Du bist Deutschland
Eine andere Assoziation führte zu einer Abmahnung der Werbeagentur [[Jung von Matt]] gegen eine parodistische Webseite, da sie einen „Hundehaufen“ in das Piktogramm hineininterpretierte, was schon kurz nach Vorstellung der Kampagne für zahlreiche bissige Bemerkungen sorgte. {{Ref|wD}} == Inhalt == Erklärtes Ziel der Kampagne ist es, „Initialzündung einer Bewegung für mehr Zuversicht und Eigeninitiative in Deutschland“ zu sein und die Bundesbürger zu „mehr Selbstvertrauen und Motivation“ anzustoßen. Im Kern der Kampagne steht ein sogenanntes [[Manifest]], das gleichzeitig auch im Zentrum des Werbespots ist. Die bis zu zwei Minuten langen Spots zeigen größtenteils prominente Menschen an historischen, landschaftlichen und urbanen Schauplätzen. Diese tragen den Slogan der Kampagne ''Du bist Deutschland'' in verschiedenen Variationen vor: „Du bist das Wunder von Deutschland“, „Du bist der Baum“, sowie Sinnsprüche und Metaphern wie zum Beispiel „Dein Wille ist wie Feuer unterm Hintern“, die positive Gefühle auslösen und den Zuschauer spontan begeistern und mitreißen sollen. Auszüge aus dem Manifest: :„''Ein Schmetterling kann einen Taifun auslösen. Der Windstoß, der durch seinen Flügelschlag verdrängt wird, entwurzelt vielleicht ein paar Kilometer weiter Bäume. Genauso wie sich ein Lufthauch zu einem Sturm entwickelt, kann Deine Tat wirken. [...] Dein Wille ist wie Feuer unterm Hintern. [...] Doch einmal haben wir schon eine Mauer niedergerissen. Deutschland hat genug Hände, um sie einander zu reichen und anzupacken. Wir sind 82 Millionen. Machen wir uns die Hände schmutzig. Du bist die Hand. Du bist 82 Millionen. Behandle Dein Land doch einfach wie einen guten Freund. Meckere nicht über ihn [...] Du bist Deutschland.''“{{Ref|Manif}}. == Positive Resonanz == Eine von den Initiatoren bei der [[Gesellschaft für Konsumforschung]] (GfK) in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass zwei Wochen nach Start der Kampagne 54% derjenigen, die sie bis dahin bewusst wahrgenommen hatten (35% der Bundesbürger), die Kampagne positiv bewerteten. Weiterhin sprechen die Organisatoren von „rund 400 Firmen, Verbände[n] und Organisationen“ die sich an der Aktion beteiligen wollten{{Ref|PrM}}; die zahlreiche Unterstützung verschiedenster Medienkonzerne (Liste s. u.) durch kostenlose Werbeplätze sowie die ebenfalls honorarfreie Beteiligung Prominenter zeigt außerdem den Rückhalt der Kampagne bei Firmen und Prominenz. Auf der Homepage der Kampagne besteht die Möglichkeit, ein Foto von sich, verbunden mit seinem Namen und einer eigenen kleinen Botschaft, in eine Galerie der Unterstützer hochzuladen. Mehrere tausend junge Menschen nahmen bis jetzt dieses Mitmach-Angebot wahr. Neben zahlreichen kritischen Zeitungsartikeln gibt es auch positive Stimmen, die der Kampagne großen Wert als „Aufbruchssignal“ zuschreiben{{Ref|Welt}}. == Kritik == Seit Kampagnenstart ist die Kampagne Kritik ausgesetzt. Unter anderem wird von Teilen der Bevölkerung beklagt, dass sich die Kampagne des vertraulichen "Du" für ihre Slogans bedient, welches die Kritiker als unangemessen empfinden. Von politisch linksorientierter Seite wird besonders der nationale Bezug der Kampagne beklagt und zum Teil als "[[Nationalismus|nationalistisch]]" ausgelegt. Kolumnisten verschiedener Zeitungen monieren außerdem, "Du bist Deutschland" fehle als reiner "Gute-Laune-Kampagne" der Inhalt. So spricht zum Beispiel die [[Die tageszeitung|taz]] davon, dass mittels einer „[[neoliberal]]en Wundertüte“ die „von Depressionen und Zukunftsängsten geschüttelten Deutschen wieder auf gute Laune getrimmt werden“ würden{{Ref|TAZ1}}, während die Verantwortung von Staat und Wirtschaft für das „Schicksal des Landes“ dabei auf den Einzelnen abgeschoben werde{{Ref|TAZ2}}. Der Nürnberger Gesellschaftskritiker [[Robert Kurz]] sieht sich durch die „Primitivität der Botschaft“, dem „Sprachgestus“, sowie der offenkundigen „Schamlosigkeit“ der Kampagne an „faschistische Durchhalteparolen“ erinnert. Er sieht in der Kampagne den Versuch „mitten im Hurrikan des globalen Krisenkapitalismus die deutsche Volksgemeinschaft als ideologische Not- und Zwangsgemeinschaft auferstehen“ zu lassen{{Ref|ND}}. In [[Weblog]]s stieß die Kampagne von Anfang an größtenteils auf Kritik und wurde parodiert, "Blogger" entdeckten auch zuerst das Foto, das die Verwendung eines ähnlichen Slogans zur Zeit des Nationalsozialismus zeigt. In einer privaten E-Mail beschwert sich [[Jean-Remy von Matt]], Teilhaber der an der Kampagne beteiligten Agentur Jung von Matt, über die Undankbarkeit von Journalisten und Bloggern und bezeichnete Weblogs als "Klowände des Internet". Er relativierte einige seiner Aussagen jedoch später mit Statements in den Kommentarspalten eines kritischen Weblogs und entschuldigte sich für einige seiner Äußerungen. === Vorwurf nationalistischer Ausrichtung === Viele Kritiker wurden auf den Plan gerufen, weil die Kampagne den Einzelnen als Mitglied eines [[Nationalstaat]]s anspricht. Sie sind der Meinung, dies sei eine [[Nationalismus|nationalistische]] Haltung und würde teils sogar Nähe zu nationalistischen Denkmustern des [[Nationalsozialismus]] aufweisen. Als Beleg werden ähnliche nationalsozialistische Parolen angegeben: Tatsächlich nutzten die Nationalsozialisten die – allerdings auf [[Adolf Hitler]] gemünzte – Parole „Denn Du bist Deutschland“ während einer Kundgebung [[1935]] auf dem Ludwigsplatz in [[Ludwigshafen]], abgebildet in dem Buch „Ludwigshafen – Ein Jahrhundert in Bildern“ des Stadtarchivs Ludwigshafen am Rhein von 1999 (ISBN 3-924667-29-2). Den Satz überragt ein großes Hitlerporträt. Historiker sehen die Kampagne dennoch nicht als belastet an.{{Ref|ORF}} In etwas abgewandelter Form taucht der Satz auch in dem Film „[[Triumph des Willens]]“ von [[Leni Riefenstahl]] auf: „Sie sind Deutschland!“. Einige Autoren sehen in der Kampagne Parallelen zur Ideologie der [[Volksgemeinschaft]]. So spricht zum Beispiel Harald Jähner in der [[Berliner Zeitung]] von einer „Volkskörperrhetorik“, die die Kampagne gebrauche{{Ref|BZ}}. Arian Wendel, Sprecher der linksradikalen Kampagne „Deutschland raus aus den Köpfen!“ und Mitglied von [['solid – die sozialistische Jugend|
''[[Auflage|Aufl.]] in Klammern'' |40 Titel (26.072.300) |8 ĂĽberregionale Titel (2.195.600)
13 regionale Titel (2.854.800) |11 Sender |1.866 Kinos
in 343 Orten |2.326 [[Mega-Light]]s (18/1)
in 80 Orten |- |'''Kontakte'''
''in Mio. Pers.'' |625,5 |82,8 |761,3 |32,4 |84,8 |- |'''Schaltvolumen'''
''in Euro'' |11.267.051 |5.378.799 |12.500.000 |984.998 |999.994 |} == Träger der Kampagne == ;Fernsehen : [[ARD]] • [[PREMIERE|Premiere Fernsehen]] • [[ProSieben]][[Sat.1]] • [[RTL|RTL Gruppe Deutschland]] • [[ZDF]] ;Print : [[Axel Springer AG|Axel Springer]] • [[Heinrich Bauer Verlag]] • [[Hubert Burda Media]] • [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]] • [[Jahreszeitenverlag]] • [[Gruner und Jahr]] • [[Heise Medien Gruppe]] • [[Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck]] • [[Zeitungsgruppe Ippen]] • [[Verlagsgesellschaft Madsack]] • [[Motor Presse Stuttgart]] • [[DER SPIEGEL]] • [[Süddeutscher Verlag]] • [[WAZ|WAZ-Mediengruppe]] • [[Zeitungsgruppe Stuttgart]] ;Online : [[RTL|RTL Interactive]] • [[TOMORROW FOCUS]] • [[T-Online]] ;Plakat : [[Ströer Out-of-Home Media]] ;Kino : [[WerbeWeischer]] Für die Kampagnenstrategie ist die [[Werbeagentur]] ''[[kempertrautmann]]'' und für die gestalterische Konzeptionierung ist die [[Werbeagentur]] ''[[Jung von Matt]]'' zuständig. Das "Kampagnenbüro" leitet die ''fischerAppelt Kommunikation GmbH'' (Hamburg). == Prominente Unterstützer der Kampagne (Auswahl)== [[Gerald Asamoah]] • [[Reinhold Beckmann]] • [[Bobby Brederlow]] • [[Yvonne Catterfeld]] • [[Sarah Connor]] • [[Wojtek Czyz]] • [[Justus Frantz|Justus Frantz und Orchester]] • [[Maria Furtwängler]] • [[Günther Jauch]] • [[Oliver Kahn]] • [[Walter Kempowski]] • [[Johannes B. Kerner]] • [[Oliver Korittke]] • [[Walter Lange]] • [[Florian Langenscheidt]] • [[Patrick Lindner]] • [[Sandra Maischberger]] • [[Xavier Naidoo]] • [[Minh-Khai Phan-Thi]] • [[Oliver Pocher]] • [[Dominic Raacke]] • [[Marcel Reich-Ranicki]] • [[Hans Martin Rüter]] • [[Kool Savas]] • [[Achim Kreisel]] • [[Harald Schmidt]] • [[Gabriele Strehle]] • [[Gerd Strehle]] • [[Ulrich Wickert]] • [[Anne Will]] • [[Martin Winterkorn]] • [[Katarina Witt]] == Quellen == #{{Fußnote|wD|2=[http://www.wieder-deutschland.de/verboten/index.php Verboten?], wieder-deutschland.de}} #{{Fußnote|Manif|2=[http://www.du-bist-deutschland.de/opencms/opencms/Kampagne/Manifest.html/ Das "Manifest" der Kampagne]}} #{{Fußnote|PrM|2=[http://www.presseportal.de/story.htx?nr=736253&firmaid=59579 Offizielle Pressemappe der Kampagne]}} #{{Fußnote|Welt|2=[http://www.welt.de/data/2005/12/05/813232.html Stimmung des Aufbruchs], Hans-Martin Rüter in [[Die Welt]], 05. Dezember 2005}} #{{Fußnote|TAZ1|2=[http://www.taz.de/pt/2005/09/26/a0134.nf/text.ges,1- Offensive für Deutschland], [[taz]], 26. September 2005}} #{{Fußnote|TAZ2|2=[http://www.taz.de/pt/2005/09/29/a0208.nf/text.ges,1- ton, steine, bertelsmann], taz, 29. September 2005}} #{{Fußnote|ND|2=[http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=78786&IDC=33&DB=O2P- Du bist billig, Deutschland], [[Neues Deutschland]], 30. September 2005}} #{{Fußnote|ORF|2=[http://www.orf.at/051125-93747/93748txt_story.html Propaganda und Marketing], ORF}} #{{Fußnote|BZ|2=[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/487806.html?2005-09-30 Mach hinne, Deutschland], [[Berliner Zeitung]], 30. September 2005}} #{{Fußnote|JW|2=[http://www.jungewelt.de/2005/11-29/023.php »Den Laden mal auseinanderfliegen lassen!«] [[junge Welt]], 29. November 2005}} #{{Fußnote|ArFo|2=[http://www.arbeiterfotografie.com/sozialraub/2005-11-25-du-bist-deutschland.html Du bist Deutschland. Betrachtungen zu einer Kampagne und ihren Vorbildern.], Verband Arbeiterfotografie, 29. November 2005}} #{{Fußnote|AlSchwar|2=[http://www.taz.de/pt/2006/01/13/a0257.1/text Du-bist-Kollateralschäden], taz, 13. Januar 2005}} == Weblinks == * [http://www.du-bist-deutschland.de Offizielle Seite der Kampagne] *Dietmar Wittmann: [http://www.du-bist-deutschland.de/opencms/opencms/PresseMeinungen/Resonanz/Medienecho/ME000028.html ''Reaktionen auf die Kampagne in der Bevölkerung''] (NZ-Online, 22.Oktober 2005) *Martin Ax: [http://www.welt.de/data/2005/12/05/813096.html ''"Wirtschaft übernimmt Verantwortung für dieses Land"''] ([[Die Welt]], 05. Dezember 2005) *Jens Jessen: [http://www.zeit.de/2005/41/Spitze_41 ''Du bist Werbeagentur''] ([[Die Zeit]], 06. Oktober 2005) *Ulrich Gutmair: [http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/363857.html ''Du bist von gestern''] ([[Netzeitung]] Voice of Germany, 21. Oktober 2005) *Edo Reents: [http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~ED97F9CFEE9C2484C9F8BCB0565CE7E70~ATpl~Ecommon~Scontent.html ''Sprüche und Schliche''] ([[FAZ]], 03. Januar 2006) *Peter Nowak: [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21909/1.html ''Kreativität mit Grenzen''] ([[Telepolis]], 01. Februar 2006) [[Kategorie:Politik (Deutschland)]] [[Kategorie:Werbung]] [[es:Tú eres Alemania]] [[fr:Tu es l'Allemagne]]
Diese Version des Artikels stammt vom 04.04.2006.
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