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Todesstrafe in den USA




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.7alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Todesstrafe in den USA 461805 16062601 2006-04-26T19:51:35Z Challe 85805 tabelle: gesammtzahl {| border="2" cellpadding="4" cellspacing="0" style="margin: 1em 1em 1em 1em; background: #f9f9f9; border: 1px #aaa solid; border-collapse: collapse; font-size: 95%;" align="right" width="30%" text-align:center" |- !colspan=3|'''Exekutionen in den USA seit [[1976]]''' |- !colspan=3|[[Bild:Hinrichtungen_usa.png|350px]] |- |'''Justiz''' |'''Exekutionen
seit 1976'''
''(28. September 2005)''[http://www.deathpenaltyinfo.org/article.php?scid=8&did=186] |'''Zum Tode Verurteilte'''
''(1. Juli 2005)''[http://deathpenaltyinfo.org/article.php?scid=9&did=188#state] |- |[[Texas]] |355 |414 |- |[[Virginia]] |94 |23 |- |[[Oklahoma]] |79 |97 |- |[[Missouri (Bundesstaat)|Missouri]] |66 |55 |- |[[Florida]] |60 |388 |- |[[Georgia]] |39 |112 |- |[[North Carolina]] |39 |192 |- |[[South Carolina]] |35 |77 |- |[[Alabama (Bundesstaat)|Alabama]] |34 |191 |- |[[Louisiana]] |27 |89 |- |[[Arkansas]] |27 |38 |- |[[Arizona]] |22 |128 |- |[[Ohio]] |19 |196 |- |[[Indiana]] |16 |30 |- |[[Delaware]] |14 |19 |- |[[Illinois]] |12 |10 |- |[[Kalifornien]] |12 |648 |- |[[Nevada]] |11 |85 |- |[[Mississippi (Bundesstaat)|Mississippi]] |6 |70 |- |[[Utah]] |6 |10 |- |[[Maryland]] |5 |9 |- |[[Washington (Bundesstaat)|Washington]] |4 |10 |- |[[Pennsylvania]] |3 |233 |- |[[Bundesregierung (USA)|U.S. Bundesregierung]] |3 |36 |- |[[Nebraska]] |3 |10 |- |[[Kentucky]] |2 |37 |- |[[Montana]] |2 |4 |- |[[Oregon]] |2 |32 |- |[[Tennessee]] |1 |108 |- |[[Idaho]] |1 |21 |- |[[Connecticut]] |1 |8 |- |[[Colorado]] |1 |3 |- |[[New Mexico]] |1 |2 |- |[[Wyoming]] |1 |2 |- |[[New Jersey]] |0 |14 |- |[[Kansas]]''
(Am 17. Dezember 2004 wurde das Gesetz zur Todesstrafe in Kansas für verfassungswidrig erklärt)'' |0 |7 |- |[[US-Streitkräfte|U.S. Militär]] |0 |8 |- |[[New York (Bundesstaat)|New York]]
''(Am 24. Juni 2004 wurde das Gesetz zur Todesstrafe in New York für verfassungswidrig erklärt)'' |0 |2 |- |[[South Dakota]] |0 |4 |- |[[New Hampshire]] |0 |0 |- |'''[[USA|Vereinigte Staaten]]'''
insgesamt |1003 |3415* |- |rowspan=10 colspan=3|''momentan keine Todesstrafe'': [[Alaska]], [[Hawaii]], [[Iowa]], [[Maine (Bundesstaat)|Maine]], [[Massachusetts]], [[Michigan]], [[Minnesota]], [[North Dakota]], [[Rhode Island]], [[Vermont]], [[West Virginia]], [[Wisconsin]], [[District of Columbia]] und [[Puerto Rico]]. * 7 Gefangene sitzen in mehr als einem Staat im Todestrakt, so dass die Gesamtzahl niedriger ist als die Summe der Zahlen der einzelnen Staaten. |- |} ==Geschichte== Die britischen Kolonien in Nordamerika verhängten bereits kurze Zeit nach ihrer Gründung die [[Todesstrafe]]. Die erste bekannte Hinrichtung war [[1608]] die eines Kapitäns, welcher der [[Spionage]] für [[Spanien]] angeklagt worden war. Die erste Frau wurde [[1632]] hingerichtet. Allerdings waren seitdem weniger als drei Prozent der Hingerichteten weiblich. Ab [[1834]] begann man, Hinrichtungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu vollziehen. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand allerdings erst am [[14. August]] [[1936]] in [[Owensboro]], [[Kentucky]] statt, als der 22-jährige [[Afroamerikaner]] Rainey Bethea vor etwa 20.000 Zuschauern gehängt wurde. Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wurde in [[Wisconsin]] und [[Michigan]] die Todesstrafe abgeschafft. [[1888]] wurde der [[Elektrischer Stuhl|elektrische Stuhl]] als Alternative zu den bisher gängigen Methoden des Erschießens und Erhängens eingeführt. Im [[20. Jahrhundert]] gab es mehrere Fälle mit politischem Hintergrund, die großes Aufsehen erregten und die Öffentlichkeit polarisierten: die Todesurteile gegen [[Sacco und Vanzetti]] sowie gegen das Ehepaar [[Ethel und Julius Rosenberg]]. [[1935]] erreichte die Zahl der Hinrichtungen mit 199 ihren Höhepunkt. Um das Jahr [[1960]] tendierte die öffentliche Einstellung langsam gegen die Todesstrafe. Viele verbündete Nationen hatten die Todesstrafe entweder ganz abgeschafft oder eingeschränkt und auch in den [[USA]] verminderte sich die Zahl der Hinrichtungen. In den Jahren um [[1940]] fanden noch 1.289 Hinrichtungen statt, zehn Jahre später waren es noch 715 und die Zahl fiel weiter auf 191 von [[1960]] bis [[1972]]. Laut einer Umfrage im Jahre [[1966]] befürworteten zu dieser Zeit nur noch 42% der amerikanischen Bevölkerung die Todesstrafe. Es wurde diskutiert, ob Menschen willkürlich zum Tode verurteilt wurden. [[1972]] kam der Fall Furman gegen [[Georgia ]] vor den Obersten Gerichtshof der USA. Furman argumentierte, die Todesstrafe werde willkürlich und je nach Laune verhängt und verletze das 8. [[Amendment]] (Zusatz zur amerikanischen Verfassung), das jeder Person Schutz vor grausamer und ungewöhnlicher Strafe gewährt. Die Obersten Richter urteilten, dass eine Strafe "grausam und ungewöhnlich" sei, wenn sie dem Verbrechen nicht angemessen sei, wenn sie willkürlich verhängt werde, wenn sie den öffentlichen Gerechtigkeitssinn verletze und wenn sie nicht wirksamer sei als eine andere harte Strafe. Die Richter gaben Furman schließlich Recht, dass die Todesstrafe grausam und ungewöhnlich sei und das 8. Amendment verletze. Am [[29. Juni]] [[1972]] erklärte der Oberste Gerichtshof 40 Todesstrafengesetze für nichtig, setzte die Todesstrafe im ganzen Land aus und wandelte die Todesurteile von 629 Gefangenen in lebenslängliche Haftstrafen um. Die Bundesstaaten überarbeiteten ihre Todesstrafengesetze, um [[Willkür]] bei der Verhängung eines Todesurteils auszuschließen. Es wurden Richtlinien festgelegt, die es einem Richter oder den Geschworenen ermöglichen, erschwerende oder strafmildernde Faktoren zu berücksichtigen. Weiterhin wurden zwei unterschiedliche Phasen der [[Gerichtsverhandlung]] eingeführt – eine, in der über Schuld oder Nicht-Schuld des Angeklagten entschieden wird, eine zweite, in der im Falle eines Schuldspruchs die Höhe der Strafe bestimmt wird. Außerdem wurden automatische Rechtsmittel festgelegt, nach denen Urteil und Strafe in der Berufung noch einmal geprüft werden können. [[1976]] wurde die Todesstrafe wieder in Kraft gesetzt. Die Hinrichtungen wurden am [[17. Januar]] [[1977]] wieder aufgenommen. [[Gary Gilmore]] wurde in [[Utah]] durch ein [[Peloton]] exekutiert. Am [[2. Dezember]] [[1982]] wurde [[Charles Brooks]] als erster Verurteilter in [[Texas]] durch die [[Giftspritze]] getötet. Am [[2. Dezember]] [[2005]] wurde in USA Kenneth Lee Boyd als der 1000. Häftling seit Wiedereinführung der Todesstrafe hingerichtet. Zur Zeit warten über 3.500 Verurteilte auf ihre Hinrichtung. Laut Meinungsumfragen des Gallup-Instituts bewegte sich die Zustimmungsrate der Bevölkerung zur Todesstrafe im Zeitraum 1985 bis 2004 zwischen 64 und 80 Prozent. Zahlen von Amnesty International belegen, dass seit 1900 in den USA mindestens 450 Menschen zum Tode verurteilt worden sind, deren Unschuld später bewiesen wurde. Bei einigen wurde erst posthum die Unschuld festgestellt. ==Aktuelle Situation== Seit der erneuten Einführung der Todesstrafe 1976 wurde sie in zwölf von 50 Bundesstaaten und im [[District of Columbia]] wieder abgeschafft. In mehreren Staaten, darunter [[Illinois]], wird sie de facto nicht mehr vollstreckt. Die meisten Todeskandidaten sterben seit Langem eines natürlichen Todes. Doch können Bundesgerichte auch in Bundesstaaten, die selbst die Todesstrafe abgeschafft haben, in Fällen, in denen bundesweit geltende Strafbestimmungen anwendbar sind (''federal crimes''), die Todesstrafe aussprechen, so zuletzt 2003 in [[Boston]], [[Massachusetts]] gegen Gary Sampson wegen der Ermordung zweier Autofahrer in Verbindung mit „Fahrzeugentführung“. Auch der Bombenattentäter von Oklahoma City, [[Timothy McVeigh]], wurde durch ein Bundesgericht verurteilt. Aktuelle Informationen zur Todesstrafe in den USA sind beim [http://www.deathpenaltyinfo.org/executions.php ''Death Penalty Information Center''] abrufbar. === Hinrichtung Jugendlicher === [[Bild:Todesstrafe minderjährig.png|thumb|Hinrichtung Jugendlicher]] Laut [[Amnesty International]] gehören die USA neben [[China]], der [[Demokratische Republik Kongo|Demokratischen Republik Kongo]], dem [[Iran]], [[Nigeria]], [[Pakistan]], [[Saudi-Arabien]] und [[Jemen]] zu den wenigen Ländern, in denen seit 2000 zur Tatzeit minderjährige Straftäter hingerichtet wurden. Seit einer Entscheidung des [[Supreme Court|Obersten Gerichtshofes]] im Jahre 1988 ist die Verhängung der Todesstrafe für Straftäter unter 16 Jahren verfassungswidrig. Bis zum März 2005 war die Todesstrafe gegen minderjährige Täter noch in 19 von den 38 US-Bundesstaaten zulässig, in denen die Todesstrafe verhängt werden kann. Am 1. März [[2005]] hat das oberste Gericht der USA mit äusserst knapper Mehrheit der Richterstimmen die Verfassungswidrigkeit von Todesurteilen für noch nicht 18-jährige Straftäter als "grausame und ungewöhnliche Strafe" nach dem 8. Zusatzartikel der US-amerikanischen Verfassung festgestellt (Roper v. Simmons). Mit diesem Urteil, für das sich unter anderem auch Ex-Präsident [[Jimmy Carter]] eingesetzt hatte, wurde eine gegenteilige Entscheidung von 1989 (Stanford v. Kentucky) aufgehoben. Damit hat das Gericht die Auffassung bestätigt, die in vielen Einzelstaaten bereits zur Abschaffung der Todesstrafe für zur Tatzeit noch nicht volljährige Straftäter und geistig Behinderte geführt hatte. Die so genannte "death eligibility" (Hinrichtungseignung) ist damit für die genannten Personengruppen nicht mehr gegeben. === Hinrichtung ausländischer Staatsangehöriger === Unter den zum Tode Verurteilten befinden sich auch 119 ausländische Staatsangehörige (Stand: Februar 2005), darunter drei Deutsche: Michael und Rudi Apelt in [[Arizona]] sowie Dieter Riechmann in [[Florida]]. [[1999]] wurden in Arizona die wegen Mordes verurteilten Brüder Karl und [[Walter LaGrand]] hingerichtet. Sie besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit, waren aber von den amerikanischen Behörden während ihres Verfahrens nicht ausreichend über die Möglichkeit aufgeklärt worden, [[Botschaft (Diplomatie)|konsularische]] Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deswegen verklagte die Bundesrepublik Deutschland die USA vor dem [[Internationaler Gerichtshof|Internationalen Gerichtshof]]. Mit Urteil vom 27. Juni 2001 entschied das Gericht, dass die USA das Wiener Übereinkommen über Konsularische Beziehungen verletzt habe [http://www.icj-cij.org/icjwww/ipresscom/ipress2001/ipresscom2001-16_20010627.htm]. Den Brüdern LaGrand nutzte dieses Urteil allerdings nichts mehr. === Hinrichtung geistig Behinderter === Im Jahre 2002 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass die Todesstrafe für geistig Behinderte unzulässig ist, da sie eine ''"grausame oder ungewöhnliche Bestrafung"'' darstellt und damit verfassungswidrig ist. [[Daryl Atkins]] war der [[Präzedenzfall]], da bei ihm ein [[Intelligenzquotient|IQ]] von 59 festgestellt wurde. Jedoch oblag die endgültige Entscheidung dem Gericht der Bundesstaaten, und die Geschworenen in [[Virginia]] verurteilten ihn zum Tode, da bei einem erneuten IQ-Test ein Wert von 76 ermittelt wurde. === Verfahrensmängel bei Todesurteilen === Große Kontroversen ergeben sich aus einem durch viele Studien belegten Missverhältnis im Rassen-, Opfer- und Tätermix, das zu überproportionalen Zahlen für verurteilte/hingerichtete Angehörige von Minderheiten (im Wesentlichen schwarze und hispanische Täter) führt und die sich noch akzentuieren, wenn die Hautfarbe des Opfers ins Kalkül einbezogen wird. 2004 betrug der Prozentsatz der [[Afroamerikaner]] an den zum Tode Verurteilten 42 Prozent, während ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur knapp 13 Prozent ausmacht. Befürworter der Todesstrafe wenden dagegen ein, dass dies nicht durch rassistische Motive begründet sei, sondern durch die höhere Kriminalitätsrate in ärmeren Bevölkerungsschichten verursacht werde. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die häufig unzureichende Vertretung unterprivilegierter Straftäter durch Pflichtverteidiger. 1996 gab es in [[Georgia]] einen Fall, bei dem ein zum Tode Verurteilter mit unterdurchschnittlichem [[Intelligenzquotient]]en in einem Berufungsverfahren überhaupt keinen Rechtsbeistand hatte. Die Anwaltsvereinigung [[American Bar Association]] veröffentlichte erstmals 1989 Richtlinien für angemessene anwaltliche Vertretung in Todesstrafenverfahren und vermittelt Anwälte, die ohne Bezahlung solche Fälle übernehmen. Professor James S. Liebman von der [[Columbia University]] veröffentlichte im Juni 2000 unter dem Titel ''A broken system'' [http://www2.law.columbia.edu/instructionalservices/liebman/index.html] eine Langzeitstudie über den Ausgang von Berufungsverfahren zwischen 1973 und 1995, nach der in 68 Prozent der Fälle Todesurteile durch eine höhere Instanz zu Gunsten des Angeklagten korrigiert wurden. Ein weiterer Verfahrensmangel ist die bei der Auswahl der [[Jury]] zuweilen festzustellende [[Rassendiskriminierung]], die darin besteht, dass die Staatsanwaltschaft, die eine Reihe potenzieller Geschworener ohne Begründung ablehnen kann, bei der Ablehnung offensichtlich sach- und rechtswidrig die Übereinstimmung der Hautfarbe der Geschworenen mit der des (schwarzen) Angeklagten zum Kriterium macht. Dies wurde vom US Supreme Court mehrfach beanstandet und mit der Aufhebung von Todesurteilen vor allem texanischer Gerichte sanktioniert, zuletzt (Juni 2005) im Verfahren Miller-El v. Dretke, No. 03-9659, in dem 10 von 11 schwarzen Jury-Kandidaten von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden waren. === Hinrichtungsarten === Die von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlichen zulässigen Hinrichtungsmethoden sind (in Klammern Anzahl der Anwendungen ab 1976 bis November 2004) [[Giftspritze|Injektion]] (775), [[Elektrischer Stuhl|Elektrokution]] (152), [[Gaskammer (Todesstrafe)|Vergasen]] (11), [[Erhängen]] (3), [[Erschießen]] (2). Mit Ausnahme von Nebraska, in dem die Elektrokution zwingend vorgeschrieben ist, bieten alle Staaten, bei denen die Injektion nicht die grundsätzlich vorgesehene Methode ist, dem Todeskandidaten diese als Alternative an. == Situation in einzelnen Bundesstaaten == Ausführliche, aktuelle Informationen zu der Situation in den US-Bundesstaaten, in denen Hinrichtungen gestattet sind, gibt es [http://www.deathpenaltyinfo.org/state/ hier]. === [[Connecticut]] === Der Gouverneur von Connecticut hat kein [[Begnadigung|Begnadigungsrecht]]. Am [[13. Mai]] [[2005]] fand die erste Vollstreckung eines Todesurteils seit 1960 statt. Damals war Joseph Taborsky noch auf dem [[Elektrischer Stuhl|elektrischen Stuhl]] hingerichtet worden. Es handelte sich um den Serienmörder Michael Bruce Ross, einen so genannten „freiwilligen“ Todeskandidaten, der nach 21 Jahren in der Todeszelle auf weitere ihm noch zustehende Rechtsmittel verzichtet hatte. In den letzten Tagen vor seiner Hinrichtung wurden durch die ehemaligen Pflichtverteidiger mehrere vergebliche Versuche gemacht, die Hinrichtung gerichtlich verhindern zu lassen. Ihre Argumentation lautete, dass Ross wegen seines Verzichts auf Rechtsmittel möglicherweise unzurechnungsfähig sei. In diesem Falle wäre eine Hinrichtung unrechtmäßig gewesen. === [[Illinois]] === Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe konnte im US-Bundesstaat Illinois bei mehr zum Tod Verurteilten die Unschuld bewiesen werden als Straftäter hingerichtet wurden. Der scheidende Gouverneur [[George Ryan]] wandelte daraufhin im Jahre [[2003]] die Strafe aller 167 Todeskandidaten in Illinois in lebenslange Haft um. Zudem gilt in Illinois seit Januar 2000 ein [[Moratorium|Vollstreckungsmoratorium]]. Diesem ging unter anderem ein Bericht der ''Chicago Tribune'' voraus, in dem von falschen Beweisen, skrupellosen Prozessabsprachen und juristischer Inkompetenz die Rede war. Im Fall des Todeskandidaten Anthony Porter konnte der Journalistik-Professor David Protess ein Fehlurteil nachweisen. Porter wurde daraufhin im März 2000 aus der Todeszelle entlassen. === [[Indiana]] === Indiana gehört zu den Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe mittels Injektion vollstreckt wird. Bei der Hinrichtung von Tommie Smith [[1997]] konnte das Gefängnispersonal keine geeignete Vene finden, so dass ein Arzt hinzugezogen werden musste. Insgesamt dauerte die Prozedur, die Smith bei vollem Bewusstsein miterleben musste, über 30 Minuten. Im Juli [[2004]] machte der Gouverneur von Indiana erstmals von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch und wandelte das Todesurteil gegen den geistig zurückgebliebenen Darnell Williams in eine lebenslange Haftstrafe um. === [[Kalifornien]] === Seit Wiedereinführung der Todesstrafe [[1978]] wurden in Kalifornien zwölf Menschen hingerichtet, 640 sind zum Tode verurteilt. Nachdem es drei Jahre lang keine Hinrichtungen gab, wurde am [[19. Januar]] [[2005]] das Todesurteil gegen Donald Jay Beardslee für einen [[1981]] begangenen Doppelmord vollstreckt. Ein Gnadengesuch, das auf eine psychische Erkrankung aufgrund eines Gehirnschadens hinwies, wurde von Gouverneur [[Arnold Schwarzenegger]] abgelehnt; ebenso die zwei Gnadengesuche des wegen vierfachen Mordes verurteilten [[Stanley Williams]], der mit Büchern gegen Drogen und Bandenkriminalität für Jugendliche auf sich aufmerksam machte und für seine literarische Arbeit während seines 24-jährigen Aufenthalts in der Todeszelle fünf Mal für den [[Friedensnobelpreis]] sowie vier Mal für den [[Literaturnobelpreis]] nominiert worden war. Er wurde am [[13. Dezember]] [[2005]] um 9.01 Uhr [[MEZ]] mit der Giftspritze hingerichtet. Am [[17. Januar]] [[2006]] wurde der beinahe blinde, taube und an den Rollstuhl gefesselte 76-jährige Greis Clarence Ray Allen hingerichtet. Vier Monate vor der Vollstreckung des Urteils wäre er beinahe an einem Herzinfarkt gestorben, konnte aber wiederbelebt werden. Ihm wurde vorgeworfen, Morde aus dem Gefängnis heraus angeordnet zu haben. === [[New Hampshire]] === New Hampshire ist neben Connecticut der einzige der [[Neuengland|Neuengland-Staaten]], in dem die Todesstrafe zulässig ist. Die letzte Hinrichtung fand [[1939]] statt und es gibt derzeit (Dezember 2004) keine Todeskandidaten. === [[New Jersey]] === Die letzte Hinrichtung fand 1963 statt. Am 10. Januar 2006 wurde die Todesstrafe auf Beschluss des Senats außer Kraft gesetzt. Es soll untersucht werden, ob Todesurteile nach fairen Kriterien verhängt werden und ob die Todesstrafe für die öffentliche Sicherheit erforderlich ist. Das Moratorium gilt zunächst bis November 2006. === [[New York State|New York]] === Im Bundesstaat New York ist seit 1963 niemand mehr hingerichtet worden. Im März 1995 unterzeichnete der damalige republikanische Gouverneur, [[w:en:George E. Pataki|George E. Pataki]], in Erfüllung eines Wahlkampfversprechens jedoch ein Gesetz, mit dem die Todesstrafe durch Injektion wieder aufleben sollte. Das Gesetz führte nie zu einer Exekution und wurde schließlich im Juni 2004 vom zuständigen Berufungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Seither sind Bemühungen im Gang, ein Gesetz zu erlassen, das die Todesstrafe unter Beachtung der Gerichtsentscheidung verfassungsmäßig machen könnte. === [[North Carolina]] === Die Zahl der Hinrichtungen in North Carolina bis zur Abschaffung der Todesstrafe 1972 wird mit 784 angegeben. Am [[6. Januar]] [[1977]] wurde die Todesstrafe wieder eingeführt. Seither wurden (Stand Dezember 2005) 39 Hinrichtungen vollzogen. Im Juli 2005 warteten 192 Todeskandidaten (davon vier Frauen) auf ihre Tötung durch Injektion im Zentralgefängnis von [[Raleigh (North Carolina)|Raleigh]]. Am [[2. Dezember]] [[2005]] wurde dort die landesweit tausendste Hinrichtung seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA an dem Doppelmörder [[Kenneth Lee Boyd]] vollstreckt, nachdem der Gouverneur des Bundesstaates, Mike Easley, eine Begnadigung abgelehnt hatte. === [[Texas]] === Die Justizbehörden in Texas zeigen sich mit 355 Hinrichtungen (durch Injektion/Stand [[November]] [[2005]]) seit 1976 vollstreckungsfreudiger als die nächsten sechs noch vollstreckenden Bundesstaaten zusammengenommen. Ursache ist nicht nur die Zahl der in erster Instanz verhängten Todesurteile, sondern auch der Umstand, dass die beiden für Texas zuständigen Berufungsgerichte diese Urteile nur in drei Prozent der von ihnen behandelten Fälle aufheben, was ebenso wie die Zahl der Hinrichtungen einen US-weiten Rekord darstellt. Laut einer Untersuchung von 6.000 Todesurteilen zwischen 1976 und 1995 besteht landesweit eine Chance von 68 Prozent, dass ein Todesurteil von einem Staats- oder Bundesgericht aufgehoben wird (zur Situation der Hinrichtungsjustiz in Texas siehe [http://www.nytimes.com/2004/12/05/national/05texas.html New York Times, 5. Dezember 2004]). Der US Supreme Court hat von texanischen Gerichten verhängte Todesurteile mehrfach als verfassungswidrig aufgehoben, zuletzt im November 2004 im Fall eines offenbar vermindert zurechnungsfähigen Täters (Smith v. Texas, No. 04-5323). Hauptgrund für die Entscheidungen des Supreme Court ist regelmäßig der Umstand, dass die für Texas zuständigen Berufungsgerichte die für die Verfassungsmäßigkeit der Todesstrafe geforderte Berücksichtigung mildernder Umstände vernachlässigen. Ein weiterer Grund ist die von den Staatsanwälten bei der Auswahl der Jury geübte Rassendiskriminierung durch Ablehnung von Afroamerikanern als Geschworene in Verfahren gegen schwarze Angeklagte. Derzeit ([[Juli]] [[2005]]) erwarten 415 Verurteilte in texanischen Gefängnissen ihre Hinrichtung. Diese Zahl wird nur von Kalifornien mit 648 Todeskandidaten übertroffen, doch ist dieser Bundesstaat bei der Vollstreckung zurückhaltender (zwölf Exekutionen von 1976 bis 2005). === [[Virginia]] === Der Bundesstaat Virginia ist nach Texas mit fast 100 Hinrichtungen seit 1976 der vollstreckungsfreudigste Bundesstaat. Während der vierjährigen Amtszeit des derzeitigen demokratischen Gouverneurs Mark Warner wurden laut einem Bericht der New York Times vom 30. November 2005 elf Todesurteile vollstreckt. Fast hätte Virgina im November 2005 die landesweit 1000. Hinrichtung durchgeführt, doch wurde der potenzielle Kandidat begnadigt, weil ein für einen möglichen Nachweis seiner Unschuld wichtiges Beweismittel von einem Justizbeamten beseitigt worden war. Wenige Tage später wurde die 1000. Hinrichtung in North Carolina vollzogen. ==Prominente, die zum Tode verurteilt wurden== *[[Mumia Abu-Jamal]], [[Bürgerrechtler]], [[Journalist]], sitzt in der Todeszelle, Schuld umstritten *[[Angela Davis]], [[Soziologe|Soziologin]], Bürgerrechtlerin, [[Kommunist]]in, 1970 von Todesstrafe bedroht *[[Gary Graham]], Hinrichtung vielfach als Justizirrtum eingeschätzt *[[Juan Melendez]], wegen [[Justizirrtum]] freigelassen, heute Aktivist gegen die Todesstrafe *[[Ethel Rosenberg]], Kommunistin, wegen [[Spionage]] zum Tode verurteilt und hingerichtet *[[Julius Rosenberg]], Kommunist, wegen Spionage zum Tode verurteilt und hingerichtet *[[Sacco und Vanzetti|Ferdinando Sacco]], Anarchist, 1927 hingerichtet, 1997 rehabilitiert *[[Sacco und Vanzetti|Bartholomeo Vanzetti]], Anarchist, 1927 hingerichtet, 1997 rehabilitiert *[[Stanley Williams]], Bandengründer und Kinderbuchautor, 2005 hingerichtet == Prominente Kritiker == *[[Juan Melendez]], als unschuldig entlassener, ehemaliger Todestraktinsasse *[[Helen Prejean]], katholische Nonne *[[Scott Turow]], Jurist u. Beststellerautor ==Literatur== * Richard C. Dieter: ''Wenn der Staat tötet: die Todesstrafe in den USA''. In: Gunnar Köhne (Hrsg.): ''Die Zukunft der Menschenrechte''. Rowohlt-Verlag, Reinbek 1998. ISBN 3-499-22238-8 * Michael Kahr: ''100 Jahre Hinrichtungen in den USA.'' Kahr Media Verlag 2004, ISBN 3-935678-03-7 * Jürgen Martschukat: ''Geschichte der Todesstrafe in Nordamerika, von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart''. Beck-Verlag, München 2002. ISBN 3-406-47611-2 *Jürgen Martschukat,"'With Grace and Dignity': Gary Gilmore, Todesstrafe und Männlichkeit in den USA der 1970er Jahre" in: Amerikastudien /American Studies, 49.3 (2004) * Stephen Trombley: ''Die Hinrichtungsindustrie. Die Todesstrafe in den USA.'' Rowohlt Verlag, Reinbek 1993, ISBN 3498065076 ==Weblinks== * http://www.todesstrafe.de/ Todesstrafe Informationen im Allgemeinen auch über die USA * http://www.todesstrafe.com/ - Nachrichten und Informationen zur Todesstrafe in den USA * http://www.todesstrafe-usa.de/ - Informationen zur Todesstrafe in den USA * http://www.tdcj.state.tx.us/stat/deathrow.htm - Informationsseite des Staates Texas zur Todesstrafe * http://people.smu.edu/rhalperi/summary.html Statistik zu Hinrichtungen * http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/Todesstrafeusa.html Hintergrundinformationen zur Todesstrafe in den USA [[Kategorie:Todesstrafe]] [[Kategorie:Recht (USA)]] [[en:Capital punishment in the United States]] [[fr:Peine de mort aux États-Unis d'Amérique]] [[it:Pena di morte negli USA]] [[nl:Doodstraf in de Verenigde Staten]] [[pl:Kara śmierci w USA]] [[pt:Pena de morte nos Estados Unidos da América]] [[sv:Dödsstraff i USA]]




Diese Version des Artikels stammt vom 27.04.2006.



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