spitzen-infos.de - Innerdeutsche Grenze

Innerdeutsche Grenze




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.6alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Innerdeutsche Grenze 121281 14078828 2006-02-26T14:42:49Z 195.3.113.9 /* Weblinks */ [[Bild:Moedlareuth DDR-Grenzpfosten.jpg|thumb|200px|DDR-Grenzpfosten in [[Mödlareuth]]]] Als '''innerdeutsche Grenze''', im allgemeinen Sprachgebrauch oft auch '''Zonengrenze''' oder '''deutsch-deutsche Grenze''' genannt, wurde die 1378 km lange [[Grenze]] zwischen der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] und der [[Bundesrepublik Deutschland]] bezeichnet. Der Grenzverlauf zwischen den drei westlichen [[Besatzungszone]]n und der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] wurde von den Siegermächten des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] festgesetzt und bestand mit der Gründung der beiden deutschen [[Staat]]en nach [[1949]] fort. Die DDR bezeichnete die deutsch-deutsche Grenze im offiziellen Sprachgebrauch als „Staatsgrenze der DDR zur Bundesrepublik Deutschland“. Der Begriff „Zonengrenze“ war eher in der Bundesrepublik gebräuchlich, vor allem in früheren Jahren, als die DDR in der Bundesrepublik oft als ''Zone'' bezeichnet wurde. Die unterschiedlichen Bezeichnungen liegen darin begründet, dass im Sprachgebrauch der Bundesrepublik verdeutlicht werden sollte, dass es sich bei der Grenze nicht um eine reguläre Grenze zwischen verschiedenen Ländern handelt, obwohl die DDR zumindest als Staat 1972 von der Bundesrepublik anerkannt worden ist. Im Sprachgebrauch der DDR sollte hingegen die absolute Normalität einer Staatsgrenze zwischen zwei souveränen Staaten dargestellt werden. ==Geschichte der innerdeutschen Grenze== [[Bild:Wachturm Innerdeutsche Grenze.JPG|thumb|250px|Ehemaliger Wachturm der DDR-Grenztruppen an der innerdeutschen Grenze]] [[Bild:Postenweg.jpg|thumb|250px|Der ehemalige Postenweg entlang der innerdeutschen Grenze in der Nähe des [[Brocken]]s]] [[Bild:Moedlareuth_Museum_2002.jpg|thumb|250px|Freilichtmuseum in [[Mödlareuth]]]] Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Deutschland durch die Siegermächte in [[Besatzungszone]]n eingeteilt, die durch Zonengrenzen voneinander getrennt waren. Durch Zusammenschluss in [[Bizone]] und später in [[Trizone]] entfielen die internen Grenzen in [[Westdeutschland]]. So bezog sich der Begriff Zonengrenze nur noch auf die Grenze zwischen den westlichen Besatzungszonen und der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]]. Mit Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurde aus der Zonengrenze amtlich die deutsch-deutsche Grenze. Im allgemeinen Sprachgebrauch blieben Zonengrenze und Innerdeutsche Grenze weiter erhalten. Schon ab [[1952]] wurde die [[Demarkationslinie]] zur Bundesrepublik seitens der DDR aufgrund der ''Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und den westlichen Besatzungszonen'' vom [[26. Mai]] 1952 verstärkt abgeriegelt. Dieser Prozess wurde dann am [[18. Juni]] [[1954]] mit der ''Anordnung über die Neuregelung der Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und Westdeutschland'' formell geregelt. Die DDR schuf auf ihrem Gebiet eine fünf Kilometer breite ‚Sperrzone‘, einen 500 Meter breiten mit Stacheldraht gesicherten ‚Schutzstreifen‘ und einen zehn Meter breiten ‚Kontrollstreifen‘ (Grenztruppenjargon: Handlungsstreifen). Die Bewohner der Sperrzone mussten sich registrieren lassen und durften Besucher nur mit Wochen vorher zu beantragender Genehmigung empfangen. "Unzuverlässige" Bürger wurden [[1952]] in der "[[Aktion Ungeziefer]]" beziehungsweise [[1961]] im Zuge der "[[Aktion Kornblume]]" zwangsweise in das Hinterland umgesiedelt. Ab [[1971]] wurden diese Sperrzonen teilweise aufgelöst oder verkleinert. Zuerst wurde als Sichtschutz ein einfacher Holzlattenzaun aufgebaut, später ein schwerer überwindbarer doppelter [[Stacheldraht]]zaun. Seit [[1957]] hieß die [[Demarkationslinie]] in der DDR offiziell „Staatsgrenze West“. Seit den [[1960er]] Jahren wurde die deutsch-deutsche Grenze durch die DDR immer stärker ausgebaut, um die Massenflucht in den Westen zu unterbinden. In der offiziellen Darstellung der DDR war es jedoch der antifaschistische Schutzwall, der die DDR vor Übergriffen aus dem Westen bewahren sollte. Neben den dort stationierten ca. 30.000 Grenzsoldaten der [[Grenztruppen]], die den [[Schießbefehl|Befehl]] hatten, die Flucht [[Schießbefehl|mit Waffengewalt]] zu unterbinden, war die Grenze seit [[1961]] auf ostdeutscher Seite teilweise [[Mine (Waffe)|vermint]] und mit Signalzäunen sowie von [[1970]] bis [[1983]] mit [[Selbstschussanlage]]n ausgestattet, die auf den geräumten Grenzstreifen der DDR hin ausgerichtet waren (sogenannter "Todesstreifen"). In einem Zusatzprotokoll zum [[Grundlagenvertrag]] zwischen BRD und DDR wurde [[1972]] eine Überprüfung und eindeutige Markierung des Grenzverlaufes vereinbart. Es existierten 870 km Grenzzaun, dazu auf 440 km Selbstschussanlagen [[Selbstschussanlage|SM-70]], 230 km Minenfelder Typ 66, 602 km Kfz-Sperrgräben und 434 Beobachtungstürme. In der DDR wurden Flüchtlinge als „Republikflüchtlinge“, die „abgehauen“ sind, diffamiert; ihre zurück gelassenen Familien waren Repressionen ausgesetzt. [[Bild:Point_Alpha_Ostseite.jpg|thumb|250px|Grenzbefestigungsanlagen der DDR am "[[Point Alpha]]"]] Ein besonderer Abschnitt war die [[Berliner Mauer]], die seit dem [[13. August]] [[1961]] die drei Westsektoren Berlins von [[Ost-Berlin]] und der DDR abschnitt. Ähnliche Mauern aus Betonelementen wurden an der deutsch-deutschen Grenze auch dort errichtet, wo sich auf der DDR-Seite grenznahe Siedlungen befanden, zum Beispiel in [[Mödlareuth]]. Ansonsten bestand die innerdeutsche Grenze aus mehreren Metallgitterzäunen mit Signalanlagen, Gräben etc. Nachts wurde der unmittelbare Schutzstreifen beleuchtet. [[1983]] wurden auf Druck der Bundesregierung die Selbstschussanlagen abgebaut, Erdminen gesprengt (beides gab es nicht an der Berliner Mauer) und Hundelaufanlagen abgebaut, als Gegenleistung für von [[Franz Josef Strauß]] vermittelte Milliardenkredite. Auch danach wurden "verdächtige" Reisende oft schon in der bis zu 5 km tiefen Sperrzone und im Hinterland der Grenze von der Volkspolizei, dem zuständigen [[Abschnittsbevollmächtigter|ABV]], Stasi-IM und ca. 3.000 "freiwilligen Helfern der Grenztruppen" dem zuständigen Grenzkommando gemeldet und 90% aller "Grenzverletzer" schon weit vor dem letzten Grenzzaun I abgefangen. Der Zutritt war nur mit einem Passierschein möglich, der nur Anwohnern und in einzelnen Sonderfällen nach sorgfältiger Überprüfung erteilt wurde. Mit der Öffnung der Grenze ([[Mauerfall]]) am [[9. November]] [[1989]] unter dem DDR-Staatsratsvorsitzenden [[Egon Krenz]] kam es zu einer Entwicklung, der letztlich zur [[Wiedervereinigung]] der beiden deutschen Staaten am [[3. Oktober]] [[1990]] führte. Damit hörte die innerdeutsche Grenze auf zu bestehen. Noch heute wird allerdings gerne die "Mauer in den Köpfen" angeführt, wenn es um anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Ost- und Westdeutschen geht. Von der DDR in die Bundesrepublik flüchteten seit 1949 etwa 2 Millionen Menschen, von der Bundesrepublik in die DDR gingen etwa 200.000. === Kosten === Der Bau, ständige Ausbau und die jahrzehntelange Unterhaltung der schwer bewachten Grenze war eine große wirtschaftliche Belastung für die DDR. Baumaterial und etwa 40.000 Mann Grenztruppen – Arbeitskräfte, die keine volkswirtschaftlich produktive Arbeit leisten konnten – wurden dafür gebunden. Von [[1961]] bis [[1964]] kostete der Aufbau und Betrieb der Grenze insgesamt 1.822 Millionen [[Mark der DDR]], davon entfielen 400 Millionen Mark auf die [[Berliner Mauer]]. Die laufenden Kosten wurden insgesamt auf jährlich etwa 500 Millionen Mark geschätzt. Dazu kamen die Passkontrolleinheiten (PKE) des [[Ministerium für Staatssicherheit|MfS]] mit etwa 38 Millionen Mark jährlich. ==Grenztote== Die deutsch-deutsche Grenze forderte Todesopfer auf beiden Seiten. {| border="1" cellpadding="5" cellspacing="0" align=center |- ! colspan="4" bgcolor="#FF5510" | Opfer-Bilanz |----- ! !vor dem
13. August 1961 !seit dem
13. August 1961 !insg. bis
1989 |- |Berliner Grenze/Mauer |align="right" |16 |align="right" |239 |align="right" |255 |- |innderdeutsche Landesgrenze |align="right" |100 |align="right" |271 |align="right" |371 |- |Ostsee |align="right" |15 |align="right" |174 |align="right" |189 |- |Grenzen v. Bulgarien, CSSR, Polen,
Ungarn (nur DDR-Bürger) |align="right" |3 |align="right" |41 |align="right" |44 |- |Sonstige Fluchtwege
(Flugzeugentführung, Warenexport,
Transitwege) |align="right" |0 |align="right" |7 |align="right" |7 |- |Angehörige des DDR-Grenzdienstes
im Einsatz |align="right" |11 |align="right" |16 |align="right" |27 |- |Sowjetische Fahnenflüchtige |align="right" |1 |align="right" |5 |align="right" |6 |- |Flugzeugabschüsse im Grenzgebiet |align="right" |14 |align="right" |3 |align="right" |17 |- |'''Total:''' |align="right" |'''160''' |align="right" |'''756''' |align="right" |'''916''' |- |} Quelle: Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter. ===Getötete Flüchtlinge aus der DDR=== Einige hundert Menschen starben bei Fluchtversuchen aus der DDR, wobei es sich in den meisten Fällen um Zivilisten handelte. Die genaue Zahl der Opfer ist schwer zu bestimmen. Während die Berliner Staatsanwaltschaft von 270 ''nachweislichen'' Todesfällen an der innerdeutschen Grenze einschließlich Berlins infolge eines Gewaltakts der Grenzsicherungskräfte inkl. Minentote und Selbstschussanlagen spricht, hat die Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) 421 Verdachtsfälle auf Tötungen durch die bewaffneten Kräfte der DDR registriert. Die Arbeitsgemeinschaft "13. August" veröffentlichte am [[12. August]] [[2003]] eine Zahl von 1.008 Opfern des DDR-Grenzregimes von 1949 bis 1989, geht dabei aber von einem relativ weiten Opferbegriff aus. In dieser Zahl enthalten sind zum Beispiel auch in der Ostsee ertrunkene Flüchtlinge, Opfer von Unfällen während der Flucht, Selbstmorde nach entdeckter Flucht und auch durch Flüchtlinge erschossene Grenzsoldaten sowie Todesfälle deutscher Flüchtlinge an anderen Grenzen (CSSR, Jugoslawien etc.). ''Bekannte Fälle (unvollständig):'' [[Peter Fechter]], [[Chris Gueffroy]], [[Günter Litfin]], Ehepaar Elke und Dieter Weckeiser (erschossen [[18. Februar]] [[1968]]), René Groß, Manfred Mäder und Michael Bittner (erschossen [[21. November|21.]] und [[24. November]] [[1986]]) ===Getötete Westdeutsche=== ''Bekannte Fälle:'' [[Michael Gartenschläger]] ===Getötete DDR-Grenzer=== Seit Gründung der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] [[1949]] bis bis zu ihrem Ende [[1990]] fanden insgesamt 28 DDR-Grenzpolizisten und DDR-Grenzsoldaten den Tod. Fast alle dieser Grenzer kamen an der deutsch-deutschen Grenze ums Leben, lediglich einer kam an der Grenze zur [[Tschechoslowakei|CSSR]] um. Der erste „Grenzschützer“ wurde noch vor Gründung der DDR erschossen. Von diesen 29 Toten starben acht an der [[Berliner Mauer]]. Die meisten aufgeführten DDR-Grenzer waren Angehörige der [[Volkspolizei]] und der [[Grenztruppen der DDR]]. Die mutmaßlichen Täter waren, neben aus der DDR fliehenden Zivilisten, auch Westberliner, Westdeutsche sowie US-Soldaten und etwa zur Hälfte desertierende DDR-Grenzer, [[Nationale Volksarmee|NVA-Soldaten]] (z.B. [[Werner Weinhold]]) sowie ein [[Rote Armee|Sowjet-Soldat]]. In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurden einige der „gefallenen“ DDR-Grenzer zu Helden stilisiert und beispielsweise Straßen, Pionierlager, Kasernen und Schulen nach ihnen benannt (z.B. [[Reinhold Huhn]]). Aus heutiger Sicht ist umstritten, wie sich einige Fälle tatsächlich zugetragen haben oder ob es sich teilweise um [[Propaganda]] handelt. Unklar ist ferner, in wie vielen Fällen [[Notwehr]] oder sogar "[[Friendly Fire]]" vorlag. Eine vollständige Liste ist unter [[Todesfälle DDR-Grenzer]] aufgeführt. == Grenzübergänge == Die Zahl der Übergänge zwischen den westlichen Besatzungszonen bzw. der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR variierte im Laufe der Jahrzehnte. 1952 wurden verschiedene Straßen- und Eisenbahnübergangstellen durch die DDR geschlossen, auch wurden mit einer Ausnahme die letzten Bahnstrecken, die auf kurzen Abschnitten DDR-Gebiet passierten, geschlossen. Im Zuge der Verhandlungen, die zum [[Grundlagenvertrag]] von [[1972]] führten, wurden in Folge des Verkehrsvertrags zwischen den beiden deutschen Staaten vom [[26. Mai]] 1972 mehrere Übergänge für den sogenannten ''[[Kleiner Grenzverkehr|kleinen Grenzverkehr]]'' wieder geöffnet und auf den vorhandenen Eisenbahnübergängen zusätzliche Züge eingeführt. ===Straßenübergänge=== Bis 1952 gab es relativ viele Straßenübergänge zwischen den beiden deutschen Staaten, mit der Verschärfung des Grenzregimes wurden die meisten davon geschlossen. Unter anderem konnten bis 1952 folgende Übergänge genutzt werden: *[[Herrnburg]] - [[Lübeck]] *[[Motzlar]] - [[Günthers]] *[[Probstzella]] - Lauenstein Die nachfolgenden Übergänge konnten schließlich zwischen [[1952]] und [[1989]] für den [[Transitverkehr]] nach [[Berlin]] auf den vorgeschriebenen [[Transitverkehr (DDR)|Transitstrecken]] sowie den Reise- und Güterverkehr in die [[Deutsche Demokratische Republik]] genutzt werden: *[[Zarrentin]] - [[Gudow]] ([[Schleswig-Holstein]]) ab [[1982]], Fertigstellung der [[A 24]]. *Horst - [[Lauenburg/Elbe]] ([[Schleswig-Holstein]]), einziger Übergang, der bis 1982 auch durch [[Fahrrad]]fahrer genutzt werden konnte. *[[Marienborn]] - [[Helmstedt]] ([[Niedersachsen]]) *[[Wartha]] - [[Herleshausen]] ([[Hessen]]) *[[Hirschberg (Saale)|Hirschberg]] - [[Rudolphstein]] ([[Bayern]]) ab [[1966]], Eröffnung der Saalebrücke im Verlauf der [[A 9]]. *[[Juchhöh]] - [[Töpen]] ([[Bayern]]) bis 1966 Die nachfolgenden Übergänge wurden infolge des Verkehrsvertrags von 1972 geöffnet und waren nur für den Reiseverkehr in die DDR zugelassen, nicht aber nach Berlin: *[[Selmsdorf]] - [[Lübeck]] *[[Salzwedel]] - [[Bergen (Dumme)]] *[[Teistungen]] - [[Duderstadt]] *[[Meiningen]] - [[Mellrichstadt]] *[[Eisfeld]] - [[Lautertal (Oberfranken)|Rottenbach]] ===Eisenbahnübergänge=== Direkt nach Besetzung der jeweiligen Zonen durch die Alliierten hatte die Sowjetunion den Eisenbahnverkehr zwischen ihrer Zone und den westlichen Zonen unterbrochen. Lediglich die Strecke über [[Helmstedt]] und [[Marienborn]] wurde für die Militärzüge nach West-Berlin offengehalten, nur auf dieser Strecke gab es auch Personenverkehr. Daneben wurden einzelne Grenzübergänge weiter im Güterverkehr genutzt, die meisten Strecken blieben aber geschlossen. Im Zuge der [[Berlin-Blockade]] wurde der Personenverkehr völlig, der Güterverkehr weitgehend eingestellt. Nach Beendigung der Blockade wurden zwischen der westdeutschen Bahnverwaltung bzw. der am [[7. September]] [[1949]] gegründeten [[Deutsche Bundesbahn|Bundesbahn]] und der ostdeutschen [[Deutsche Reichsbahn in der DDR|Reichsbahn]] in verschiedenen [[Abkommen]] (Abkommen von Helmstedt, [[11. Mai]] 1949, [[Offenbach]] [[3. September]] 1949 und [[Kleinmachnow]], [[10. September]]) die betrieblichen Fragen des Grenzverkehrs geregelt und die Öffnung verschiedener Übergänge auch für den Personenverkehr vereinbart. Bis 1952 wurden neben den weiter unten aufgeführten Strecken auch wieder verschiedene Strecken genutzt, die jeweils auf kurzen Abschnitten über DDR- oder BRD-Gebiet verliefen, wobei aber nur teilweise "echter" Grenzverkehr mit Wechsel von Personen oder Gütern stattfand: *[[Oebisfelde]] - [[Weferlingen]] - [[Helmstedt]], nur für Lokleerfahrten von Reichs- und Bundesbahn genutzt, die Strecke wechselte dreimal die Grenze *[[Mühlhausen (Thüringen)]] - [[Treffurt]], Personen- und Güterverkehr, die Strecke verlief auf 1,3 km über BRD-Gebiet *[[Bebra]] - [[Gerstungen]] - [[Heringen (Werra)]] - [[Philippsthal]], Personenverkehr für den Berufsverkehr der [[Kalisalz|Kaligruben]] im Werratal, auch für Interzonenverkehr nutzbar *[[Vacha]] - [[Unterbreizbach]], Personen- und Güterverkehr, die Strecke verlief auf 2 km über BRD-Gebiet, durch Neubaustrecke nur über DDR-Gebiet ersetzt *[[Sonneberg]] - [[Neustadt bei Coburg]], nur Güterverkehr *[[Pressig-Rothenkirchen]] - [[Tettau]], Personen- und Güterverkehr, die Strecke wechselte achtmal die Grenze, ca. 7 km verliefen auf DDR-Gebiet *[[Ludwigsstadt]] - [[Lehesten]], Güterverkehr Ab 1952 wurden infolge des verschärften Grenzregimes nur noch folgende Übergänge und Strecken im Eisenbahnverkehr genutzt: *[[Lüdersdorf (Mecklenburg)|Herrnburg]] - [[Lübeck Hauptbahnhof]], Personen- und Güterverkehr, ab [[1960]] *[[Schwanheide]] - [[Büchen]] ([[Schleswig-Holstein]]), Personen- und Güterverkehr, auch für Transit nach West-Berlin *Oebisfelde - [[Wolfsburg]], Güterverkehr, Personenverkehr erst ab [[1954]], auch für Leerzüge im Güterverkehr von West-Berlin *Marienborn - Helmstedt ([[Niedersachsen]]), Personen- und Güterverkehr, auch für Transit nach West-Berlin *[[Ellrich]] - [[Walkenried]] nur Güterverkehr *Gerstungen - Bebra ([[Hessen]]), Personen- und Güterverkehr, auch für Transit nach West-Berlin *[[Dankmarshausen]] - Heringen (Werra) ab [[1954]] nur für Kalizüge der Bundesbahn im Transit, zwischen [[1967]] und [[1969]] geschlossen *[[Probstzella]] - Ludwigsstadt ([[Bayern]]), Personen- und Güterverkehr, auch für Transit nach West-Berlin *[[Gutenfürst]] - [[Hof (Bayern)|Hof]], Personen- und Güterverkehr, auch für Transit nach West-Berlin, Personenverkehr erst ab 1954 Die westliche Bundesbahn bezeichnete diese Übergänge explizit nicht als Grenzübergänge, während die östliche Reichsbahn immer von ''Grenzübergangsstellen'' (Kurzform ''GÜSt) sprach. Es verkehrten im Personenverkehr ausschließlich [[D-Zug|D-Züge]]. Bis zum Mauerbau [[1961]] dienten die Transit-Züge nach West-Berlin auch dem innerdeutschen Verkehr und dem DDR-Binnenverkehr. Nach dem Mauerbau verloren die Züge nach West-Berlin ihre Verkehrshalte in Bahnhöfen auf DDR-Gebiet. Ab 1972 gab es auf den Übergängen Marienborn/Helmstedt, Probstzella/Ludwigstadt und Gutenfürst/Hof neben den D-Zügen auch je ein dem "kleinen Grenzverkehr" dienendes [[Eilzug]]paar, das nur an Wochenenden und nur bis zum nächsten größeren Bahnhof auf DDR-Gebiet fuhr. Ab Sommer 1989 gab es auch ein solches Zugpaar am Übergang Herrnburg - Lübeck. Mit der Maueröffnung 1989 wurde auf dem Übergang Ellrich - Walkenried nach wenigen Tagen auch der Personenverkehr aufgenommen. Zum Fahrplanwechsel 1990 wurde zudem die wieder aufgebaute Strecke zwischen Eichenberg (DB) und Arenshausen (DR) als Grenzübergang in Betrieb genommen. Beide Übergänge verloren aber bereits mit der Währungsunion ihre Funktion, ebenso alle anderen Übergänge. ===Übergänge für Binnenschiffahrt=== Beide Übergänge für die Binnenschiffahrt konnten sowohl für Berlin-Verkehre als auch für Wechselverkehr DDR - BRD genutzt werden. Sie waren nur für den Gütertransport zugelassen, nicht jedoch für reine Personenschiffe. *[[Elbe]]: [[Cumlosen]] / [[Schnackenburg]] *[[Mittellandkanal]]: [[Buchhorst|Buchhorst (Oebisfelde)]] / [[Rühen]] == Siehe auch == [[Berliner Grenzübergänge]], [[Grünes Band Deutschland]] == Aufarbeitung == === Literatur === * ''Dietmar Schultke'': Keiner kommt durch, ISBN 3-746680-41-7 * ''Peter J. Lapp'': Gefechtsdienst im Frieden - Das Grenzregime der DDR, ISBN 3-763759-92-1 * ''Jürgen Ritter'': Die Grenze, ISBN 3-861531-62-3 * ''Hans-Joachim Fricke, Hans-Joachim Ritzau'': Die innerdeutsche Grenze und der Schienenverkehr, Pürgen 1992, ISBN 3-921304-45-8 * ''Horst Gundlach'': Die innerdeutsche Grenze im Südharz, Bad Sachsa 2004 === Filme === *''[[Halt! Hier Grenze|Halt! Hier Grenze - Auf den Spuren der innerdeutschen Grenze]]'', Dokumentarfilm, Deutschland 2005, Regie: Christian Gierke == Weblinks == * [http://www.passkontrolle-ddr.de/ Dokumentation zu einigen Grenzanlagen und über die Passkontrolle der DDR] *[http://www.grenzstempel.de Beschreibung und Fotos der Grenzanlagen] *[http://www.grahnert.de/grenzstempel/uebergang/ueberg1.htm Übersicht der Grenzübergänge in der DDR] [[Kategorie:Befestigungsanlage]] [[Kategorie:Deutsche Geschichte (Nachkriegszeit)]] [[Kategorie:Kalter Krieg]] [[Kategorie:DDR]] [[Kategorie:Grenze]] [[Kategorie:Zoll]] [[en:GDR_border_system]] [[fi:Saksojen välinen raja]]




Diese Version des Artikels stammt vom 05.03.2006.



Der Inhalt dieser Seite basiert auf dem Artikel „Innerdeutsche Grenze“ aus der freien Enzyklop�die Wikipedia und ist unter der GNU-Lizenz f�r freie Dokumentation ver�ffentlicht. Auf der Wikipedia-Seite ist eine Liste der Autoren einzusehen.

Zufallsartikel.

Microsoft Windows Vista

... mehr