Geschichte Dresdens
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Geschichte Dresdens
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Dieser Artikel behandelt die '''Geschichte der Stadt [[Dresden]]''' im [[Bundesland (Deutschland)|Bundesland]] [[Freistaat Sachsen|Sachsen]].
== Erstbesiedlung ==
Im Stadtgebiet der Stadt Dresden befindet sich eine auf das Jahr [[4800 v. Chr.]] datierte alte [[Tempel]]anlage der ältesten bekannten europäischen (bisher noch namenlosen) Kultur.
Die weitere Besiedlung des Dresdner Gebietes erfolgte dann in der [[Jungsteinzeit]] durch die [[Bandkeramische Kultur]]. Siedlungen sind unter anderem in [[Dresden-Nickern]] und [[Dresden-Cotta]] belegt. Aus Dresden-Cotta stammen auch [[Stichbandkeramik|stichbandkeramische]] Reste. Während der [[Völkerwanderung]]szeit besiedelte der [[Slawen|slawische]] Stamm der [[Nisani]] das Elbtal zwischen [[Scharfenberg]] und [[Pillnitz]].
Der Name ''Dresden'' ist slawischen Ursprungs und geht auf eine linkselbische [[Westslawen|westslawische]] Siedlung zurück, die die Einwohner ''Drežďany'' nannten. Der Name geht auf das [[Slawische Sprachen|slawische]] Wort drežga ''"Sumpfwald"'' zurück und bezeichnet somit die Sumpf- oder Auenwaldbewohner. Auf [[Slowakische Sprache|Slowakisch]] und [[Tschechische Sprache|Tschechisch]] heißt Dresden noch heute ''Drážďany'' ([[Wenden|wendisch]] ''Drodln'').
Auf dem linken Elbufer deuten [[Ostra]] (Ostrow), [[Poppitz]], [[Fischersdorf]], der [[Taschenberg]] und [[Elbberg]] auf den frühsten Ursprung der Stadt zurück. Nachdem König [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich I.]] um [[929]] die [[Slawen]] unterworfen hatte und [[Meißen]] Sitz eines [[Markgraf]]en und eines [[Bischof]]s geworden war, wurde auch das Dresdner Gebiet (jetzt als Gau Nisani) germanisiert und christianisiert. Im jetzigen Stadtteil [[Briesnitz_(Dresden)|Briesnitz]] entstand dafür ein [[Burgward]], ein weiterer wurde in [[Pesterwitz]] vermutet, momentan wird aber von einigen Wissenschaftlern angenommen, dass er sich in [[Plauen (Dresden)|Plauen]] befand.
Die eigentliche Gründung von [[Dresden]] wird um das Jahr [[1173]] vermutet und mit den Silberfunden im [[Erzgebirge]] in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die erste Burg in Dresden von einem kaiserlichen Beauftragten erbaut wurde und später durch die Burggrafen von Dohna besetzt war, die auch bis weit ins Mittelalter hinein die Gerichtsbarkeit auf der Dresdner Elbbrücke und den dritten Teil des Brückenzolls innehatten.
Der zweite erbliche Markgraf, [[Otto der Reiche]], soll die erste markgräfliche [[Burg]] in Dresden erbaut haben.
''siehe auch:'' [[Deutsche Ostsiedlung]], [[Westslawen]]
Zurück in das Jahr 1216 datiert die erste urkundliche Erwähnung der Kreuzschule im heutigen Stadtteil Blasewitz/Striesen.
== Dresden im Mittelalter ==
Die schon im [[Mittelalter]] älteste [[Kirche]] des Ortes, ''Zu Unsrer Lieben Frauen'', war mit ihrem wundertätigen [[Marienbild]], wie später die [[Dresdner Kreuzkirche|Kreuzkirche]] mit einem Splitter vom heiligen Kreuz, schon frühzeitig der Zielpunkt zahlreicher [[Wallfahrt]]en. Ottos Sohn, Markgraf [[Dietrich der Bedrängte]], hatte in Dresden bereits zeitweilig seine Residenz, denn aus seiner Zeit stammen die ältesten Urkunden von [[1206]], [[1215]] und [[1216]], in welchen Dresden zuerst und zugleich als zeitweilige Residenz des Markgrafen und besonders als [[Stadt]] (''civitas'') erwähnt wird. 1216 ist wahrscheinlichstes Jahr der Gründung der noch heute existierenden Kreuzschule.
Die Entwickelung der Stadt beschränkte sich vorzugsweise auf den auf dem linken Ufer gelegenen Stadtteil, der, obgleich von geringem Umfang, schon jetzt mit Mauern und Gräben umgeben war, während ''Altendresden'' am rechten Ufer (die jetzige [[Dresden-Neustadt|Neustadt]]) in der Entwicklung zurückblieb. 1403 erhielt Altendresden das Stadtrecht.
Der Ausbau der Stadt und die gewerbliche Entwicklung ging zunächst aber nur sehr zögerlich voran, Ende des [[13. Jahrhundert]]s gab es ein [[Franziskaner]]kloster, zum Ende des [[14. Jahrhundert]]s zwei Spitäler.
Nach [[Heinrich III. (Meißen)|Heinrichs des Erlauchten]] Tod [[1288]] kam bei der Teilung des Landes unter seine Erben Stadt und Pflege Dresden an seinen jüngsten Sohn, [[Friedrich der Kleine|Friedrich den Kleinen]], der kaum ein Jahr nach dem Tod seines Vaters sein Gebiet an den böhmischen König [[Wenzel]] verkaufte, ohne deshalb seinen Wohnsitz und seine Hofhaltung in Dresden aufzugeben.
Nach seinem Tod fiel Dresden und das dazu gehörige Gebiet infolge des Krieges, in welchen Friedrichs Neffe und Erbe [[Friedrich I. (Meißen)|Friedrich der Freidige]], bekannter unter dem Namen "der Gebissene", mit [[Mark Brandenburg|Brandenburg]] verwickelt gewesen war, an den Markgrafen [[Waldemar (Brandenburg)|Waldemar von Brandenburg]], nach dessen Tod [[1319]] jedoch das ganze Land, das Heinrich der Erlauchte zusammengebracht hatte, wiederum an ''Friedrich den Freidigen'' kam, der aber als Landgraf von [[Geschichte Thüringens|Thüringen]] vorzugsweise auf der [[Wartburg (Burg)|Wartburg]] Hof hielt.
Unter den folgenden Markgrafen erfreute sich die Stadt einer nur langsamen aber fortschreitenden Entwicklung trotz der vielfachen innern und äußern Anfechtungen und Unfälle, worunter besonders [[Pest]] und Krieg und [[1429]] die Einäscherung eines großen Teils der Stadt durch die [[Hussiten]] zu erwähnen sind.
Um das Jahr [[1500]] hatte die Stadt Dresden samt ihrer Vororte und ''Altendresden'' zirka 6.000 Einwohner.
== Dresden wird Residenzstadt ==
Bei der Teilung Sachsens ([[Leipziger Teilung]]) zwischen [[Ernst von Sachsen|Ernst]] und [[Albrecht III. (Sachsen)|Albrecht dem Beherzten]] [[1485]] kam [[Dresden]] an letzteren und blieb seitdem ununterbrochen Residenz der albertinischen Linie. Am [[15. Juni|15.]] und [[16. Juni]] [[1491]] wurde der größte Teil der Stadt ein Raub der Flammen. Albrechts Sohn, Herzog [[Georg der Bärtige]], ließ von [[1521]] bis [[1528]] die Befestigungen der Stadt verstärken und [[1534]]–[[1537]] das [[Georgenschloss]] erbauen.
Sein Nachfolger [[Heinrich V. (Sachsen)|Heinrich der Fromme]] führte [[1539]] hier die [[Reformation]] ein und im Ergebnis des [[Schmalkaldischer_Krieg|Schmalkaldischen Krieges]] erhielten die albertinischen Fürsten [[1547]] die [[Kurwürde]].
Somit war Dresden Hauptstadt des bedeutendsten [[protestantisch]]en Landes, welches nach den [[Habsburg]]ischen Ländern der mächtigste deutsche Staat war.
Kurfürst [[Moritz (Sachsen)|Moritz]], gab den Festungswerken der [[Dresden-Altstadt|Altstadt]] eine andere Gestalt, legte die ''Moritzstraße'' an und sorgte für eine zweckmäßige Verwaltung der Stadt. Sein Bruder und Nachfolger [[August (Sachsen)|August]] ließ die Straßen pflastern, die [[Kreuzschule]], die [[Annenkirche]], das [[Zeughaus]], den [[Jägerhof]] nebst vielen anderen öffentlichen Gebäuden erbauen und wurde der Gründer der Bibliothek und der meisten wissenschaftlichen und Kunstsammlungen.
Im Zuge dieser Förderung der Künste wurde [[1548]] die ''Hofcantorey'', der Vorläufer der sächsischen Staatskapelle gegründet und im gleichen Jahr wurde auch der Grundstein für die höfischen, später sächsischen Kunstsammlungen gelegt.
== Dresden während des Dreißigjährigen Krieges ==
Ab [[1620]] beteiligte sich [[Kurfürstentum Sachsen|Kursachsen]] abwechselnd auf kaiserlicher und schwedischer Seite an den Kampfhandlungen des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]]. Infolge des Krieges wurde auch ''Altendresden'' am rechten Elbufer befestigt. Obwohl die Stadt selber nicht erobert wurde, führten [[Hunger]], [[Pest]] und wirtschaftlicher Niedergang zu einem schweren Rückschlag in der städtischen Entwicklung.
In den nachfolgenden Jahrzehnten gelang es der Stadt aber dennoch schnell wieder an den alten Glanz anzuknüpfen, besonders durch die starke Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung durch den kurfürstlichen Hof.
In der 1670 gegründeten [[Dresden-Friedrichstadt|Friedrichstadt]] entstanden erste [[Manufaktur]]en. Der [[Großer Garten|Große Garten]] als höfisches Festgelände wurde angelegt, erste barocke Prunkbauten errichtet und mit dem Wirken von [[Heinrich Schütz]], der [[1614]] nach [[Dresden]] kam und [[1672]] hier starb, erreichte das musikalische Leben der Stadt einen Höhepunkt.
== Dresden unter August dem Starken ==
[[Bild:ZWWINGER.jpg|thumb|250px|der Zwinger]]
Die glänzendste Periode der Stadt begann mit der Regierung [[August II. (Polen)|Friedrich Augusts I.]] (genannt der ''"Starke"''), der nach dem Erwerb der polnischen Königskrone [[1697]] auch als Augusts II. König von Polen war. Das [[1685]] abgebrannte ''Altendresden'' wurde nach einem großartigen Plan wieder aufgebaut und wurde von da an [[Dresden-Neustadt]] genannt.
In dieser Zeit entstanden auch viele bedeutende Bauwerke wie das [[Blockhaus (Dresden)|Blockhaus]], die [[Ritterakademie]], die [[Kaserne]], das [[Japanisches Palais|Japanische Palais]], die [[Zwinger (Dresden)|Zwinger]]gebäude, die [[Dreikönigskirche (Dresden)|Dreikönigskirche]], die jetzige [[Frauenkirche (Dresden)|Frauenkirche]] und andere hervorragende Bauwerke ([[Dresdner Barock]]). Auch die Kunstsammlungen sowie die Bibliothek erhielten wertvolle Bereicherungen. [[August III. (Polen)|Friedrich August II.]] (als August III. König von Polen [[1733]]–[[1763]]) vollendete mehrere von seinem Vater angefangene Gebäude und ließ [[1739]]–[[1754]] die prächtige katholische [[Hofkirche]] erbauen. Im Zuge diese Aufschwungs und durch die großen Bedürfnisse des Hoflebens verdreifachte sich auch die Einwohnerzahl zwischen [[1700]] und [[1755]] auf 63.000 Menschen.
Nachdem die [[Preußen]] im [[österreichischer Erbfolgekrieg|österreichischen Erbfolgekrieg]], nach der [[Schlacht von Kesselsdorf]] ([[15. Dezember]] [[1745]]), Dresden erobert hatten, kam hier der Friede zwischen Österreich, Preußen und Sachsen [[25. Dezember]] [[1745]] zustande.
== Dresden im Siebenjährigen Krieg ==
Der [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährige Krieg]] brach [[Dresden]]s Blüte auf längere Zeit. [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich II.]] nahm bei [[Pirna]] die sächsische Armee "gefangen" und rückte am [[9. September]] [[1756]] in Dresden ein. Als sich Anfang November [[1758]] die ''Reichsarmee'' und die österreichische Hauptarmee unter [[Leopold Josef Daun|Daun]] der Stadt näherten, ließ der preußische Gouverneur, Generalleutnant ''Graf von Schmettau'', die Pirnaische und später ([[1759]]) auch die [[Wilsdruff]]er Vorstadt abbrennen, Nach der [[Schlacht bei Kunersdorf]] erschienen die feindlichen Truppen am [[26. August]] [[1759]] vor Dresden, verdrängten die Preußen zunächst aus der [[Dresden-Neustadt|Neustadt]] und nahmen nach einer von diesen am [[4. September]] geschlossenen [[Kapitulation]] Besitz von der ganzen Stadt. Die härtesten Leiden aber trafen die Stadt bei der erfolglosen [[Belagerung]] und dem [[Bombardement]] durch die Preußen unter [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich dem Großen]] selbst im Juli [[1760]].
== Dresden nach dem Siebenjährigen Krieg ==
Kurfürst [[Friedrich August I. der Gerechte (Sachsen)|Friedrich August III.]] wurde nun als Friedrich August I. König von Sachsen ([[1763]]–[[1827]]). Aufgrund seiner Minderjährigkeit stand Sachsen bis 1768 unter der vormundschaftlichen Regierung des Prinzen [[Xaver (Sachsen)|Xaver]]. Nun wurde die Stadt nicht nur wiederhergestellt, sondern auch bedeutend erweitert und [[1764]] die [[Akademie der Künste]] gegründet. Dennoch erholte sich die Stadt nur sehr langsam, es dauerte 60 Jahre, ehe die Bevölkerung wieder auf dem Vorkriegsstand war. Friedrich August brachte zur Vollendung, was sein Vormund begonnen hatte. Die [[Französische Revolution|französische Revolution]] führte viele [[Emigrant]]en nach Dresden, noch mehr aber die letzte Teilung [[Geschichte Polens|Polens]]. Als die sächsischen Truppen am [[14. Oktober]] [[1806]] mit in die [[Schlacht bei Jena und Auerstedt]] verwickelt worden waren, besetzte der französische [[Auxonne-Marie-Thedose_de_Thiard|General Thiard]] am [[25. Oktober]] Dresden. Doch am [[20. Dezember]], nachdem der Kurfürst dem [[Rheinbund]] beigetreten war und die Königswürde angenommen hatte, wurde Dresden sächsische Königsstadt. Während des Kriegs mit [[Österreich]] [[1809]] war Dresden eine Zeit lang von den Österreichern besetzt. Im Jahr [[1810]] begann man mit Abtragung der Festungswerke, doch diese Arbeit wurde beim Ausbruch des [[Russisch-Französischer Krieg|russisch-französischen Kriegs]] unterbrochen.
== Dresden in napoleonischer Zeit ==
Vom 16.-28. Mai [[1812]] fand in Dresden eine prominente Zusammenkunft [[Napoléon Bonaparte|Napoleons]], des [[Franz II. Joseph Karl (HRR)|Kaisers von Österreich]], des [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Königs von Preußen]] und verschiedener anderer Fürsten statt. Im Jahr [[1813]] war die Stadt ein Hauptpunkt der [[Napoleonische Kriege|Operationen]] Napoleons, der sich hier an beiden Ufern des [[Elbe|Elbstroms]] mit seinem ganzen Heer aufgestellt und [[Pirna]], den [[Lilienstein]], den [[Festung Königstein|Königstein]] und [[Stolpen]] in seine taktischen Überlegungen mit einbezogen hatte, so dass die Gegend einem großen verschanzten Heerlager glich.
Am [[13. März]] rückte der Marschall [[Louis-Nicolas Davout|Davout]] mit 12.000 Mann von [[Meißen]] nach Dresden vor und übernahm dort auch den Oberbefehl. Da vor der [[Dresden-Neustadt|Neustadt]] bereits [[Scharmützel]] mit [[Kosaken]] stattgefunden hatten, ließ der Marschall am [[19. März]] einen Pfeiler und zwei Bogen der Elbbrücke sprengen und zog mit seinen Truppen ab, worauf die [[Russen]] am [[22. März]] Dresden besetzten. Nach der [[Schlacht von Großgörschen]] wurde die Stadt von den Russen geräumt, und am [[12. Mai]] kehrte der König wieder nach Dresden zurück. Die Franzosen befestigten nun die Neustadt, und als im August nach der [[Kriegserklärung]] [[Österreich|Österreichs]] an [[Frankreich]] der Krieg von neuem ausbrach, blieb Dresden der Mittelpunkt der Bewegungen der französischen Armee und war am [[26. August|26.]] und [[27. August]] den Angriffen der [[Böhmen|böhmischen]] Armee ausgesetzt (Siehe [[Schlacht von Dresden|Schlacht bei Dresden]]). Dabei gelang Napoleon des letzte Sieg auf deutschen Boden.
Auf die Nachricht, dass ''[[Dominique Joseph René Van Damme|Vandamme]]'', der am 25. bei [[Königstein (Sächsische Schweiz)|Königstein]] über die Elbe gegangen war, gegen Pirna vordringe und die Verbindung mit [[Böhmen]] bedrohe, traten die [[Alliierte]]n in der Nacht vom [[27. August|27.]] auf den [[28. August]] den Rückweg an. Sie hatten 15.000 Mann an Toten und Verwundeten, über 20.000 Gefangene verloren. Aber auch die Franzosen zählten an Verwundeten allein mehr als 10.000 Mann. Das Herannahen der Verbündeten veranlaßte Napoleon und den König von Sachsen, am [[7. Oktober]] die Stadt zu verlassen. In und um Dresden blieb eine Heeresmacht von einigen 30.000 Mann unter [[Laurent de Gouvion Saint-Cyr|St. Cyr]] und dem ''Grafen Lobau'' zurück. Die Stadt, zuerst nur von einer kleinen Heeresabteilung beobachtet, wurde nach der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] durch den österreichischen General [[Johann_von_Klenau|Klenau]] blockiert. Mangel an Lebensmitteln und heftig auftretende Fieber nötigten Saint-Cyr zur [[Kapitulation]], in welcher ihm freier Abzug bewilligt wurde. Doch [[Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg]] versagte derselben seine Einwilligung, und Saint-Cyr musste sich unterwegs mit 35.000 Mann kriegsgefangen geben. Nun rückten die Russen unter dem ''General Gouriew'' in die Stadt, und Dresden wurde am [[17. November]] Sitz der russischen Landesverwaltung unter dem Fürsten [[Nikolai_Repnin|Repnin]], bis es am [[8. November]] [[1814]] dem preußischen Gouverneur [[Eberhard_von_Reck|von Reck]] übergeben wurde.
== Dresden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ==
Nach dem Frieden und unter der Pflege des am [[7. Juni]] [[1815]] in sein Land zurückgekehrten Königs [[Friedrich August I. (Sachsen)|Friedrich August]] gewann [[Dresden]] allmählich ein immer freundlicheres Ansehen, besonders infolge der Abtragung der Festungswerke, die seit [[1817]] wieder in Angriff genommen wurde. Unter der Regierung des Königs [[Anton (Sachsen)|Anton]] ([[1827]]–[[1836]]) wurde die [[Gasbeleuchtung]] eingeführt, die Stadt[[post]] errichtet, die Kavalleriekasernen in der Neustadt, die [[Hauptwache (Dresden)|Hauptwache]], das neue Posthaus in der Altstadt und die [[Weißeritz]]brücke in der [[Friedrichstadt]] erbaut. An neuen wissenschaftlichen Anstalten entstand unter König Anton [[1828]] die technische Bildungsanstalt, das so genannte [[Polytechnikum]]. Die Erweiterung der Stadt auf der Neustädter Seite wurde [[1835]] zu einem vierten Stadtteil unter dem Namen Antonstadt vereinigt und mit Stadtgerechtigkeit versehen. Der am [[9. September]] [[1830]] ausgebrochene Aufstand hatte für die Stadt insbesondere die Umgestaltung der [[Polizei]] und die Einführung der Städteordnung zur Folge.
Aber nicht mehr nur der königliche Hof bestimmte die Stadtentwicklung, zunehmend war auch die Wirtschaft und das Bürgertum daran beteiligt. Industriebetriebe entstanden ([[1836]] die Maschinenfabrik Übigau), [[1825]] wurde die Technische Bildungsanstalt gegründet und [[1839]] mit der [[Leipzig-Dresdner Eisenbahn]] die erste Fern-[[Eisenbahn]] Deutschlands in Betrieb genommen.
Auch unter der Regierung des Königs [[Friedrich August II. (Sachsen)|Friedrich August II.]] ([[1836]]–[[1854]]) wurde Dresden erweitert und verschönert, namentlich durch das neue Theater, das am [[21. September]] [[1869]] ein Raub der Flammen wurde, das königliche [[Orangerie]]gebäude und das [[Belvedere]] auf der [[Brühlsche Terrasse|Brühlschen Terrasse]]. Über den zunächst infolge der Ablehnung der nach der [[Märzrevolution]] von 1848 ausgearbeiteten deutschen Reichsverfassung seitens des Königs von Sachsen am [[3. Mai]] [[1849]] hier ausgebrochenen [[Dresdner Maiaufstand]]s und Barrikadenkampf, der am 9. Mai von sächsischen und preußischen Truppen niedergeschlagen wurde. Vom [[23. Dezember]] [[1850]] bis [[15. Mai]] [[1851]] fanden hier Ministerkonferenzen der deutschen Staaten statt.
== Dresden wird Großstadt ==
[[Bild:Semperoper Dresden.jpg|thumb|220px|left|[[Semperoper]]]]
Unter der Regierung des Königs [[Johann I. (Sachsen)|Johann]] ([[1854]]–[[1873]]) hat Dresden hinsichtlich seiner inneren and äußeren Entwicklung und Verschönerung einen bedeutenden Aufschwung genommen.
Das Innere der Stadt ist durch zahlreiche Neubauten verschönert worden, und mit dem schnellen Wachstum der Bevölkerung Schritt haltend, streben die Vorstädte mit ihren [[Villa|Villen]] immer mehr einer engeren Verbindung mit den nächstliegenden Ortschaften entgegen. Die Ereignisse des Jahres [[1866]], wo Dresden von preußischer Seite als strategischer Punkt mit einem starken, die weitere Entwicklung ernstlich bedrohenden Schanzengürtel umgeben wurde, der in neuester Zeit seinen bedenklichen Charakter wieder verloren hat, haben dieses Aufblühen nur auf kurze Zeit zu hemmen vermocht.
Auch die [[Wirtschaft]] wuchs sehr rasch, in den Jahrzehnten nach [[1850]] entstanden die für Dresden typischen Industriezweige Feinmechanik, Optik und Genußmittel (Schokolade, Zigaretten).
[[Bild:Dresden1876.png|thumb|300px|right|Karte von Dresden im Jahre 1876]]
Nach der Gründung des [[Deutsches_Reich|Deutschen Reiches]] [[1871]] beherbergte die Stadt eine der größten Garnisonen Deutschlands und es wurden viele Kasernen (vor allem im Norden der Stadt) gebaut.
Umfangreiche Verkehrsbauten veränderten das Gesicht der Stadt: zusätzliche Elbbrücken, weitere Bahnlinien und Bahnhöfe wurden gebaut und ein Elbhafen errichtet. [[1872]] wurde die erste [[Straßenbahn]]linie eröffnet.
Dresden erhielt ein neues Rathaus ([[1910]]), [[Semperoper|Opernhaus]] ([[1878]]) und eine Vielzahl kommunaler Bauten.
Zur Jahrhundertwende war Dresden dank vieler [[Eingemeindung]]en mit 500.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in [[Deutschland]] und trotz der stürmischen Entwicklung konnte das Stadtbild durch behutsame Bauvorschriften seinen Reiz bewahren.
== Dresden nach dem Ersten Weltkrieg ==
Die [[Novemberrevolution]] [[1918]] zwang auch König Friedrich August III., der seit [[1904]] regierte zum Abdanken. Der [[Freistaat Sachsen]] wurde gebildet.
Anfang der Zwanziger wurde sehr viele Ortschaften um Dresden herum eingemeindet.
Während der politisch stabileren zweiten Hälfte der zwanziger Jahre entstanden bedeutende bauliche und kulturelle Leistungen.
[[Otto Dix|Dix]] und [[Oskar_Kokoschka|Kokoschka]] waren wichtige Lehrer der Kunstakademie, mit [[Mary Wigman]] und [[Gret Palucca]] begann in [[Dresden]] die Geschichte des europäischen [[Ausdruckstanz]]es.
[[1930]] wurde das Deutsche Hygienemuseum eröffnet.
Dann setzte die Machtübernahme der [[Nationalsozialist]]en [[1933]] den progressiven kulturellen Traditionen der Stadt ein Ende. Die brutale Unterdrückung der politischen Gegner gipfelte in den Mißhandlungen und der [[Deportation]] der jüdischen Einwohner Dresdens.
== Dresden im zweiten Weltkrieg ==
Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war Dresden mit 642.143 Einwohner die siebtgrößte deutsche Stadt. Der Raum Dresden blieb bis zum August 1944 von Luftangriffen verschont, weil er außerhalb der Reichweite alliierter Bomber lag. Im Herbst 1944 war Dresden der letzte unbeschädigte größere Industriestandort, Verwaltungszentrum und einer der wichtigsten Vekehrsknotenpunkte Deutschlands.
===Verkehr===
In Dresden kreuzten sich die Bahnstrecken nach Prag, Berlin, Leipzig, Nürnberg und Breslau. Der Bahnverkehr der gesamten Großregion Berlin - Leipzig - Dresden wurde 1944 im wesentlichen über den Verschiebebahnhof Friedrichstadt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof Neustadt abgewickelt. Bedeutung für das Funktionieren der Industrie besaß auch die Bahnstrecke nach Hof und Nürnberg, die die Industriebetriebe Freitals und Bergbaubetriebe im Erzgebirge über den Kohlebahnhof versorgte, sowie der Alberthafen und der Neustädter Güterbahnhof in der Leipziger Vorstadt. Dresden war der drittgrößte Bahnumschlagplatz des Reiches.
===Industrie===
Nach Aussage der USAF waren im Februar 1945 „mindestens 110“ Fabriken und Unternehmen ansässig, die „legitime militärische Ziele“ darstellten (''siehe auch:'' [[Kriegswirtschaft Deutschland (1939-1945)|totale Kriegswirtschaft]]). 50.000 Arbeiter seien allein in der Rüstungsindustrie beschäftigt gewesen, darunter auch Zulieferindustrie für die Flugzeugwerke in [[Dresden-Klotzsche]]. Nach lokalen Quellen gab es Chemische Industrie in Niedersedlitz, die Waffenfabrik Lehmann, die optischen Werke, v.a. [[Zeiss Ikon]] an der Schandauer Straße, Junghansstraße und Bärensteiner Straße sowie Emil Wünsche in Reick, Stahlbau Kelle & Hildebrandt in Großluga, sowie Hersteller von Transformatoren und später Röntgengeräte wie [[Koch & Sterzel AG]] in Mickten, Universelle und andere Rüstungsbetriebe.
[[Sachsenwerk]], Avus und [[Miag]] produzierten mit Kriegsgefangenen in Leuben,
die auf dem Gelände des Mühlenwerkes interniert waren. Zwangsarbeiter aus dem [[KZ Flossenbürg]] und anderen [[Konzentrationslager]]n mussten in der Industrie arbeiten.
===Militär===
Dresden war 1944/45 die letzte intakte Garnisonsstadt im Rücken der Ostfront. Schon im 19. Jahrhundert wurde die [[Dresden-Albertstadt|Albertstadt]] als Militärstadt am nördlichen Stadtrand errichtet und bis 1939 ausgebaut. Weitläufige Kasernenkomplexe inklusive Versorgungseinrichtungen wie Heeresbäckerei und Metallverarbeitungsbetriebe mit Gleisanschluss oder einfache Handwerksbetriebe wie Exerzierplätze, Kanonenschußbahnen, und die [[Offizierschule des Heeres|Heeresoffizierschule]] (OSH). Auch in Mickten wurde Kasernen errichtet. Mitte der 30er Jahre wurde mit dem Bau des Flughafens in Klotzsche als Ersatz für den bisherigen Flugplatz auf dem Heller begonnen.
Nach dem Ende des Kaiserreiches wurde ab 1921 die [[Reichswehr]] in Dresden untergebracht und nach Machtübernahme der Nazis wurde die Stadt ein weiteres Mal militärisch ausgebaut. Die Stadt war Sitz des Wehrbereichskommandos. Das [[Luftgaukommando]] IV wurde in Strehlen (Innenstadt) und die Luftwaffenschule in Klotzsche errichtet. Bei Nickern entstand bei 1939/40 ein weiterer ausgedehnter Kasernenkomplex der Luftwaffe. 1939 standen ca. 20.000 Mann des IV. Armeekorps/Wehbereichs IV der 6. Armee in Dresden. Im Verlaufe des Krieges sind die meisten regulären Truppenteile an die Front abtransportiert worden. Die Kasernen wurden meist mit auszubildenden Ersatztruppen wieder aufgefüllt. Im Verlaufe des Krieges wurde die Garnisonsstadt zu einer Lazarett- und Versorgungsstadt, in der auch die bekannten Ballhäuser, Gaststätten und Elbdampfer zu Lazaretten und Lager umfunktioniert wurden. Selbst die [[Flak]] wurde an die Front kommandiert. Anfang 1945 waren noch halbausgebildete Soldaten und die Truppen des [[Volkssturm]]s in Dresden.
===„Verteidigungsbereich Dresden-Riesa“, „Festungsbereich Dresden“===
Im November 1944 wurden in Dresden 10 Bataillone des [[Volkssturm]]s rekrutiert und vereidigt. Unter ihnen Einheiten zum Schanzenbau, Panzerjagdkommandos, Nachrichteneinheiten. Sämtliche LKW in Dresden wurden samt Fahrern in zwei Volksturm-Transport-Bataillone zusammengefasst. Einzelne Bataillone wurden im Januar an die Ostfront abkommandiert, der Großteil blieb jedoch in Dresden kaserniert und wurden wie Heeresoffiziere auch in Schulen ausgebildet. Da die Bewaffnung nach der Versorgung der [[Wehrmacht]], [[Schutzstaffel|SS]] und Polizei nicht mehr für die ca. 20.000 Mann starken Truppen aus Volkssturm und [[Hitler-Jugend]] reichten, wurden sie zum Stellungsbau abkommandiert.
Bereits am 1. Dezember 1944 befahl Generaloberst [[Heinz Guderian]] die Errichtung des [[Verteidigungsbereich]]es Dresden-Riesa. Dieser Befehl wurde vorerst geheimgehalten und erst im April 1945 veröffentlicht. Rund um die Stadt sollten Panzersperren, Panzergräben, Schützengräben, Artilleriestellungen und Minenfelder angelegt werden. Die Behörden in der Stadt wurden dem Befehl des Korpsstab unterstellt. Da die Nazis den Vormarsch der Roten Armee bis an die Elbe erwarteten, sollte die Elbe von Hamburg nach Prag die letzte deutsche Verteidigungslinie darstellen. In [[Stalingrad]] oder [[Königsberg]] hatte die [[Wehrmacht]] gelernt, dass [[Panzerfaust|Panzerfäuste]] und Granaten selbst von Kindern oder Alten auf kürzester Distanz effektiv gegen Panzer eingesetzt werden konnten, und so sollten die Städte zu Festungen werden.
Nach dem Einsetzen des Lubliner Komitees durch die Sowjets in Konkurrenz zur geplanten Nachkriegsregierung in London, sowie durch die Kämpfe der kommunistischen Partisanen gegen britische Truppen in Griechenland unterlagen deutsche Militärs der Illusion, dass die Anti-Hitler-Koalition zerfallen könnte. Für die Elblinie wurde der Befehl ausgegeben: ''"Halten bis zum letzten!"''.
==Luftangriffe==
[[Bild:Dresden1945.jpg|thumb|right|250px]]
Seit August 1944 bis zum April 1945 gab es mehrere Luftangriffe auf Dresden und Umgebung, die meist den Industrie- und Verkehrsanlagen der Garnisonsstadt und des industriell entwickelten Elbtals galten. Bei den Angriffen vom [[13. Februar|13.]] und [[14. Februar]] [[1945]] wurde allerdings die barocke Innenstadt, Johannstadt, die Innere Neustadt, Striesen, Südvorstadt und Zschertnitz, Strehlen und Teile von Loschwitz bei mehrereren [[Luftangriffe auf Dresden|Luftangriffen auf Dresden]] zum Ziel genommen, in Brand gesetzt und schwer beschädigt. Die Altstadt war zum größten Teil vollständig zerstört.
Betroffen war ein 15 km² großes Stadtgebiet. Weniger stark traf es die äußeren Villenviertel der 290 km² großen Gemeinde Dresden, aber auch die äußere Neustadt, Mickten, Pieschen und Übigau, etc., bekamen nur wenige Treffer. Die Zahl der Getöteten ist bis heute unklar, eine aktuelle Historikerkommission geht von 25.000 Toten aus. Von den 222.000 Wohnungen Dresdens wurden beim Luftangriff 60.000 völlig zerstört, 11.000 schwer beschädigt, 7.000 mittelschwer und 81.000 leicht. Die kriegswichtigen Bahnanlagen wurden erst am 17. April 1945 funktionsuntüchtig gebombt. Trotzdem wurde die Stadt von Soldaten bis zum letzten Tage des Krieges, dem 8. Mai 1945, verteidigt.
Sachlich falsch ist die weltweit populäre Legende, Dresden wäre die im Krieg am meisten zerstörte Stadt gewesen. Diese Behauptung trifft nicht einmal im Vergleich mit den deutschen Städten, wie z.B. Berlin oder Hamburg, zu. Durch den Bombenangriff am 23. Februar starben in der im Vergleich zu Dresden relativ kleinen Stadt [[Pforzheim]] beispielsweise über 20.000 Menschen, ein Drittel der damaligen Einwohner, 98% der Gebäude wurden zerstört. Allerdings wurde bei den Angriffen auf Dresden besonders viele Kulturgüter zerstört; außerdem hatten sich vor den Angriffen viele Bewohner und Flüchtlinge Hoffnungen gemacht, der ''"Reichsluftschutzkeller Dresden"'' bliebe von den Bomben verschont, denn das Ende war abzusehen.
== Dresden 1945 bis 1989 ==
Die Nachkriegsjahre waren geprägt durch den Wiederaufbau der Stadt.
In den ersten Jahren nach dem Krieg wurden ausgebrannte Gebäude gesprengt und das Stadtzentrum von den gewaltigen Trümmermassen, u.a. auch durch Zehntausende Freiwillige, beräumt. Die Angehörigen des [[Volkssturm]]s und der Truppenteile wurden verpflichtet, die zwischen März und Mai 1945 in Stellungen vergrabenen Minen sowie Blindgänger zu entschärfen.
Anfang der fünfziger Jahre folgten weiterer Abriss von Ruinen und begann der Wiederaufbau mit Wohn- und Repräsentationsbauten im Stadtzentrum. Der Wiederaufbau orientierte sich teils sehr erheblich an den [[Barock|barocken]] und [[Gotik|gotischen]] Vorbildern sowie den Gesamtkunstwerken der [[Neorenaissance]], teils war er aber auch von wirtschaftlichen Nöten und [[Kommunismus|kommunistischen]] Ideologien bestimmt.
Während der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Zeit wurden viele Straßen umbenannt. Neue Namen waren zum Beispiel: [[Salvador_Allende|Salvador-Allende]]-Platz (Münchner Platz), [[Julius Fučík (Autor)|Fučik]]-Platz (Straßburger Platz), und [[Gagarin|Juri-Gagarin]]-Straße (Fritz-Löffler-Straße). Diese bekamen nach [[1989]] meist wieder ihre alten Namen, manchmal auch gänzlich neue, so die Fritz-Löffler-Straße, die vor 1945 Reichsstraße hieß.
Am Rande der Stadt entstanden im Rahmen des Wohnungsbauprogramms die [[Plattenbau]]ten der neuen Ortsteile [[Prohlis]] und [[Gorbitz]], aber auch in der Innenstadt entstanden neue Wohnviertel mit Plattenbauten auf den von Ruinen beräumten alten Stadtvierteln, etwa in Johannstadt. Während Neubauten in großem Umfang gebaut wurden, verfielen zahlreiche Altbauten, insbesondere in [[Dresden-Neustadt]] (Jugendstilwohnungen) mehr und mehr.
Wiederaufgebaut wurden der Zwinger, die Semperoper und eine Reihe anderer im Krieg zerstörter historischer Kulturstätten.
Völlig neu gestaltet waren die Prager Straße als großzügig breite Fußgängerzone mit mehreren Springbrunnen und freiem Blick vom Hauptbahnhof bis zum Kulturpalast.
[[Image:Dresden Rundkino 2003.jpg|thumb|Dresden, Rundkino]]
Neu errichtet wurden zum Beispiel der Kulturpalast und das Rundkino. Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen und am Lebensstandard war Dresden nach [[Ost-Berlin]] die industriell bedeutendste Stadt der DDR.
Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte [[Frauenkirche (Dresden)|Frauenkirche]] nebst der umliegenden Gassen sollte als Trümmerhaufen erhalten werden und als Mahnmal dienen, erst 1992 wurde diese Idee verworfen.
Die [[Sächsische Schweiz]] war Ziel vieler Wochenendausflüge, kleine Stadtgärten mit Wochenendhäusern ([[Datsche]]n) erlebten eine Blütezeit, Jugendklubs und zahlreiche andere Klubs entstanden.
== [[1989]] und danach ==
Die [[Wende (DDR)|Wende]] in [[Dresden]] wurde vor allem durch die machtvollen Demonstrationen gegen den Bau eines Reinstsiliziumwerkes in [[Gittersee_(Dresden)|Gittersee]] sowie durch die Aufstellung der "[[Gruppe der 20]]" markiert. Am 3. Oktober kam es während der ansonsten meist friedlichen Revolution zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Volkspolizei und etwa 3.000 Demonstranten am Hauptbahnhof. Auslöser für diese Unruhen war die nächtliche Durchleitung von Zügen mit Flüchtlingen aus der [[Prag]]er [[Botschaft]] der Bundesrepublik Deutschland. Deren Durchfahrt wurde zuvor in der DDR-Nachrichtensendung [[Aktuelle Kamera]] angekündigt.
''Anmerkung'': In Dresden konnten wegen seiner großen Entfernung zu [[West-Berlin]] und [[Bayern]] größtenteils keine West-Medien empfangen werden, jedoch gab es Ende der 80er Jahre bereits in einigen Stadtteilen Satellitenempfangsanlagen, der in der DDR (komischerweise) gesetzlich erlaubt waren. Siehe dazu: [[Tal der Ahnungslosen]]. Die Demonstranten wollten durch die Blockade des Bahnhofs teilweise einen Halt der Züge und eine Mitreise erzwingen.
In der Folge kam es nach weiteren Demonstrationen zu Dialogen zwischen einer zufällig ausgewählten [[Gruppe der 20]] und dem damaligen Oberbürgermeister Dresdens, [[Wolfgang Berghofer]] ([[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]). Diese trugen wesentlich zum friedlichen Verlauf bei und wurden international beachtet.
Eines der kooptierten Mitglieder der Gruppe der 20, Dr. [[Herbert Wagner]] ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]), wurde [[1990]] zum Oberbürgermeister von [[Dresden]] gewählt, der nach der Wahl von 2001 durch [[Ingolf Roßberg]] ([[Freie Demokratische Partei|FDP]]) gegen den Willen des FDP-Ortsverbandes, der den Amtsinhaber unterstützte, als Kandidat der Bürgerinitiative "OB für Dresden" mit Unterstützung von [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]], [[Bündnis 90/Die Grünen]], [[Die Linkspartei.|PDS]] und anderen Gruppierungen abgelöst wurde.
Die Stadt erhielt nach [[1990]] eine neue Struktur, aus 5 Stadtbezirken wurden 10 Ortsamtsbereiche, 1997/99 kamen durch Eingemeindungen 9 Ortschaften hinzu (Ortsämter und Ortschaften haben einen unterschiedlichen Status).
Die wirtschaftliche Weiterentwicklung (Zusammenbruch des Ostmarktes, mangelnde Bekanntheit von Produkten im Westen, Eigenkapitalschwäche, neues Rechtssystem, [[Währungsunion]]) führte einerseits zur Schließung einer Reihe von Betrieben. Andererseits wurden bedeutende neue Firmen eröffnet, darunter die Chipfabriken von [[Siemens]] (heute [[Infineon]]) und [[Advanced Micro Devices|AMD]] sowie die [[Gläserne Manufaktur]] von [[Volkswagen]], man spricht von der Technologieregion "[[Silicon Saxony]]". Mit den Jahren erlebten längst totgeglaubte und sogar schon insolvente Unternehmen ihr Comeback ([[Optische Industrie]], Feinkostwaren).
Fortgeführt wurden eine Reihe von kulturellen Traditionen, wie zum Beispiel das [[Internationales Dixieland-Festival Dresden|Internationale Dixieland-Festival Dresden]], das jährlich Hunderttausende Besucher hat, und die Dresdner Musikfestspiele. Aus Finanznot werden die Dresdner Musikfestspiele voraussichtlich nach [[2006]] eingestellt.
Im Jahr [[2002]] traf Dresden die [[Elbehochwasser 2002|Jahrtausendflut]].
Die Folgen der Flut wurden durch zahlreiche Helfer abgemildert. Die meisten Schäden durch diese Flut konnten in relativ kurzer Zeit beseitigt werden.
Für Dresden wurde ein Verkehrskonzept erarbeitet, das bisher nur teilweise umgesetzt werden konnte. Beibehalten wurde (mit einigen Einschränkungen) das sehr gute [[Straßenbahn]]netz.
[[Bild:Frauenkirch_Dresden.jpg|right|thumb|Frauenkirche mit Baugerüst (23. März 2003)]]
Wieder aufgebaut werden die [[Frauenkirche (Dresden)|Frauenkirche]] und das [[Dresdner Schloss]], beides macht große Fortschritte, die Frauenkirche wurde im Herbst 2005 wiedereröffnet.
Das [[Grünes Gewölbe|Grüne Gewölbe]] zog um und wurde im September 2004 im [[Dresdner Schloss|Schloss]] wiedereröffnet.
Im Juli 2004 erklärt die [[United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization|UNESCO]] das Dresdner Elbtal und angrenzende Gebiete 25 km entlang der [[Elbe]] zum [[Weltkulturerbe]].
Im August 2004 verstärkten sich erneut die sozialen Spannungen auf Grund der Hartz-Reformen. Eine relativ geringe Zahl von Bürgern beteiligte sich an neuen Montagsdemonstrationen, diesmal gegen [[Hartz-Konzept|Hartz IV]].
Basierend auf der urkundlichen Ersterwähnung vom 31. März 1206 wird Dresden im Jahr 2006 sein 800-jähriges Stadtjubiläum feiern.
[[2008]] wird Dresden, das in Fachkreisen oft als deutsche Schachhauptstadt bezeichnet wird, die [[Schacholympiade]] ausrichten, bereits [[2004]] fand die [[Schach]]-[[Europameisterschaft]] der Damen in Dresden statt.
==Literatur==
* Annett Pratsch, Die Linien- und Stichbandkeramische Siedlung von Dresden-Cotta. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 17 (Weissbach, Beier und Beran 1999)
*Axel Rodenberger: Der Tod von Dresden. Bericht vom Sterben einer Stadt in Augenzeugenberichten. Berlin / Frankfurt 1995, ISBN 3550070748
== Weblinks ==
* [http://www.dresden.de/index.html?node=989;22364 Stadtgeschichte auf der offiziellen Stadtseite]
* [http://www.dresden-lexikon.de/ Dresden-Lexikon (Infos zu Stadt und Umgebung)]
* [http://www.dresdner-stadtteile.de Stadtteilinformationen]
* [http://www.neumarkt-dresden.de Architekturdiskussion]
[[Kategorie: Dresden]]
[[Kategorie: Geschichte deutscher Städte|Dresden]]
Diese Version des Artikels stammt vom 02.02.2006.
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