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Mindestlohn




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.6alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Mindestlohn 78894 15327729 2006-04-03T20:45:42Z Hardern 64990 Eingangsabschnitt umformuliert Ein '''Mindestlohn''' ist ein in der Höhe durch den [[Staat]] oder durch einen [[Tarifvertrag]] festgeschriebenes [[Arbeitsentgelt]], das Arbeitnehmer(inne)n als Minimum zusteht. Seine Höhe kann als Monatslohn für eine Vollzeitstelle oder als ein Mindest-Stundenlohn festgelegt sein. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in 18 von 25 EU-Mitgliedstaaten sowie in fast allen weiteren Industrieländern, darunter Australien, die USA, Japan und Kanada. In [[Deutschland]], [[Österreich]] und der [[Schweiz]] sowie in den skandinavischen Ländern gibt es keinen von der jeweiligen Regierung festgelegten Mindestlohn, da ein größerer Wert auf die [[Tarifautonomie]] gelegt wird. ==Intention== Befürworter von Mindestlöhnen sehen darin einen Mindeststandard: Ein Mindestlohn sichere den Beschäftigten eine für die Lebenshaltung auskömmliche Lohnhöhe ([[Existenzminimum]]). Sie argumentieren ferner, es gebe Fälle von [[Marktversagen]], in denen der [[freier Markt|freie Markt]] nicht immer fähig sei, die Lohnhöhe selbst zu [[Regulierung|regulieren]]. Durch Mindestlöhne werde dieses Gleichgewicht geschaffen. Zudem führe ein Mindestlohn zu einer Qualitätssicherung: Durch einen Mindestlohn werde sichergestellt, dass die [[Arbeitnehmer]] genügend motiviert sind. Die Qualität der Arbeitsleistung sei somit gewährleistet. Schließlich diene ein Mindestlohn der verbesserten [[Gleichstellung]] von Männern und Frauen, da Frauen für gleichwertige Arbeit oft schlechter bezahlt werden als Männer. ==Geschichte== Ein Mindestlohn wurde historisch mehrfach von der [[Arbeiterbewegung]] durch [[Streik|Streiks]] gefordert und erkämpft. Motiv waren sog. ''Hungerlöhne'', die bei großer [[Konkurrenz]] auf dem Arbeitsmarkt nur noch erzielt wurden, aber nicht mehr zur Sicherung der [[Grundbedürfnis]]se reichten. Eine Forderung nach einem solchen Mindest-[[Lohn]] stellte damals auch die Forderung nach einem [[Menschenwürde|menschenwürdigen]] Leben dar. ==Bewertung nach [[Neoklassische Theorie|neoklassischer Theorie]]== ===Überblick=== Neoklassische Ökonomen stehen Mindestlöhnen überwiegend skeptisch gegenüber. Zusammenfassend wird angenommen, dass Mindestlöhne entweder keine Wirkung zeigen (wenn sie unter dem Gleichgewichtslohn liegen) oder zu unerwünschter [[Arbeitslosigkeit]] führen, da [[Unternehmen]] durch die Lohnhöhe davon abgeschreckt würden, Stellen zu schaffen. Kritisiert wird zudem ein ''[[Interventionismus]]'': Der freie Markt sei fähig, die Lohnhöhe selbst zu regulieren. Durch Mindestlöhne würde dieses [[Gleichgewicht]] gestört. Zudem entstünde ein ''[[Nettowohlfahrtsverlust]]'': Durch den Eingriff in den freien Markt sänke die [[Nettowohlfahrt]]. Der Mindestlohn führe auch zu geringerer [[Produktivität]], wenn der Produktionsfaktor Arbeit teurer wird, und damit zum Ansteigen der Preise. Durch den [[Sozialhilfe]]satz bestehe faktisch ein Mindestlohn, niemand würde für weniger arbeiten, als ihm auch ohne Arbeit zusteht. In den nachfolgenden Abschnitten werden Mindestlöhne unter theoretischen Aspekten näher beleuchtet. ===Niedriger Mindestlohn=== [[Bild:Niedriger_Mindestlohn.PNG|thumb|220px|Niedriger Mindestlohn (wie in der VWL oftmals üblich, sind die Achsen vertauscht. Die Lohnhöhe bestimmt somit die Anzahl der Arbeitsplätze und nicht etwa umgekehrt. S = ''supply''/Angebot. D = ''demand''/Nachfrage.)]] Nach den Gesetzen von [[Marktgleichgewicht|Angebot und Nachfrage]] (s. dort für eine ausführliche Begründung) stellt sich in einem freien Marktgeschehen unweigerlich ein Gleichgewicht ein. Es handelt sich dabei um die Situation, bei der Angebotspreise und -mengen mit Nachfragepreisen und -mengen übereinstimmen. Liegt der Mindestlohn W_{min} unterhalb des Gleichgewichtslohns W_{GG}, so hat die Einführung eines Mindestlohns in der Theorie keinerlei Auswirkungen auf die Lohnhöhe ''W'' oder Arbeitsmenge ''L''. Beispielsweise würde die Einführung eines Mindestlohns von 200 Euro pro Monat für Hochschulabsolventen keinerlei Wirkung zeigen. Der sich aus dem Marktgeschehen ergebende Gleichgewichtspreis würde als Ausdruck der Knappheit von Hochschulabsolventen dennoch bezahlt werden. ===Hoher Mindestlohn=== [[Bild:hoher_Mindestlohn.PNG|thumb|220px|Hoher Mindestlohn]] Liegt der Mindestlohn so hoch, dass er Auswirkungen auf die Lohnhöhe hat, ist nach klassischer Lehrmeinung Arbeitslosigkeit die Folge. Liegt der Mindestlohn W_{min} über dem Gleichgewichtslohn W_{GG} – darf also unterhalb des Mindestlohns keine Arbeit mehr angeboten bzw. nachgefragt werden – hat das folgende Effekte: # Die Unternehmen als die Nachfrager von Arbeit (Kurve ''D'') sind zu dem höheren Preis lediglich bereit, eine geringere Menge Arbeit (L_1) als im Gleichgewicht (L_{GG}) nachzufragen. # Die Menschen als die Anbieter von Arbeit (Kurve ''S'') wären zu dem höheren Preis bereit, mehr Arbeit (L_2) anzubieten als im Gleichgewicht. Die Menge an unfreiwilliger Arbeitslosigkeit besteht aus der Differenz zwischen L_2 und L_1. Die Wohlfahrtsverluste des Mindestlohns werden deutlich wenn man beachtet, dass es # Unternehmen gibt, die zusätzliche Arbeitsplätze zu einem Lohn zwischen dem Gleichgewichtslohn W_{GG} und dem Mindestlohn W_{min} anbieten würden, und # Menschen gibt, die zu diesem niedrigeren Lohn bereit wären zu arbeiten. Der Mindestlohn untersagt also Verträge, die von beiden Seiten freiwillig abgeschlossen würden und für beide Seiten Vorteile bringen würden. Der Mindestlohn bringt also Vorteile für diejenigen, die Arbeitsplätze haben, und schädigt andere, die arbeitslos sind. Kritiker des Mindestlohns argumentieren, dass die Gewerkschaften als Vertreter der bereits Beschäftigten nur aus diesem Grund für Mindestlöhne votieren. Beispielsweise würde die Einführung eines Mindestlohnes von 200 Euro pro Stunde für ungelernte Arbeiter dazu führen, dass praktisch keine Stellen für solche Arbeiter mehr angeboten würden. Die Folge wäre eine hohe Arbeitslosigkeit dieser Beschäftigtengruppe. Einzelne Arbeiter, denen es trotz Mindestlohn gelingt, eine Stelle zu erhalten, genießen jedoch die vollen Vorzüge des Mindestlohnes. ===Alternative Deutung=== Ein oft genannter Kritikpunkt an der klassischen Ökonomie ist die ungenügende Berücksichtigung der nachfragestützenden Wirkung des Mindestlohns. Einzelne Unternehmen handeln [[Mikroökonomie|mikroökonomisch]] gesehen vernünftig, wenn sie ihre Lohnkosten und damit die Löhne gering halten wollen. Nach dem [[Keynesianismus|Szenario keynesianischer Unterbeschäftigung]] handeln sie aber [[Makroökonomie|makroökonomisch]] volkswirtschaftlich schädlich, weil die realisierbare Nachfrage mit den Löhnen gleichfalls sinkt. Allerdings ist bei dieser Argumentation zu beachten, dass neben Arbeitnehmern auch Unternehmen eine Nachfrage haben, die bei sinkenden Lohnkosten ihrerseits steigen kann. [[angebotsorientierte Wirtschaftspolitik|Angebotsorientiertere]] Volkswirte bezweifeln die langfristige Gültigkeit dieser Deutung, die beispielsweise von den [[Gewerkschaft]]en vertreten wird. ==Mindestlohn und Armutsgrenze in Deutschland == Gemäss einer verbreiteten Definition von relativer Armut gilt als arm, wer weniger als 50% des Durchschnittseinkommen verdient. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 1023 Euro (Quelle: DIW 2001). Der derzeitige ALGII-Satz von 345 Euro plus den Maximalsatz von 250 Euro für Miete und Heizung ergibt einen Wert von 595 Euro monatlich und liegt somit je nach Ausgestaltung über der Armutsgrenze. ==Empirie== Empirisch lässt sich aufgrund der Schwierigkeit, die Auswirkungen eines einzelnen Elements in einem komplexen Wirtschaftsgefüge zu messen nur schwer der Nachweis führen, dass Mindestlöhne Arbeitslosigkeit verursachen oder beseitigen. Zahlreiche Länder wie [[Frankreich]], [[Großbritannien]] und [[Luxemburg]] (Liste siehe unten) verfügen über eine Mindestlohnregelung, ohne dass signifikante Verschlechterungen der Arbeitsmarktsituation beobachtbar sind. Nach einer Studie der [[Princeton]]-Professoren [[Alan Krueger]] und [[David Card]] führten Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns um 20% zu keinem Arbeitsplatzabbau. Dan Fuller und Doris Geide-Stevenson fanden, dass als Folge davon die Zustimmung zu der These, erhöhte Mindestlöhne führten zu steigender Arbeitslosigkeit, unter amerikanischen Ökonomieprofessoren gefallen sei. Während im Jahr [[1990]] noch 63% zustimmten, fand sich [[2000]] nur noch eine Zustimmung von 43%. Weitere 28% stimmten unter Vorbehalt zu, 27% widersprachen. Insgesamt ist zu sagen, dass auch die Empirie kein einheitliches Bild liefert. Es gibt empirische Beispiele für eine sinkende wie für eine steigende Arbeitslosigkeit nach Erhöhungen des Mindestlohns.Kuhn, Andreas (2001): ''Mindestlöhne als Ursache überhöhter Arbeitslosigkeit?'' Vortrag im Rahmen des Arbeitsmarktseminars: "Arbeitslosigkeit: Ursachen und Auswege" vom 6. und 7. Juli 2001. [http://www.iew.unizh.ch/grp/zweimueller/downloads/teachingdocs/arbeitsoek/Ss01/mindestloehne.pdf (PDF)] ==Quasi-Mindestlohn durch soziale Transferleistungen?== Auch wenn Deutschland nicht in der Liste der Staaten mit Mindestlohn-Vorschriften zu finden ist, kann die [[Arbeitslosengeld II]] (Alg II) als Mindestlohn angesehen werden. Während ein Mindestlohn gesetzlich verbietet, unterhalb des Alg II-Niveaus Arbeit zu entlohnen, verhindert ein Transfereinkommen wie [[Arbeitslosengeld]] und insbesondere in Deutschland das Alg II de facto ein Lohnniveau unter oder knapp über diesen Leistungen. Es wird auf Antrag auch für gering bezahlte Arbeitnehmer zur Aufstockung auf dieses Grundsicherungsniveau gezahlt. Nach dieser Betrachtung ist es für Menschen ökonomisch irrational, eine Arbeit für weniger Geld anzunehmen, als sie an Arbeitslosengeld II erhalten. Erst wenn der Lohn ihren Anspruch auf Alg II ausreichend übersteigt ([[Angebot und Nachfrage|Reservationspreis]], Lohnabstandsgebot), wird sich für sie die Erwerbsarbeit wieder lohnen. Allerdings geht eine solche Herangehensweise darüber hinweg, dass Arbeitsverhältnisse aus mehr als nur Lohnzahlungen bestehen. Werden Arbeitslosengeld als de-facto-Mindestlohn angesehen, trifft dies möglicherweise auf die ökonomischen Aspekte von Arbeit zu, nicht aber auf die sozialen. Die Diskussion über einen Mindestlohn ist neu entbrannt, weil osteuropäische Arbeitnehmer, die in Deutschland nicht Arbeitslosengeld II-berechtigt sind, zunehmend zu Niedrigstlöhnen Arbeit in Deutschland anbieten. ==Ausgewählte Staaten== ===Überblick=== {| style="float:right;margin-left:0.5em" ! bgcolor="#c0c0c0" | [[Staat]] || bgcolor="#c0c0c0" | gesetzlich vorgeschriebener
Mindestlohn pro Monat
in Euro (Stand:
01/2005) [http://www.eds-destatis.de/de/downloads/sif/nk_05_07.pdf Eurostat] |----- | bgcolor="#c0ffc0" | [[Luxemburg]] || bgcolor="#c0ffc0" | 1.467 |----- | bgcolor="#c0ffc0" | [[Niederlande]] || bgcolor="#c0ffc0" | 1.265 |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Belgien]] || bgcolor="#e8ffc0" | 1.210 |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Großbritannien und Nordirland|Vereinigtes Königreich]] || bgcolor="#e8ffc0" | 1.197 (Erhöhung beschlossen) |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Frankreich]] || bgcolor="#e8ffc0" | 1.197 |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Republik Irland|Irland]] || bgcolor="#e8ffc0" | 1.183 |----- | bgcolor="#ffffc0" | [[Griechenland]] || bgcolor="#ffffc0" | 668 |----- | bgcolor="#ffffc0" | [[USA]] || bgcolor="#ffffc0" | 666 |----- | bgcolor="#ffffc0" | [[Spanien]] || bgcolor="#ffffc0" | 599 |----- | bgcolor="#ffffc0" | [[Malta]] || bgcolor="#ffffc0" | 557 |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Slowenien]] || bgcolor="#ffe8c0" | 490 |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Portugal]] || bgcolor="#ffe8c0" | 437 |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Türkei]] || bgcolor="#ffe8c0" | 240 |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Tschechien]] || bgcolor="#ffe8c0" | 235 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Ungarn]] || bgcolor="#ffc0c0" | 232 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Polen]] || bgcolor="#ffc0c0" | 205 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Estland]] || bgcolor="#ffc0c0" | 172 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Slowakei]] || bgcolor="#ffc0c0" | 167 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Litauen]] || bgcolor="#ffc0c0" | 145 |----- | bgcolor="#ffc0c0" | [[Lettland]] || bgcolor="#ffc0c0" | 116 |----- | bgcolor="#ff5d5d" | [[Bulgarien]] || bgcolor="#ff5d5d" | 77 |----- | bgcolor="#ff5d5d" | [[Rumänien]] || bgcolor="#ff5d5d" | 72 |----- | bgcolor="#ff5d5d" | [[Russland]] || bgcolor="#ff5d5d" | ca. 10 (300 [[Rubel]]) |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Schweden]], [[Dänemark]] || bgcolor="#e8ffc0" | [[Branche]]nregelungen |----- | bgcolor="#e8ffc0" | [[Österreich]] || bgcolor="#e8ffc0" |über [[Sozialpartner]] |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Deutschland]] || bgcolor="#ffe8c0" | (in der Diskussion) |----- | bgcolor="#ffe8c0" | [[Schweiz]] || bgcolor="#ffe8c0" | (in der Diskussion) |} In den meisten [[Europäische Union|EU]]-Ländern wird der Mindestlohn als Monatslohn definiert, in den [[USA]], [[England]] und [[Republik Irland|Irland]] als Stundensatz. Im Jahr 2005 hatten 18 von 25 Mitgliedstaaten der [[Europäische Union|Europäischen Union]] einen [[gesetz|gesetzlich]] festgelegten Mindestlohn, der von 116 EUR ([[Lettland]]) bis 1.467 EUR ([[Luxemburg]]) reicht. In einigen anderen Staaten bestehen [[Branche|Branchen]]- und andere [[Regelung|Regelungen]]. Mit Ausnahme der USA passen die meisten westlichen Länder die Mindestlöhne regelmäßig an die gestiegenen Lebenshaltungskosten an. ===Australien=== In [[Australien]] beträgt der gegenwärtige Mindestlohn 12,75 [[Australischer Dollar|Australische Dollar]] oder umgerechnet ca. 7,65 Euro pro Stunde.Australian Council of Trade Unions (ACTU) (2006): ''Minimum Wages''. Siehe [http://www.actu.asn.au/public/campaigns/minimumwages.html Online]. Die Effekte des Mindestlohns auf den Arbeitsmarkt sind auch in Australien umstritten.Watson, Ian (2004): ''Minimum Wages and Employment: Comment'', in: The Australian Economic Review, vol. 37, No. 2, Seite 166-172 [http://econrsss.anu.edu.au/~aleigh/pdf/Minimum_wages_comment.pdf (PDF)] ===Bundesrepublik Deutschland=== In [[Deutschland]] entfaltet die [[Allgemeinverbindlichkeitserklärung]] eine im weitesten Sinne mit dem Mindestlohn vergleichbare Wirkung, diese gilt allerdings bisher nur in wenigen Branchen, unter anderem im Baugewerbe. Dort bewirken das [[Arbeitnehmerentsendegesetz]] und die aktuelle ''Fünfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Baugewerbe''''Fünfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen im Baugewerbe.'' Bundesanzeiger Nr. 164 vom 31. August 2005 [http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsatz/b0_finanzkontrolle/e0_aentg/a0_info_ag/h0_regelungen_tarifvertraege/r0_fuenfte_verordnung_baugewerbe.pdf (PDF)] Mindestlöhne zwischen 8,31 Euro und 12,30 Euro. Von der außerdem bestehenden gesetzlichen Grundlage zur Bestimmung von Mindestlöhnen im "Gesetz über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen" ist bislang kein Gebrauch gemacht worden. === DDR === In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] galt seit [[1958]] für alle Werktätigen ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn für eine Vollzeittätigkeit: 1958: 220 MDN, 1967: 300 [[Mark der DDR]], 1971: 350 Mark und 1976: 400 Mark. Der Mindestlohn wurde entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung und aus sozialpolitischen Erwägungen (offizielle Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik seit 1971) typischerweise im [[Fünfjahrplan]]rhythmus angehoben. Der tatsächlich ausbezahlte Lohn war bedingt durch Zulagen höher. ===Großbritannien=== Der 1999 mit einem Wert von 3,60 [[Pfund Sterling]] oder umgerechnet 5,29 Euro pro Stunde eingeführte Mindestlohn wird im Jahr 2006 auf 5,35 Pfund bzw. 7,86 Euro erhöht.Finn, Dan (2005): ''The National Minimum Wage in the United Kingdom'', Graue Reihe des [[Institut Arbeit und Technik|Instituts Arbeit und Technik]] 2005-01 [http://www.iatge.de/aktuell/veroeff/2005/gr2005-01.pdf (PDF)] Die Erhöhung erfolgt im Einklang mit dem jährlichen Bericht der [[Low Pay Commission]].Low Pay Commission (2006): ''National Minimum Wage - Report 2006''. Englisch [http://mindestlohn.de/aktuell/grossbritannien_erhoeht/low_pay_commission_2006.pdf (PDF)] Bosch, Gerhard und Claudia Weinkopf (2006): ''Mindestlöhne in Großbritannien - ein geglücktes Realexperiment'', in: WSI-Mitteilungen 03/2006. Für unter 22jährige gelten nach unten abweichende Regelungen. ===Österreich=== In [[Österreich]] ist die Situation vergleichbar. Jene Betriebe, die Mitglieder in der [[Wirtschaftskammer]] sind, unterliegen den für sie stellvertretend zwischen der Wirtschaftskammer und den zuständigen Branchenverbänden bzw. Gewerkschaften abgeschlossenen Kollektivverträgen. Dort sind - je nach Einstufung der Tätigkeit und dem Dienstalter - verbindliche Mindestlöhne festgelegt. Organisationen, die kein Mitglied der Wirtschaftskammer sind (z.B. [[Non-Profit-Organisation]]en), unterliegen keinem Kollektivvertrag und daher auch keinem Mindestlohn. Weiterhin ist festzuhalten, dass etwaige Kollektivverträge zwar die Mindestlöhne für Arbeiter- und Angestelltenverhältnisse sehr genau regeln, aber ''atypische Dienstverhältnisse'', die in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichneten, oft gar nicht oder unzureichend berücksichtigt werden. Als in atypische Dienstverhältnissen Beschäftigte gelten [[Freiberuf|freie Dienstnehmer]] und [[Werkvertrag|Werkvertragnehmer]] sowie unter Umständen auch Dienstnehmer in [[Ausbildung]]sverhältnissen (Praktikanten, Werkstudenten). Eine Studie aus dem Jahr 2002 hat ergeben, dass atypische Dienstnehmer in Österreich in der Praxis meist finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und sozial weniger abgesichert sind als die gleiche Arbeit verrichtende Angestellte.Arbeiterkammer Wien (2002): ''Studie: Atypische Beschäftigung bringt massive Nachteile.'' Siehe [http://wien.arbeiterkammer.at/www-397-IP-3128-AD-839.html Online] ===Schweden=== In einigen EU-Ländern bestehen zwar keine ''gesetzlichen'' Regelungen zum Mindestlohn, doch gibt es sie de facto in freierem Rahmen - z.B. in [[Schweden]] in Form [[industrieller]] Branchenregelungen durch [[Kollektivvertrag|Kollektivverträge]]. ===Schweiz=== In der [[Schweiz]] gibt es nur wenige Gesamtarbeitsverträge, die Angaben zu Mindestlöhnen enthalten. Der [[Schweizerischer Gewerkschaftsbund|Schweizerische Gewerkschaftsbund]] empfiehlt einen Mindestlohn von 3.550 [[CHF]] (~ 2.300 €). Dies gilt als das Existenzminimum für eine alleinerziehende Person mit einem Kind. Es gibt Branchen, vorwiegend in der Gastronomie und beim Detailhandel, die Leute zu tieferen Löhnen anstellen (rund 2.700–3.300 [[CHF]]). Dabei gelten Löhne unter 3.000 [[CHF]] (~2.000 €) unabhängig von der Beschäftigung gewöhnlich als inakzeptabel. Es gibt Diskussionen, vor allem seitens des Gewerkschaftsbundes, einen gesetzlichen Mindestlohn von 3.000 [[CHF]] einzuführen. ===Reichweite=== Für Länder mit gesetzlichem Mindestlohn muss zusätzlich danach geschaut werden, wie groß seine jeweilige [[Reichweite]] ist.Burgess, Peter (2003): ''Mindeststandards für Arbeitseinkommen - ein europäischer Vergleich'', in: WSI-Mitteilungen 7/2003, Seite 443. Tabelle als [http://www.boeckler.de/pdf/wsi_mindestloehne_europa_tabelle.pdf (PDF).] So erfasst die Regelung in [[Spanien]] 1,33 % der Vollzeitkräfte; in [[Portugal]] und den [[Niederlande]]n sind die entsprechenden Werte 5 und 4 %, während in [[Irland]] und [[Luxemburg]] je 13,5 % bzw. 16,2 % aller Beschäftigten unter die Mindestlohnregelung fallen. In [[Frankreich]] erhalten 13,6 % aller abhängig Beschäftigten den Mindestlohn. Nach Einführung des britischen Mindestlohns hatten 1,3 Millionen Menschen Anspruch auf eine Lohnerhöhung. == Mindestlohn in der deutschen Parteiendiskussion == === Die Linkspartei / WASG=== Das Wahlprogramm der [[Die Linkspartei.|Linkspartei]] sieht einen Mindestlohn von rund 1400 Euro im Monat vor. Die [[Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative|WASG]] favorisiert einen monatlichen Mindestlohn in Höhe von 1500 Euro je Monat (brutto) oder 9 Euro je Stunde. === SPD / Bündnis90/Grüne === Die [[Bündnis 90/Die Grünen|Grünen]] und die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] diskutieren derzeit über einen Mindestlohn. Auf eine bestimmte Höhe haben sie sich noch nicht festgelegt, allerdings müsse ein Mindeststundenlohn, je nach Familienverhältnis, zwischen vier und 9,90 Euro pro Stunde liegen. === CDU/CSU === [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]], [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] sind sich über die Einführung eines Mindestlohns noch nicht schlüssig. Union ist gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Sie will einen Ausgleich finden zwischen Arbeitsentgelt und staatlichem Zuschuss(Kombilohnmodell)."Arbeit statt Arbeitslosigkeit fördern." === FDP === Die [[Freie Demokratische Partei|FDP]] lehnt die Einführung eines Mindestlohns ab. ==Siehe auch== *[[Grundeinkommen]] *[[Praktikum]] *[[Working Poor]] ==Quellen== ==Literatur== *Card/Krueger (1995): ''Myth and Measurement: The new Economics of the Minimum Wage.'' Princeton University Press. Reprint 1997. ISBN 0691048231. [http://www.irs.princeton.edu/krueger/90051397.pdf Aktualisierung 2000 (PDF)] *Mankiw, Gregory N. (2004): ''Volkswirtschaftslehre'', 3. Aufl., Schäffer-Poeschel, S. 666 ff. ISBN 3791014587. *Schulten, Thorsten, Reinhard Bispinck und Claus Schäfer (Hrsg.) (2006): ''Mindestlöhne in Europa.'' VSA-Verlag, Hamburg, ISBN 3-89965-154-5. [http://mindestlohn.de/aktuell/750_fragen_an/reinhard_bispinck/ Interview mit Reinhard Bispinck] ==Weblinks== *[http://www.mindestlohn.de Initiative Mindestlohn] Webseite der gewerkschaftlichen Forderungen *[http://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/510_29278.html Niedriglöhne? - Mindestlohn!] WSI in der Hans-Böckler-Stiftung *[http://www.iab.de/asp/info/dokSelect.asp?pkyDokSelect=5&show=Lit Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung: ''IAB InfoSpezial'' zum Thema Mindestlohn mit Veröffentlichungen, Forschungsprojekten, Institutionen und weiterführenden Links] *[http://www.bundestag.de/bic/analysen/2005/2005_09_12.pdf Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: ''Der aktuelle Begriff Nr. 64/05: Gesetzliche Mindestlöhne.''] *[http://www.eds-destatis.de/de/downloads/sif/nk_05_07.pdf Eurostat 2005: ''Mindestlöhne in der EU, den Beitrittsländern und der USA,'' erscheint jährlich (PDF)] *[http://www.iaw.uni-bremen.de/rhickel/pdf_dateien/mindeslohn-82005.pdf Rudolf Hickel (2005): ''Streit um gesetzlichen Mindestlohn - Billiglohnausbeutung unterbinden'' (PDF)] *[http://www.iatge.de/aktuell/veroeff/2006/bosch02.pdf Gerhard Bosch und Claudia Weinkopf (2006): ''Mindestlöhne - eine Strategie gegen Lohn- und Sozialdumping?'' (PDF)] Erschienen im Wirtschafts- und sozialpolitischen Forschungs- und Beratungszentrum der [[Friedrich-Ebert-Stiftung]]. *[http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/mindestlohn.html LabourNet.de: ''Mindestlohn''] - Materialien und aktuelle Berichte zur Mindestlohn-Diskussion *[http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,352170,00.html Manager Magazin Debatte: ''Zankapfel Mindestlohn''] *[http://www.zeit.de/2005/16/Mindestlohn Die Zeit: ''Mindestlöhne in der EU''] *[http://www.foerderland.de/1228.0.html Allgemeine ausführliche Informationen zum Thema Mindestlohn.] [[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]] [[ca:Sou mínim]] [[en:Minimum wage]] [[es:Salario mínimo interprofesional]] [[fi:Minimipalkka]] [[fr:Salaire minimum]] [[he:שכר מי ימום]] [[nl:Minimumloon]] [[pl:Płaca minimalna]] [[pt:Salário mínimo]] [[zh:最低工資]] [[cy:cyflog lleiafswm]]




Diese Version des Artikels stammt vom 04.04.2006.



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