Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten von Amerika |- | colspan="2" | {| border="0" cellpadding="" cellspacing="5" align="center" width="100%" |align="center"| [[Bild:Flag of the United States.svg|110px]]
Flagge der USA
([[Flagge der USA|Details]]) |align="center"| [[Bild:Great Seal of the US.png|100px]]
Siegel der USA
([[Siegel der USA|Details]]) |} |- valign=top | [[Wahlspruch]] | '''''E pluribus unum'''''
(Aus vielen Eines, ab 1776)
'''''In God we trust'''''
(Wir vertrauen auf Gott, ab 1956)
|- valign=top | [[Amtssprache]] || in der Verfassung ist keine Sprache als Amtssprache benannt |- valign=top | [[Gesprochene Sprachen]] || [[Amerikanisches Englisch]], [[Spanische Sprache|Spanisch]], [[Chinesische Sprache|Chinesisch]], [[Portugiesische Sprache|Portugiesisch]] , [[Russische Sprache|Russisch]] und [[Deutsch]]. Daneben [[Indigene amerikanische Sprachen|Sprachen indianischer Ureinwohner]] |- valign=top | [[Liste der US-amerikanischen Hauptstädte|Hauptstadt]] || [[Washington D. C.]] |- valign=top | [[Staatsform]] || [[Präsidialsystem|Präsidiale]] [[Bundesrepublik]] |- valign=top | [[Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika|Präsident]] || [[George W. Bush]] |- valign=top | [[US-Vizepräsident|Vizepräsident]] || [[Richard B. Cheney]] |- valign=top | Die größten Städte || [[New York City|New York]] (8.108.000 Einwohner) [[Los Angeles]](3.877.129 Einwohner) [[Chicago]] (2.909.121 Einwohner) |- valign=top | [[Liste unabhängiger Staaten nach Fläche|Fläche]] || 9.629.891 [[km²]] |- valign=top | [[Liste unabhängiger Staaten nach Einwohnerzahl|Einwohnerzahl]] || 297.700.000 (Stand Juli 2005) |- | [[Liste unabhängiger Staaten nach Bevölkerungsdichte|Bevölkerungsdichte]] || 31 Einwohner pro km² |- valign=top | [[Bruttoinlandsprodukt|BIP/Einwohner]] || 37.870 [[US-$]] |- valign=top | [[Nationalfeiertag]] || [[4. Juli]] |- valign=top | [[Währung]] || 1 [[US-Dollar]] = 100 [[Cent (Währung)|Cent]]s |- valign=top | [[Inflationsrate]] in % || 2,7 % |- valign=top | [[Zeitzone]] || [[Koordinierte Weltzeit|UTC]] -5 bis -10 |- valign=top | [[Nationalhymne]] || ''[[The Star-Spangled Banner]]'' |- valign=top | [[Liste_der_Kfz-Nationalitätszeichen|Kfz-Kennzeichen]] || [[Kfz-Kennzeichen (USA)|USA]] |- valign=top | [[Top Level Domain|Internet-TLD]]s || .us (auch: .gov [Behörden], .edu [Bildungseinrichtungen] und .mil [Militär]) |- valign=top | [[Internationale Telefonvorwahl|Vorwahl]] || +1 |- valign=top | [[Stromnetz]] || 60 [[Hertz]] mit 110/120 [[Volt]] |- valign=top | höchster Berg || [[Mount McKinley]], [[Alaska]]
6.194 m |- | colspan=2 align="center" | [[Bild:LocationUSA.png|Lage der USA in der Welt]] |- | colspan=2 align="center" | [[Bild:USA_karte.png|240px|Karte der USA]] |- |} Die '''Vereinigten Staaten von Amerika''' (engl. ''United States of America,'' kurz '''USA''') oder in der amtlichen Kurzform '''Vereinigte Staaten''' (engl. ''United States,'' kurz '''US''') sind eine [[Bundesrepublik]] in [[Nordamerika]]. Sie grenzen im Norden an [[Kanada]] und (über die 100 km breite [[Beringstraße]] mit dem Bundesstaat [[Alaska]]) an [[Russland]], im Süden an [[Mexiko]], im Osten an den [[Atlantischer Ozean|Atlantischen]] und im Westen an den [[Pazifischer Ozean|Pazifischen Ozean]]. Die Vereinigten Staaten entstanden [[1776]] mit der [[Unabhängigkeitserklärung der USA|Unabhängigkeitserklärung]] der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke [[Industrialisierung]] und massive [[Immigration]] aus [[Europa]] im [[19. Jahrhundert]] rasch an Einfluss. Am Ende des [[20. Jahrhundert]]s waren sie, nach der Überwindung des [[Totalitarismus|totalitären]] [[Faschismus]] (im [[2. Weltkrieg]]) und des [[Kommunismus]] (im [[Kalter Krieg|Kalten Krieg]]), die einzige verbliebene [[Supermacht]]. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA der [[Politik|weltpolitisch]], [[Wissenschaft|wissenschaftlich]], [[Wirtschaft|wirtschaftlich]] und [[Militär|militärisch]] führende Einzelstaat, wobei die [[Europäische Union]] bei den meisten Handelsstatistiken als grösser bezeichnet wird. == Geographie == ''Hauptartikel: [[Geographie der USA]]'' Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem [[District of Columbia]] (D. C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen (sog. ''”lower 48”''). Inklusive der beiden Bundesstaaten [[Alaska]] und [[Hawaii]], die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das [[Landschaft|Landschaftsbild]] ist sehr vielfältig: es gibt [[Wald]]gebiete und [[Mittelgebirge]] an der [[Ostküste_(USA)|Ostküste]], [[Mangrove (Ökosystem)|Mangrove]]nwälder im [[Subtropen|subtropisch]]en [[Florida]], die [[Fluss (Gewässer)|Flusssysteme]] von [[Mississippi (Fluss)|Mississippi]] und [[Missouri (Fluss)|Missouri]], weite [[Ebene (Geografie)|Ebene]]n im Zentrum des Landes, große [[Hochgebirge|Gebirgszüge]] wie die [[Rocky Mountains]], trockene [[Wüste]]n im Südwesten, [[Gemäßigter Regenwald|gemäßigte Regenwälder]] im Nordwesten und [[Küstengebirge]] an der [[Westküste der USA]]. Hinzu kommen die [[Arktis|arktische]] Region der [[Tundra]] in Alaska und die [[Tropen|tropischen]] [[Insel]]n von [[Hawaii]] mit dem 4.170 Meter hohen [[Vulkan]] [[Mauna Loa]]. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen [[Breitengrad]] und zwischen dem 68. und 125. westlichen [[Längengrad]] und ist in vier [[Zeitzonen]] eingeteilt. [[Alaska]] und [[Hawaii]] sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise [[Puerto Rico]] und [[Guam]]) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an [[Kanada]], im Süden an [[Mexiko]] und an den [[Golf von Mexiko]]. Im Osten liegt der [[Atlantischer Ozean|Atlantische Ozean]] und im Westen der [[Pazifischer Ozean|Pazifische Ozean]]. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. [[Hawaii]] ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. [[Alaska]] liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die [[Beringstraße]] von [[Russland]] getrennt. * Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada) * Grenze zu Mexiko: 3.326 km * Küstenlinie: 19.924 km === Fläche === Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Russland und Kanada. * Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km² * Landmasse: 9.158.453 km² * Wasserfläche: 471.356 km² ''Siehe auch:'' [[Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert]] == Bevölkerung == === Bevölkerungsgruppen === Die USA gelten traditionell als [[Schmelztiegel]] ''(melting pot)'' der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von [[Indianer]]n besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer [[deutsche Sprache in den USA|deutscher]] und irischer Herkunft. Später (bis etwa zur Jahrhundertwende) kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa hinzu, einschließlich einer großen Anzahl osteuropäischer Juden. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. [[Afroamerikaner]], Nachfahren der afrikanischen [[Sklaven]], stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. [[Detroit]]. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die [[Einwanderungspolitik]] war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung, eine höhere Kriminalitäts- und Hinrichtungsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den [[Südstaaten]] sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen – wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen – oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden, aber auch an traditionellen und festgefügten Vorurteilsmustern in den jeweiligen Ethnien bzw. Bevölkerungsgruppen. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft [[Latinos]]. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele [[Lateinamerika|Lateinamerikaner]] vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer („Native Americans“) (siehe auch [[Indianer Nordamerikas]]) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in [[Alaska]] erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in [[South Dakota]] und [[Oklahoma]]. === Sprachen === Die meist gesprochene Sprache der USA ist historisch bedingt [[Amerikanisches Englisch|amerikanisches Englisch]]. Daneben werden noch viele Sprachen der [[Indianer|amerikanischen Ureinwohner]] und die Sprachen anderer [[Immigranten]] gesprochen. Besonders hoch ist der [[Spanische Sprache|Spanisch sprechende Anteil]], da viele lateinamerikanische Einwanderer meist nur ihre spanische Muttersprache sprechen und zunehmend eigene Viertel in Städten haben (z.B. East Los Angeles). In [[Kalifornien]] beträgt der Anteil der [[Latinos]] mittlerweile 30%, wobei viele davon zweisprachig sind, und manche (in der zweiten oder späteren Generation) auch ''nur'' Englisch können. Etwa 30-40 Mio. Latinos (englisch: ''Hispanics'') leben in den USA; von denen, die die US-[[Staatsbürgerschaft]] noch nicht besitzen, haben auch nicht alle gültige [[Aufenthaltstitel]]. Während es im 19. Jahrhundert viele Zeitungen in den USA in deutscher Sprache gegeben hat, ist Spanisch die Sprache, in der (nach Englisch) Zeitungen heute am häufigsten erscheinen. Neben dem Spanischen werden auch viele andere Sprachen gesprochen, wie z.B. [[Koreanische Sprache|Koreanisch]], [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Chinesische Sprache|Chinesisch]] und [[Vietnamesische Sprache|Vietnamesisch]], [[Französische Sprache|Französisch]] und [[Deutsche Sprache|Deutsch]], da aufgrund der Einwanderung sehr viele Migranten aus diesen Regionen in die USA kamen. Nur in Fällen, wo die Vermischung mit der üblichen Bevölkerung geringer ist als sonst, wird die Fremdsprache auch in späteren Generationen beibehalten (z. B. von den ''[[Amish People|Amishen]]'' in [[Pennsylvania]], [[Ohio]], [[Indiana]] und [[Illinois]]). Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika sich als multikultureller Einwanderungsstaat verstehen, hat sich eine gemeinsame Sprache als äußerst nützlich erwiesen. Dennoch haben die USA als Bundesrepublik keine einheitliche [[Amtssprache]] festgelegt. Alle amtlichen Schriftstücke werden jedoch auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache; einzelne Staaten und Territorien definieren sich aber auch als zwei- oder dreisprachig. Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische übersetzt, jedoch bleibt dieses Phänomen meist regional beschränkt und erregt die Gemüter von einigen Gegnern dieser Entwicklung. ''Siehe auch:''
* [[Gesellschaft der USA]] * [[Deutsche Sprache in den USA]] * [[Deutsche in den USA]] * [[Das amerikanische Spanisch der USA]] * [[Französisch in Louisiana]] * [[Französisch in Neuengland]] * [[Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten]] === Religion === Im Jahr [[2004]] bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als [[Protestantismus|protestantisch]], 25 % als [[Römisch-Katholische Kirche|römisch-katholisch]], 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit [[Atheismus|Atheisten]] oder [[Agnostiker]]), 3 % waren Mitglied einer [[Orthodoxe Kirche|orthodoxen Kirche]], 2 % waren [[Mormonen]], 2 bis 3 % [[Judentum|Juden]] und weniger als 2 % [[Islam|moslemisch]]. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als [[Buddhist]], [[Hindu]] oder hingen dem [[Unitarismus]] an. Die größte einzelne Konfession war die [[Römisch-Katholische Kirche]], gefolgt von der ''Southern [[Baptisten|Baptist]] Convention,'' der [[Evangelisch-methodistische Kirche|United Methodist Church]] und den [[Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage|Mormonen]]. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt, in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen == Geschichte == ''Hauptartikel [[Geschichte der USA]]'' Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren [[Indianer]]stämme besiedelt. Die Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in [[St. Augustine]], Florida, gegründet. Die politische Geschichte der USA beginnt jedoch erst mit den 13 britischen Kolonien und deren Besiedlung nach der Gründung von [[Jamestown (Virginia)|Jamestown, Virginia]] im Jahr 1609. Die Ankunft der [[Mayflower]] in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu [[Massachusetts]] zusammengefügt) im Jahr 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals ''Nieuw Amsterdam'') waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der [[Mississippi (Fluss)|Mississippi]]- und Sankt-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in [[Florida]] besaß. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution nicht teil, die durch die [[US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung|Unabhängigkeitserklärung]] am [[4. Juli]] [[1776]] ausgelöst wurde. Nach dem [[Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg|Unabhängigkeitskrieg]], der im [[Vertrag von Paris]] [[1783]] endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 [[Sklave|versklavte]] Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der [[Appalachen]] erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („[[Indianer]]“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die [[Sklaverei]], die später den Kampf um die [[Bürgerrechte]] der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im so genannten [[Northwest Territory]], aus der die späteren Bundesstaaten [[Ohio]], [[Indiana]], [[Michigan]], [[Illinois]], und [[Wisconsin]] hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten („Sections“) von jeweils einer Quadratmeile wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden [[Township (USA)|Township]] (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die [[1777]] verabschiedeten und [[1781]] ratifizierten [[Konföderationsartikel]] als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde [[1787]] in [[Philadelphia]] eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war und die heute - neben der noch heute gültigen Verfassung der Republik [[San Marino]] aus dem Jahre [[1600]] - die älteste noch gültige geschriebene republikanische Staatsverfassung der Welt ist. === Indianerpolitik === Die [[Indianerpolitik der USA|US-Indianerpolitik]] wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im Wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft [[Andrew Jackson]]s und dem ''[[Trail of Tears]]'' begann eine verstärkte gewaltsame Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern führte. Die Indianer wurden in für sie reservierte, zumeist unwirtliche und für die Weißen unbrauchbare Gebiete abgeschoben, den [[Indianerreservation]]en. Diese Politik diente später Südafrika als Vorbild für seine [[Apartheid]]spolitik. Die Indianerkriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum [[Massaker]] von ''[[Wounded Knee]]'' in [[South Dakota]] 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern vor allem auch Krankheiten, gegen die die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924. === Sklaverei und Rassentrennung === [[Bild:Auction&NegroSale.jpg|thumb|Auktions- & Neger-Handelshaus, [[1864]] in [[Atlanta]], Georgia]] Obwohl die "Einfuhr" von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die [[Industrialisierung]] einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen [[Baumwolle|Baumwollplantagen]] auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die ''[[Abolitionismus|Abolitionists]]'', die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung ''„all men are created equal“'' (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846–48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 [[Abraham Lincoln]] für die neu gegründete Partei der [[Republikaner]] zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des [[Sezessionskrieg|Sezessionsskrieges]] (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem [[Civil Rights Act]] von 1866 und dem ''14th Amendment'' von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell ([[Jim Crow|Jim-Crow]]-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der [[Bürgerrechtsbewegung]] der Fünfziger- und Sechzigerjahre konnten die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigt werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der [[Rassentrennung]] in öffentlichen Einrichtungen durch den ''[[Supreme Court]]'' 1954 ''([[Brown v. Board of Education]]),'' das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in „weißen“ Schulen musste teilweise mit Hilfe der [[Nationalgarde]] durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die [[1960er]] Jahre hinein Rassentrennung. In [[Louisiana]] zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass [[Ku Klux Klan|Ku-Klux-Klan]]-Mitglieder ins [[Parlament]] gewählt wurden. [[Martin Luther King]] war die [[Galionsfigur]] der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung - 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede ''„I have a Dream...“''. 1968 wurde er in [[Memphis]], Tennessee, ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu [[Rassenunruhen]]. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (''Civil Rights Act'': Verbot der ethnischen Diskriminierung in Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie „Diversity“ und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiter entwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben. === Industrialisierung === 1890 wurde die ''[[Grenzland|frontier]]'' für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der „Wilde Westen“ war damit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige ''Trusts'' ([[Kartell]]e), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde [[1890]] der ''Antitrust Act'' verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: [[Standard Oil Company|Standard Oil]] von [[John D. Rockefeller]]. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold- und Silber-)Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, [[William Jennings Bryan]]. Zwischen [[1880]] und [[1910]] wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt. === Börsenkrach und ''New Deal'' === Auf den New Yorker [[Börse|Börsenkrach]] im Oktober [[1929]] (''”[[Schwarzer Freitag]]”'') folgte die [[Weltwirtschaftskrise]], welche die USA in ihre bisher größte innenpolitische Krise stürzte. [[1932]] waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident [[Franklin D. Roosevelt]] legte daraufhin Sozial- und Investitionsprogramm ''[[New Deal]]'' auf, das den ''Social Security Act'' von [[1935]] sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das ''Tennessee-Valley-[[Staudamm]]-Projekt'' enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der [[1930er]] Jahre, bis die Krise überwunden war. === Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit === [[Bild:Joseph_McCarthy.jpg|thumb|right|Joseph McCarthy]] Nach dem japanischen Angriff auf [[Pearl Harbor]] traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, aus dem sie im August 1945 (Kapitulation Japans) siegreich hervorgingen. Der sich kurz darauf abzeichnende [[Kalter Krieg|Kalte Krieg]] führte dazu, dass viele US-Amerikaner den [[Kommunismus]] als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] nach 1945 war die „[[McCarthy-Ära]]“. Der republikanische [[Senator]] [[Joseph McCarthy]] profilierte sich im Senatsausschuss für [[Komitee für unamerikanische Aktivitäten|unamerikanische Aktivitäten]] (HUAC) dadurch, dass er eine [[paranoid]]e [[Hexenjagd]] auf angebliche [[Kommunismus|Kommunisten]] veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im [[Fernsehen]] übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit [[Berufsverbot]] rechnen. Als McCarthy sogar den [[Präsident]]en [[Dwight D. Eisenhower|Eisenhower]] verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet. === Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er Jahre === Die [[1950er]] und [[1960er]] Jahre waren geprägt von ökonomischer [[Prosperität]] sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den [[Vietnamkrieg]] und um 1970 auch eine starke [[Frauenrechtsbewegung]] und eine wachsende [[Schwulenbewegung]], die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für [[Schwule]] und [[Lesben]] erkämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. [[Gesetze gegen Homosexualität|Sodomiegesetze]], die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen. 1987, als der [[Supreme Court]] diese Gesetze bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen obersten Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben. Neben den mannigfachen sozialen und politischen Bewegungen erschütterten in den 1960er Jahren vor allem drei Mordanschläge die US-amerikanische Nation und mit ihr die Welt: die Ermordung des Präsidenten [[John F. Kennedy]] (1963), die Ermordung des schwarzen Predigers und Bürgerrechtlers [[Martin Luther King]] (1968) sowie - ebenfalls 1968 - die Ermordung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten [[Robert F. Kennedy]], einem jüngeren Bruder des getöteten Präsidenten. Alle drei Mordfälle gelten heute noch immer nicht als restlos aufgeklärt. Die [[Watergate]]-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident [[Richard Nixon]] wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die [[FBI]]-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten [[Skandal]] der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden [[Impeachment|Amtsenthebung]] zu entgehen, trat Nixon [[1974]] zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre. === 1980er === In den [[1970er]] und [[1980er]] Jahren war ein [[Konjunktur|Konjunkturabschwung]] und ein Verfall der innerstädtischen Bausubstanz infolge von [[Kriminalität]] und [[Verwahrlosung]] zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen [[Gesetz|Gesetzen]] wie dem kalifornischen ''[[Three strikes|„Three strikes and you are out“]]'' geantwortet, das für das dritte [[Delikt]] (auch bei [[Bagatelldelikt]]en) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten [[Todesstrafe in den USA|Todesstrafe]] spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und [[Sheriff]]s eine wichtige Rolle. == Politik == ''Hauptartikel: [[Politisches System der USA]]'' Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem [[Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika|Präsident]]en (seit 2001 [[George W. Bush]], 2004 wiedergewählt, Sohn von [[George H. W. Bush|George Herbert Walker Bush]], Präsident von 1989–1993) an der Spitze der [[Exekutive]] (Staats- und Regierungschef in Personalunion). Die [[Legislative]] ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller [[:Kategorie:US-Bundesstaat|50 Bundesstaaten]] zusammen. Laut [[Verfassung der USA|Verfassung]] hat der aus zwei Kammern bestehende [[US-Kongress]] die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden [[Budget|Budgetrechts]] wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Präsidenten unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die Zweite Kammer des Kongresses, den [[US-Senat|Senat]]. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesondere dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen. Die Mitglieder des [[US-Repräsentantenhaus|Repräsentantenhauses]] werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem [[US-Senat|Senat]] vorsteht. Er hat dabei kein [[Stimmrecht]], außer bei Stimmengleichheit. Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen „Pro-Tempore-Vorsitzenden“, einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder der Ersten Kammer, des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den „Speaker of the House“. Der Sprecher (das Amt wird derzeit von [[Dennis Hastert]] bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator [[Ted Stevens]]) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. An der Spitze der [[Judikative]] steht als oberster Gerichtshof der [[Supreme Court]]. Die [[1787]] in Kraft getretene [[Verfassung der USA|Verfassung]], deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen ''(Amendments)'' erfahren hat. In den USA hat sich, durch das einfache [[Mehrheitswahlrecht]] begünstigt, ein [[Zweiparteiensystem]] gebildet. Diese Parteien sind die [[Demokratische Partei (USA)|Demokraten]] und die [[Republikanische Partei|Republikaner]]. Sie stellen bereits innerparteiliche Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die ''[[American Civil Liberties Union]]'' (Demokraten) oder die fundamental-christliche ''[[Moral Majority]]'' (Republikaner). Kleinere Parteien wie die [[Grüne Partei der USA|Grünen]] oder die [[Libertarian Party|Libertäre Partei]] sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Ein in den 1990er Jahren zeitweiliger Hauptexponent der Grünen Partei der USA war [[Ralph Nader]], der 1996 als Präsidentschaftskandidat der Partei in den Präsidentschaftswahlkampf zog und im In- und Ausland als "Verbraucheranwalt" einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. ''Siehe auch:'' [[Gesellschaft der USA]], [[US-Präsidentschaftswahlen 2004]], [[Gerichtsorganisation in den USA]] === Innenpolitik === In den [[1990er]] Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten [[Bill Clinton]] ([[1993]]–[[2001]]) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung („[[New Economy]]“). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten – so erwachten die [[New York City|New Yorker]] Stadtteile [[Bronx]] und [[Harlem]] zu neuem Leben. Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es [[1996]], als der Bezug von [[Sozialhilfe]] auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger. Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle. Seit [[1913]] übernimmt das [[Federal Reserve System]] (Fed) die Aufgaben einer staatlichen [[Zentralbank|Notenbank]]. Vorsitzender der Fed war lange Jahre der legendäre Alan Greenspan und ist als sein Nachfolger zur Zeit [[Ben Bernanke]]. ==== Gesundheitssystem ==== Das Gesundheitssystem der USA ist, besonders forschungsseitig, teilweise Weltspitze, in anderen Bereichen, v.a. in der allgemeinen Patienten- bzw. Versichertenversorgung, aber zum Teil in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für das Gesundheitssystem aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 300 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer [[HMO]] sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei Einschränkung der Arztauswahl erdulden. [[1993]] scheiterte Präsident [[Bill Clinton]] mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen [[Krankenkasse]]. === Außenpolitik === Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem [[Isolationismus]], der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als [[Supermacht]] im Sinne des [[Politischer Realismus|politischen Realismus]]. ==== Früher Isolationismus ==== Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten [[Monroe-Doktrin]] des Präsidenten [[James Monroe]] geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des [[19. Jahrhundert]]s waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die ''frontier,'' das heißt die Grenze zum „unzivilisierten“ Westen, war 1891 für geschlossen erklärt worden. ==== Frühes 20. Jahrhundert ==== Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der [[Spanisch-Amerikanischer Krieg|spanisch-amerikanische Krieg]] von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident [[Theodore Roosevelt]] (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese ''big stick policy'' äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen. Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied am Ende den Krieg. Präsident [[Woodrow Wilson]] (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein [[14-Punkte-Programm]] sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines [[Völkerbund]]s vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen; der US-Senat verweigerte gar den Beitritt zum Völkerbund. ==== 1920 bis zur Nachkriegszeit ==== Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes ''(lend-lease bill)'' England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem [[japan]]ischen [[Angriff auf Pearl Harbor]] in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die [[Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki]] im August [[1945]] beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die [[Atomwaffe|Atombomben]]-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der [[Kapitulation Japans|japanischen Kapitulation]]. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können. Die USA waren maßgeblich an der Gründung der [[Vereinte Nationen|UNO]] am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den [[Kalter Krieg|Kalten Krieg]] mündete. Durch den Präsidenten [[Harry S. Truman]] wurde eine Politik des ''„roll back“,'' das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „[[Truman-Doktrin]]“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem [[Marshall-Plan]], der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der [[Berliner Luftbrücke]] antworteten. 1949 wurde die [[NATO]] als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet. ==== Kalter Krieg ==== Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren [[Wettrüsten]] zwischen der NATO und dem [[Warschauer Pakt]], das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „[[Overkill]]-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des ''[[Kalter Krieg|Kalten Krieges]]'' waren der [[Korea-Krieg]] (1950–53) und die [[Kuba-Krise]] (1962), bei der die Welt nur knapp einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die [[SALT-Verhandlungen]] (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen. Der [[Vietnam-Krieg]], in den die USA [[1964]] ''(Tongking-Zwischenfall)'' offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen [[1973]] besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden [[Militärdiktatur|Militärdiktatoren]] und [[Kleptokrat]]en wie [[Anastasio Somoza Debayle|Somoza]] in [[Nicaragua]], [[Augusto Pinochet|Pinochet]] in [[Chile]], [[Ferdinand Marcos|Marcos]] auf den [[Philippinen]] oder [[Mobutu Sese Seko|Mobutu]] in [[Zaire]] unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren. Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von [[Interventionismus]] und Demonstration militärischer Stärke ([[Jimmy Carter|Carter]]-Regierung) und dessen Gegenteil (nach der [[Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion|sowjetischen Invasion in Afghanistan)]] ihren Ausdruck fand. Unter der [[Ronald Reagan|Reagan]]-Regierung (1981–89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des [[Erster Golfkrieg|ersten Golfkriegs]] zwischen [[Iran]] und [[Irak]] (1980–88) aus [[Angst]] vor den Mullahs in [[Teheran]] der irakische Diktator [[Saddam Hussein]] (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die ''[[Iran-Contra-Affäre]]:'' 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater [[Robert McFarlane]] und Oberst [[Oliver North]] Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der [[Sandinisten]] in [[Nicaragua]], der so genannten ''Contras'' verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die [[Mujaheddin]] in [[Afghanistan]] erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt. Unter Präsident [[Ronald Reagan]] (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ ''(evil empire),'' das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes ''„Star-Wars''-Programm“ ''([[Strategic Defense Initiative|SDI]]-Projekt, Krieg der Sterne)'' aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen [[Gorbatschow]] zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung [[START]] (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der [[Sowjetunion]] (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt. ==== Die Außenpolitik der Regierung Clintons ==== Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA. Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel „die Sozialarbeit der Welt“ zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch [[Somalia]], [[Haiti]], und [[Bosnien]]. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der [[Warlords]], besonders [[Mohammed Aidid]]s. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte [[Jean-Bertrand Aristide]] an die Macht gebracht und der Militärdiktator [[Raoul Cedras]] abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der [[Nato]] in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators [[Milosevic]] zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen [[Israel]] und [[Palästina]] zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf [[Jitzhak Rabin]] einen großen Rückschlag und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators [[Saddam Hussein]] mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im [[Sudan]] und [[Afghanistan]] nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im [[Jemen]], die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des [[Osama bin Laden]] zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs ''[[Der Krieg der USA gegen den Terrorismus|Krieg gegen den Terrorismus]]'' der Fall war. ==== Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001 ==== [[Bild:George-W-Bush.jpeg|thumb|right|US-Präsident George W. Bush]] Schon bald nach Amtsantritt von Präsident [[George W. Bush]] am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum [[Unilateralismus]], die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der [[UNO]] eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: [[Kyoto-Protokoll]]). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von [[Newt Gingrich]] und [[Jesse Helms]]. Weder bei „traditionelleren“ Republikanern, wie [[Bob Dole]], [[John McCain]], oder [[Richard Lugar]], noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung. [[Bild:WTC_attack_9-11.jpg|thumb|right|Bei dem Terroranschlag auf das World Trade Center starben über 3000 Menschen]] Nach den [[Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA|Terroranschlägen am 11. September 2001]] auf das [[World Trade Center]] in New York sowie das [[Pentagon]] in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten ''[[Der Krieg der USA gegen den Terrorismus|Krieg gegen den Terrorismus]],'' was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an [[Ronald Reagan]] die Formel von einer ''„[[Achse des Bösen]]“'' ''(axis of evil),'' der er so genannte [[Schurkenstaaten]] ''(rogue states)'' zurechnet. Zu diesen zählt er den [[Iran]], den [[Irak]], [[Kuba]] und [[Nord-Korea]]. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische [[Taliban]]-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, [[Osama bin Laden]], beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des ''Krieges gegen den Terrorismus'' begann im März 2003 der Krieg (sog. [[Dritter Golfkrieg]]) gegen den [[Irak]] mit dem Ziel, den Diktator [[Saddam Hussein]] zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei. Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Regierung Bush erhebt. Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der [[Koalition der Willigen]] bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben. George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der ''[[Präemption]]'' kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten ''soft power'' (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der [[Verteidigungsetat]] etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen. Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den [[Camp-David-Verträge]]n 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des „Kriegs gegen den Drogenanbau“ und des ''[[Der Krieg der USA gegen den Terrorismus|Kriegs gegen den Terrorismus]].'' ''Siehe auch:'' [[Außenpolitisches System der USA]] | [[:Kategorie:US-Außenpolitik]] | [[US-Interventionen im Ausland]] Literatur: * Christian Hacke: ''Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4 * Michael R. Beschloss/Strobe Talbott: ''Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989–91,'' ECON, ISBN 3-612-26166-5 * [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004] == Gliederung == [[Bild:Map_of_USA_showing_state_names.png|350px|thumb|Karte der USA mit Namen der US-Bundesstaaten]] Im Jahr [[2002]] gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten ([[Liste der Städte in den USA]]). [[Bild:Map_of_USA_with_county_outlines.png|thumb|right|350px|Karte der USA mit Staats- und County-Grenzen]] Ein [[County#USA|County]] ist eine Untereinheit der meisten [[US-Bundesstaat|Bundesstaaten]]. In [[Louisiana]] heißen sie „Parishes“ und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den [[Township (USA)|Townships]], die, insbesondere im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen. Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den [[Neuengland]]staaten vorkommt, ist das „town meeting“. Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versammlung und wählen Beamte, diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze für das Funktionieren der Regierung. Als Gruppe beschließen sie Straßenbau und -ausbesserung, Errichtung von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen, Steuern und den Stadthaushalt. Das „town meeting“, das schon seit zwei Jahrhunderten existiert, ist oft die reinste Form der Demokratie, in der Regierungsgewalt nicht delegiert, sondern direkt und regelmäßig von allen Bürgern ausgeübt wird. Die überwiegende Mehrheit der Bürger, jedoch, kennt nur die repräsentative Demokratie. ''Siehe auch:'' [[Liste der US-amerikanischen Hauptstädte]] === Außengebiete === Neben diesen Staaten und dem [[District of Columbia]] gibt es auch noch folgende Gebiete mit unterschiedlich geregelter [[Autonomie]]: * In der [[Karibik]] die [[Amerikanische Jungferninseln|US-Amerikanischen Jungferninseln]], [[Navassa]], [[Puerto Rico]] und [[Guantanamo Bay]] auf [[Kuba]]. Die USA zahlen einen symbolischen Betrag für die Stationierung, den Kuba jedoch nicht annimmt. * Im [[Pazifik]] [[Amerikanisch-Samoa]], die [[Bakerinsel]], [[Guam]], die [[Howlandinsel]], die [[Jarvisinsel]], das [[Johnston-Atoll]], das [[Kingmanriff]], die [[Midwayinseln]], die [[Nördliche Marianen|Nördlichen Marianen]], das [[Palmyra (Inselgruppe)|Palmyra-Atoll]] und [[Wake]] == Wirtschaft == Die USA sind mit einem [[Bruttoinlandsprodukt]] von ([[2004]]) 11.728 Milliarden US-Dollar die größte Volkswirtschaft der Welt sowie [[2005]] das Land mit dem weltweit achthöchsten Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt (nach Luxemburg, Norwegen, der Schweiz, Island, Irland, Dänemark, und Schweden) mit 41.917 Dollar (34.012 Euro). Der US-Dienstleistungssektor erwirtschaftet ca. 73 % des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP), davon etwa ein Drittel im Banken-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft. Das verarbeitende Gewerbe trägt ca. 23 %, Landwirtschaft sowie Bergbau tragen jeweils knapp 1,6 % zum BIP bei. Die [[Arbeitslosenquote]] betrug [[2003]] 6 %. Die USA werden von vielen für eine der am stärksten [[Deregulierung|deregulierten]] und [[Privatisierung|privatisierten]] [[Volkswirtschaft]]en der Welt gehalten. Es gibt jedoch in vielen Wirtschaftsbereichen staatliche oder kommunale Aufsicht, beispielsweise bei der Stromversorgung (Public Utility Commission) der einzelnen Bundesstaaten, die bei der Preisbildung einen bestimmten Mindestgewinn für die Versorgungsfirma garantiert oder in Bezug auf die [[Privatrecht|zivilrechtlichen]] Antidiskriminierungsregelungen, die seit den 1960er Jahren bestehen. Im Vergleich hierzu begnügt sich Deutschland mit dem § 33 Abs. 3 GG, der nur den Bereich des [[öffentliches Recht|öffentlichen Rechts]] tangiert. Ebenfalls zu nennen ist die ''Fair Housing Act,'' sowie die vielen Regulierungen, die zwar nicht staatlich vorgeschrieben sind, sich jedoch aus Versicherungs- und Haftpflichtregelungen ergeben. Die Armutsschwelle wird bei einem Jahreseinkommen von 18.810 US-Dollar (15.550 Euro) für eine vierköpfige Familie und von 9.393 US-Dollar (7.760 Euro) für eine alleinstehende Person angesetzt. Jeder achte Einwohner der USA lebt demnach laut Angaben der US-Zensusbehörde in Armut. So stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, im Jahr [[2003]] um 1,3 Millionen auf 35,9 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um 0,4 Prozentpunkte auf 12,5 %. Es war das dritte Jahr in Folge, dass die Armut in den USA zunahm und die höchste Armut seit 1998, als die Quote bei 12,7 % lag. (Zum Vergleich: Deutschland: 13,5 %) Außenhandel: Der [[Import]] belief sich 2004 auf Güter im Wert von 1,48 Billionen US-Dollar, der [[Export]] auf 795 Mrd. US-Dollar, womit ein hohes [[Handelsbilanzdefizit]] von 646 Mrd. US-Dollar ausgewiesen ist. Die [[Inflationsrate]] lag (1990–2001) bei 2,0 %. Siehe auch: [[Wirtschaft der USA]]; [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=12&land_id=188 Länderbericht des Auswärtigen Amtes] == Militär == [[Bild:M1-A1 Abrams 1.jpg|230px|right|thumb|Die [[United States Army|U.S. Army]] verfügt über rund 7.500 [[M1 Abrams|M1]]-[[Kampfpanzer]].]] [[Bild:Rüstungsausgaben.png|230px|right|thumb|Die USA liegen mit ca. 400 Mrd. US-$ Militäretat weltweit deutlich an erster Stelle.]] Die [[US-Streitkräfte|Streitkräfte der USA]] sind die mächtigste, modernste und teuerste Armee der Welt. Sie sind global aufgestellt, in mehr als 130 Ländern werden mehr als 700 Stützpunkte unterhalten.
Die geltende Armeedoktrin sieht vor, dass die USA in der Lage sein müssen, weltweit gleichzeitig zwei regionale Kriege siegreich zu führen. Zur Zeit (Stand [[2005]]) sind jedoch starke Kräfte im [[Irak]] als Besatzungsmacht gebunden (siehe [[Irak-Krieg]]). Die Streitkräfte sind unterteilt in [[Luftstreitkräfte|Luftwaffe]] (''[[United States Air Force|Air Force]];'' ca. 370.000 Soldaten), [[Heer]] (''[[United States Army|Army]];'' ca. 500.000 Soldaten), [[Marine]] (''[[United States Navy|Navy]];'' ca. 370.000 Soldaten), [[Marineinfanterie]] (''[[United States Marine Corps|Marine Corps]];'' ca. 172.000 Soldaten) und [[Küstenwache]] (''[[United States Coast Guard|Coast Guard]];'' ca. 39.000 Mann), wobei letztere im Kriegsfall der Marine unterstellt wird. Darüber hinaus unterhält jeder Bundesstaat Einheiten der [[Nationalgarde]] ''([[United States National Guard|National Guard]]).'' Dies sind [[Miliz (Volksheer)|Miliz]]verbände, die normalerweise dem [[Gouverneur]] des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auch als Teil der Armee im Ausland eingesetzt werden können. Die [[Wehrpflicht]] existiert nur noch nominell und kam seit dem [[Vietnamkrieg]] nicht mehr zur Anwendung. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die erste [[Atommacht]] der Welt. Sie haben als erster und bisher einziger Staat – in [[Hiroshima]] und [[Nagasaki]] – [[Kernwaffen]] im Krieg eingesetzt. US-amerikanische Rüstungsunternehmen sind vor allem in der Luftfahrt weltweit führend. Bei Heereswaffen verlieren sie dagegen an Bedeutung. Die Militärausgaben der USA beliefen sich [[2004]] auf rund 437 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht 47 % der weltweiten Rüstungsausgaben, allerdings bloß 3,7 % des US-amerikanischen [[Bruttoinlandsprodukt|BIP]], was im Rahmen der Rüstungsausgaben westlicher Staaten liegt. Die Militärausgaben der USA übersteigen damit die Rüstungsausgaben der nächsten 20 Staaten zusammen und sind sechsmal so hoch wie die von China, das weltweit an zweiter Stelle liegt. ''Siehe auch:'' [[Atomstreitkräfte]], [[US-Interventionen im Ausland]] {{US-Streitkräfte}} == Wissenschaft == ''Hauptartikel: [[Wissenschaft in den USA]]'' Seit den Anfängen als unabhängige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermöglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt [[Wissenschaft]] und [[Erfindung]]en gefördert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivität wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, „den Fortschritt der Wissenschaft und nützlicher Künste zu fördern, indem Urhebern und Erfindern für eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird“. Diese Bestimmung ist Grundlage für das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten. Zwei der Gründerväter der USA waren selbst namhafte Wissenschaftler. [[Benjamin Franklin]] führte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von Elektrizität ist, und erfand den [[Blitzableiter]]. [[Thomas Jefferson]] studierte Landwirtschaft und führte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die [[Neue Welt]] ein. Im [[19. Jahrhundert]] stammten die führenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus [[Großbritannien und Nordirland|Großbritannien]], [[Frankreich]] und [[Deutschland]]. Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Rückstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Ursprungsländern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. Große US-amerikanische Erfinder sind [[Robert Fulton]] (Dampfschiff), [[Samuel F. B. Morse]] (Telegraf), [[Eli Whitney]] (die Baumwollentkörnungsmaschine [[Cotton Gin]]), [[Cyrus McCormick]] (Mäher), die [[Gebrüder Wright]] (Motorflugzeug) und [[Thomas Alva Edison]], der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder. In der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]] wurden US-amerikanische Wissenschaftler zunehmend für ihre Beiträge zur reinen Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese Veränderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Hälfte des Jahrhunderts – 1901 bis 1950 – stellten US-Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit [[1950]] haben in den USA tätigen Wissenschaftler etwa die Hälfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten. == Kultur == [[Bild:Chinatown-IV.JPG|thumb|left|Chinatown in New York]] Die US-amerikanische Kultur ist geprägt von der Vielfalt der ethnischen Einflüsse und Traditionen, die diverse Einwanderergruppen mitbrachten. Diese verhalfen zu einer lebendigen und leistungsfähigen Kultur. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die [[Massenmedien]] eine einheitliche US-amerikanische Populärkultur heraus. Bis heute werden in den ethnischen Gruppen traditionelle kulturelle Eigenarten intensiv gepflegt. Die frühe Kulturproduktion in den USA war vor allem durch die englische „Leitkultur“ geprägt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen Verhältnisse schnell an Eigenständigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausübung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so dass sie sich stark an europäischen Mustern orientieren mussten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrechterhalten werden. Auch die anderen Einwandererkulturen brachten Eigenes mit. Elemente der indianischen Kulturen hinterließen Spuren in der US-amerikanischen Kulturproduktion. Die nicht-europäischen Elemente der US-Kultur erfuhren jedoch erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gebührende Anerkennung. [[Bild:Dizzy_Gillespie_01_KMJ.jpg|thumb|right|Dizzy Gillespie, 1955]] Im [[20. Jahrhundert]] lösten sich US-amerikanische Künstler von den Vorbildern der [[Alte Welt|Alten Welt]]. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert – mit eindrucksvollen und innovativen Ergebnissen. Ein wesentlicher Beitrag der USA zur Weltkultur ist die Entwicklung des [[Jazz]], der als erste eigenständige Musikform der USA gilt, des [[Blues]] und des [[Country]], aus deren Zusammenführung in den 1950er Jahren der [[Rock ’n’ Roll]] entstand. Diese [[Musikkultur]] ist einzigartig durch den Zusammenfluss afro-amerikanischer mit europäischer [[Folklore]]. Er bildet heute eine zentrale Grundlage der populären Kultur der Westlichen Welt. [[Literatur der USA|Literatur]], [[Musik]] ([[Liste bekannter Rockmusiker|Rock]], [[Liste bekannter Bluesmusiker|Blues]] und [[Country-Musik|Country]]) [[Filmkunst]], [[Theater]], [[Tanz]] und [[Architektur]], ebenso wie andere Arten künstlerischen Ausdrucks wurden angereichert und verändert. Zur zeitgenössischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den USA gehörten die Verjüngung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener US-amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Künste. Es gibt in den Vereinigten Staaten – ähnlich wie in [[Deutschland]], aber ganz anders als in [[Frankreich]] – kein zentrales [[Kultusministerium]], das eine landesweite [[Kulturpolitik]] steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Überzeugung wider, dass es wichtige Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, bei denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen für Kunst und Geisteswissenschaften – ’[[National Endowment for the Arts]]’ (NEA) und ’[[National Endowment for the Humanities]]’ (NEH) – unterstützen mit Zuschüssen sowohl einzelne Künstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tätig sind. Seit der „Republican Revolution“ 1994, bei der Republikaner im Kongress die Mehrheit erwarben, werden beide Stiftungen sowie auch die öffentlichen Rundfunkanstalten PBS und NPR immer wieder durch Mittelkürzungen bedroht, oft begleitet mit dem Vorwurf, sie betrieben eine „linke“ Politik zugunsten einer „Elite“. Insbesondere Kunst, die von christlich-fundamentalistischen oder stark römisch-katholischen Kreisen kritisch betrachtet wird, wird ein Zielpunkt dieser Drohungen. Während das Budget der NEA, das sich 2003 auf 115 Millionen US-Dollar beläuft, verhältnismäßig bescheiden ist, verglichen mit der Kulturförderung anderer Länder, so machen seit jeher private [[Spende]]n den Großteil der [[Kulturförderung]] aus. Diese privaten Spenden wurden für das Jahr 2002 auf ungefähr 12,1 Milliarden US-Dollar geschätzt. Während ihres 40-jährigen Bestehens hat die NEA ihre Gelder dazu benutzt, um private Schenkungen zu ermutigen, und dadurch allen US-Amerikanern einen Zugang zu den Künsten und Geisteswissenschaften zu ermöglichen. ''Siehe auch:'' [[Medien in den USA]] – [[Kunst in den USA]] – [[Liste amerikanischer Schriftsteller]] – [[Feiertage der USA]] == Sport == Die US-Amerikaner besitzen typische [[Nationalsport]]arten. Die beliebteste Sportart ist mittlerweile [[American Football]], gefolgt von [[Baseball]] und [[Basketball]]. [[Eishockey]] ist auch eine der beliebtesten Sportarten. [[Fußball]] (USA: soccer), die beliebteste Sportart der Welt, kommt nur auf Platz 5, wobei sich besonders Frauen und Jugendliche für diesen Sport interessieren. Die USA beheimaten, zusammen mit Kanada, die besten und höchstangesehensten Profi-Ligen im American Football (NFL), Baseball (MLB), Basketball (NBA) sowie Eishockey (NHL). Der höchsten Fußballliga (MLS) wird jedoch kein großer Stellenwert im internationalen Vergleich nachgesagt. Im Gegensatz zu den europäischen Sportligen gibt es im nordamerikanischen Spielbetrieb weder Absteiger noch Aufsteiger am Ende der Saison. Die Mannschaften spielen unterteilt in Nord, Ost, Süd, West, Atlantic, Pacific, American oder National League. ''Siehe auch:'' [[Sport in den USA]] == Literatur == * Jürgen Heideking: ''Geschichte der USA.'' Tübingen 2003, ISBN 3-8252-1938-0 * Peter Lösche: ''Länderbericht USA – Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur.'' BpB, 2004, ISBN 3-893-31485-7 * Martin W. Sandler: ''Amerika'' (OT: ''America: A Celebration!''). Coventgarden (Dorling Kindersley), München 2001, ISBN 3-8310-9000-9 * [[Claus Kleber]]: ''Amerikas Kreuzzüge – Was die Weltmacht treibt,'' Bertelsmann Verlag 2005, ISBN 3570008347 * [[Helmut Schoeck]]: ''USA. Motive und Strukturen.'' DVA, Stuttgart 1958 * [[Frederick Mayer]]: ''Wahnsinn USA''. Weltkreis Verlag, Dortmund 1984 * Eric Frey: ''Schwarzbuch USA''. Eichhorn Verlag, 2004 == Siehe auch == * [[Portal:USA]] * [[Antiamerikanismus]] * [[Organisation Amerikanischer Staaten]] * [[Anglozentrismus]] * [[Liste der US-amerikanischen Hauptstädte]] * [[Liste der Spitznamen der US-Bundesstaaten]] * [[Transport und Verkehr in den USA]] == Weblinks == {{Wiktionary|USA}} {{Commons|Category:United States|USA}} * [http://senate.gov/ Die offiz. Webseite Senates] * [http://www.whitehouse.gov/ Die offiz. Internetseite des Präsidenten] * [http://www.us-botschaft.de/ US-Amerikanisches Konsulat in der Bundesrepublik] * [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/us.html CIA World Fact Book] (Englisch) * [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=188 Länder- und Reiseinformationen] des [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amtes]] * [http://www.ahk-usa.com Portal der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern] * [http://www.theusaonline.net/german/index.htm Website mit Informationen über die USA] * [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Amerika/Vereinigte_Staaten/Linksammlung zum Thema USA] beim [[Open Directory Project]] * [http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_usa.pdf Länderprofil USA des Statistischen Bundesamts] * [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,USA,00.html Spiegel online/Jahrbuch/USA] * [http://www.usa-election.de/usa/Wahlsystem.htm Wahlsystem der USA] * [http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/amauspol Linksammlung zur Außenpolitik der USA] * [http://vlib.iue.it/history/USA/ WWW-VL: Vereinigten Staaten Geschichte] (Englisch) * [http://freespace.virgin.net/john.cletheroe/usa_can/mountain/ Bergketten und Berge der USA] (Englisch)
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