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Reichstagsbrand




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.7alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Reichstagsbrand 125130 15431172 2006-04-07T06:40:18Z NickKnatterton 95577 Änderungen von [[Benutzer:217.237.151.35]] rückgängig gemacht und letzte Version von [[Benutzer:84.170.254.15]] wiederhergestellt Mit '''Reichstagsbrand''' wird der Brand des [[Reichstagsgebäude]]s in [[Berlin]] in der Nacht vom [[27. Februar|27.]] auf den [[28. Februar]] [[1933]] bezeichnet. Er führte zur ''Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat'' ([[Reichstagsbrandverordnung]]), die am 28.Februar 1933 erlassen wurde. Damit wurden die [[Grundrechte]] der [[Weimarer Verfassung]] praktisch außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die Verfolgung und Verhaftung politischer Gegner der [[NSDAP]] durch [[Polizei]] und [[Sturmabteilung|SA]]. Für die Massenverhaftungen konnten die Häscher auf die Personenlisten der politischen Polizei des demokratischen [[Preußen]]s zurückgreifen. Der Reichstagsbrand markiert insofern den Beginn des ungehemmten Machtausbaus der [[Nationalsozialisten]] unter [[Adolf Hitler|Hitler]]. Der niederländische Linksradikale [[Marinus van der Lubbe]] wurde aufgrund seiner Aussagen als Alleintäter im Reichstagsbrand-Prozess, der vom [[21. September]] bis zum [[23. Dezember]] 1933 vor dem [[Leipzig|Leipziger]] [[Reichsgericht]] stattfand, zum Tode verurteilt und hingerichtet, die mit ihm angeklagten kommunistischen Politiker, der Deutsche E. Torgler und die Bulgaren [[Georgi_Michajlow_Dimitrow|G. Dimitrow]], B. Popow, W. Tanew, wurden freigesprochen. In [[London]] wurde 1933 eine „Internationale Untersuchungskommission zur Aufklärung des Reichstagsbrandes“ eingerichtet, als deren Vorsitzender [[Denis Nowell Pritt]] fungierte. ==Der Streit um die Täterschaft== Bei dem Brand handelte es sich um eine [[Brandstiftung]], deren Hergang bis heute nicht genau geklärt werden konnte. Die Nationalsozialisten schrieben die Tat einem kommunistischen Komplott zu und begannen unverzüglich mit der Verfolgung ihrer politischen Gegner (unter anderen Verhaftung [[Carl von Ossietzky]]s am 28. Februar 1933). Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] galt lange Zeit die Theorie, die Nazis selbst hätten den Brand gelegt, um die Macht besser an sich reißen zu können. Dies änderte sich Anfang der [[1960er|sechziger Jahre]], als zunächst Fritz Tobias (unter Bezug auf Dr. [[Walter Zirpins]]), später auch andere wie [[Hans Mommsen]], diese zu jener Zeit weitgehend gesellschaftlich akzeptierte Fassung in Frage stellten, initiiert durch eine Serie im [[Der Spiegel|Spiegel]]. Die Alleintäterthese in dieser Serie wurde aber wesentlich von ehemaligen Gestapo-Angehörigen und SS-Offizieren lanciert, die teilweise Redakteure im Spiegel waren, so etwa der ehemalige SS-Obersturmbannführer Paul Karl Schmidt . Was folgte, war ein stark emotional gefärbter Historikerstreit, die so genannte ''Revisionismusdebatte'', in deren Verlauf sich vor allem in der Bundesrepublik Deutschland die Vertreter der Theorie der Alleintäterschaft van der Lubbes durchsetzten (die so heute auch in den westdeutschen Geschichtsbüchern und im [[Brockhaus]] steht). Allerdings hielten sich auch Zweifel an dieser These, unter anderem der, dass van der Lubbe unmöglich den ganzen Reichstag (der mit massiven Eichenmöbeln eingerichtet war) innerhalb von zwei Minuten nur mit einem Stück Stoff hätte anzünden können. Diese Ansicht wird auch von heutigen Brandermittlungsexperten geteilt. Allerdings brannte nicht der ganze Reichstag, sondern nur der Plenarsaal und ein Vorraum. Die Bilder aus den Braunbüchern, die den ganzen Reichstag lichterloh brennend zeigen, sind Fotomontagen. Hinzu kommt, dass van der Lubbe massiv sehbehindert war: Auf einem Auge hatte er 15 %, auf dem anderen 20 % verbliebene Sehkraft. Der erste Mann am Tatort, Emil Lateit, und Tobias' Kronzeuge Dr. Zirpins widersprechen einander hinsichtlich der Sprachkenntnis van der Lubbes. Zudem widersprach sich Tobias' Kronzeuge Dr. Zirpins in seinen Aussagen 1933 und 1961 selbst in Bezug auf Pappschilder mit den Namen der Abgeordneten, die in den Trümmern gefunden wurden und die nach Meinung von Brandexperten zur Brandentwicklung maßgeblich beigetragen haben könnten. Im Verlauf der Debatte wurde auch mit unwissenschaftlichen Mitteln gearbeitet: So schlug der damalige IfZ-Mitarbeiter Hans Mommsen in einer Aktennotiz Maßnahmen vor, u.a. Druck über dessen Vorgesetzte im Schuldienst auszuüben, wenn der Historiker Hans Schneider eine vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) selbst in Auftrag gegebene Studie zum Reichstagsbrand veröffentliche. Schneider hatte Textvergleiche mit den Quellen der Zitate von Fritz Tobias als des militanten Vertreters der Alleintäterschaft van der Lubbes angestellt, die viele derselben als nicht korrekt entlarvten. Warum das IfZ derart rigoros agierte, "aus allgemeinpolitischen Gründen eine derartige Publikation" zu verhindern, ist unbekannt. Schneiders Arbeit ist neuerdings erschienen, s.u. Es lässt sich also sagen, dass es auf die Frage nach der Täterschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine allgemein akzeptierte Antwort gibt. Nicht unschuldig daran ist die bundesdeutsche Justiz. 1983 urteilte der Bundesgerichtshof im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens, van der Lubbe sei der Brandstifter gewesen – nur die Todesstrafe sei nicht rechtens. Wie der ehemalige Chefankläger des [[Nürnberger Prozesse|Nürnberger Kriegsverbrechertribunals]], [[Robert Kempner]], der das Wiederaufnahmeverfahren zusammen mit dem Bruder van der Lubbes seit 1974 betrieb, in seinen Erinnerungen berichtete, wurden noch nicht einmal die damals lebenden und aussagewilligen Zeugen in der Sache vernommen. Dann nämlich hätte ein alter Fliegergeneral namens Freiherr von Freyberg-Eisenberg von einem Gespräch mit dem Intimus Görings namens Lörzer vom Tag nach dem Reichstagsbrand berichten können: ''"Ich verstehe nicht, was die Leute alle für einen Unsinn über den Reichstagsbrand verbreiten. Ich [Lörzer] habe von meinem Freunde Göring mit einer Gruppe von SA-Männern den Auftrag bekommen, den Reichstag anzuzünden."'' ==Zeitstimmen== [[Victor Klemperer]], Tagebuch 10. März 1933: "Acht Tage vor der Wahl die plumpe Sache des Reichstagsbrandes - ich kann mir nicht denken, daß irgend jemand wirklich an kommunistische Täter glaubt statt an bezahlte Hakenkreuz-Arbeit." ''(Zwar fand der Brand nicht acht, sondern nur sechs Tage vor der Wahl statt, aber "acht Tage" ist eine Redewendung in der deutschen Sprache und bedeutet "etwa eine Woche". Victor Klemperer muss also nicht genau acht Tage gemeint haben.)'' ==Literatur== * Alfons Sack: ''Der Reichstagsbrandprozess'', Berlin (Ullstein) 1934 * [[Braunbuch]] II: ''Dimitroff contra Göring'', Editions du carrefour, Paris, Reprint Köln, Frankfurt/Main 1981, ISBN 3-7609-0552-8 * Robert M.W. Kempner: ''Ankläger einer Epoche. Lebenserinnerungen'', Frankfurt/Main u.a. (Ullstein) 1983 - Zitat auf S. 99 * Uwe Backes, Karl-Heinz Janßen, Eckhard Jesse: Reichstagsbrand - Aufklärung einer historischen Legende, Piper 1986. * Hans Schneider: Neues vom Reichstagsbrand - Eine Dokumentation. Ein Versäumnis der deutschen Geschichtsschreibung. Mit einem Geleitwort von Iring Fetscher und Beiträgen von Dieter Deiseroth, Hersch Fischler, Wolf-Dieter Narr; herausgegeben von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V., Berliner Wissenschafts-Verlag, ISBN 3830509154 *Dieter Deiseroth (Hrsg.):Der Reichstagsbrand und der Prozess vor dem Reichsgericht. Mit Beiträgen von Dieter Deiseroth, Hermann Graml, Ingo Müller, Hersch Fischler, Alexander Bahar, Reinhard Stachwitz; Verlagsgesellschaft Tischler, Berlin 2006, ISBN 3-922 654-65-7 *[[Georgi Michajlow Dimitrow|Georgi Dimitroff]]: ''Tagebücher'', Berlin (Aufbau) 2000, ISBN 3-351-02510-6 * Alexander Bahar, Wilfried Kugel: ''Der Reichstagsbrand. Wie Geschichte gemacht wird'', edition q, Berlin 2001 * Eckhard Jesse: ''Reichtagsbrand und Reichtagsbrandprozess'', in: Bayrische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit(Hrsg): ''Die Anfänge der braunen Barbarei'', München 2004. * Walther Hofer, Edouard Calic, Christoph Graf, Friedrich Zipfel: Der Reichstagsbrand - Eine wissenschaftliche Dokumentation. Reihe: Unerwünschte Bücher zum Faschismus Nr.4, Ahriman-Verlag, Freiburg i.Br 1992, ISBN 3922774806 ==Weblinks== * [http://www.shoa.de/content/view/161/102/ Ausführlicher Artikel bei Shoa.de] * [http://www.zlb.de/projekte/kulturbox-archiv/brand/ Reichstagsbrandforum] * [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22127/1.html Artikel bei Telepolis vom 2006-02-25] * [http://www.kokhavivpublications.com/kuckuck/archiv/brand Materialsammlung 1953-86 in der Zeitschrift Kuckuck ] ==Siehe auch== [[Betrug und Fälschung in der Wissenschaft]] [[Kategorie:Nationalsozialismus]] [[Kategorie:Berliner Geschichte]] [[Kategorie:1933]] [[Kategorie:Weimarer Republik]] [[Kategorie:Historischer Brand]] [[Kategorie:Verschwörungstheorie]] [[da:Rigsdagsbranden]] [[en:Reichstag fire]] [[es:Incendio del Reichstag]] [[fr:Incendie du Reichstag]] [[he:שריפת הרייכסטאג]] [[it:Incendio del Reichstag]] [[ja:ドイツ国会議事 放火事件]] [[ko:독일 국회의사당 방화 사건]] [[nl:Rijksdagbrand]] [[no:Riksdagsbrannen]] [[sv:Riksdagshusbranden]] [[zh:国会纵火案]]



Diese Version des Artikels stammt vom 19.04.2006.



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