Indonesien
Republik Indonesien | style="background:#efefef;" align="center" colspan="2" | {| border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" | align="center" width="50%" | {{border|[[Bild:Flag of Indonesia.svg|125px|none|Flagge Indonesiens]]}} | align="center" width="50%" | [[Bild:Coat of Indonesia.png|120px|none|Wappen Indonesiens]] |---- | align="center" width="50%" | ([[Flagge Indonesiens|Details]]) | align="center" width="50%" | ([[Wappen Indonesiens|Details]]) |} |---- | [[Amtssprache]] || [[Bahasa Indonesia]] |---- | [[Hauptstadt]] || [[Jakarta]] |---- | [[Staatsform]] || [[Präsidialrepublik]] |---- | [[Präsident]] || [[Susilo Bambang Yudhoyono]] |---- | [[Liste unabhängiger Staaten nach Fläche|Fläche]] || [[Größenordnung (Fläche)|1.912.988 km²]] |---- | [[Liste unabhängiger Staaten nach Einwohnerzahl|Einwohnerzahl]] || 241.973.879 ''(Stand: Juli 2005)'' |---- | [[Liste unabhängiger Staaten nach Bevölkerungsdichte|Bevölkerungsdichte]] || 111 Einwohner pro km² |---- | [[Bruttoinlandsprodukt|BIP/Einwohner]] || 954 [[US-$]] (2004) |---- | [[Währung]] || [[Indonesische Rupiah|Rupiah]] |---- | [[Zeitzone]] || +7 UTC bis +9 UTC |---- | [[Nationalhymne]] || ''[[Indonesia Raya]]'' |---- | [[Liste_der_Kfz-Nationalitätszeichen|Kfz-Kennzeichen]] || [[Kfz-Kennzeichen (Indonesien)|RI]] |---- | [[Top Level Domain|Internet-TLD]] || .id |---- | [[Internationale Telefonvorwahl|Vorwahl]] || +62 |---- | colspan="2" align="center" | [[Image:LocationIndonesia.png]] |} Die Republik '''Indonesien''' ([[Malaiische und indonesische Sprache|indon.]] '''''Indonesia''''') wurde am [[17. August]] [[1945]] proklamiert und am [[27. Dezember]] [[1949]] unabhängig. Der Name Indonesien setzt sich aus dem [[Latein|lateinischen]] Wort ''indus'' für [[Indien]] und dem [[griechische Sprache|griechischen]] Wort ''nesos'' für Insel zusammen. == Geografie == Die [[Äquator|äquatoriale]] Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat [[Südostasien]]s und der größte [[Inselstaat]] sowie mit etwa 240 Millionen Einwohnern die viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf rund 17.508 [[Insel]]n (von denen rund 6000 bewohnt sind). Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Breite bis 11° südlicher Breite über rund 1.875 km, in west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141° östlicher Länge über mehr als 5.000 km. Nördlich von Indonesien liegen [[Malaysia]], [[Singapur]], die [[Philippinen]] und [[Palau]], östlich [[Papua-Neuguinea]], südlich [[Australien]] und der [[Indischer Ozean|Indische Ozean]], letzterer liegt auch westlich von Indonesien. Gegen die [[Malaiische Halbinsel]] mit dem westlichen Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die [[Straße von Malakka]] abgegrenzt und Richtung philippinische Inseln durchläuft die Grenze die [[Celebessee|Celebes See]]. Das indonesiche Inselreich durchzieht eine große Anzahl von [[Meerenge]]n, flachen [[Nebenmeer]]en und [[Seebecken]]. Im Norden führt eine der wichtigsten Wasserstrassen, die [[Straße von Malakka]], von der [[Andamanensee]] in die [[Karimata-Straße]], die nördlich in das [[Südchinesisches Meer|Südchinesische Meer]] führt und südlich in die [[Javasee]]. Die Javasee ist zentral gelegen und ist im Süden über Meerengen, wie die [[Sundastraße|Sunda-]] oder [[Lombokstraße]], mit den indischen Ozean verbunden. Von der Celebes See zieht die [[Straße von Makassar]] in östliche Javasee und die [[Floressee]], die an die [[Bandasee]] mit den Gewürzinseln angrenzt. Weitere kleine Meergebiete liegen südlich. Über dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea liegt im Norden der [[Pazifik]] und südlich die Richtung Australien die [[Arafurasee]] und weiter östlich die [[Timorsee]]. Zu Indonesien gehören die [[Große Sunda-Inseln|Großen]] (außer dem Nordteil Borneos) und die [[Kleine Sunda-Inseln|Kleinen Sunda-Inseln]] (außer [[Osttimor]]) sowie die [[Molukken]], und damit der größte Teil des [[Indonesischer Archipel|Indonesischen Archipels]], außerdem gehört die Westhälfte [[Neuguinea]]s ([[West-Papua]], ehemals ''Irian Jaya'') zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in [[Asien]], sondern hat auch Anteil an [[Ozeanien]]. Die Hauptstadt [[Jakarta]] hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf der Hauptinsel [[Java (Indonesien)|Java]], auf der mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes lebt. Flächenmäßig größer als Java sind Kalimantan ([[Borneo]], im Norden liegen Ost-[[Malaysia]] und [[Brunei]]), [[Sumatra]] und [[Sulawesi]]. Weitere bekannte Inseln sind das touristisch interessante [[Bali]] sowie [[Komodo]], die Heimat des [[Komodowaran]]s. Durch das umstrittene Projekt [[Transmigrasi]] (siehe Literaturhinweis) wurde versucht, das Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Insel Java zu lösen, was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte. {| |[[bild:Klima_medan.png|thumb|Klimadiagramm Medan (Sumatra).]]||[[bild:Klima_surabaya.png|thumb|Klimadiagramm Surabaya (Java).]] |- |[[bild:Klima_balikpapan.png|thumb|Klimadiagramm Balikpapan (Kalimantan).]]||[[bild:Klima_ujungpandang.png|thumb|Klimadiagramm Ujung Pandang (Celebes).]] |} Das Klima Indonesiens ist [[Tropen|tropisch]] mit relativ gleichbleibenden Temperaturen um 27 °C in Meereshöhe. Geringfügige Abweichungen von diesem Wert werden vom [[Zenit]]durchgang der Sonne verursacht. Die Niederschläge werden vor allem durch [[Monsun]]winde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen und dort nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten. Das Land ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Ein Ausläufer des [[Pazifischer Feuerring|Pazifischen Feuerring]]s verläuft quer durch Indonesien und führt zu teilweise großer seismologischer Aktivität. Trotz der Bedrohungen durch [[Seebeben]] und die häufig noch aktiven Vulkane (zuletzt waren am [[8. Juni]] [[2004]] der Mount Bromo sowie einen Tag später der Mount Awu ausgebrochen – zwei Tote, fünf Verletzte) sind einige Inseln, hauptsächlich Java, dicht besiedelt, da der Boden fruchtbar ist und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht. Flora und Fauna Indonesiens sind tropisch. Quer durch das Land läuft die [[Wallace-Linie]], die Fauna und Flora biologisch zwischen Asien und Australien trennt. ''Siehe auch:'' [[Liste der Städte in Indonesien]] [[Bild:Indonesien.png|Karte Indonesiens.]] == Bevölkerung == === Religion === 88,2 % der Indonesier sind [[Muslime]], die große Mehrheit davon [[Sunniten]]. Mehr als 30 % bezeichnen sich als [[Abangan]]. Auf Java stellen die Abangan die Mehrheit. Mit über 213 Millionen Moslems ist Indonesien der größte islamische Staat (Anzumerken ist jedoch, dass manche Völker in Indonesien aufgrund der Staatsideologie den Islam zwar als ihre offizielle Religion angeben, jedoch [[Animismus]] praktizieren.)
Etwa 8,5 % der Bevölkerung sind Christen. Die christliche Kirche in Indonesien ist jung, da das Christentum erst im 17. Jahrhundert (durch niederländische und portugiesische Missionare) auf Indonesien Fuß fasste. Besonders der Osten von Indonesien (Nusa Tenggara Timur) ist heute christlich geprägt. Auch im Norden von Sumatra und Maluku sowie in Teilen von Sulawesi gibt es christliche Minderheiten. 1,8 % der Bevölkerung sind Hindus (Bali, Lombok) und 239 % Buddhisten (meist Angehörige der chinesischen Minderheit). ==== Islam in Indonesien ==== Der [[Islam]] erreichte Indonesien erstmals im 10. Jahrhundert. Um 930 wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Lange Zeit blieb es dabei. Erst im 15. Jhd breitete sich der Islam durch Indische und Arabische Händler erst in [[Sumatra]] aus und erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts auch [[Java_(Insel)|Java]]. Viele damalige Fürsten - und mit ihnen die Bevölkerung - konvertierten daraufhin zum sunnitischen Islam. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Islam auch die übrigen indonesischen Inseln (z.B Sulawesi). Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten Gottes, den Wali Songo (Wali= Oberhaupt, Songo= jav. Neun), verbreitet. Obwohl erwiesen ist, daß sie tatsächlich gelebt und auf Java gewirkt haben, dürfte das Meiste der über sie überlieferten Geschichten in das Reich der Sage fallen. Die Wali Songo gründeten überall auf Java [[Moschee]]n und islamische Schulen, die Pesantren oder Pondok Pesantren. Diese Wirkungsstätten der Wali sind bis heute das Ziel von jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime. Obwohl die Wali Songo reinen Islam, getreu den Buchstaben des Korans, lehrten, haben sich mit ihrer Duldung auch Traditionen auf Java erhalten, die eigentlich der Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel hierfür ist das „[[Wayang]]“, das berühmte indonesische [[Schattenspiel]]. Insgesamt kann man sagen, daß es den Wali Songo zu verdanken ist, daß der in Indonesien praktizierte Islam liberaler ist als der in vielen arabischen Ländern. Die Mehrheit der indonesischen Muslime akzeptiert die verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land, Neben den Wali Songo gab es noch einen zehnten Prediger des Islam, Sheikh Siti Jenar. Siti Jenar war ursprünglich ein Schüler der Wali Songo, begann aber, den Islam völlig neu auszulegen und begründete eine eigene Lehre. Nachdem die Wali vergeblich versucht hatten, Siti Jenar zu bekehren, wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet. Offiziell gehört Siti Jenar nicht zu den Wali, dennoch sind etwa 30 % der indonesischen Muslime Anhänger seiner Lehre. Diese bezeichnen sich als [[Abangan]]. Die beiden größten moslemischen Organisationen Indonesiens sind die traditionalistische [[Nahdlatul Ulama]] und die modernistische [[Muhammadiyah]]. Die Nadhlatul Ulama ist mit über 40 Millionen Mitgliedern die größte moslemische Organisation der Welt. Bekanntestes Mitglied ist deren Mitbegründer, der frühere Präsident Indonesiens [[Abdurrahman Wahid]] (Gus Dur). Durch religiöse und gesellschaftliche Konflikte kamen auf den Molukken mehr als 9000 Menschen ums Leben; die meisten davon waren ambonesische Christen. In Zentral-Sulawesi fanden durch ähnliche Konflikte bisher mehr als 1000 Menschen den Tod. Teile von Zentral-Sulawesi (darunter der Poso Bezirk), einer Region in der die Zahl der Muslime und Christen etwa gleich hoch ist, sind geprägt von einem eher konservativen Islam. == Demografie von Indonesien == === Ethnische Gruppen === Laut dem indonesischen Census von 2001 verteilt sich die Bevölkerung wie folgt: Javaner (41,7 %), Sundanesen (15,4 %), Malaien (3,4 %), Maduresen (3.3 %), Batak (3.0 %), Minangkabau (2.7 %), Betawi (2.5 %) Bugis (2,5 %), Bantenesen (2,1 %), Banjaresen (1,7 %) Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %), Makassarese (1.0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %) hinzu kommen Acehnesen, Toraja, Bajau, Wewewa, Bauzi, Lampung, Tengger, Osing, Badui, Gorontalo..- usw, die aber meist weniger als 1 % an der Gesamtbevölkerung stellen. Die Javaner sind in Indonesien politisch die dominierende Gruppe. In Indonesien leben insgesamt über 300 verschiedene Völker. Die meisten sind malaiischer Herkunft. Im indonesischen Teil von Neuguinea leben vorwiegend Melanesier. Es gibt auch Mischungen zwischen den einzelnen Volksgruppen, wie die Wewewa (leben auf Sumba), die zur Hälfte Malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Es leben vereinzelt auch polynesische Völker in Indonesien. === Chinesische Minderheit === In Indonesien leben insgesamt 1,739 Mio. Chinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch auf Sumatra und Kalimantan sind Chinesen heimisch. Die meisten Chinesen kamen in das Land als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war. Sie sind besonders einflussreich in der Wirtschaft, was besonders in den letzten Jahren häufig zu [[Pogrom]]en führte. ==== Unruhen von 1998 ==== Viele Indonesier machten die Chinesische Minderheit verantwortlich für die Wirtschaftskrise im Jahre 1998. Es kam zu Studentenprotesten an verschiedenen Universitäten Indonesiens. Als die Regierung am 5. Mai des Jahres die Preise für Benzin, öffentliche Verkehrsmittel und Strom erhöhte, schlossen sich auch andere Bevölkerungsgruppen den Protesten an. Mehr als 1000 Menschen randalierten in der Stadt Medan, setzten Fahrzeuge und Geschäfte von Chinesen in Brand, während die Läden von muslimischen Geschäftsleuten dagegen meist verschont blieben. Die Unruhen hielten drei Tage an. Mehr als 1000 Gebäude wurden zerstört. Die Gewalt erreichten ihren Höhepunkt in den Tagen vom 12. bis zum 14. Mai 1998 in Jakarta. Wieder begannen die Ausschreitungen nach friedlichen Studentendemonstrationen. Das Militär duldete diese zunächst, solange sie auf dem Gelände der jeweiligen Universitäten verblieben. Am 12. Mai jedoch wurden sechs Studenten bei friedlichen Protesten auf dem Campus der Universität Trisakti vom Militär erschossen. Unmittelbar danach und bei der Trauerfeier am folgenden Tag kam es zu massiven Übergriffen. Innerhalb von drei Tagen wurden ganze Stadtteile Jakartas ausgeplündert. Geschäfte, Banken, Autos und Wohnhäuser fielen Brandanschlägen zum Opfer. Chinesische Stadtviertel waren besonders betroffen. Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder angezündet. Die Toten gehörten dabei nur zu einem kleinen Teil der chinesischen Minderheit an. Viele andere waren Plünderer, die in den schon brennenden Häusern eingeschlossen wurden. ==== Diskriminierungen ==== Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Indonesiens 1946 wurden viele Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Orten und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident Sukarno wollte damit den "Pribumi" (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle über den Handel in den Dörfern verschaffen. Nach der Machtergreifung Suhartos und der Hetze und den Morden gegen mutmaßliche Kommunisten (zu denen die Chinesen oft gezählt wurden) zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlaß über "Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems" und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen. Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Verkauf chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, sogar die Verwendung chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Merkmale kultureller Identität wie z. B. die Feier des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen unterscheiden sich anhand eines speziellen Codes von denen der "Pribumi". Im Februar 1998 räumte sogar ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär Karriere machen wollten, und würden zudem beim Zutritt zu staatlichen Universitäten benachteiligt. Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. September 1998 von dem damaligen Präsidenten Habibie in einem Erlaß angeordnet. == Geschichte == {{NurListe}} === bis zum 16. Jahrhundert === [[Image:Borobudur-perfect-buddha.jpg|thumb|right|140px|Borobudur (erbaut ca. 750–850).]] Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind. *[[5. Jahrhundert]]: Früheste Einflüsse des [[Buddhismus]] auf Indonesien. *ab [[7. Jahrhundert]]: Buddhistisches Königreich von [[Srivijaya]] auf [[Sumatra]]. *ab [[8. Jahrhundert]]: Buddhistische [[Sailendra]]-Dynastie. Errichtung des [[Borobudur]], des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals, auf [[Java (Indonesien)|Java]]. *ab Ende des [[13. Jahrhundert]]s: Das letzte große Hinduimperium [[Majapahit]] herrschte auf Java und später den umliegenden Inseln. *ab [[15. Jahrhundert]]: In Indonesien setzt sich der [[Islam]] durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Religion von arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es ihnen gleich. Der Islam war eine Revolution zum vorherigen System. Im Islam war jeder Mensch gleich. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute nur auf den Inseln [[Bali]] (siehe beispielsweise: [[Besakih]]) und [[Lombok]], wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat. [[1487]] umfuhr der Portugiese [[Bartolomeo Diaz]] erstmals das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um [[1600]] die Niederländer als Kolonialherren durch. === 17. bis 19. Jahrhundert === Als '''Niederländisch-Indien''' war Indonesien eine der ersten holländischen Kolonien. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre [[1799]] übernahm der Staat [[Niederlande]] die Kolonie. In der Zeit, in der [[Napoléon Bonaparte|Napoleon I.]] in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. [[1816]] erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf [[Ceylon]] und das [[Südafrika|Kapland]] verzichten). *[[1825]]–[[1830]]: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8000 Europäer zum Opfer. Nach [[1816]] zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um [[1830]] ein neues System eingeführt wurde, das so genannte ''cultuurstelsel''. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte [[Eduard Douwes Dekker]] in seinem [[1860]] unter dem Pseudonym ''Multatuli'' veröffentlichten Buch [[Max Havelaar (Buch)|Max Havelaar]]. [[1870]] wurde das ''cultuurstelsel'' schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen. === Anfang 20. Jahrhundert === *[[1908]]: Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz [[Aceh]] (Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen. *[[1912]]: Mit der Gründung der ''Sarekat Islam'' („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung. *[[1926]]: Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht. *[[1927]]: Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von [[Achmed Sukarno]] (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf. === Japanische Besatzung === * Februar/März [[1942]]: Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erobert [[Japan]] [[Niederländisch-Indien]]. * März [[1943]]: Unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien (erstmals) als von den Niederlanden unabhängig. Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte [[Darwin (Northern Territory)|Darwin]] und [[Broome]] bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit [[Kapitulation Japans|deren Kapitulation]] am 15. August 1945. === Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt === Am [[17. August]] [[1945]] rufen Sukarno und [[Mohammed Hatta]] die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: '''Indonesia'''). Mit den Grundsätzen der [[Pancasila]] gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und [[Madura (Insel)|Madura]]. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird [[Achmed Sukarno]]. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra. Die aufständischen Indonesier antworten mit [[Guerillakrieg]]. Am [[18. Dezember]] [[1948]] gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die [[USA]] bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am [[25. April]] [[1949]] wird die bis 1956 bestehende '''Niederländisch-Indonesische Union''' gebildet, am [[27. Dezember]] wird die Unabhängigkeit der Republik Indonesien (neuer Staatsname: '''Republik Indonesia Serikat''') von den Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea [[West-Papua]] bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung. * [[17. August]] [[1950]]: Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen [[Einheitsstaat]] umgewandelt (neuer Staatsname: '''Republik Indonesia'''). Der christliche Teil der Bevölkerung der [[Molukken]] proklamiert die unabhängige [[Republik Maluku Selatan]]. Der Sezessionsversuch wird von der indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Indonesische Truppen besetzen im November die Hauptstadt [[Ambon (Stadt)|Ambon]] und erobern bis [[1955]] die gesamte [[Republik Maluku Selatan]]. * [[15. Februar]] [[1956]]: Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden. * [[1. Mai]] [[1963]]: West-Papua (''Irian Barat'') gerät de facto vollständig unter indonesische Kontrolle. * [[16. September]] 1963: Die Gründung [[Malaysia]]s und die Eingliederung von [[Sabah]] und [[Sarawak]] in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu Kämpfen auf [[Borneo]]. Malaysia wird dabei von [[Großbritannien und Nordirland|Großbritannien]] und [[Australien]] mit Truppen unterstützt. * [[30. September]] [[1965]]: Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umgebracht werden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der [[Kommunistische Partei|kommunistischen Partei]] Indonesiens (PKI) und Chinesen. Dies gilt als einer der größten politisch motivierten [[Massenmord]]e der jüngeren Geschichte. Die Vorgänge sind bis heute nur unzureichend untersucht, daher sind genaue Angaben zur Zahl der Opfer nicht möglich. ''(Quellen: (1) J.L. Holzgrefe / Robert O. Keohane: Humanitarian Intervention: Ethical, Legal and Political Dilemmas, Cambridge University Press (2003) ISBN 0-521-52928-X, S. 47 (2) Mark Levene, Penny Roberts: The Massacre in History, Berghahn Books (1999), ISBN 1-571-81935-5, S. 247-251)'' * [[1. Januar]] [[1966]]: Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen. * [[11. März]] 1966: General [[Hadji Mohamed Suharto]] (* 1921) erzwingt von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung. * [[12. März]] [[1967]]: Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt. *[[27. März]] [[1968]]: Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten. *[[1969]]: [[West-Papua]] (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen „Irian Jaya“. *[[21. Juni]] [[1970]]: Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno. *[[5. August]] [[1973]]: Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minderheit richten. * [[28. November]] [[1975]]: [[Portugal]] zieht sich aus seiner Kolonie Ost-[[Timor]] zurück. Die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste“ ([[FRETILIN]]) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. Mai 2002). * [[2. Dezember]] 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen Zug und am [[4. Dezember]] das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am [[19. Dezember]] auf. * [[7. Dezember]] 1975: Staatschef Suharto befiehlt die militärische Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Menschen getötet, 10 % der Bevölkerung. * [[17. Juni]] [[1976]]: Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Auf Sumatra wurde die Wiederstandsbewegung [[Achinesische Befreiungsbewegung|ASNLF]] gegründet. * [[11. November]] [[1981]]: Die [[UN-Generalversammlung]] fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht. *[[1998]]–[[1999]]: Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt [[Bacharuddin Jusuf Habibie]] (* 1936), bis dahin Vize-Präsident, das Amt des Staatspräsidenten. * [[19. April]] 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte); [[20. Oktober]]: [[Abdurrahman Wahid]] (* 1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident. * [[31. Oktober]] 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor nachdem sie das Land in Schutt und Asche gelegt haben und eine internationale Friedenstruppe im September in [[Dili]] landete. *[[1. August]] [[2000]] Eine Bombe explodiert vor der Residenz des philippinischen Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte); ([[13. September]]) In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte); ([[24. Dezember]]) 15 Bombenanschläge auf christliche Kirchen (16 Tote, mehr als 100 Verletzte). * [[1. Januar]] [[2001]]: Irian Jaya erhält innere Autonomie. * Juli 2001: [[Megawati Sukarnoputri]] (*1944), Tochter des Staatsgründers Sukarno, wird neue Staatspräsidentin; ([[23. September]]) In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta explodieren zwei Bomben (mehrere Verletzte) * [[20. Mai]] [[2002]]: [[Osttimor]] erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de Timor-Leste). * [[12. Oktober]] 2002: Islamistischer [[Anschlag von Bali 2002|Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali]] (202 Tote und mehr als 300 Verletzte). * [[18. Mai]] [[2003]]: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz [[Aceh]] (Atjeh) im äußersten Norden der Insel Sumatra – Großoffensive mit 40.000 Soldaten. Mehr als 1000 Menschen sterben, 20.000 sind auf der Flucht; ([[5. August]]) Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem [[Anschlag auf das Marriott Hotel in Jakarta 2003|Marriott-Hotel in Jakarta]] in die Luft (12 Tote, 150 Verletzte). * [[10. Januar]] [[2004]]: In einem Café auf der Insel [[Palopo]] explodiert eine Bombe (vier Tote); Abschaffung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten; ([[5. Juli]]) Erstmals direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht; ([[9. September]]) ein [[Terroranschlag auf die australische Botschaft 2004 in Jakarta|Bombenanschlag auf die australische Botschaft]] in Hauptstadt Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; ([[20. September]]) Der Herausforderer und frühere General [[Susilo Bambang Yudhoyono]] siegt in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin [[Megawati Sukarnoputri]]. * [[26. Dezember]] 2004: Bei einem [[Erdbeben im Indischen Ozean 2004|Seebeben westlich vor der Insel Sumatra]] werden (neben zehntausenden Menschen in anderen Ländern) auch über 200.000 Einwohner Indonesiens getötet (Stand: Mitte März 2005). * [[1. Oktober]] [[2005]]: Erneut Terroranschlag auf [[Bali]]: Im Abstand weniger Minuten explodieren gegen 19 Uhr Ortszeit 3 Bomben in [[Jimbaran]] und [[Kuta]]. Bei den Explosionen kommen 23 Menschen ums Leben, einschließlich dreier Selbstmordattentäter. == Politik == Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine [[Präsidialrepublik]]. Die [[Verfassung]] von [[1945]] sieht die [[Gewaltenteilung]] vor. Nach dem Sturz [[Suharto]]s 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das [[Einkammerparlament]] (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder. Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses hoechste Legislativorgan besteht aus den 550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist somit eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer. === Präsident === Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Präsident wurde der frühere General [[Susilo Bambang Yudhoyono]]. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der [[Stichwahl]] am 20. September 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin [[Megawati Sukarnoputri]] ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am [[5. Juli]] [[2004]] hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von Republikgründer [[Sukarno]] war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger [[Abdurrahman Wahid]] aus dem Amt gedrängt worden war. === Parteien === Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Partei unter [[Suharto]] war [[Golkar]]. Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der derzeitige Präsident [[Susilo Bambang Yudhoyono|Yudhoyono]] kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die neu gegründete [[Demokratische Partei (Indonesien)|Demokratische Partei]], seine Vorgängerin und Kontrahentin [[Megawati Sukarnoputri|Megawati]] für die [[PDI-P]]. == Armut == Über 27 % der insgesamt 241 Mio Indonesier leben in Armut, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben gibt es manche Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen Bevölkerung bei 44 % liegt. Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio. Straßenkinder. Zahlreiche Slums in denen viele Menschen unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen Islamisten die ein Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen gewinnen konnten, was sich hin und wieder in anti-amerikanischen Demonstrationen äußerte. Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden häufig von Radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen in illegalen islamischen Schulen. == Administrative Gliederung == ''Siehe: [[Administrative Gliederung Indonesiens]].'' Indonesien ist derzeit in 33 Provinzen unterteilt, darunter zwei ([[Aceh]] und [[Jogjakarta]]) Sonderregionen und die Stadt [[Jakarta]] als Hauptstadtdistrikt. Die jüngste Provinz, [[Sulawesi Barat]] wurde erst im Oktober 2004 errichtet und die indonesische Regierung plant die Gründung weiterer Provinzen. == Wirtschaft == [[Image:Farming-on-Indonesia.jpg|thumb|Landwirtschaft in Indonesien]] === Allgemeines === Indonesien Wirtschaft basiert auf dem Prinzip der [[Marktwirtschaft]], wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in Ost- und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war ([[Asienkrise]]). Die Währung verlor 75% ihres Wertes und viele Betriebe gingen bankrott. Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die Währung ist die [[Indonesische Rupiah]]. Das [[Bruttoinlandsprodukt]] betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/id.html#Econ], jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig. Viele [[Multinationales Unternehmen|Multinationale Unternehmen]] nutzen den Reichtum an natürlichen Bodenschätzen im Land und haben Niederlassungen. Der Kupferproduzent [[PT Freeport Indonesia]] ist größter Steuerzahler des Staates. === Export === Einige [[Export]]produkte sind Holzprodukte, Agrarprodukte (Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee, Palmöl, Fleisch), Textilien und Mineralien. Außerdem gibt es einige attraktive Ziele für den Tourismus, etwa auf Bali oder Flores. === Mitgliedschaft internationaler Organisationen === Indonesien ist Mitglied in der [[Organisation erdölexportierender Länder]] (OPEC), ist aber mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Weitere Mitgliedschaften: [[Internationaler Währungsfond]], [[Welthandelsorganisation]], [[ASEAN]]. === Staatsausgaben === Zwischen [[1992]] und [[2000]] lag der Anteil der Staatsausgaben für * das [[Gesundheitswesen]] bei 2% * das [[Bildungswesen]] bei 7% * das [[Militär]] bei 3% == Kultur == Die [[Nationalhymne]] [[Indonesia Raya]] wurde von [[Wage Rudolf Soepratman]] komponiert. Typische indonesische Musikinstrumente sind das [[Gamelan]] und [[Angklung]]. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das indonesische Schattenspiel [[Wayang]]. Die Indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jhd zunehmend vom Hinduismus geprägt. Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens. Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen erzählen, daß der Reis ein Geschenk des Himmels ist. == Umwelt == Der [[Regenwald]] Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Regenwälder Indonesiens so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Dieser dramatische Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wieder: Indonesien hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten. Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um [[Bodenschätze]] zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben, vor allem [[Papier]]- oder [[Ölpalmen]]-Plantagen. Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in Gebieten mit viel [[Torf]], entsteht starker Rauch der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer [[Malaysia]], [[Singapur]] und [[Brunei]] erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005. Die Humusschicht der gerodeten Flächen ist jedoch zu dünn, als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige [[Elefantengras]] an, das das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden. == Tourismus == Der Tourismus ist für das Land eine wichtige Einnahmequelle. Besonders [[Bali]] wird jedes Jahr von ca. 4 Millionen Touristen besucht die vornehmlich aus Australien, USA und Europa stammen. Tourismus gibt es auch auf [[Komodo]], wo der [[Komodowaran]] heimisch ist. Nordsulawesi ist bekannt als Taucherparadies. Allerdings hat der Tourismus in Indonesien durch Anschläge auf Bali in den letzten Jahren deutliche Einschnitte erlebt, von denen sich der Tourismus jedoch langsam wieder erholt. == Siehe auch == {{Wiktionary|Indonesien}} * [[Portal:Indonesien]] == Literatur == * Mochtar Lubis: ''Dämmerung in Jakarta''. Der Autor verbrachte die Jahre 1956 bis 1965 im Gefängnis oder unter Hausarrest. Nach seiner Rehabilitierung gewährt er einen Blick hinter die politischen und gesellschaftlichen Kulissen und Randbedingungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten. ISBN 3-293-20098-2 * Gernot Voltz: ''Sumatra ist überall''. Humorvolles Reisetagebuch. ISBN 3-89573-091-2 * Nigel Barley: ''Hello Mister Puttymann''. Auch in Realität Ethnologe des British Museum in London, schreibt er im Slapstick-Charakter seine Erlebnisse im Toraja-Gebiet Sulawesis. ISBN 3-423-12580-2 * Inge Schubart: ''Ärztin im Dschungel von Sumatra''. Ereignisreiche Leben der Ärztin im Dschungel 1950-60. ISBN 3-7987-0327-2 * Ida Pfeiffer: ''Abenteuer Inselwelt''. Vierjährige Reise der österreichischen Reiseliteratin 1851 durch Borneo, Sumatra und Java. ISBN 3-900478-70-8 * Max Dauthendey: Zu Anfang des 20. Jh. bekannter, deutscher Reiseschriftsteller. Seine vielfältigen Veröffentlichungen finden sich unter: http://www.gutenberg.aol.de/autoren/dauthend.htm * GEO Magazin, 6/86: Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der Zeit. Zzum Transmigrasi-Problem; immer noch akutelles Problem. * Steven Drakeley: ''The history of Indonesia'', Westport, Connecticut : Greenwood, 2005, 201 S., ISBN 0-313-33114-6 == Weblinks == * [http://www.indonesia-berlin.de/mixed/govermentlink.htm Indonesische Botschaft in Berlin] – Links zu indonesischen Regierungsstellen (englisch) * [http://www.indonesia-frankfurt.de Indonesisches Konsulat in Frankfurt a.M.] * [http://www.aseannewsnetwork.com/indonesia.html Asean News Network] (englisch, indonesisch) * [http://www.deutschebotschaft-jakarta.or.id/de Deutsche Botschaft in Jakarta] * [http://mandela.inwent.org/v-ez/lis/indones Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung] * [http://home.snafu.de/watchin Watch Indonesia!] * [http://users.powernet.co.uk/mkmarina Website by Peter Loud] (Kartenmaterial) (englisch) * [http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/Zentrum/Projekte/Schulprojekt/Lernen/Kolonialzeit/zeitleiste.html Haus der Niederlande] – Die niederländische Kolonialzeit * [http://nikswieweg.colibri-reisen.de/reisen/indones/indones.htm Klaus Polak: umfangreiche Reiseberichte aus dem Inselstaat, Biodiversität, Kultur] * [http://www.fotos.indonesia-forum.de Indonesien-Fotos] (Bali, Java, Flores, Sulawesi, etc.) * [http://www.sunda-islands.com Umfangreiches Indonesien-Lexikon und Reiseinformationen von sunda-islands.com] {{lückenhaft|geografische Karte, Position Indonesien}} [[Kategorie:Indonesien]] {{Navigationsleiste_ASEAN-Staaten}} {{Navigationsleiste OPEC}} {{Navigationsleiste Mitgliederstaaten OIC}} {{Navigationsleiste Staaten in Asien}} [[Kategorie:Staat]] [[Kategorie:Indonesien| ]] [[Kategorie:Südostasien]] {{Koordinate Artikel|2_S_118_E_type:country_region:ID|11°S - 6°N, 95°-141° O}} [[an:Indonesia]] [[ar:إندونيسيا]] [[ast:Indonesia]] [[bg:Индонезия]] [[bs:Indonezija]] [[ca:Indonèsia]] [[cs:Indonésie]] [[cy:Indonesia]] [[da:Indonesien]] [[en:Indonesia]] [[eo:Indonezio]] [[es:Indonesia]] [[et:Indoneesia]] [[eu:Indonesia]] [[fa:اندونزی]] [[fi:Indonesia]] [[fr:Indonésie]] [[fy:Yndoneezje]] [[gl:Indonesia]] [[he:אי דו זיה]] [[hi:इंडोनेशिया]] [[hr:Indonezija]] [[ht:Endonezi]] [[hu:Indonézia]] [[ia:Indonesia]] [[id:Indonesia]] [[ilo:Indonesia]] [[io:Indonezia]] [[is:Indónesía]] [[it:Indonesia]] [[ja:インドネシア]] [[jv:Indonesia]] [[ka:ინდონეზია]] [[ko:인도네시아]] [[ku:Indonesiya]] [[la:Indonesia]] [[li:Indonesië]] [[lt:Indonezija]] [[lv:Indonēzija]] [[mi:Initonīhia]] [[ms:Indonesia]] [[na:Indonesia]] [[nds:Indonesien]] [[nl:Indonesië]] [[nn:Indonesia]] [[no:Indonesia]] [[oc:Indonesia]] [[pl:Indonezja]] [[pt:Indonésia]] [[ro:Indonezia]] [[ru:Индонезия]] [[sa:इन्दोनेशिया]] [[scn:Indunesia]] [[se:Indonesia]] [[simple:Indonesia]] [[sk:Indonézia]] [[sl:Indonezija]] [[sq:Indonezia]] [[sr:Индонезија]] [[su:Indonésia]] [[sv:Indonesien]] [[te:ఇండోనేసియా]] [[tg:Индонезия]] [[th:สาธารณรัฐอินโดนีเซีย]] [[tl:Indonesia]] [[tr:Endonezya]] [[uk:Індонезія]] [[vi:Indonesia]] [[zh:印度尼西亚]] [[zh-min-nan:Ìn-nî]]
Diese Version des Artikels stammt vom 19.03.2006.
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