Supply Chain Management
Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
MediaWiki 1.6alpha
first-letter
Media
Spezial
Diskussion
Benutzer
Benutzer Diskussion
Wikipedia
Wikipedia Diskussion
Bild
Bild Diskussion
MediaWiki
MediaWiki Diskussion
Vorlage
Vorlage Diskussion
Hilfe
Hilfe Diskussion
Kategorie
Kategorie Diskussion
Portal
Portal Diskussion
Supply Chain Management
68684
12990373
2006-01-24T21:13:20Z
213.235.241.83
/* Praktische Umsetzung des Supply Chain Managements */
Als '''Supply Chain''' (deutsch: Lieferkette, logistische Kette oder auch [[Wertschöpfung]], [[Wertschöpfungskette]], Wertsystem) wird ein unternehmensübergreifendes virtuelles Organisationsgebilde ([[Netzwerk]]) bezeichnet, das als gesamtheitlich zu betrachtendes Leistungssystem spezifische [[Wirtschaftsgut|Wirtschaftsgüter]] für einen definierten Zielmarkt hervorbringt.
Beispiele für Supply Chains sind etwa die [[Handelskette|Lieferkette]]n der [[Automobilindustrie]] oder die textile Wertschöpfungskette. Im Extrem kann die Supply Chain dabei von der [[Rohstoffgewinnung]] bis zum [[Recycling]] (manchmal auch der [[Entsorgung]]) von Alt-Produkten reichen (from dirt to dirt).
Die interorganisationale [[Arbeitsteilung]] zwischen den beteiligten selbständigen Unternehmen definiert Ausdehnung und Struktur der Supply Chain. Durch die Tendenz zur Konzentration auf Kernkompetenzen ([[Outsourcing]], Verringerung der intraorganisationalen Arbeitsteilung) entwickeln sich zunehmend differenziertere (d.h. arbeitsteiligere) Supply Chains.
Im Ergebnis konkurrieren auf den jeweiligen Zielmärkten nicht vertikal integrierte Einzelhersteller, sondern stattdessen komplex strukturierte alternative Wertschöpfungssysteme (Lieferketten), die sich aus systemisch verbundenen, aber autonom agierenden unternehmerischen Einheiten zusammensetzen. Wettbewerbsvorteile erlangen solche dezentral organisierten Wertsysteme insb. durch eine marktadäquate Konfiguration ihrer Struktur sowie durch eine überlegene Koordination der autonom gesteuerten Aktivitäten in der Supply Chain.
Das '''Supply Chain Management''' ('''SCM''') zielt in diesem Sinne auf eine langfristige (strategische), mittelfristige (taktische) und kurzfristige (operative) Verbesserung von [[Effektivität]] und [[Effizienz]] industrieller Wertschöpfungsketten ab. Alternativ werden auch die Begriffe '''Versorgungskettenmanagement''' und '''Lieferkettenmanagement''' verwendet.
== Abgrenzung von der Logistik ==
Die Begriffe SCM und [[Logistik]] werden vielfach synonym verwendet. In der Tat zielen SCM wie Logistik auf die Gestaltung von Objektflüssen (Güter, Informationen, Werte) entlang den Prozessstufen der Lieferkette, wobei sie auf eine Steigerung des (End-)Kundennutzens ([[Effektivität]]) und auf eine systemweite Verbesserung des Nutzen/Kosten-Verhältnisses ([[Effizienz]]) zielen. Insbesondere bei [[Transport]] und [[Lagerhaltung]] im [[Unternehmen]] macht der Übergang zum modernen [[Supply Chain Management]] einen qualitativen Sprung. Während die Logistik die Objektflüsse weitgehend unabhängig von institutionellen Fragestellungen betrachtet hat, bezieht das SCM die [[Strukturierung]] und [[Koordination]] autonom agierender unternehmerischer Einheiten in einem Wertschöpfungssystem explizit in die Analyse ein. Das SCM betont somit in Abgrenzung zur Logistik den interorganisationalen Aspekt der logistischen Managementaufgabe.
== Theoretische Grundlagen des Supply Chain Managements ==
Die besonderen Eigenschaften des (Gesamt-)Systems „Supply Chain“ ergeben sich aus dem spezifischen dynamischen Zusammenwirken der Lieferkettenglieder. Diese System-Eigenschaften lassen sich nicht aus der Summe der Eigenschaften der beteiligten Einzelglieder ableiten, vielmehr treten als Ergebnis komplexer dynamischer Prozesse neue Eigenschaften des Gesamtsystems hervor ([[Emergenz]]). Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem SCM stützt sich deshalb (was die formal/mathematische Seite anbelangt) stark auf die Erkenntnisse der [[Systemtheorie]] sowie der [[Chaostheorie|Chaos-]] und [[Komplexe Systeme|Komplexitätsforschung]].
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht finden bei der Analyse von SCM-Problemstellungen insbesondere Erklärungsansätze der [[neue Institutionenökonomik|neuen Institutionenökonomik]] ([[Transaktionskostentheorie]], [[Theorie der Verfügungsrechte]], [[Prinzipal-Agent-Theorie]]) sowie der [[Ressource-Based-View]] Anwendung.
== Die Zielsetzungen einer Supply Chain ==
* Orientierung am Endkunden
* Steigerung der Kundenzufriedenheit durch bedarfsorientierte Lieferung
* Raschere Anpassung an die Änderungen des Marktes
* Vermeidung von „Out-of-Stock“
* Senkung der Lagerbestände in der gesamten Supply Chain
* Vereinfachung des Güterflusses
* Verkürzung von Lieferzeiten.
* Qualitätsvorteile
== Typische Problemstellungen des Supply Chain Managements ==
Charakteristische Problemstellungen des Supply Chain Managements sind beispielsweise:
* [[Kooperation]] und [[Wettbewerb]] zwischen den [[Mitglied]]ern einer Supply Chain (können dezentral gesteuerte Supply Chains wettbewerbsfähiger sein als vertikal integrierte Wettbewerber – und warum?)
* [[Allokation]] von Leistungsprozessen und Dispositionsrechten sowie von Kosten- und Finanzierungslasten bzw. -risiken und die Verteilung von Wertschöpfungsanteilen in der Supply Chain
* Konfiguration der Prozessstrukturen in der Supply Chain
* Nutzung und Ausgestaltung alternativer Koordinationsformen: bspw. durch zentrale [[Planung]] mittels zweckmäßig konstruierter Anreizsysteme und abgestimmten Zielen, [[Performance Management]] und [[Performance Measurement]] Systemen, durch systemweite Informationstransparenz oder durch unternehmensübergreifendes, organisatorisches Lernen mit entsprechender Verhaltensanpassung der autonom handelnden Einheiten
* Abbau von Fehlerquellen und Störpotenzialen an den Schnittstellen der Supply-Chain-Glieder ([[Total Quality Management|Qualitätsmanagement]]); Robustheit der Supply Chain gegen Störungen
* Bewältigung der Nachteile ungleich verteilten [[Wissen]]s und verzerrter Informationsausbreitung in der Supply Chain (Informationsasymmetrien); beispielhaft durch den sog. [[Peitscheneffekt]] zum Ausdruck gebracht
* Gesamtheitliches Bestandsmanagement für mehrstufige Lagerhierarchien (Echelon Inventory Planning)
* Bewältigung von [[Komplexität]] und Variantenvielfalt in der Supply Chain (insb. Postponement und Entkopplungspunkt)
== Praktische Umsetzung des Supply Chain Managements ==
Als früher Ausdruck der Hinwendung der Industrie zu SCM-Konzepten kann die etwa 1980 einsetzende [[Just in time|Just-in-Time]]-Bewegung (JIT) angesehen werden. JIT zielt auf eine zeitlich eng koordinierte Kopplung der Produktionsprozesse von Hersteller und Lieferant. Besondere Beachtung fand dieses Konzept in der Automobilindustrie. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des JIT-Gedankens waren neben der gezielten Flexibilisierung und qualitativen Stabilisierung der Leistungsprozesse auf der Lieferseite insbesondere die logistische Kopplung der Produktionsprozesse von Lieferant und Hersteller unter weitgehendem Verzicht auf Lagerbestände als Problempuffer sowie unter Verwendung standardisierter Ladungsträger und Prozesse. Exemplarische Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die aus Japan kommende [[Kanban]]-Steuerung erlangt (Pull-Prinzip in der Produktionssteuerung).
Im Handel und in der Konsumgüterindustrie manifestiert sich das Supply Chain Management insbesondere als Teil des [[Efficient Consumer Response|Efficient-Consumer-Response-Konzeptes]] (ECR). Hierbei handelt es sich um eine branchenweite Initiative zur optimalen Angebotsstruktur für Konsumenten in Handelshäusern bei gleichzeitiger Rationalisierung von Supply-Chain-Prozessen. Das Konzeptgebäude stützt sich auf einen Set spezifischer Basistechnologien (z.B. Barcodes, Standards für den elektronischen Datenaustausch), logistischer Standardprozesse (z.B. [[Cross-Docking]], [[VMI]]=Vendor Managed Inventory oder [[Co-Managed Inventory]]) und einen Prozess marketingorientierter Angebotsoptimierung: [[Category Management]], die in einem übergreifenden gemeinsamen Planungsprozess ([[CPFR]], [[Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment]]) verknüpft sind.
Eine branchenübergreifende Initiative maßgeblicher Großunternehmen hat mit der Erarbeitung des Supply-Chain Operations Reference Modells ([[SCOR-Modell]]) die Grundlage für die modellhafte Darstellung, die Leistungsmessung und den Leistungsvergleich sowie für das Reengineering von Supply-Chain-Prozessen geschaffen. Das SCOR-Modell will die Kommunikation über Supply-Chain-Strukturen und Supply-Chain-Prozesse zwischen den beteiligten Unternehmen erleichtern, indem es einen allgemeinen begrifflichen und konzeptionellen Bezugsrahmen hierfür schafft.
Zunehmenden Einsatz finden spezifische Software-Systeme, die auf die operative Planung und Steuerung der Supply-Chain-Aktivitäten gerichtet sind. Diese Systeme werden bspw. als Advanced Planner and Optimizer (APO), [[Advanced Planning and Scheduling|APS-System]] (Advanced Planning and Scheduling) oder auch als [[Enterprise Resource Planning|ERP]]-II-Systeme bezeichnet. Als Betreiber solcher Planungssysteme bieten sich insbesondere große elektronische Marktplätze an.
[[SCM-Software|Software, die SCM unterstützt]], tendiert neuerdings dazu, den Zustand der Lieferkette in (nahezu) Echtzeit darzustellen. Dazu werden die Güter entlang der Kette an bestimmten (Übergabe-)Punkten mit Hilfe von [[Betriebsdatenerfassung|BDE]]-Systemen erfasst. Dies kann z.B. durch Scannen eines individuellen [[Barcode]]s oder durch Lesen eines [[RFID]]-Tags erfolgen. Durch die Möglichkeit der Verknüpfung dieser Echtzeitdaten mit im System hinterlegten Sollzeiten besteht die Möglichkeit mit Hilfe eines [[Supply Chain Event Management]] (SCEM) gezielt in das Logistiksystem eingreifen zu können.
== Literatur ==
* Alicke, K. (2005): Planung und Betrieb von Logistiknetzwerken, Springer, ISBN 3540229981.
* Arndt, H. (2004): Supply Chain Management / Optimierung logistischer Prozesse, 2. Aufl., Wiesbaden
* Ballou, R. H. (2004): Business Logistics – Supply Chain Management / Planning, Organizing, and Controlling the Supply Chain, 5. Aufl., Upper Saddle River.
* Thonemann, U. (2005): Operations Management, ISBN 3-82737-120-1.
* Thonemann, U./Behrenbeck, K./Küpper, J./Magnus, K-H. (2005): Supply Chain Excellence im Handel, Wiesbaden, ISBN 3-83490-055-9
* Wildemann, H. (Hrsg.) (2000): Supply Chain Management. München.
{{Wikibooks|Supply Chain Management}}
[[Kategorie:Logistik]]
[[en:Supply chain management]]
[[fr:Gestion de la chaîne logistique]]
[[it:Supply chain management]]
[[nl:SCM-systeem]]
[[pl:Supply Chain Management]]
[[pt:Gerência de cadeia de suprimentos]]
[[zh:供应链管理]]
Diese Version des Artikels stammt vom 07.02.2006.
Der Inhalt dieser Seite basiert auf dem Artikel
„Supply Chain Management“ aus der freien Enzyklop�die
Wikipedia und ist unter der
GNU-Lizenz f�r freie Dokumentation ver�ffentlicht. Auf der Wikipedia-Seite ist eine
Liste der Autoren einzusehen.