Wesentlicher erfolgreicher ist die Damenabteilung des DSC im Volleyball, die nach ihrem Aufstieg in die Bundesliga mehrmals Deutscher Meister wurde und im Europapokal spielte. Der derzeit zweithöchst klassierte Fußballverein in Dresden ist der [[FV Dresden-Nord]].
Erfolgreiche Sportvereine in anderen Sportarten sind die [[Dresden Monarchs]], die in der ersten Liga des [[American Football]] spielen und die [[Dresdner Eislöwen]], die den Aufstieg in die [[2. Bundesliga (Eishockey)|2. Bundesliga]] des Eishockey schafften. Die Abteilung [[Sledge-Eishockey]] (Dresden Cardinals) spielt in der ersten Liga.
Dresden ist ein historisches Schachzentrum in Deutschland. In Dresden gibt es deshalb auch viele Schachklubs wie den ''Schachverein Dresden-Striesen e.V.'' Im Jahr 2008 wird in Dresden die [[Schacholympiade]] ausgetragen.
Im [[Breitensport]] sehr erfolgreich ist das [[Nachtskaten]], das als erste Veranstaltung in dieser Art nächtliches Skaten auf verschieden Routen durch die Stadt ermöglicht. Diese Veranstaltungen finden den ganzen Sommer über statt.
<!--Bitte Vereine mit kompletter Bezeichnung nennen-->
Weitere Vereine sind:
* [[SG Motor Dresden-Trachenberge|SG Motor Dresden-Trachenberge]]
* [[FV Dresden 06 Laubegast|FV Dresden 06 Laubegast e. V.]]
* [[ESV Dresden Eisenbahner Sportverein]]
* Dresdner Eislauf-Club e. V.
* TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz e. V.
* Arnis Dresden e. V.
* DRK Wasserwacht Dresden
* SV Motor-Mickten e.V.
* Verein Kanusport Dresden (VKD)
====Sportanlagen====
[[Bild:Rudolf-Harbig-Stadion1.jpg|thumb|Das Rudolf-Harbig-Stadion]]
Die Dresdner Sportanlagen wurden in den letzten Jahren ziemlich vernachlässigt. So investiert die Stadt zwischen den 2. Liga-Saisons von Dynamo Dresden etwa 500.000 Euro um die zulässige Kapazität des [[Rudolf-Harbig-Stadion]] von derzeit etwa 23.000 Zuschauern zu halten. Auch die Möglichkeit über die [[Fußballweltmeisterschaft 2006]] ein Stadion zu modernisieren, wurde verpasst. Das Rudolf-Harbig-Stadion liegt am Großen Garten, etwas außerhalb in der östlichen Vorstadt.
Das zweite große Stadion ist das Heinz-Steyer-Stadion, das im Moment 5.000 Zuschauer fasst. Es liegt in der [[Dresden-Friedrichstadt|Friedrichstadt]] direkt an der [[Marienbrücke (Dresden)|Marienbrücke]], also sehr elbnah.
Während für die Eishockey-Mannschaften eine neue Eisporthalle gebaut wird, wurde allein über die Lage eines Stadionneubaus sehr lange debattiert. Durch den Aufstieg von Dynamo Dresden setzte sich deren Heimspielstätte, das Rudolf-Harbig-Stadion, als Standort für einen Neubau durch. Derzeit wird der Bau ausgeschrieben.
Weitere Anlagen sind die ''Mehrzweckhalle Bodenbacher Straße'', die Anlagen im [[Ostragehege]], in denen eine Leichtathletikhalle neuerrichtet wurde und einige Tennisplätze hochwassersicher verlegt wurden, sowie die Schwimmhalle und die Wasserspringhalle an der Freiberger Straße. Im Stadtteil Sedlitz gibt es auch eine [[Pferderennbahn]].
====Nachtleben====
[[Bild:Bärenzwinger Dresden Eingang.JPG|thumb|Der Studentenklub „Bärenzwinger“ liegt unter der berühmten Brühlschen Terrasse]]
Die [[Dresden-Äußere Neustadt|Äußere Neustadt]] ist eines der größten erhaltenen Stadtgebiete der [[Gründerzeit]] in Deutschland. Gleichzeitig befindet sich dort das mit etwa 175 gastronomischen Einrichtungen größte [[Szene]]- und [[Kneipe]]nviertel der Stadt. Hervorgegangen aus dem schlechten Zustand der Bausubstanz entwickelte sich dort eine alternative Kulturszene in der Stadt. [[1988]] riefen einige Bewohner aus Protest gegen die schlechte Wohnraumsituation die [[Bunte Republik Neustadt]] aus und begründeten damit den Charakter eines Szeneviertels. Es befinden sich dort zahlreiche Clubs, Bars und Kneipen in der höchsten Konzentration von Dresden. Der Zustand des Viertels hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, weshalb er durch sein vielseitiges Kulturangebot zu den beliebtesten Wohngegenden junger Menschen in Dresden zählt. Das Spektrum der Lokale ist sehr vielseitig und reicht vom [[Rock (Musik)|Rockclub]] bis zur [[Blues]]bar.
Auf südlicher Elbseite, in der Nähe der Hochschulen befinden sich die Studentenklubs der Stadt. Sie werden vom [[Studentenwerk Dresden]] unterstützt, sind aber in der Regel selbstständige Vereine. Der bekannteste Studentenklub in Dresden ist der [[Bärenzwinger]] im [[Gewölbe]] der ehemaligen [[Kasematten]] unter der [[Brühlsche Terrasse|Brühlschen Terrasse]]. Der Klub wurde bereits in den 60er-Jahren ins Leben gerufen und ist damit der älteste in Dresden. Die anderen Klubs liegen meist an, teilweise in den Wohnheimen.
Sehr bekannt ist der Jazzclub [[Tonne (Jazzclub)|Tonne]].
=== Regelmäßige Veranstaltungen ===
In Dresden finden das ganze Jahr über verschiedene [[Festival]]s und Großveranstaltungen statt. Insbesondere die musikalischen Veranstaltungen genießen internationale Bedeutung. Zudem gibt es in Dresden zahlreiche Stadtteilfeste mit verschiedenem Hintergrund.
====Frühjahr====
<!-- Nichts genaues gefunden
*Internationales Blues-Festival
*Internationales Tanz Tanzfestival
*Pfingsten: Handfest im Puppentheater
-->
Im April findet das [[Filmfest Dresden]] statt. Es ist ein bedeutendes Festivals für [[Animationsfilm|Animations]]- und [[Kurzfilm]] in Europa. Viel weiter reichende Tradition besitzen die [[Dresdner Musikfestspiele]], deren ursprüngliche Vorläufer die Musikfeste des [[barock]]en Hofs waren. Es ist als Veranstaltung [[klassische Musik|klassischer Musik]] deutschlandweit bekannt.
1970 wurde das erste [[Internationales Dixieland-Festival Dresden|Internationale Dixieland-Festival]] ausgetragen. Mittlerweile gehört es zu den weltweit bedeutendsten [[Jazz]]- und [[Blues]]veranstaltungen. Mit jährlich etwa 500.000 Besuchern ist es außerdem die größte Kulturveranstaltung in Sachsen. Elemente des Festivals wie die ''Jazzmeile'', die sich quer durch die Stadt zieht, sind ohne Eintritt erreichbar. Der Hauptteil des Festivals findet aber auf viele Clubs und Bars verteilt statt.
====Sommer====
[[bild:Filmnaechte.jpg|thumb|Filmnächte am Elbufer, Freilichtkino und Konzerte]]
Gegenüber der Altstadtsilhouette von Dresden finden jedes Jahr die [[Filmnächte am Elbufer]] am Elbufer statt. Vor 15 Jahren, als die ersten Filmnächte stattfanden, dauerte die Veranstaltung 10 Tage. Mittlerweile ziehen 60 Tage Filme, Veranstaltungen und Konzerte 150.000 Zuschauer an, wo durch die Veranstaltung die größte ihrer Art in Deutschland ist.
Eine Veranstaltung mit politischem Ursprung ist die [[Bunte Republik Neustadt]]. Von 1990 bis 1993 bestand im Stadtteil [[Dresden-Äußere Neustadt|Äußere Neustadt]] aus Protest gegen die maroden Wohnbedingungen die gleichnamige [[Mikronation]]. Bereits 1990 gab es ein entsprechendes Stadtteilfest, das weiterhin veranstaltet wird. 2001 und 2002 kam es während des Festes zu Ausschreitungen während die letzten Jahre friedlich verliefen. Das Fest ist ein Fest der alternativen Szenekultur geblieben.
Entlang des rechten Elbufers am [[Dresdner Elbhang]] findet alljährlich das [[Elbhangfest]] statt. Es erstreckt sich vom Stadtteil [[Loschwitz]] bis [[Pillnitz]]. Höhepunkte ist unter anderem eine [[Drachenboot]]-[[Regatta]]. Nach der [[Elbehochwasser 2002|Elbeflut 2002]], die neben dem Stadtteil [[Dresden-Kleinzschachwitz|Kleinzschachwitz]] auch [[Laubegast]] einschloss, findet dort auf anderer [[Elbe|Elbseite]] das ''Inselfest'' statt.
Im Sommer finden auch zahlreiche Veranstaltungen in den Abend- und Nachtstunden statt. Ende Juni oder Anfang Juli laden die zahlreichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen in Dresden zur [[Nacht der Wissenschaften (Dresden)|Langen Nacht der Wissenschaften]] ein. Die Veranstaltung kostet keinen Eintritt. Für die Hochschulen und Institute aber auch für die kooperierenden Technologieunternehmen bietet die Veranstaltung die Möglichkeit die eigenen Ergebnisse und Arbeiten einem großem Publikum vorzustellen. Kurze Zeit später findet die ''Museumssommernacht'' statt, während der zahlreiche Museen der Stadt besucht werden können.
Im August findet das ''Stadtfest'' Dresdens statt. Es erstreckt über die gesamte Innenstadt. Neben Live-Musik bietet es ein auf [[Familie]]n zugeschnittenes Programm. Auch das Stadtfest zählt jährlich etwa 500.000 Gäste.
Weitere Festivals und Veranstaltungen im Sommer sind das Dresdner Kunstfest, die Kultournacht und das Nachtskaten, das vielfach im Sommer Freitags stattfindet. Dabei rollen mehrere Tausend Inlineskater einen Parcours auf gesperrten Straßen durch die Stadt.
====Herbst====
Im Herbst findet das ''Volkstanzfest und Drehorgeltreffen'' statt. Weitere Veranstaltungen im Herbst sind die ''Tage der zeitgenössischen Musik'' und das ''Festival der Zauberkunst''.
====Winter====
[[Bild:Striezelmarktdresden.jpg|thumb|Striezelmarkt im Jahr 2003]]
Während der [[Advent]]szeit findet in Dresden der [[Dresdner Striezelmarkt|Striezelmarkt]] statt. Dieser seit [[1434]] bestehende [[Weihnachtsmarkt]] ist einer der ältesten in Deutschland. Er findet auf dem [[Altmarkt (Dresden)|Altmarkt]] statt und gehört zu den Touristenattraktionen in der Weihnachtszeit. Der Name des Markts leitet sich von seinem Hauptprodukt, dem [[Dresdner Christstollen]] ("Striezel") ab. Ein Höhepunkt des Marktes ist das [[Dresdner Stollenfest]].
Gleichzeitig mit dem Striezelmarkt findet jedes Jahr ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt im Stallhof des [[Dresdner Schloss|Dresdner Schlosses]] statt.
Am [[13. Januar]] [[2006]] fand erstmals seit 67 Jahren wieder der [[Dresdener Opernball]] in der Semperoper statt, der jährlich im Januar wiederholt werden soll.
Im Februar findet das Fest sächsischer Puppen- und Marionettenspieler statt.
=== Kulinarische Spezialitäten ===
*Dresdner [[Christstollen]]
*[[Russisch Brot]]
*[[Dominosteine]]
*Dresdner [[Eierschecke]]
*[[Pflaumentoffel]]
== Wirtschaft und Infrastruktur ==
=== Kennzahlen ===
Dresden bildet das Zentrum des gegenwärtig wirtschaftstärksten Raums der neuen Bundesländer und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Räumen in Deutschland. Das [[Bruttoinlandsprodukt]] erreichte im Jahr 2003 einen Wert von 13,1 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 26.200 Euro pro Einwohner. Besonders hohen Anteil an der gesamten wirtschaftlichen Leistung hat das Verarbeitende Gewerbe. Allein die Unternehmen der Mikroelektronik in Dresden erreichten mehr als 3 Milliarden Euro Umsatz.
Die [[Arbeitslosenquote]] in Dresden schwankt zwischen 13,5 und 15 Prozent. Auch in den umliegenden Städten liegen die Arbeitslosenquoten noch zwischen 15 und 18 Prozent. Radebeul besitzt sogar eine niedrigere Quote als Dresden. Für die Stadt bedeutet dies, dass das Umland nicht zusätzlich belastend auf den angespannten [[Arbeitsmarkt]] wirkt. In Dresden arbeiten etwa 215.000 [[sozialversicherung]]spflichtige Beschäftigte. Etwa 170.000 Arbeitnehmer leben mit ihrem [[Erstwohnsitz]] in Dresden. Dresden ist aber dennoch eine [[Einpendlerstadt]].
Etwa 20% der Beschäftigten in Dresden besitzen einen Hochschulabschluss. Diese hohe Zahl und die hohe Anzahl der Einrichtungen der [[angewandte Forschung|angewandten Forschung]] zeigen, dass sich die Dresdner Wirtschaft von dem strukturellen Prinzip der „[[Verlängerte Werkbank|Verlängerten Werkbank]]“ entfernt. Schwachpunkt der Dresdner Wirtschaftsstruktur bleibt aber die geringe Anzahl an Unternehmenszentralen in der Stadt. Alle Großansiedlungen der letzten Jahre sind zwar Unternehmen, die im Dresdner Handelsregister eingetragen sind, aber als [[Tochterunternehmen|Tochterunternehmungen]] dennoch abhängig bleiben.
=== Ansässige Unternehmen ===
[[Bild:Glass_manufacture_vw_phaeton_dresden1.jpg|thumb|Gläserne Manufaktur von Volkswagen]]
In der Stadt sind vor allem Unternehmen aus dem Bereich Mikroelektronik, Informations- und Biotechnologie sowie Elektrotechnik tätig, die die Nähe der Universität und zahlreicher Forschungsinstitute nutzen. Die Kompetenzfelder der Stadt Dresden liegen in den Bereichen:
* Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie
* Neue Werkstoffe und Nanotechnologie
* Maschinen- und Anlagenbau/Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrttechnik
* Biotechnologie, Pharmazie und Impfstoffe
* Tourismus, Handel und Märkte
* Bildung, Kunst-, Geistes- und Sozialwissenschaften
Viele der Kompetenzfelder entstanden nicht erst in den letzten Jahren. Einige, wie zum Beispiel die Mikroelektronik, die schon vor 1989 in Dresden ein Zentrum besaß, wurden aber erfolgreich ausgebaut.
Durch die Möglichkeiten der engen Zusammenarbeit der Industrie mit den hier ansässigen Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt sich Dresden immer mehr zu einem der führenden Zentren der Halbleiterfertigung in Europa. So entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Fertigungsstätten führender Unternehmen wie [[AMD Saxony LLC & Co. KG|AMD Saxony]] und [[Infineon]]. Auch viele Bereiche der Zulieferindustrie ([[Reinraum]]technik, [[Maschinenbau|Spezialmaschinenbau]], [[Wafer|Siliziumwafer]]) lassen sich in und um Dresden nieder, sodass in Anlehnung an das [[Silicon Valley]] in Kalifornien oft vom [[Silicon Saxony]] gesprochen wird.
Durch Forschungsarbeit im Bereich der Nanotechnologie und Werkstoffe, erhofft man sich führender Wirtschaftsstandort der aufkommenden [[Nanoelektronik]], die einen Quantensprung für die elektronische Datenverarbeitung darstellen wird, zu werden. Auch an der wirtschaftlichen Nutzung von besonderen elektro-magnetischen Eigenschaften von [[Supraleiter|Supraleitern]] ([[Meißner-Ochsenfeld-Effekt]]) wird gearbeitet.
Neben der Mikroelektronik- und Halbleiterindustrie ist auch die Softwareindustrie in Dresden vertreten, etwa durch die [[SAP SI AG]] (ein [[börse]]nnotiertes Tochterunternehmen von [[SAP]]), ein Tochterunternehmen der [[T-Systems]] AG, die [[net-linx AG]] und die deutsche Niederlassung der polnischen [[Comarch Software]].
Auch die [[Siemens AG]] hat nach der Wende in Dresden einen Standort errichtet. Der Konzern kaufte 1991 das ''Transformatoren- und Röntgenwerk „Hermann Matern“'', das auf die [[Koch & Sterzel|Koch & Sterzel AG]] zurückgeht, von der Treuhand. Um dieses Werk herum im Dresdner Stadtteil Übigau übernahm der Konzern eine Grundstücksfläche von rund 350.000 Quadratmetern.
[[Volkswagen]] lässt in der [[Gläserne Manufaktur|Gläsernen Manufaktur]] verschiedene Luxusfahrzeuge ([[VW Phaeton]] und [[Bentley]] Flying Spur) des Konzerns herstellen. [[EADS]] besitzt in Dresden mit den [[Elbe Flugzeugwerke GmbH|Elbe Flugzeugwerken]] ein Tochterunternehmen insbesondere zum Umbau von [[Airbus]]-Flugzeugen. Der Standort ist auch an der Entwicklung des [[Airbus A380]] beteiligt. Zum einen stammen Teile der Innenausstattung aus den Werken zum anderen wird eine der beiden Materialtestprozeduren bei [[IABG]]/IMA durchgeführt. Viele Zulieferer der Automobilindustrie für elektronische Komponenten produzieren in Dresden. Ein Tochterunternehmen der [[Linde AG]] konzipiert und plant Anlagen der Pharmazie- und Chemieindustrie.
Im Bereich Pharma und Arzneimittel besitzt Dresden seit mehr als hundert Jahren eine bedeutende Rolle. Viele Verfahren zur industriellen Produktion von Arzneimitteln wurden in Dresden entwickelt und angewandt. Das [[Sächsische Serumwerk Dresden]] (als Teil des [[GlaxoSmithKline]]-Konzerns) ist ein international bedeutsamer Lieferant für Grippeimpfstoffe. So zählt zum Beispiel das US-amerikanische Gesundheitsministerium zu den wichtigsten Kunden. Auch die [[Arzneimittelwerke Dresden]] blicken auf eine lange Tradition zurück und gewinnen wieder an Bedeutung.
Dresden besitzt eine im nationalen Vergleich äußerst hohe Dichte von 26 [[Hotel]]s der [[Hotelklassifikation in Deutschland|Ober- und Luxusklasse]]. Zusammen mit der Messe Dresden und dem neuen Kongresszentrum versucht sich die Stadt als Kongress- und Tagungsort zu profilieren. Als touristisches Ziel ist die Stadt weltweit bekannt. Die Kapazität von 87 Hotels mit etwa 13 000 angebotenen Betten wird derzeit durch neue Hotels ausgebaut. Jährlich besuchen etwa 7 Millionen Gäste die Stadt, von denen 1,1 Millionen durchschnittlich etwa zwei Tage in Dresden verbleiben. Diese Werte gehören gegenwärtig schon zu den Spitzenwerten in Deutschland und Europa. Die Bettenauslastung liegt dabei bei rund 50 %. Der jährliche Umsatz durch Tourismus liegt bei etwa einer halben Milliarden Euro.
===Einzelhandel===
Die größte Konzentration von Warenhäusern und Geschäften befindet sich in Dresden an der nördlichen Prager Straße und am Altmarkt im Stadtzentrum. Dort befinden sich die [[Filiale]]n von [[Breuninger]], [[C&A]], [[KarstadtQuelle|Karstadt]], [[Peek & Cloppenburg]] und anderen Warenhausketten und mit der [[Altmarkt-Galerie]] eines der großen Einkaufszentren der Stadt. Das Gebiet ist durch mehrere Straßenbahnhaltestellen erschlossen. Auch der Hauptbahnhof, am anderen Ende der Prager Straße, soll nach seiner Fertigstellung und der Bebauung des Wiener Platzes ein bedeutendes Zentrum des Einzelhandels sein. Das [[Parkplatz]]angebot wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche [[Tiefgarage]]n verbessert.
Als Einkaufsstraße für hochwertige Güter und [[Luxus]]artikel hat sich dagegen die Königsstraße in Dresden-Neustadt etabliert. Eine ähnliche Struktur des Handels ist für die Bebauung am Neumarkt rund um die Frauenkirche vorgesehen. Geschäfte dieser Preisklasse sind stark mit dem Tourismus der Stadt verwoben.
Auch in alten Stadtteilzentren wie am Schillerplatz in [[Blasewitz]] wurden wieder bedeutende Einkaufszentren geschaffen. Andere Anlagen wie der ''Elbepark'' konzentrieren sich außerhalb der Innenstadt an [[Autobahn]]ausfahrten und haben so einen deutlich überregionalen Einfluss. Der Preisdruck auf die Handelsflächen im Stadtzentrum durch große Einkaufszentren der Peripherie ist auch in Dresden spürbar und wird häufig kritisiert. In der Dresdner Innenstadt wird gerade einmal 22% des Umsatzes des Einzelhandels erzielt. Das ist vergleichsweise wenig, wenn gleich in Dresden mehr Nebenzentren existieren.
=== Traditionsunternehmen/Ehemalige Unternehmen ===
Eines der bekanntesten unter den ehemaligen Unternehmen Dresdens ist die [[Dresdner Bank]], die am 12. November 1872 gegründet wurde. Bereits 1885 wurde die operative Geschäftsführung nach Berlin verlegt, bis 1950 blieb die Bank aber im [[Handelsregister]] der Stadt Dresden eingetragen.
Die [[Raddampfer]]flotte, die von der [[Sächsische Dampfschiffahrtsgesellschaft]] betrieben wird, gilt als die größte und älteste der Welt. Das älteste Schiff der Raddampfer „Stadt Wehlen“, benannt nach dem Ort in der Sächsischen Schweiz [[Stadt Wehlen|Wehlen]], ist dabei älter als 125 Jahre. Im Jahr fahren etwa 500.000 Passagiere auf einem der 13 Schiffen der Flotte.
Das seit Jahrzehnten internationale Unternehmen [[Melitta (Unternehmen)|Melitta]] wurde am 15. Dezember 1908 mit 73 Pfennigen [[Eigenkapital]] von [[Melitta Bentz]] ins Dresdner Handelsregister eingetragen.
Mit dem [[Zentrum Mikroelektronik Dresden AG|Zentrum Mikroelektronik Dresden]] (ZMD) und dem [[VEB Kombinat Robotron]] begann [[1961]] die Zeit der Mikroelektronik in Dresden. 1989 waren etwa 4000 Angestellte beim Zentrum Mikroelektronik beschäftigt. Das ZMD firmierte von 1961 bis [[1969]] als Arbeitsgemeinschaft Mikroelektronik Dresden (AMD). Tatsächlich hat das ZMD, das sich mittlerweile auf integrierte Schaltkreise spezialisiert hat, in den letzten Jahren eine Auseinandersetzung um die Namensrechte mit [[Advanced Micro Devices|AMD]].
Die ''Elbe Flugzeugwerft'', die heute als [[Elbe Flugzeugwerke GmbH|Elbe Flugzeugwerke]] firmiert, war schon sehr früh nach dem 2. Weltkrieg ein bedeutendes Werk des Flugzeugbaus. In den 1950er Jahren entstand in dem Werk mit der [[BB-152]] das erste deutsche [[Strahltriebwerk]]sflugzeug für die Zivilluftfahrt. Das Projekt musste aber auf Grund mangelnder Nachfrage eingestellt werden.
'''Übersicht über die Historie einiger Traditionsunternehmen'''
{| {{prettytable}} border=1
|----- bgcolor="#FFDEAD"
! Firmenname
! Gegründet
! Gegenwart
! Branche
|-
|| [[APOGEPHA Arzneimittel GmbH]] || align="right" | 1882 || Selbständiges Familienunternehmen || Pharmazeutische Produkte
|-
|| [[DENTAL-Kosmetik]]<br><small>zwischenzeitlich VEB Elbechemie Dresden</small> || align="right" | 1907 || [[GmbH & Co. KG]] || Zahnhygiene
|-
|| [[Dresdner Bank]] || align="right" | 1872 || Sitz 1950 verlegt || Bank
|-
|| [[Dresdner Verkehrsbetriebe]]<br><small>zwischenzeitlich VEB Verkehrsbetriebe der Stadt Dresden</small> || align="right" | 1872 || [[Aktiengesellschaft|AG]] im Besitz der Stadt || Nahverkehr
|-
|| [[Dresdner Wach- und Schließgesellschaft]] || align="right" | 1902 || 1945 verstaatlicht || Sicherheit
|-
|| [[DREWAG]]<br><small>zwischenzeitlich VEB Energiekombinat Dresden</small> || align="right" | 1930 || seit 1997 Städtisches Unternehmen || Energie
|-
|| [[Eg-Gü]] || align="right" | 1890 || beginnt Neuanfang ab 2006 in Lichtenau b. Chemnitz|| Reinigungsmittel
|-
|| [[Eschebachsche Werke AG]] || align="right" | 1867 || 2004 [[Liquidation|liquidiert]] || Möbel
|-
|| [[Elbe Flugzeugwerke GmbH|Elbe Flugzeugwerft]] || align="right" | 1955 || Tochtergesellschaft von [[EADS]] || Flugzeugbau
|-
|| [[Ernemann|Ernemann-Werke]] || align="right" | 1889 || 1926 zu [[Zeiss-Ikon]] || Optik
|-
|| [[Feldschlößchen (Brauerei)|Feldschlösschen-Brauerei]]<br> <small>zeitweise zur [[Radeberger Exportbierbrauerei]]</small> || align="right" | 1883 || Teil des [[Carlsberg]]-Konzern || Bierbrauerei
|-
|| [[F6|f6 Cigarettenfabrik]]<br> <small>zwischenzeitlich VEB Dresdner Zigarettenfabriken</small> || align="right" | 1909 || Teil der [[Altria Group]] || Tabakwaren
|-
|| [[Koch & Sterzel AG]]<br> <small>zwischenzeitlich [[VEB TuR Transformatoren- und Röntgenwerk "Hermann Matern" Dresden|VEB TuR "Hermann Matern" Dresden]]</small> || align="right" | 1904 || Tochtergesellschaft der [[Siemens AG]] || Elektotechnik
|-
|| [[Li-iL]] || align="right" | 1910 || [[GmbH]] im Privateigentum || Hygieneprodukte
|-
|| [[Sachsenwerk]] || align="right" | 1903 || Teil der VEM-Gruppe || Elektrotechnik
|-
|| [[Schiffswerft Laubegast]] || align="right" | 1898 || selbstständige AG || Binnenschiffbau
|-
|| [[VEB Elbflorenz]]<br> <small>ehemals [[Hartwig&Vogel]]</small> || align="right" | || liquidiert || Lebensmittel
|-
|| [[VEB Mikromat]] || align="right" | || liquidiert || Verpackungsmaschinen
|-
|| [[Pentacon|VEB Pentacon Dresden]]<br> <small>ehemals [[Zeiss-Ikon]], [[IHaGee]] und weitere || align="right" | 1955 || Tochtergesellschaft der J. Schneider Optische Werke || Optik
|-
|| [[Zeiss-Ikon]]<br> <small>ehemals [[Ernemann|Ernemann-Werke AG]] und weitere || align="right" | 1926 || 1955 verstaatlicht || Optik
|-
|| [[Zentrum Mikroelektronik Dresden]]<br> <small>zeitweise im [[VEB Kombinat Robotron]] || align="right" | 1961 || selbstständige AG || Mikroelektronik
|-
|}
=== Verkehr ===
====Straßenverkehr====
Durch das nordwestliche Stadtgebiet von Dresden führt die [[Bundesautobahn]] [[Bundesautobahn 4|4]] Richtung [[Erfurt]] bzw. [[Görlitz]]. Von dieser zweigt im äußersten Norden der Stadt die Autobahn [[Bundesautobahn 13|A 13]] Richtung [[Berlin]] ab. Nicht unweit der Stadt beginnt des Weiteren die [[Bundesautobahn 14|A 14]] nach Leipzig an der A 4. Die [[Bundesautobahn 17|A 17]], die im Westen von Dresden beginnt und dann südlich die Stadt tangiert, soll etwa ab 2008 bis [[Prag]] führen. Unter zwei Dresdner Stadtteilen wird die A17 in zwei Tunneln geführt. Die Autobahn ist besonders bedeutend für den LKW-Fernverkehr in Nord-Süd-Richtung. Die A17 konnte aber auch die Hauptstraßen der Stadt im [[Berufsverkehr]] entlasten, da sie parallel und nah zum [[Ballungsraum Dresden|Verdichtungsraum um Dresden]] verläuft und so vor allem von [[Pendler]]n aus [[Pirna]] und [[Heidenau (Sachsen)|Heidenau]] genutzt werden kann.
Ferner führen folgende [[Bundesstraße]]n durch die Stadt: Die [[Bundesstraße 6|B 6]], die [[Bundesstraße 97|B 97]], die [[Bundesstraße 170|B 170]], die [[Bundesstraße 172|B 172]] und die [[Bundesstraße 173|B 173]]. Die [[Europastraße]] 55 umläuft mittlerweile die Stadt über die A17 und soll bei Fertigstellung der Autobahn diese komplett bezeichnen. Derzeit wird noch die B170 ab deren [[Anschlussstelle (Autobahn)|Autobahnauffahrt]] (Dresden-Südvorstadt) bis zur Grenze als Europastraße beschildert. Für die Stadt direkt gibt es acht Autobahnauffahrten.
Dresden liegt am [[Elberadweg]], der 2005 offiziell zum schönsten Fernradweg Deutschlands gewählt wurde. Innerhalb der Stadt führt er jedoch nicht durchgehend an der Elbe entlang. Der Elberadweg ist ebenso wie die sonstigen vorhandenen Radwege schlecht vernetzt. Spezielle Wegweiser für Radfahrer existieren nur an wenigen Stellen, zum Beispiel am Elberadweg.
====Öffentlicher Verkehr====
[[Bild:Dresden Hauptbahnhof Nordwestseite.jpg|Westliches Vorfeld des Hauptbahnhof|thumb]]
Die Stadt liegt an den End- und Verknüpfungspunkten der [[Berlin-Dresdner Eisenbahn]], der [[Leipzig-Dresdner Eisenbahn]], der [[Albertbahn]] (nach [[Chemnitz]], einem Teilstück der [[Sachsen-Franken-Magistrale]], die bis [[Nürnberg]] verläuft), der [[Sächsisch-Schlesische Eisenbahn|Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn]] (nach [[Görlitz]] und [[Breslau]]) und der [[Eisenbahnstrecke Dresden-Bodenbach|Elbtalbahn]] (nach [[Děčín]] und Fortführung weiter nach [[Prag]]). Zudem führen mehrere kleinere Strecken in alle Richtungen. Gegenwärtig werden Linien im Fernverkehr nach Berlin und Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main und Köln, Chemnitz und Nürnberg sowie nach Prag, Wien und Budapest betrieben. Die beiden wichtigsten Personenbahnhöfe in Dresden sind der [[Dresden Hauptbahnhof|Hauptbahnhof]] und der [[Bahnhof Dresden-Neustadt]]. Andere Personenbahnhöfe, die früher der Anbindung der mittlerweile eingemeindeten Vororte dienten, werden meist als Haltepunkte für [[S-Bahn]] und [[Regionalbahn]] genutzt.
[[Bild:DBAG_Dosto_S1_Bf_Niedersedl.jpeg|thumb|Zug der Dresdner S-Bahn im Bahnhof Dresden-Niedersedlitz]] Das [[S-Bahn Dresden|Dresdner S-Bahn-Netz]], das hauptsächlich für den Verkehr mit dem Ballungsraum um die Stadt und die Anbindung an den Flughafen in [[Klotzsche]] genutzt wird, besteht aus drei Linien. Auf der Teilstrecke Dresden-Mitte - Dresden Hbf - Heidenau - Pirna wurde wieder ein zweites Gleispaar eingerichtet, so dass ein [[Fahrplan]]takt von etwa einer Viertelstunde gefahren wird und ein noch dichterer Takt theoretisch möglich ist.
[[Bild:DVB_NGT6DD_Zwinger.jpg|thumb|Dresdner Straßenbahnwagen NGT6DD vorm Zwinger]] Den [[ÖPNV|Öffentlichen Personennahverkehr]] bedienen zwölf [[Straßenbahn]]- und über 30 [[Omnibus|Buslinien]] der [[Dresdner Verkehrsbetriebe AG]] sowie anderer Verkehrsbetriebe, so der „Hochlandexpress“, die Verkehrsgesellschaft Sächsische Schweiz oder die Regionalverkehr Dresden GmbH. In den 1920er Jahren gab es zwei konkurrierende Straßenbahnunternehmen. Bekannt ist Dresden auch für den zwischen [[1931]] und [[1972]] eingesetzten [[Großer Hecht|großen Hechtwagen]]. Schon in der Weimarer Republik gab es teilweise einen Dreiminutentakt. Seit der letzten Linienumstellung verkehren 12 Straßenbahnlinien auf einem etwa 204 [[Meter|km]] langem Liniennetz, zu dem auch eine Strecke durch die benachbarten Städte [[Radebeul]], [[Coswig (Sachsen)|Coswig]] und [[Weinböhla]] zählt. Diese Überlandbahn (Linie 4) ist mit 28,7 km auch die längste Linie im Dresdner Netz.
Die Dresdner Verkehrsbetriebe modernisieren seit Jahren ihr Netz und ihren Fuhrpark, der zu den modernsten in Deutschland zählt. An Wochenenden und Feiertagen sind im Normalfall ausschließlich Niederflurbahnen mit bequemen stufenlosen Einstiegen im Einsatz.
Den Übergang über die Elbe ermöglichen neben den Brücken (jeweils fährt auch mindestens eine Eisenbahn-, Bus- oder Straßenbahnlinie hinüber) auch drei Elbfähren, von der Johannstadt zur Neustadt, von Niederpoyritz nach Alttolkewitz sowie von Kleinzschachwitz nach Pillnitz.
Im Stadtteil Loschwitz gibt es außerdem eine [[Standseilbahn Dresden|Standseilbahn]] zum Nobelviertel „Weißer Hirsch“ sowie eine [[Schwebebahn Dresden|Schwebebahn]] nach Oberloschwitz, an deren Bergstation sich eine hervorragende Aussicht auf die Stadt und das südwestliche Umland bietet.
[[Bild:DRS Terminal 1.JPG|thumb|Flughafen Dresden]]
Bis [[1975]] fuhren in Dresden auch Oberleitungsbusse. Diese wurden durch Busse mit Dieselantrieb ersetzt. Zudem fuhren zwischen [[1903]] und [[1904]] in dem damals noch eigenständigen Ort Klotzsche die Oberleitungsbusse der [[Haide-Bahn]].
Auf der Elbe fahren die Raddampfer der [[Weiße Flotte (Dresden)|Weißen Flotte]] und stellen ausschließlich touristisch genutzte Verbindungen elbaufwärts in die [[Sächsische Schweiz]] und elbabwärts nach [[Meißen]] bereit.
Im Norden von Dresden, in [[Klotzsche]], liegt der [[Flughafen Dresden]] mit nationalen und internationalen Fluglinien. Er wurde nach der Wiedervereinigung saniert und hat daher gut ausgebaute Terminals sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Umstritten sind die Bestrebungen des Flughafens den Nachtflugverkehr auszudehnen. Betroffen sind insbesondere die Anwohner der Gartenstadt Hellerau.
====Güterverkehr====
[[Bild:Gueterstrassenbahn CarGoTram Dresden VWBahn.JPG|thumb|CarGoTram]]
Dresden war und ist ein wichtiger Eisenbahnknoten im Güterverkehr, zu dessen Eisenbahnanlagen der [[Rangierbahnhof]] Dresden-Friedrichstadt in der seltenen Bauform des [[Rangierbahnhof#Gefällebahnhöfe|Gefällebahnhof]]es gehört. Durch die Automobilwerke des [[Volkswagen]]-Konzerns in [[Chemnitz]], [[Zwickau]], bei der [[Tschechien|tschechischen]] Tochter [[Škoda]] in [[Mladá Boleslav]] und in Dresden selbst kommt dem Güterbahnhof als Logistikzentrum eine wichtige Funktion zu. In der Regel wird in Dresden die Lokomotive gewechselt, da in Deutschland und Tschechien verschiedene [[Bahnstrom|Bahnstromsysteme]] betrieben werden. Täglich rollen etwa 200 Güterzüge über die [[Elbtalbahn]] von und nach Tschechien.
[[Alberthafen (Dresden)|Dresdens Hafen]] liegt linkselbisch in Dresden-Friedrichstadt und ist ein Hafen der [[Elbe-Containerlinie]] und der Binnenschiffslinie ETS-Elbe. Eine Besonderheit stellt die [[CarGoTram]] dar, eine Straßenbahn für den Gütertransport, die die [[Gläserne Manufaktur]] von [[Volkswagen]] am [[Großer Garten|Großen Garten]] bedient. Die Bahn wurde eingerichtet um die Innenstadt vor einer zusätzlichen Belastung durch LKWs zu bewahren. Die Altstadt von Dresden liegt zwischen der Manufaktur und dem Logistikzentrum am Güterbahnhof in der [[Dresden-Friedrichstadt|Friedrichstadt]].
Dresden liegt am Kreuzungspunkt der E40 und E55, zwei wichtiger [[Europastraße]]n. Über die A17 ist es gelungen, den Güterfernverkehr gänzlich aus der Stadt zu verlagern. Alleine die E55 nutzen täglich mehr als 2.000 LKW.
=== Medien ===
==== Tageszeitungen ====
In Dresden erscheinen mit der [[Sächsische Zeitung]] (SZ) und den [[Dresdner Neueste Nachrichten]] (DNN) zwei traditionelle Tageszeitungen. Die Sächsische Zeitung, die 1946 erstmals erschien, war zu DDR-Zeiten Organ der [[SED]]. Sie gehört mehrheitlich zu [[Gruner und Jahr]]. Die Vorläufer der DNN waren Zeitungen der [[NDPD]], [[Liberal-Demokratische Partei Deutschlands|LDPD]] beziehungsweise [[CDU]]. Sie gehört über die [[Leipziger Volkszeitung]] dem [[Axel Springer Verlag]]. Weitere Zeitungen in Dresden sind die Dresdner Morgenpost und die Lokalausgabe der [[Bild (Zeitung)|Bild-Zeitung]]. Neben diesen kostenpflichtigen Tageszeitungen werden in Dresden noch die kostenlosen Anzeigenblätter „Sächsischer Bote“ und „Wochenkurier“ herausgegeben. Des weiteren gibt es noch Anzeigenblätter für die jeweiligen Stadteile, beispielsweiße die „Leubener Zeitung“ für das Ortsamt [[Leuben]].
==== Sonstige Zeitungen und Zeitschriften ====
Das [[Dresdner Amtsblatt]] (DDA) erscheint als kostenloses (finanziert sich durch Werbung) Veröffentlichungsorgan der Stadtverwaltung wöchentlich. Da der erste Vorgänger bereits [[1839]] erschien, gilt das [[Amtsblatt]] als ältestes Printmedium Dresdens, das nach wie vor erscheint.
[[Dresdner Kulturmagazin]] (kostenlos) und [[Sax]] sind monatlich erscheinende Stadtmagazine mit Veranstaltungskalender. Das Gastronomiemagazin „Augusto“ erscheint jährlich. Weitere Magazine sind „[[Fritz (Stadtmagazin)|Fritz]]“, „[[Spot (Magazin)|Spot]]“, „[[Skunk (Magazin)|Skunk]]“, „[[Spiesser]]“, „[[Urania (Magazin)|Urania]]“, „[[ad rem]]“ und „[[Prinz (Magazin)|Prinz]]“. Diese sind teilweise kostenlos, und wenige davon gibt es auch in anderen ([[Sachsen|sächsischen]]) Städten.
==== Rundfunk und Fernsehen====
Da Dresdner auf Grund der Tallage nur an wenigen Orten im Stadtgebiet überregional ausgestrahlte Rundfunkprogramme empfangen können, wurde 1969 der 252 Meter hohe [[Fernsehturm (Dresden)|Fernsehturm]] eröffnet. Nach wie vor strahlt er einige Fernsehkanäle und Radiosender aus. Es gibt mehrere Radiosender die ihr Programm aus Dresden senden.
Neben zahlreichen Fernsehsendern in den einzelnen Stadtteilen und von Antennengemeinschaften gibt es das Dresden Fernsehen, als Sender für das gesamte Stadtgebiet. In Dresden befindet sich ein Landesfunkhaus des [[Mitteldeutscher Rundfunk|MDR]] und zahlreiche Produktions- und Dienstleistungsunternehmen für die Hauptstelle des MDRs in Leipzig.
====Trivia====
Während der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Zeit konnte in Dresden keine Westmedien empfangen werden, weshalb Dresden auch den Namen [[Tal der Ahnungslosen]] bekam. Im Volksmund wurde der Name der [[ARD]] als '''A'''ußer '''R'''aum '''D'''resden gedeutet. Um dennoch westdeutsche Fernsehsender empfangen zu können, gründete sich [[1988]] eine [[Bürgerinitiative]] die toleriert über [[Satellit (Raumfahrt)|Satellit]]en empfangene Signale westdeutscher Fernsehprogramme ausstrahlte. Nach 1990 wurde das [[Kabelfernsehen|Kabelnetz]] sehr intensiv ausgebaut, weshalb die Einführung von [[DVB-T]] in Dresden sehr langsam läuft.
=== Öffentliche Einrichtungen ===
Auf Grund des Status der [[Landeshauptstadt]] sitzen in Dresden zahlreiche Öffentliche Einrichtungen und Institutionen bzw. [[Körperschaft des öffentlichen Rechts|Körperschaften des öffentlichen Rechts]] der [[Bundesland|Landesebene]], so der [[Sächsischer Landtag|Sächsische Landtag]], die [[Sächsische Staatskanzlei]], alle Ministerien der [[Sächsische Landesregierung|Sächsischen Landesregierung]], das [[Landeskriminalamt Sachsen]] und das [[Oberlandesgericht Dresden|Oberlandesgericht]]. Neben diesen existieren weitere [[Landesbehörde]]n. In Dresden befindet sich ein [[Landesfunkhaus]] des [[Mitteldeutscher Rundfunk|Mitteldeutschen Rundfunks]].
Des Weiteren ist Dresden [[Verwaltungssitz]] des [[Regierungsbezirk Dresden|Regierungsbezirks Dresden]]. Dazu kommen noch Einrichtungen auf [[Kommune|kommunaler]] Ebene, wie der [[Stadtrat]], die [[Stadtverwaltung]], eine größere Einrichtung der [[Bundesagentur für Arbeit]], eine Polizeidirektion oder das [[Amtsgericht]]. Die administrativen Aufgaben der Stadtverwaltung sind teilweise an [[Ortsamt|Ortsämter]] abgegeben. Der Stadtrat nimmt lokale Aufgaben über [[Ortsbeirat|Ortsbeiräte]] war. In Dresden gibt es eine [[Handwerkskammer]] und eine [[IHK|Industrie- und Handelskammer]].
Das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden ist der [[Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost]] untergeordnet und hauptssächlich für die [[Elbe]] auf einer Länge von 290 km verantwortlich. Zur [[Bundeszollverwaltung]] gehören ein [[Zollfahndungsamt]] mit Sitz in Dresden. Das [[Hauptzollamt]] ist der Zoll- und Verbrauchsteuerabteilung (der [[Oberfinanzdirektion]] [[Chemnitz]]), die ebenfalls in Dresden sitzt, unterstellt.
In Dresden sitzt die [[Offizierschule des Heeres]] sowie die [[Verwaltung]] und der [[Stab]] eines [[Wehrbereichskommando]]s. Zur Musterung [[Wehrpflicht|Wehrpflichtiger]] gibt es ein [[Kreiswehrersatzamt]].
Die [[Technisches Hilfswerk|Bundesanstalt Technisches Hilfswerk]] hat in Dresden eine Geschäftsstelle und einen [[Ortsverband]].
Die [[Bundesnetzagentur|Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen]] hat in Dresden eine [[Außenstelle]].
=== Bildung und Forschung ===
Dresden ist schon traditionell geprägt als Standort wichtiger und zukunftsweisender Unternehmen und Institutionen, was den weiteren Ausbau zu einem der weltweit führenden Technologiestandorte fördert, aber als Kunst- und Kulturstadt auch den Bildenden Künsten und Geisteswissenschaften verpflichtet. Das Netzwerk aus Forschung, Wirtschaft und Kultur, die Verankerung von Wissenschaft in der breiten Bevölkerung, sowie die wissenschaftliche Tradition und gegenwärtige Rolle Dresdens, haben dazu beigetragen, dass Dresden vom [[Stifterverband für die deutsche Wissenschaft]] für das Jahr 2006 zur „[[Stadt der Wissenschaft]]“ ernannt wurde. Die damit verbundenen Veranstaltungen werden eng an das 800-Jahr-Fest der Stadt gebunden. In Dresden gibt es eine Eliteschule des Sports, das Sportgymnasium Dresden.
==== Hochschulbildung und universitäre Forschung ====
[[Bild:HSZ_TUDresden.jpg|thumb|Hörsaalzentrum der TU Dresden]]
[[Bild:Dresden-Frauenkirche-View.from.top.03.JPG|thumb|Die Hochschule für Bildende Künste an der Brühlschen Terrasse]]
In Dresden existieren derzeit neun [[Hochschule]]n. Traditionell liegen deren Stärken und Bedeutungen einerseits in der Technik und Wirtschaft, andererseits in Kunst und Kultur. Insgesamt studieren mehr als 40.000 Menschen in Dresden. Die Hochschulen und deren Studenten werden durch das [[Studentenwerk Dresden]] betreut.
Die [[Technische Universität Dresden]] (TUD) gehört mit etwa 35.000 Studenten zu den zehn größten [[Universität]]en in Deutschland. Sie ist eine Volluniversität. Ihr [[Campus]] liegt südlich der Innenstadt in der Nähe des Hauptbahnhofs. Eine Ausgründung der TU Dresden ist die [[Dresden International University]] (DIU), an der nur [[postgradual]]e Abschlüsse erworben werden können. Auch an der TUD wird jedes Semester eine [[Kinderuniversität]] in der Art einer [[Ringvorlesung]] zu verschiedensten Themen ausgetragen.
Die größte [[Fachhochschule]] in Dresden ist die [[Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden]] (HTW). Die Hauptgebäude der HTW liegen direkt am Hauptbahnhof. Sie beherbergten bis 1992 die [[Hochschule für Verkehrswesen]] „[[Friedrich List]]“, die seit 1992 die [[Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"|gleichnamige Fakultät]] für [[Verkehrswesen]] in der TU bildet. Derzeit studieren etwa 5.000 Studenten an der HTW.
Bedeutung im Bereich der Bildenden Künste besitzt die [[Hochschule für Bildende Künste Dresden|Hochschule für Bildende Künste]] (HfBK), die sich direkt in der Innenstadt an der [[Brühlsche Terrasse|Brühlschen Terrasse]] befindet. Ebenfalls in ihren Bereichen bedeutend sind die Palucca Schule – Hochschule für Tanz und die [[Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden|Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“]] (HfM).
Weitere Hochschulen in Dresden sind die [[Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit]], die [[Fachhochschule der Wirtschaft]] Dresden und die [[Hochschule für Kirchenmusik Dresden|Hochschule für Kirchenmusik]].
Neben diesen Hochschulen existieren weitere wichtige Bildungsanstalten in Dresden. Die [[Berufsakademie Dresden|Staatliche Studienakademie Dresden]] ([[Berufsakademie]]) ist eine Zweigstelle der Staatlichen Studienakademie Sachsen. Die Sächsische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie e. V. ist eine reine Fortbildungseinrichtung. Ebenfalls den höheren Bildungseinrichtungen kann die [[Offizierschule des Heeres]] zugeordnet werden, die traditionell die [[Offizier]]e des deutschen Heeres ausbildet.
==== Außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtungen ====
'''Fraunhofer Gesellschaft'''
Derzeit baut die [[Fraunhofer-Gesellschaft]] in Dresden mit ihren neun Einrichtungen und dem Institutszentrum ihren deutschlandweit größten Standort auf. Als führende Trägerorganisation der angewandten Forschung in Deutschland betreibt sie in ihren Instituten Vertragsforschung. Die Forschung der Fraunhofer-Einrichtungen ist für viele hochtechnologisierte Unternehmen ein bedeutsamer Standortfaktor geworden. So betreibt die Gesellschaft – in die Anlagen des [[Infineon]]-Werks integriert – das Fraunhofer-Center [[Nanoelektronik|Nanoelektronische]] Technologien auch in enger Zusammenarbeit mit [[AMD]].
''Siehe auch:'' [[Liste von Fraunhofer-Instituten in Dresden]]
'''Max-Planck-Gesellschaft'''
[[Bild:Max Planck Institut Dresden.JPG|thumb|Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik]]
Die [[Max-Planck-Gesellschaft]] betreibt in Dresden seit 2001 das [[Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik]] (MPI CBG). Seit dem hat es sich über Forschungsprogramme wie [[Molecular Bioengineering Dresden]] zu einem der weltweit führenden Institute im Bereich der funktionellen [[Genomik]] entwickelt. Etwa 300 Mitarbeiter arbeiten in diesem Institut.
Weitere Institute der Gesellschaft sind das [[Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe]] (MPI CPfS) und [[Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme]] (MPI PKS).
'''Wissenschaftsgemeinschaft „Gottfried Wilhelm Leibniz“'''
* Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden
* [[Institut für Polymerforschung Dresden|Institut für Polymerforschung Dresden e. V.]](IPF)
* Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR)
* [[Forschungszentrum Rossendorf|Forschungszentrum Rossendorf e. V.]] (FZR)
==== Projekte ====
In Dresden finden an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen zahlreiche wissenschaftliche Projekte statt.
Unter der Führung der TUD entsteht derzeit eines der wichtigsten Forschungszentren der Biotechnologie. Das Forschungszentrum „Regenerative Therapien“ wird von der [[Deutsche Forschungsgemeinschaft|Deutschen Forschungsgemeinschaft]] mit 60 Millionen Euro gefördert. Es soll Erkenntnisse der Grundlagenforschung des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik nutzen und in enger Kooperation weltweiter Einrichtungen zum Beispiel der [[Harvard-Universität|Harvard University]] arbeiten.
Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme wirkt in Dresden insbesondere durch den Aufbau der Verkehrsinformationssysteme im öffentlichen Nahverkehr und im Straßenverkehr. Am Institut wird mit der [[Autotram]] ein automatisch geführter Bus entwickelt. Ein weiteres Projekt ist das [[ALLFA-Ticket]].
==== Einrichtungen für Technologietransfer und Innovationsförderung ====
* Institut für Luft- und Kältetechnik (gemeinnützige Gesellschaft)
==== Erfindergeist und Patente ====
In Dresden wurden zahlreiche Produkte und Gegenstände erfunden oder das erste Mal zur [[Marktreife|Markt]]- bzw. [[Serienproduktion|Serienreife]] entwickelt. In den letzten Jahren überwogen die ansässigen Forschungsinstitute und Hochschulen bei der Patentanmeldung.
Dinge, die in Dresden erfunden und entwickelt worden:
* [[Bierdeckel]]
* [[Büroklammer]]
* [[Büstenhalter]]
* [[Kaffeefilter]] durch [[Melitta Bentz]]
* [[Odol]] (Mundwasser)
* [[Schuhcreme]] aus der [[Tube]] (Eg-Gü)
* [[Spiegelreflexkamera]]
* [[Teebeutel]] (Teekanne)
* [[Zahncreme]]
* [[Zigarettenfilter]]
== Persönlichkeiten ==
=== Ehrenbürger ===
Zu den [[Ehrenbürger]]n der Stadt zählen neben Monarchen und Politikern insbesondere auch Wissenschaftler und Künstler, die in Dresden wirkten. Der bekannteste unter diesen dürfte [[Manfred von Ardenne]] sein. Die Tanzpädagogin [[Gret Palucca]] ist Ehrenbürgerin der Stadt, genau wie man [[Richard Strauss]] die Ehrenbürgerschaft anerkannte.
''Siehe auch:'' [[Liste der Ehrenbürger von Dresden]]
=== Söhne und Töchter der Stadt ===
Zu den bekannten Menschen, die in Dresden geboren wurden, zählt der Maler [[Gerhard Richter]]. Er studierte an der [[Akademie der Künste (Dresden)|Kunstakademie]] und zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern der Nachkriegszeit. Der weltweit bekannte Autor [[Erich Kästner]] wurde in Dresden geboren und wuchs im Stadtteil Neustadt auf. Ebenfalls aus Dresden stammen der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende [[Herbert Wehner]] und sein FDP-Kollege [[Wolfgang Mischnick]]. Auch in Dresden aufgewachsen ist der Fußballtrainer [[Helmut Schön]], der die Auswahl der Bundesrepublik [[1974]] zur Weltmeisterschaft führte. Die Vorvorgängerin von [[Renate Schmidt]] im Amt der [[Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend|Bundesministerin für Familie]], [[Christine Bergmann]], wurde in Dresden geboren.
Weitere Personen die längere Zeit in Dresden lebten und wirkten, waren [[Carl Gustav Carus]], [[Heinrich von Kleist]], [[Daniel Pöppelmann]], [[Richard Wagner]], [[Otto Dix]], [[Victor Klemperer]] und [[Carl Maria von Weber]].
''Siehe auch:'' [[Söhne und Töchter der Stadt Dresden]]
== Quellen und Literatur ==
*[http://www.zeit.de/2005/45/Frauenkirche_ Finger, Evelyn: ''Canaletto kaputt'', in: Die Zeit 45/2005]
*Löffler, Fritz: ''Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten.'' Seemann-Henschel, ISBN 3363000073
*Helfricht, Jürgen: ''Astronomiegeschichte Dresdens''. Hellerau-Verlag, Dresden 2001, ISBN 3910184766
*Helfricht, Jürgen: ''Die Dresdner Frauenkirche. Eine Chronik von 1000 bis heute.'' Husum Husum 4., aktualisierte Auflage 2005, ISBN 3898761223
*Helfricht, Jürgen: ''Dresden und seine Kirchen.'' Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2005, ISBN 3374022618
*Helfricht, Jürgen: ''Dresdner Kreuzchor und Kreuzkirche. Eine Chronik von 1206 bis heute.'' Husum Husum 2004, ISBN 3898761800
*Helfricht, Jürgen: ''Kleines Dresden-ABC.'' Husum Husum 2005 – ISBN 3898761223
*Helfricht, Jürgen: ''Die Wettiner – Sachsen Könige, Herzöge, Kurfürsten und Markgrafen.'' Sachsenbuch Leipzig 3., aktualisierte Auflage 2005, ISBN 3896640445
*Keyser, Erich (Hrsg.): ''Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band II Mitteldeutschland.'' Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 1941
*Landeshauptstadt Dresden, 1998: ''Flächennutzungsplan.''
*Landeshauptstadt Dresden, 2001: ''Integriertes Stadtentwicklungskonzept Dresden. Teil I: Analyse und Handlungsfelder.''
*Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Statistikstelle, 2001 a: ''Statistische Mitteilungen November 2001''
*Lühr, Hans-Peter (Gesamtredaktion): ''Großstadt des Sozialismus? – Dresden in den siebziger Jahren.'' hrsg. vom Dresdner Geschichtsverein e. V. 2005, Dresdner Hefte Jg. 23, H. 81, 1/05, ISBN 3-910055-75-3
*Rohde, Philipp, 2002: ''Freiraumentwicklung in Dresden-Neustadt/Trachenberge für die Erholung unter Berücksichtigung von naturschutzfachlichen Zielen'' (Diplomarbeit, Betreuer Prof. C. Scherzer (HTW Dresden) und Dipl.-Ing. G. Gülzow (Umweltamt Dresden)). Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden, Dresden.
*[http://www.zeit.de/2000/46/200046_dresden.xml Ruby, Andreas, 2001: Las Vegas an der Elbe. Die Zeit, 46/2000.]
*Spehr, Reinhard; Boswank, Herbert Boswank: ''Dresden – Stadtgründung im Dunkel der Geschichte.'' Dresden 2000, – ISBN 3980309118
== Weblinks ==
{{Wikinews|Portal:Dresden|Dresden}}
{{Wiktionary|Dresden}}
{{Commons|Dresden}}
{{Wikiquote|Städte#Dresden|Dresden}}
*[http://www.dresden.de Offizielle Seite der Stadt Dresden]
*[http://www.dresden-lexikon.de Dresden-Lexikon – Informationen zu Stadt und Umgebung]
*[http://www.dresdner-stadtteile.de Informationen zu den einzelnen Stadtteilen, vielen Straßen und Bauten]
*[http://www.das-neue-dresden.de/ Moderne Architektur in Dresden]
*{{wikitravel|Dresden}}
{{dmoz|World/Deutsch/Regional/Europa/Deutschland/Sachsen/Städte_und_Gemeinden/D/Dresden/|Dresden}}
[[Kategorie:Ort in Sachsen]]
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Diese Version des Artikels stammt vom 31.01.2006.
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