Massenmedien
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Massenmedien
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2006-07-02T16:05:02Z
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'''Massenmedien''' sind ''alle Einrichtungen der Gesellschaft, die sich zur Verbreitung von [[Kommunikation]] [[Technik|technischer]] Mittel der Vervielfältigung bedienen'' ([[Niklas Luhmann]]).
== Definition ==
=== Allgemein ===
Die [[Presse (Medien)|Presse]], der [[Hörfunk]], das [[Fernsehen]] und das [[Internet]] werden als Massenmedien bezeichnet. Ihre gemeinsamen Merkmale sind, dass sie sich über ein technisches Verbreitungsmittel, öffentlich, indirekt und einseitig an ein disperses (lat. „fein verteilt”) Publikum wenden. Massenmedien stellen [[Massenkommunikation]] her, die von der [[Individualkommunikation]] zu unterscheiden ist.
Die Bezeichnung wurde im englischsprachigen Bereich, in den [[1920er]] Jahren mit dem Aufkommen des Rundfunks, der Massenblätter und -zeitschriften geprägt.
Auf der Seite des „Senders” steht der [[Kommunikator]], welcher als Beobachter und Reflektor der Wirklichkeit fungiert. Dieser richtet seine Aussagen für Jedermann zugänglich an die Öffentlichkeit. Beispiele für Kommunikatoren sind: [[Journalist]]en, [[Schriftsteller]] und [[Künstler]].
== Der Begriff ==
Das Fernsehpublikum und auch die Leser von Zeitungen/Zeitschriften bilden keine [[Masse (Soziologie)|Masse]] im soziologischen Sinn.
=== Kommunikation der Masse untereinander ===
Das Publikum ist verstreut über ein ganzes Land, es kann nicht wie beispielsweise eine auf einem Platz versammelte Masse, die einem [[Redner]] zuhört, untereinander kommunizieren , gegenseitige Handlungen hervorrufen (Applaus, der von anderen Mitgliedern aufgenommen wird,...). Beim weit verstreuten Fernseh-, Radio- oder Zeitungspublikum fällt dieser Aspekt direkter Kommunikation völlig weg.
In den letzten Jahren gibt es vermehrt Angebote, begleitend zu Fernseh- und Radiosendungen über das Internet über [[Chat]] direkt mit anderen Zuschauern oder den Sendeverantwortlichen oft schon während der Sendung in Kontakt zu treten. Meinungsäußerungen und Abstimmungen via [[Internet]] und [[E-Mail]] sind auch oft möglich.
=== Maletzkes Definition ===
[[Gerhard Maletzke]] definiert den Begriff Massenmedien [[1963]] in etwa so: öffentlich (nicht privat, allgemein zugänglich), medial (durch Nutzung eines technischen Verbreitungsmediums), einseitig (vom Sender zum Empfänger und nicht umgekehrt), indirekt (Zeit und Ort von Produktion und [[Empfänger|Rezeption]] sind nicht identisch), an ein weiter verteiltes, „[[Disperses Publikum|disperses Publikum]]” (verstreute und individuelle Nutzung). Siehe auch: [[Feldmodell der Massenkommunikation]]
Massenmedien in Zeitung
„Prozess, bei dem Aussagen öffentlich, d.h. ohne begrenzte oder personell definierte Empfängerschaft, indirekt, d.h. bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen den Kommunikationspartnern, und einseitig, d.h. ohne Rollenwechsel zwischen Aussagendem und Aufnehmenden, durch technische Verbreitungsmittel (sog. „Massenmedien“) an ein disperses Publikum vermittel werden“ (Maletzke, 1963)
=== Medien der Massenkommunikation versus massenhaft verbreitete Medien ===
Der Begriff Massenmedien wird oft missverständlich (d.h. nicht im Sinne der obigen Definitionen) benutzt, z.B. in Aussagen wie „Das Internet begann seinen Siegeszug und wurde zum Massenmedium.” Dabei ist nicht gemeint, dass in einem Medium [[Massenkommunikation]] stattfindet, sondern lediglich, dass es massenhaft verbreitet ist.
== Inhalt ==
Das heutige Bild der Wirklichkeit ist das medial vermittelte und präsentierte Bild der Wirklichkeit. Ereignisse, die nicht in den Massenmedien wiedergegeben werden, haben in der Öffentlichkeit nicht stattgefunden.
Von großer Bedeutung für die mediale Präsenz und den Wert einer Nachricht sind Faktoren wie
*[[Nähe]], [[Prominenz]], [[Personalisierung(Begriffsklärung)|Personalisierung]], [[Konflikt]]trächtigkeit, [[Negativismus]], [[Ethnozentrismus]], [[Überraschung]].
Meldungen ohne solchen [[Nachrichtenwert]] werden für eine [[Publikation]] als nicht tauglich befunden, was sich nachhaltig im Bild der vermittelten Wirklichkeit niederschlägt.
Die Auswahlkriterien, nach denen entschieden wird, ob eine Meldung verbreitenswert ist oder nicht, hat auch mit dem jeweiligen Format zu tun. So werden [[Boulevardmedien]] in erster Linie darauf achten, ob ein Thema taugt, einen emotionalisiernden Effekt beim Konsumenten zu erreichen und so die Auflage bzw. Einschaltquote zu erhöhen. Medien, die schwerpunktmäßig unter den Gesichtspunkten des [[Interpretativer Journalismus|interpretativen]] oder des [[Investigativer Journalismus|investigativen Journalismus]] arbeiten werden eher auf den Informationsgehalt achten und die „recherchierbare Tiefe”, die hinter einer Meldung steht.
Der Abstand zwischen Ereignis und Berichterstattung vermindert sich zunehmend ([[Breaking News]]).
== Aufgaben der Massenmedien ==
Die Massenmedien spielen bei der politischen [[Willensbildung]] eine sehr wichtige Rolle. Umfassende Informationen und das Kennen lernen unterschiedlicher Meinungen sind durch Massenmedien (Zeitung, Rundfunk, Fernsehen und Computer) erst möglich geworden. Aus diesem Grunde bezeichnet man die moderne Demokratie als Mediendemokratie.
Die Themenselektion der Massenmedien ist in tragender Rolle mitverantwortlich für die gesellschaftlichen Themen, die von einem großen Teil der Bevölkerung wahrgenommen werden und mit zur politischen Meinungsbildung herangezogen werden.
Aufgaben der Massenmedien sind:
- Sie sollen vollständig und objektiv über Ereignisse informieren.
- Journalisten sollen die Vorgänge der Politik und Wirtschaft beobachten, sorgfältig und
kritisch recherchieren und ihre Ergebnisse veröffentlichen. Sie dienen als zusätzliche
Kontrollfunktion für die Parlamente.
- Massenmedien sollen zur politischen Meinungs- und Urteilsbildung beitragen.
== Siehe auch ==
*[[Medienmanipulation]], [[Medienwissenschaft]], [[Funktionen der Massenmedien]], [[Medienmogul]], [[Nachrichten]], [[Pressekonferenz]], [[Chronologie englischsprachiger Medien]]
== Weblinks ==
*[http://www.bpb.de/publikationen/04850952034553141195224309211891,0,0,Massenmedien.html bpb.de - Infos zu Massenmedien]
*[http://socio.ch/demo/t_hsuter1.htm socio.ch – Ausführlicher Text zum Thema]
*[http://www.nzz.ch/2006/04/07/em/articleDQ38G.html Immer dickere Mauer des Schweigens. Wie militante Milieus aufklärenden Journalismus behindern] – ''Neue Zürcher Zeitung'' 7. April 2006
[[Kategorie:Medien]]
[[en:Mass media]]
[[eo:Amaskomunikilo]]
[[fi:Media]]
[[he:תקשורת המו ים]]
[[ja:マスメディア]]
[[lt:Žiniasklaida]]
[[mk:Медиуми]]
[[nl:Massamedia]]
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[[ru:Средства массовой информации]]
[[uk:Засоби масової інформації]]
[[zh: 播媒体]]
Diese Version des Artikels stammt vom 13.07.2006.
Der Inhalt dieser Seite basiert auf dem Artikel
„Massenmedien“ aus der freien Enzyklop�die
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