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Mitteldeutschland




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.6alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Mitteldeutschland 15443 13311673 2006-02-02T22:13:15Z 84.153.39.10 /* Verwendung des Begriffs Mitteldeutschland als Synonym für "DDR" */ [[Bild:Mitteldeutschland.png|thumb|Mitteldeutschland gemäß ostdeutschem Sprachgebrauch]] Als '''Mitteldeutschland''' bezeichnet sich eine Region im Osten [[Deutschland]]s. Der Begriff hat keine exakte Definition; je nach Kontext können verschiedene Gebiete gemeint sein. Meist wird er aber als Kulturmarke für eine Region aus drei Bundesländern benutzt. Er ist nicht mit dem Begriff [[Zentraldeutschland]] zu verwechseln, der teilweise für [[Hessen]] gebraucht wird. Im ostdeutschen Sprachgebrauch ist heute oft eine Region gemeint, die aus den Bundesländern [[Freistaat Sachsen|Sachsen]], [[Freistaat Thüringen|Thüringen]] und [[Sachsen-Anhalt]] besteht. Der Begriff hat seine Wurzeln in der Besiedelungsgeschichte des östlichen Teils Deutschlands und der damit verknüpften Sprachgeschichte. == Heutiger Sprachgebrauch == Der Begriff Mitteldeutschland erfasst in seiner jetzigen Bedeutung ungefähr das zwischen [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]] im Westen und [[Oder]]/[[Neiße]] im Osten sowie [[Fläming]] im Norden und [[Erzgebirge]]/[[Thüringer Wald]] im Süden gelegene Gebiet, dessen Mittelpunkt etwa in der [[Leipziger Tieflandsbucht]] liegt. Es ist geschichtlich zum größten Teil das Gebiet der ersten Phase der [[Deutsche Ostsiedlung|deutschen Ostsiedlung]]. Der Begriff bezeichnet unter anderem auch einen historischen Wirtschaftsraum, der im Zuge der [[Industrialisierung]] Deutschlands besondere Bedeutung gewann, und auch heute noch besitzt. Ein Beispiel wäre etwa das ländergrenzenübergreifende Industriedreieck [[Halle (Saale)|Halle]]-[[Leipzig]]-[[Bitterfeld]], bekannt durch seine ehemals intensive [[Braunkohle]]- und [[chemische Industrie]] ("[[Chemiedreieck]]") sowie den [[Flughafen Leipzig/Halle]]. Seit 2002 kooperieren die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verstärkt mit einander in der "[[Initiative Mitteldeutschland]]". Zu den wichtigen Sektoren zählen hierbei mittlerweile wieder die Automobil- und Zulieferindustrie, die schon zu ihrer Entstehungszeit eine wichtige Rolle in Sachsen und Thüringen spielte (siehe auch [[Auto Union]]) sowie der Hochtechnologiebereich mit Zentren in [[Jena]] (bspw. Jenoptik), [[Dresden]] (''"[[Silicon Saxony]]"'') und [[Leipzig]] (Biotechnologie). Die europäische [[Metropolregion Sachsendreieck]] liegt ebenfalls im Wirtschaftsraum Mitteldeutschland. Häufig begegnet man dem Begriff im Zusammenhang mit dem des Rundfunks der Bundesländer [[Freistaat Sachsen|Sachsen]], [[Sachsen-Anhalt]] und [[Thüringen]]. Mitteldeutschland findet sich auch als Namensteil vieler Unternehmen des Gebiets, in der öffentlichen Rundfunkanstalt der drei Bundesländer ([[Mitteldeutscher Rundfunk]]), sowie in den Namen von Vereinen oder etwa christlicher Vereinigungen, wenn die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus organisatorischen Gründen zusammengefasst werden. ==Begriff in der Sprachforschung == In diesem Sinne bezeichnet Mitteldeutschland das Gebiet, in dem [[mitteldeutsch]]e Dialekte gesprochen werden. Die Bezeichnung "mitteldeutsch" entstand im [[19. Jahrhundert]], als man die Dialekte im deutschsprachigen Raum untersuchte. Vorher unterschied man nur zwischen ''oberländischer'' bzw. [[oberdeutsch]]er und ''niederländischer'' bzw. [[niederdeutsch]]er Sprache. Bei den Dialektuntersuchungen stellte man allerdings fest, dass die [[Hochdeutsche Lautverschiebung]], die den historisch auffälligsten Unterschied zwischen der ''oberländischen'' und der ''niederländischen'' Sprache ausmacht, in einem sehr breiten Streifen nur teilweise durchgeführt ist. Aufgrund dieser und einiger anderer Merkmale begann man daher, den "Streifen", der am [[Rhein]] sehr viel breiter ist als im Osten, als Übergangsgebiet zwischen dem Oberdeutschen und dem Niederdeutschen zu begreifen. Das mitteldeutsche Sprachgebiet stellt somit das Gebiet der [[Westmitteldeutsche Sprache|rheinfränkisch]]-[[Hessischer Dialekt|hessischen]] sowie der ostmitteldeutschen Dialekte dar und reicht im Süden vom [[Elsass]] entlang der [[Mainlinie]] bis ins [[Erzgebirge]] und im Norden von [[Aachen]] über [[Nordhessen]] bis ins südliche [[Brandenburg]]. Dies steht in weitgehender Übereinstimmung mit der Besiedelung und [[Urbanisierung]] des mitteldeutschen Raums während des [[Mittelalter]]s, die vor allem aus den [[Rheinland|mittelrheinischen]] und [[Niedersachsen|niedersächsischen]] Gebieten erfolgte. Die [[Ostmitteldeutsche_Sprache|ostmitteldeutschen Dialekte]] (nördlich des [[Thüringer Wald]]es, östlich der [[Werra]] und südlich der [[Benrather Linie]], also in dem heute als "Mitteldeutschland" bezeichneten Gebiet) sind dem [[Neuhochdeutsch]]en von allen deutschen Dialekten am nächsten, wie der Sprachforscher [[Theodor Frings]] bewiesen hat. Die Sprache im Gebiet zwischen [[Erfurt]], [[Hof]], [[Dessau]] und [[Dresden]] stimmen in vielen Merkmalen mit dem Neuhochdeutschen überein, z.B. im Wortschatz, da die neuhochdeutsche Schriftsprache sehr stark auf [[Martin Luther]]s [[Bibelübersetzung]] zurück geht, der die Sprache der Staatsbeamten des [[Kurfürstentum Sachsen|Kurfürstentums Meißen-Wettin]] als Vorbild für die hochdeutsche Schreibung und Aussprache ansah und nutzte ("Ich rede nach der sächsischen Kanzlei"). Diese war allerdings eine überregionale Ausgleichssprache und nicht identisch mit den gesprochenen [[Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe|Dialekten dieser Region]]. == Topografischer Begriff == Unter Mitteldeutschland wird das durch [[Erzgebirge]], [[Thüringer Wald]], [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]] umgrenzte Gebiet verstanden. Das Kerngebiet Mitteldeutschlands bildet die [[Leipziger Tieflandsbucht]]. == Zusammenhänge mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg == In der [[Konferenz von Jalta]] wurde beschlossen, den [[Deutsche Ostgebiete|Osten Deutschlands]] staatlich vom Rest Deutschlands abzutrennen und - je nach Sichtweise - [[Polen]] und der [[Sowjetunion]] anzugliedern bzw. unter polnische und sowjetische Verwaltung zu stellen, bis die endgültigen Grenzen durch einen [[Friedensvertrag]] geregelt sind. Das restliche Deutschland wurde in vier [[Besatzungszone]]n eingeteilt. Als sich in den ersten Nachkriegsjahren langsam zeigte, dass die drei Westzonen immer mehr in den Gegensatz zur [[Sowjetische Besatzungszone|sowjetisch besetzten Zone]] rückten, wurde auch der geografische Begriff "Mitteldeutschland" nicht mehr nur wie bisher als Mitte Deutschlands in Nord-Süd-Richtung gebraucht, sondern auch als Bezeichnung zur Sowjetzone, im Gegensatz zu [[Westdeutschland]] für die Westzonen und [[Ostdeutschland]] für die abgetrennten Ostgebiete des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]]. Der Gebrauch des Wortes wurde beginnend mit den [[Grundlagenvertrag|Grundlagenverträgen]] und spätestens mit dem [[Zwei-plus-vier-Vertrag]] unüblich und durch ''[[Ostdeutschland]]'' bzw. [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] ersetzt. Ostdeutschland bezeichnete jedoch bis in die [[1970er]] Jahre die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zum größten Teil abgetretenen Gebiete [[Pommern]]s, [[Ostpreußen]]s und [[Schlesien]]s. Diese begriffliche Unschärfe besteht fort. Nach einer zunächst ablehnenden Haltung großer Teile der Bevölkerung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist in den letzten Jahren eine verstärkte Benutzung des Begriffs zu verzeichnen, der auch auf das Bemühen der Landesregierungen und Unternehmen oder dem [[MDR]] zurückgeht, diesen Begriff vorwiegend zu verwenden. Gründe liegen auch darin, dass der Wunsch besteht, sich innerhalb der neuen Bundesländer voneinander abzugrenzen. Insbesondere die wirtschaftsstärkeren südlichen Länder Sachsen und Thüringen wünschen sich eine solche Abgrenzung gegenüber den wirtschaftsschwächeren nördlichen Ländern [[Brandenburg]] und [[Mecklenburg-Vorpommern]]. Es gibt aber auch die Ansicht, dass dies eine bösartige Unterstellung sei. Vielmehr solle mit dem Begriff Mitteldeutschland als Slogan der Blick provokant auf die Mitte und den Osten von [[Mitteleuropa]] gelenkt werden, da dieser im Westen angeblich gern mit dem [[Ferner Osten|Fernen Osten]] verwechselt werde. Es gibt auch Stimmen, die davor warnen, das bisherige Mitteldeutschland einfach als Ostdeutschland zu bezeichnen, da so ein beträchtlicher kultureller und geschichtlicher Teil Deutschlands einfach negiert würde. Andererseits wird der Begriff Mitteldeutschland auch von manchen deutschen Vertriebenen bewusst benutzt, um die Rechtmäßigkeit der heutigen deutsch-polnischen Grenze zu bestreiten und ist daher heikel. == Verwendung des Begriffs Mitteldeutschland als Synonym für "DDR" == Die Regierung der [[Bundesrepublik Deutschland]], große Teile der deutschen Bevölkerung und insbesondere die [[Vertriebene]]nverbände erkannten die auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam vorläufig vorgenommene Grenzverschiebung lange nicht an. Tatsächlich wurde auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 ausdrücklich festgelegt, dass die neue deutsch-polnische Grenze erst im Zuge einer künftigen Friedensregelung (''peace settlement'') festgelegt werden solle. Folgerichtig wurde in Westdeutschland die Bezeichnung [[Ostdeutschland]] für die Gebiete östlich der [[Oder-Neiße-Linie]] und Mitteldeutschland für die [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] noch lange weiter benutzt. Durch die Vermeidung des Begriffs DDR unterstrichen westdeutsche Politiker bis [[1973]] den [[Alleinvertretungsanspruch]] der [[Bundesrepublik Deutschland]]. In nationalkonservativen Kreisen sowie von deutschen Vertriebenen wird "Mitteldeutschland" häufig benutzt, um die Ansicht oder rechtliche Überzeugung auszudrücken, dass auch die inzwischen zu Polen und Russland gehörenden Gebiete des ehemaligen Deutschen Reichs weiterhin zu Deutschland gehören. == Weitere Verwendungen == In der Region [[Halle-Merseburg]] erscheint seit 1990 auch die "Mitteldeutsche Zeitung", bis 1990 hieß eine [[Nationaldemokratische Partei Deutschlands (DDR)|NDPD]]-Zeitung "Mitteldeutsche Neueste Nachrichten". == Literaturhinweise == * Jürgen John: ''"Deutschlands Mitte". Konturen eines Forschungsprojektes''. Mitten und Grenzen 2003, S. 108-144. * Jürgen John (Hrsg.): ''"Mitteldeutschland". Begriff - Geschichte - Konstrukt.'' Rudolstadt u.a. Hain-Verl., 2001. ISBN 3-89807-023-9. Hierzu [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/ZG-2002-006 Rezension von Peter Hübner] in H-Soz-u-Kult, 18.01.2002. * Jürgen John: ''"Mitteldeutschland"-Bilder''. In: ''Geschichte Mitteldeutschlands. Das Begleitbuch zur Fernsehserie''. Halle an der Saale : Stekovics, 2000, ISBN 3-932863-90-9. == Siehe auch == * [[Ostdeutschland]], [[Westdeutschland]], [[Norddeutschland]], [[Süddeutschland]] * [[Märzkämpfe in Mitteldeutschland]] * [[Mitteldeutscher Rundfunk]] * [[Mitteldeutscher Verlag]] == Weblinks == * [http://www.mittel-de.de Informationsquelle über Mitteldeutschland] * [http://www.ekmd-online.de/portal Föderation Evang. Kirchen in Mitteldeutschland] * [http://new.heimat.de/home/mittel-de Länderserver für Kunst, Kultur und Bildung] * [http://www.sachsen-anhalt.de/rcs/LSA/pub/Ch2/fld3od0g0so0a/pgkjnc8ptgqp/index.jsp Initiative Mitteldeutschland der Landesregierungen] * [http://www.mitteldeutschland.com Initiative zur Förderung des Regionenmarketings für Mitteldeutschland] * [http://www2.uni-jena.de/philosophie/histinst/Deutschlands_Mitte/start.htm "Deutschlands Mitte". Konstruktionsprozesse und Sinnstiftungskonzepte intellektueller Regionaleliten im 20. Jahrhundert] [[Kategorie:Region in Deutschland]] [[Kategorie:Mitteldeutschland| ]] [[en:Middle Germany]]



Diese Version des Artikels stammt vom 07.02.2006.



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