spitzen-infos.de - Zeit des Nationalsozialismus

Zeit des Nationalsozialismus




Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite MediaWiki 1.6alpha first-letter Media Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Wikipedia Wikipedia Diskussion Bild Bild Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Portal Portal Diskussion Zeit des Nationalsozialismus 1028 13523032 2006-02-08T19:39:46Z Aka 568 /* Vernichtung der Juden und anderer Bevölkerungsgruppen */ Tippfehler entfernt Die '''Zeit des [[Nationalsozialismus]]''', in einem historisch inkorrekten Sinn auch als ''„[[Drittes Reich]]“'' bezeichnet, umfasst die Geschichte des [[Deutsches Reich|Deutschen Reiches]] in der Zeit vom [[30. Januar]] [[1933]] bis zum [[8. Mai]] [[1945]], also die Regierungszeit der [[Totalitarismus|totalitären]] [[Diktatur]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] (NSDAP) unter [[Adolf Hitler]]. Der Begriff meint hier nicht nur dessen Politik, sondern auch seine [[Ideologie]], deren Geschichte und Wirkungen über die Regierungsdauer der Nationalsozialisten hinausgeht. == Nationalsozialismus == Die damals herrschende, staatlich verordnete [[Totalitarismus|totalitäre]] [[Ideologie]] des [[Nationalsozialismus]] gilt als Variante des ursprünglich in [[Italien]] geprägten [[Faschismus]]. Mit diesem verbinden ihn einige wesentliche Merkmale, zum Beispiel: *antidemokratischer [[Führerkult]], *[[Militarismus]], *aggressiver [[Nationalismus]] *der Anspruch einer aus dem [[Sozialismus]] entlehnten "''Einheit von Volk und Staat''". In Italien war der originäre Faschismus unter dem so genannten ''"[[Duce]]"'' (= Führer) [[Benito Mussolini]] von [[1922]] bis [[1943]] an der Macht. Seit Beginn des 2. Weltkriegs war Italien zusammen mit dem Kaiserreich [[Japan]] der wichtigste politische und militärische Verbündete des Deutschen Reiches (vgl. [[Achsenmächte]]). Zur Vorgeschichte des Nationalsozialismus gehört daneben vor allem der deutschvölkische [[Antisemitismus]], der die faschistischen durch [[Rassismus|rassistische]] Elemente und weit aggressivere Vernichtungsziele ergänzte. In [[Österreich]] begann die Zeit des Nationalsozialismus mit seinem "[[Anschluss (Österreich)|Anschluss]]" an das nunmehr "[[Großdeutsches Reich|Großdeutsche Reich]]" im März [[1938]]. Auch dort gab es eine längere Vorgeschichte, zu der auch ein österreichischer Ableger der NSDAP gehörte. Die NS-[[Propaganda]] nannte das auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtete Regime anfangs auch ''"[[Drittes Reich]]"''. Dieser historisch falsche Begriff hat sich bis heute im deutschen Sprachbereich, aber auch im englischen Sprachbereich als ''"Third Reich"'' als Synonym für die NS-Diktatur eingebürgert. Welthistorische Wirkungen erlangte das NS-Regime besonders durch den von Hitler ausgelösten [[2. Weltkrieg]], der ca. 55 bis 60 Millionen Menschenleben forderte, und den [[Holocaust]]: einen bis heute beispiellosen, weil vor allem industriell betriebenen [[Völkermord]], dem allein etwa 6 Millionen europäischer [[Jude]]n zum Opfer fielen. Hinzu kamen weitere [[Massenmord]]e an verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die im NS-Jargon als "unerwünscht", "lebensunwert" oder "[[Rasse|rassisch]] minderwertig" galten: zum Beispiel an [[Behinderte]]n, [[Sinti und Roma]], [[Zeugen Jehovas]], [[Homosexualität|Homosexuelle]]n, [[Slawen]] (vor allem [[Polen (Volk)|Polen]] und [[Russen]]) sowie verschiedenen Regimegegnern. Die Zeit des Nationalsozialismus wird oft in die Vorkriegszeit ([[1933]] bis [[1939]]) und die Zeit des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]s ([[1939]] bis [[1945]]) unterteilt. Der Artikel berücksichtigt außerdem die Vorgeschichte. == Geschichtlicher Ablauf == === Deutschland und der Nationalsozialismus vor der Machtübernahme === ''siehe auch:'' [[Deutsches Kaiserreich]], [[Weimarer Republik]], [[Geschichte der Parteien in Deutschland]] ==== Wurzeln und Bestandteile der NS-Ideologie ==== ''siehe auch:'' [[Rassentheorien]] Die Ursprünge des [[Nationalsozialismus]] gehen vor allem auf [[Antisemitismus|antisemitische]] und [[Nationalismus|nationalistische]] Stimmungen und Ziele zurück, die während des [[Kaiserreich]]s in der [[Völkische Bewegung|deutsch-völkischen Bewegung]] vertreten waren. Daraus gingen gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s unterschiedliche kleine Parteien und Gruppen hervor, deren wichtigste Gemeinsamkeit der Antisemitismus und die Bereitschaft zu terroristischer Gewalt gegen Andersdenkende war. Eine davon war die [[Thule-Gesellschaft]]: Sie entstand in der Endphase des 1. Weltkriegs als eine Art [[Geheimbund]]. Viele seiner Mitglieder wechselten bald nach ihrer Gründung in die neue NSDAP über: darunter auch spätere NS-Größen und führende "Ideologen" wie [[Alfred Rosenberg]], [[Rudolf Hess]], [[Hans Frank]] oder [[Julius Streicher]]. Die NSDAP verfügte jedoch zunächst nicht über eine einheitliche Programmatik. Partei-Ideologen griffen auf ein Konglomerat verschiedener [[Philosophie|philosophischer]] und [[Wissenschaft|pseudowissenschaftlich]]er Theoreme des [[19. Jahrhundert]]s zurück, die unausgeglichen nebeneinander standen: Bruchstücke der Ideen [[Friedrich Nietzsche]]s, [[Genetik|genetische]] Begründungen des [[Rassismus]] unter Bezugnahme auf die [[Forschung]]en [[Charles Darwin]]s (vgl. [[Sozialdarwinismus]]), antisemitische [[Verschwörungstheorie]]n wie die "[[Protokolle der Weisen von Zion]]", [[Esoterik|esoterisch]]e Elemente und ein "völkischer" [[Antikapitalismus]]. Das Symbol der [[Swastika]] (Hakenkreuz) übernahmen die Nationalsozialisten aus asiatischer und germanischer [[Mythologie]]. Als Heilsbringer aufgefasst, ersetzte es in gewisser Weise den mit dem christlichen [[Kreuz]]essymbol verbundenen [[Messianismus]] durch eine politische Heilserwartung. Ihre Flaggenfarben knüpften bewusst an das Schwarz-Weiß-Rot der Kaiserzeit an, wobei die Dominanz der Farbe Rot auch den [[Kommunismus]] beerben und dessen Anhänger beeindrucken sollte. Auch der Name "National-Sozialismus" appellierte an Wählerschichten der Rechten wie der Linken zugleich, um sie auf die eigene Seite zu ziehen. Die Geschichtsauffassung des [[Marxismus]], nach der die Geschichte eine Abfolge von [[Klassenkampf|Klassenkämpfen]] darstellt, wurde von den Nationalsozialisten, namentlich von Hitler, umgedeutet, und in seiner programmatischen Autobiographie ''„[[Mein Kampf]]“'' definiert als eine Abfolge von "''Rassenkämpfen''" um „''Lebensraum''“, an deren Ende die "''gesündeste''" und "''durchsetzungsfähigste''" ''"[[Rasse]]"'' obsiege, nachdem sie "''minderwertige Rassen''" ausgerottet oder versklavt habe. Laut Hitler war die ''"[[Arier|arische]]"'' Rasse, zu der er das „''deutsche Volk''“ zählte, zu diesem Sieg auserwählt. Als Hauptfeind in diesem "''Menschheitskampf''" - noch vor anderen "''Rassen''" -, bezeichnete Hitler dabei die Juden, die er nicht als Religionsgemeinschaft, sondern - entgegen jeglichem Augenschein - als "''Rasse''" definierte, deren besondere Gefahr darin bestehe, die verschiedenen "Rassen" vermischen zu wollen, und dabei auf Ideologien wie den [[Liberalismus]], [[Internationalismus]], [[Pazifismus]] oder den [[Marxismus]] zurück griffen. Dadurch würden sie an sich "''gesunde Rassen''" zersetzen. Wo die Nationalsozialisten nicht-arische "''Rassen''" "nur" als ''„Untermenschen“'' betrachteten, wurden „die Juden“ im Sprachgebrauch Hitlers zu „''Ungeziefer''“ und „''Krankheitserregern''“. ==== Entstehungsbedingungen ==== ===== Kriegsniederlage ===== ''siehe Hauptartikel:'' [[Erster Weltkrieg]], [[Novemberrevolution]] Die verbreitete Ablehnung der Republik wurde durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehörten zunächst vor allem die Maßnahmen der kaiserlichen [[Oberste Heeresleitung|Obersten Heeresleitung]] (OHL) am Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]], die die [[Kriegsführung]] zu verantworten hatte. Im September 1918 mussten die Generäle [[Erich Ludendorff]] und [[Paul von Hindenburg]] die Kriegsniederlage einräumen und stuften den Kampf als aussichtslos ein. Sie empfahlen dem Kaiser nun, die zuvor abgelehnten Waffenstillstandsbedingungen des US-Präsidenten [[Woodrow Wilson]] anzunehmen und die Regierungsverantwortung den liberalen und demokratischen Kräften anzuvertrauen, was in den [[Oktoberreform]]en geschah. Damit schoben sie zugleich die Verantwortung für ihr Versagen und dessen Folgen ab, so dass die Zustimmung zu den [[Kapitulation]]sbedingungen des [[10. November]] [[1918]] und später zum [[Versailler Vertrag]] formell nicht mehr in ihre Zuständigkeit fiel. Diese Situation ermöglichte die seit etwa [[1920]] verbreitete [[Propaganda]]lüge der ''"[[Dolchstoßlegende]]"''. Hindenburg selbst stellte diese auf, indem er behauptete, das ''"...im Felde unbesiegte deutsche Heer"'' sei ''"von hinten...erdolcht..."'' worden. Der Vorwurf sollte die linken Kräfte treffen, deren [[Novemberrevolution]] das von den Generälen hinausgezögerte Kriegsende erzwungen hatte. Die Dolchstoßlegende wurde von zahlreichen Medien, vor allem des [[Alfred Hugenberg|Hugenberg]]-Pressekonzerns, begeistert aufgegriffen und propagiert. ===== Revolution und Entstehung der Republik ===== ''siehe Hauptartikel:'' [[Novemberrevolution]], [[Weimarer Republik]] Die Novemberrevolution ermöglichte zwar die Gründung der Republik; doch in ihrem Verlauf sah die SPD-Führung um [[Friedrich Ebert]], [[Philipp Scheidemann]] und [[Gustav Noske]] vor allem eine Gefahr durch weitergehende Forderungen der Revolutionäre. Um dieser Gefahr zu begegnen wurde der [[Ebert-Groener-Pakt]] geschlossen: Die neue Regierung erhielt die Unterstützung rechtsextremer Gruppen wie den [[Freikorps]] und regulärer Truppen, im Gegenzug verzichtete sie auf demokratische Reformen bei der [[Reichswehr]]. So war schon die Entstehung der ersten Demokratie auf deutschem Boden von blutigen, bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen überschattet. Diese begünstigten auch bei Teilen der linken Wählerbasis eine republikfeindliche Einstellung. Die Strukturen und das Personal der Kaiserzeit mit oft rechtsextremer Einstellung in weiten Teilen von Wirtschaft, [[Verwaltung]], [[Justiz]] und [[Militär]] wurden in die '''[[Weimarer Republik]]''' übernommen. Die [[Weimarer Reichsverfassung]] schützte ausdrücklich einige Privilegien des kaiserlichen Beamtenapparats. Die NSDAP war weder die einzige noch die erste rechtsextreme Partei, die die parlamentarisch-demokratische [[Weimarer Republik]] von Grund auf ablehnte und bekämpfte. Diese Haltung verband sie vielmehr mit einer Reihe von national-konservativen und nationalistischen Parteien, die sich um 1918/1919 neu gründeten, vor allem die [[DNVP]]. Sie vertrat die antidemokratische Grundhaltung von großen Teilen des konservativen, d.h. monarchistisch-kaisertreuen Bürgertums. Seit [[1919]] begingen Rechtsextremisten relativ häufig politische Morde an bedeutenden Vertretern der [[Arbeiterbewegung]] (z.B. [[Rosa Luxemburg]], [[Karl Liebknecht]], [[Kurt Eisner]]). Die [[Münchner Räterepublik]] wurde durch die Freikorps brutal niedergeschlagen, und auch liberale und konservative sogenannte ''[[Erfüllungspolitiker]]'' ([[Walter Rathenau]], [[Matthias Erzberger]]) wurden Opfer von Mordanschlägen. Rechtsextreme Täter entgingen häufig einer Strafverfolgung oder wurden milde bestraft, gegen politisch motivierte Straftaten von Sozialisten und Kommunisten ging die Justiz mit äußerster Härte vor. Diese Blindheit galt auch für die massenwirksame [[Propaganda]], die nicht nur von den Rechtsextremen selbst ausging, sondern von einer Vielzahl "bürgerlicher" Medien geteilt und mitgetragen wurde. Die Demokraten in der Verwaltung der Weimarer Republik wurden zum Teil systematisch verunglimpft: so z.B. der Berliner Polizeipräsident [[Bernhard Weiß]], der gegen Rechtsbrüche der [[SA]] vorging. Die Bildung solcher paramilitärischen Verbände wurde ebenfalls von den Behörden geduldet: Die SA begleitete die Versammlungen und Kundgebungen ihrer Partei und begann auch bei anderen Parteiversammlungen immer wieder Straßen- und Saalschlachten. Ferner verhinderten institutionelle und verfassungsrechtliche [[Defizit]]e der Weimarer Republik zeitweise eine tragfähige, demokratisch legitimierte [[Politik]]. Das geltende [[Verhältniswahlrecht]] ohne [[Sperrklausel]] verhalf auch kleinsten [[Splitterpartei]]en zu Sitzen im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]]. Diese hatten weniger die Interessen der Gesamtbevölkerung als die ihrer [[Klientel]] im Auge. Dadurch wurden oft eindeutige Mehrheiten verhindert und heterogene Regierungskoalitionen erzwungen, die dann in Krisenzeiten auseinanderbrachen oder dazu führten, dass man die Arbeit durch ein [[Ermächtigungsgesetz]] der Regierung überließ. So wurden mehrfach Neuwahlen ausgerufen. Gerade dies führte am Ende der Republik zu einer Politik, die von [[Notverordnung]]en des mächtigen [[Reichspräsident]]en geprägt war. All dies lähmte den demokratischen Willensbildungsprozess und verstärkte die Unzufriedenheit der Bürger mit den etablierten politischen Parteien in den Zeiten der Krise. ==== Weimarer Republik ==== ''siehe Hauptartikel:'' [[Weimarer Republik]] ===== 1920-1925: Gründung, Verbot und Neuaufbau der NSDAP ===== Die NSDAP ging am [[24. Februar]] [[1920]] in der noch jungen [[Weimarer Republik]] aus der [[Deutsche Arbeiterpartei|Deutschen Arbeiterpartei]] (DAP) in [[München]] hervor. Sie vertrat in ihrem [[25-Punkte-Programm]] von Anfang an entschieden antidemokratische, völkisch-[[Nationalismus|nationalistische]] und [[Rassismus|rassistische]], vor allem [[Antisemitismus|antisemitische]] Positionen. Ende des Jahres erwarb sie den ''Münchner Beobachter'' und macht ihn zum [[Völkischer Beobachter|Völkischen Beobachter]] (VB), dem "''Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands''". Anfangs ermöglichte er es Hitler, die Menschen öfter, ab 8. Februar [[1923]] täglich zu erreichen. Nach der Machtübernahme hatten die Artikel des VB offiziellen Charakter. Adolf Hitler war bis dahin ein in der Öffentlichkeit unbekannter, erfolgloser, [[1913]] nach Bayern umgezogener österreichischer Kunstmaler und im 1. Weltkrieg einfacher Soldat ([[Gefreiter]]) in einem bayrischen [[Regiment]] gewesen. Im Auftrag des Militärs besuchte er unter anderem Veranstaltungen der DAP und wurde zunächst von ihr als Redner angeworben. In dieser Funktion kam er zum Ruf eines "''Trommlers''" und "''Einpeitschers''" der Partei, der er in Bayern schnell einen gewissen Zulauf aus völkischen Kreisen verschaffen konnte. Hitler wurde [[1921]] zum Vorsitzenden der NSDAP, nachdem sein Redetalent für die Partei nahezu unverzichtbar geworden war. Der Organisation schlossen sich auch ehemals führende kaisertreue Militärs an, so zum Beispiel ex-General [[Erich Ludendorff]], im [[1. Weltkrieg]] Mitglied der [[Oberste Heeresleitung|Obersten Heeresleitung]]. Die NSDAP-Mitglieder gehörten von Beginn an zu den entschiedensten Gegnern der [[Republik]], obwohl auch sie in ihrem Rahmen Wähler zu gewinnen versuchten. Anfangs konnte die neue rechtsextreme Partei die antidemokratische Grundströmung nicht auf ihre Mühlen lenken. Aber sie nutzte die allgemeine Ablehnung des [[Versailler Vertrag]]es, um die von ihr so bezeichneten "Novemberverbrecher" an den öffentlichen Pranger zu stellen. Wie allen Rechtsextremen galten ihr besonders die führenden [[SPD]]-Politiker, denen [[1918]] die Macht übergeben worden bzw. "zugefallen" war ([[Friedrich Ebert]], [[Philipp Scheidemann]]), als Erfüllungsgehilfen der [[alliierte]]n Siegermächte des 1. Weltkriegs. Sie diffamierte die Demokratie als vorübergehende Erscheinung und nannte sie "Systemzeit". Eine große Hilfe waren die [[Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg|hohen Reparationsforderungen der Alliierten]]. Der [[Kapp-Putsch]] vom März [[1920]] stellte die Republik auf eine erste Bewährungsprobe. Freikorps unter General von Lüttwitz besetzten das Berliner Regierungsviertel und ernannten den ehemaligen Generallandschaftsdirektor [[Wolfgang Kapp]] zum [[Reichskanzler]]. Die legale Regierung zog sich zunächst nach [[Dresden]] und anschließend nach [[Stuttgart]] zurück und rief von dort aus zum [[Generalstreik]] gegen die Putschisten auf. Der Putsch scheiterte rasch; entscheidend für die Niederlage war die Weigerung der [[Ministerialbürokratie]], den Anordnungen Kapps Folge zu leisten. Die [[Reichswehr]] hatte sich demgegenüber abwartend verhalten ([[Hans von Seeckt]]: „Truppe schießt nicht auf Truppe.“). Die NSDAP gewann zunächst vor allem in München eine gewisse Anhängerschaft, spielte aber in Bayern während der ersten Jahre der Republik ansonsten kaum eine wichtige politische Rolle. Außerhalb [[Bayern]]s wurde Hitler Anfang der [[1920er]] Jahre nicht wirklich ernst genommen. Dennoch versuchten Hitler und Ludendorff mit einigen Parteigängern am [[9. November]] [[1923]] beim so genannten [[Hitler-Ludendorff-Putsch]], ausgehend von einer Versammlung im Münchner [[Bürgerbräukeller]], deren Führung Hitler an sich gerissen hatte, die Regierung in Bayern und im Reich abzusetzen. Die verschiedenen Krisen im Deutschen Reich, so etwa die große [[Inflation]] (vgl. [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923]]) oder die französisch-belgische [[Ruhrbesetzung]], beides Folgen der Niederlage im [[1. Weltkrieg]] und dem [[Versailler Vertrag]], den Hitler und die Seinen als "''Verrat der Demokraten am im Felde unbesiegten deutschen Heer''" betrachteten (vgl. [[Dolchstoßlegende]]), schienen ihm als günstige Voraussetzungen, den Putsch zu wagen. Viele Unzufriedene, wie entlassene Offiziere und Personen die durch die Inflation faktisch enteignet worden waren, sammelten sich in der NSDAP Beim anschließenden Marsch auf die [[Feldherrnhalle]] wurde der Putschversuch jedoch schnell von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen. Kurz darauf wurde Hitler zur gesetzlichen Mindeststrafe von 5 Jahren [[Festungshaft]] in der [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Festung Landsberg]] verurteilt und die NSDAP zunächst verboten. [[Hitler-Prozess|Den Prozess]] konnte Hitler als Propagandaveranstaltung nutzen. In der Haft, während der Hitler viele Vergünstigungen genoss, entschloss sich Hitler, die Macht in Deutschland auf legalem Wege zu erringen. Er diktierte seinem damaligen Sekretär und späteren Stellvertreter [[Rudolf Hess]] seine programmatische [[Autobiografie]] ''"[[Mein Kampf]]"'', in der er seine Ziele und Vorhaben, die er nach 1933 umsetzen sollte, vorweg nahm. Der Hitlerputsch war der vorläufige Höhepunkt der Rechstextremen gewesen, mit einem wirtschaftlichen Aufschwung fiel ihre Bedeutung. Auf dem Markt erschienen Neuheiten wie der für alle zugängliche Rundfunk oder erschwingbare Autos aus der Massenproduktion, die von den Nationalsozialisten früh und erfolgreich genutzt wurden. Die nationalsozialistische Bewegung zerbrach in mehrere Parteien, von denen aber nur 2 eine gewisse Bedeutung erreichten und die auch insgesamt an Stimmen verloren. Eine der beiden bedeutenderen war die [[Großdeutsche Volksgemeinschaft]] unter dem von Hitler ausgewählten [[Alfred Rosenberg]], der im Juli 1924 von [[Julius Streicher]] und [[Hermann Esser]] abgelöst wurde. Sie konkurrierte mit der [[Nationalsozialistische Freiheitsbewegung Großdeutschlands|Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands]] mit [[Gregor Strasser]] und [[Erich Ludendorff]]. Schon am [[20. Dezember]] [[1924]] wurde er wieder aus der Haft entlassen. ===== 1925-1929: Die NSDAP als Splitterpartei ===== Am [[27. Februar]] wurde die NSDAP in München neu gegründet und die meisten nationalsozialistischen Gruppen und Parteien vereinigten sich in ihr unter der unumschränkten Führung Hitlers. Die Strukturen der Partei wurden in den folgenden Jahren geprüft und ihre Organisation verbessert. Als 1924 dem [[Reichspräsident]]en [[Friedrich Ebert]] im [[Dolchstoßprozess]] vorgeworfen wurde, durch seine Beteiligung an den Streiks während des Weltkriegs habe er [[Landesverrat]] begangen, ließ er eine [[Blinddarmentzündung]] nicht rechtzeitig behandeln und starb [[1925]]. Die [[Reichspräsidentenwahl 1925|folgende Wahl]] gewann der trotz gegenteiliger öffentlichen Bekundigungen noch immer seinem ehemaligen Kaiser treue parteilose [[Paul von Hindenburg]], der von den meisten Rechtsparteien, ihnen voran der [[Deutschnationale Volkspartei|Deutschnationalen Volkspartei]] (DNVP) unterstützt wurde. Hindenburg hatte einen wesentlichen Anteil an der [[Dolchstoßlegende]], die er im November 1919 vor einem Untersuchungsausschuss der [[Weimarer Nationalversammlung]] das erste Mal öffentlich dargelegt hatte. Für die Wahl hatte die NSDAP mit Erich Ludendorff ebenfalls einen Kandidaten aufgestellt, der aber mit 1,1% im ersten Wahlgang scheiterte. Hitler, der im selben Jahr seine österreichische Staatsbürgerschaft abgelegt hatte und somit vorerst (bis [[1932]]) als staatenlos firmierte, hatte jedoch zunächst in einigen deutschen Ländern noch öffentliches Redeverbot, das zuletzt [[1928]] in Preußen aufgehoben wurde, nachdem er nun bekundete die Machtübernahme auf legalem Weg erreichen zu wollen. [[1926]] konnte sich Hitler auf dem ersten Reichs[[parteitag]] der NSDAP in [[Weimar]] gegen die Brüder [[Gregor Strasser|Gregor]] und [[Otto Strasser]], die den "linken" Parteiflügel anführten, durchsetzen. Fortan setzte er seine Hoffnungen insbesondere in die Wählerschichten des [[Mittelstand]]es und der Landbevölkerung, die mit der herrschenden Politik aufgrund wirtschaftlicher Belastungen und entsprechenden Einbußen besonders unzufrieden waren. Allerdings war die NSDAP bis zur [[Reichstagswahl]] von [[1930]] kaum mehr als eine [[Splitterpartei]], und nur eine von vielen im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] vertretenen völkischen Parteien am politischen rechten Rand. Die lange Zeit größte und einflussreichste unter ihnen, die den [[Völkische Bewegung|völkischen Block]] anführte, war die DNVP. Bei der Reichstagswahl am [[20. Mai]] [[1928]] verlor die NSDAP sogar zwei [[Mandat (Politik)|Mandat]]e und kam mit 2,6 % der Wählerstimmen auf nur 12 Sitze im Reichstag. Nachdem sich die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Deutschland, die seit 1924 relativ stabil geworden waren, ab Mitte [[1929]] innerhalb weniger Monate wieder dramatisch verschlechterten, änderte sich die politische Parteienlandschaft in kurzer Zeit zugunsten der ideologischen Pole am linken und rechten "Rand der Gesellschaft", was sich gerade auch auf die NSDAP begünstigend auswirkte. ===== 1929-1933: Krise der Republik - der Weg der NSDAP zur Macht ===== 1929 konnte die NSDAP und Hitler mit dem Volksentscheid über den [[Young-Plan]] zur Neureglung der Reparationszahlungen, dessen Initiator der Pressezar und DNVP-Angehörige [[Alfred Hugenberg]] war, wieder auf die politische Bühne zurückkehren. Der Volksentscheid scheiterte, die NSDAP aber hatte mit ihrer Propaganda neue Wählerkreise erreichen können. In den folgenden Jahren gewann die NSDAP wieder mehr und mehr an Bedeutung. Grund war vor allem die [[Weltwirtschaftskrise]], die auch durch die starken Finanzverflechtungen in Verbindung mit den Reparationszahlungen Deutschlands verstärkt wurde. Im Kontext der Weltwirtschaftskrise stieg die [[Arbeitslosigkeit]] in Deutschland sprunghaft an. So verstärkte sich bei vielen Wählern nun der Ruf nach einem „starken Mann“. Vor diesem Hintergrund gewann die Propaganda der NSDAP innerhalb kurzer Zeit ungeahnte Überzeugungskraft: Hitlers [[Wahlkampf]][[parole]], sein Ziel sei es, die „''politischen Parteien aus Deutschland hinweg zu fegen''“, stieß nun bei vielen Unzufriedenen, besonders aus der [[Mittelschicht]], auf offene Ohren. Sie trieb ihm viele Wähler zu, nicht nur aus dem völkisch-nationalen, sondern auch dem bürgerlich-konservativen Lager. Die Nationalsozialisten verstanden es, die Massen durch Großveranstaltungen für sich zu gewinnen, und nutzten modernste Wahlkampfmittel, zum Beispiel die konsequente Emotionalisierung und die Nutzung von [[Flugzeug]]en. Hitlers Angriffe richteten sich gegen alles, was mit dem „Weimarer System“ in Verbindung gebracht wurde - vom Parteiensystem, bestehend aus verschiedenen relativ kleinen Parteien und Splitterparteien, bis hin zum eigentlichen demokratisch-parlamentarischen Prinzip. Im März 1930 zerbrach die von dem Sozialdemokraten [[Hermann Müller]] geführte [[Große Koalition]] über der Frage einer geringfügigen Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung. [[Reichspräsident]] Hindenburg ernannte den Zentrumspolitiker [[Heinrich Brüning]] zum Kanzler. Mit dem Ernennungsrecht nach Art. 53 WRV war in Verbindung mit dem [[Notverordnungsrecht]] nach Art. 48 WRV und dem Parlamentsauflösungsrecht nach Art. 25 ein [[Präsidialkabinett]] möglich, also eine [[Minderheitsregierung]], die nur auf das Vertrauen des Präsidenten und dessen Notstandsvollmachten gestützt war. Ein solches Präsidialkabinett wurde unter Brünings Führung etabliert. Zu dieser Entscheidung hatte das Fehlen einer arbeitsfähigen Regierung ebenso beigetragen wie die mangelnde Konsensfähigkeit der Parteien. Dass jedoch tatsächlich alle Verhandlungsspielräume erschöpft waren, wurde bezweifelt. Auch wurden nur die Minister der SPD ausgewechselt, so dass ein vom Präsidenten gewünschter und von den meisten Parteien unterstützter Schwenk nach rechts wahrscheinlich war. Da das Parlament von dem Recht Gebrauch machen wollte, die Notverordnungen des Präsidenten aufzuheben, löste dieser am [[18. Juli]] 1930 den Reichstag auf. Bei den Wahlen konnte die NSDAP die Zahl ihrer Abgeordneten von 12 auf 107 erhöhen und wurde damit zur zweitstärksten Partei. Jetzt gab es nicht einmal mehr eine Mehrheit für eine Große Koalition im Reichstag, der zunehmend zum Forum für die Agitation rechter und linker Gegner der Republik wurde. In einem Prozess gegen Offiziere der Reichswehr, denen die Verbreitung von nationalsozialistischer Propaganda vorgeworfen wurde, bezeugte Hitler in seinem öffentlichkeitswirksamen [[Legalitätseid]], dass er die Macht „nicht mit illegalen Mitteln“ anstrebe, und trat damit Gerüchten über einen Putsch entgegen. Die NSDAP brauche „noch zwei bis drei Wahlen“, dann werde sie „in der Mehrheit sitzen“ und „den Staat so gestalten, wie wir ihn haben wollen“. Aber nicht nur der rechte Flügel der Parteienlandschaft erstarkte, sondern auch der extrem linke. Die republik-freundlichen Sozialdemokraten verloren im Gegensatz zu den Liberalen weniger Stimmen, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) konnte sogar Stimmen gewinnen und wurde zu einer bedeutenden Macht im Parlament und auf der Straße. Denn längst hatte sich der Kampf, ausgehend von den Kampforganisationen der NSDAP ([[SA]] und [[SS]]) und der KPD ([[Roter Frontkämpferbund]]), auf die Straße verlagert, wo sich teilweise [[bürgerkrieg]]sähnliche Szenen abspielten. Daran hatten selbst die republikanisch gesinnten Kräfte mit einem eigenen Kampfverband, dem sozialdemokratisch dominierten [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]], Anteil. Auch diese chaotischen Gewaltszenen spielten letztlich – obwohl diese oft dafür verantwortlich waren – den Nationalsozialisten in die Hände, da Hitler immer häufiger als „letzte Karte“ ins Spiel gebracht wurde, der die geordneten Verhältnisse wiederherstellen würde. Um eine weitere Stärkung der radikalen Flügelparteien zu verhindern, tolerierte die SPD im Reichstag weitgehend die auf Kürzung der Sozialausgaben basierende [[Deflationspolitik]] Brünings, welche aber die wirtschaftliche Krise kurzfristig noch verschärfte. Am [[11. Oktober]] [[1931]] vereinigte sich auf Initiative der [[DNVP]] unter Leitung des Medienzars [[Alfred Hugenberg]] die nationalistische Rechte zur [[Harzburger Front]]. Als Reaktion bildeten die republiktreuen Organisationen unter dem Fahnensymbol der drei Pfeile die [[Eiserne Front]]. Die NSDAP schaffte es, unter anderem mit finanzieller Unterstützung von Großindustriellen wie [[Fritz Thyssen]] von den Vereinigten Stahlwerken, [[Albert Vögler]] oder [[Emil Kirdorf]] vom Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat, die Stimmung der Bevölkerung durch populäre Parolen gegen den Parlamentarismus aufzugreifen. Am 27. Januar 1932 hielt Hitler einen Vortrag im Düsseldorfer Industrieclub, wo er sowohl das auf Privateigentum gegründete freie Unternehmertum als auch das nationalsozialistische Führerprinzip auf das Leistungsprinzip zurückführte. Die NSDAP konnte so ihre Spendeneinnahmen von der Industrie noch einmal erhöhen. Die Kontakte zwischen NSDAP und Industrie sollten durch zwei Beraterstäbe gefördert werden, durch die vom ehemaligen Reichsbankpräsidenten [[Hjalmar Schacht]] gegründete „Arbeitsstelle Dr. Schacht“ sowie den vom Chemie-Unternehmer Wilhelm Keppler geleiteten „Industrieausschuss für Wirtschaftsfragen“. Welche Rolle die [[Großindustrie]] bis zur Machtübernahme im Einzelnen spielte, ist umstritten. Nach der Machtübernahme versuchte sie, sich die Gunst Hitlers zu sichern. Nachdem Hitler, der seit 1925 auf eigenes Betreiben [[staatenlos]] war, Anfang [[1932]] die [[Braunschweig#Die Einbürgerung Adolf Hitlers|deutsche Staatsangehörigkeit]] erhalten hatte, nahm er an der [[Reichspräsidentenwahl 1932]] teil. Bezeichnend für die Situation der Republik war, dass keiner der Kandidaten Thälmann, Hitler und Hindenburg ein Demokrat war. Die Parteien der Mitte bis zur SPD unterstützten den Sieger Hindenburg, um einen Erfolg Hitlers zu verhindern. Brüning hatte sich mit seinem Verbot der SA und der Osthilfeverordnung, die von den ostpreußischen Grundbesitzern – zu denen auch Hindenburg gehörte – stark kritisiert wurde, beim Reichspräsidenten in Misskredit gebracht. Hindenburg nahm ihm zudem übel, dass er auf sein Betreiben auch von den Anhängern der SPD zum Reichspräsidenten gewählt worden war. Er entzog ihm sein Vertrauen, und Brüning, der aufgrund seiner Sparpolitik in der Bevölkerung ohnehin kaum Rückhalt besaß, musste zurücktreten. Der Kanzler wurde nach eigenem Bekunden „hundert Meter vor dem Ziel“ gestürzt, da seine [[Deflationspolitik]] noch keine Wirkung entfalten konnte. Auch sein Ziel der Gleichberechtigung Deutschlands und der endgültigen Aufhebung der [[Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg|Reparationen]] hatte er nicht erreicht. Sein Nachfolger [[Franz von Papen]] ersuchte Hindenburg sofort um Auflösung des Parlaments. Er wollte die Unterstützung der Nationalsozialisten und hob dafür das Verbot der SA und der SS wieder auf. Hitler hatte die Wahl zum Reichspräsidenten verloren, aber einen großen Popularitätsanstieg erreicht. Bei der nächsten [[Reichstagswahl_Juli_1932|Reichstagswahl am 31. Juli 1932]] erhielt die NSDAP 230 Mandate und war damit die stärkste [[Fraktion]] im [[Reichstag]]. Dies war das höchste Wahlergebnis der NSDAP bei demokratischen Wahlen. Hitler wollte von Hindenburg zum Kanzler ernannt werden, die angebotene Vizekanzlerschaft lehnte er ab. Da die Kommunisten 89 Mandate errungen hatten, hatten die beiden extremen Flügelparteien eine [[negative Mehrheit]] erreicht, die jede parlamentarische Arbeit unmöglich machte. Papen löste den gerade erst gewählten Reichstag nach einem mit großer Mehrheit gegen ihn gerichteten [[Misstrauensvotum]] durch eine vorbereitete Order Hindenburgs wieder auf. Bereits am 20. Juli hatte er die Regierung von [[Preußen]] abgesetzt, die letzte Bastion der Republik. Als Vorwand für den „[[Preußenschlag]]“, der häufig als [[Staatsstreich]] bezeichnet wurde, diente das angebliche Versagen der preußischen Polizei am „[[Altonaer Blutsonntag]]“, heftigen Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und der von Papen wieder erlaubten SA. Die Neuwahlen vom November des Jahres brachten einen Rückgang der Stimmen für die NSDAP. Die meisten Beobachter interpretierten dies als Anfang vom Ende der NSDAP. Eine regierungsfähige Mehrheit existierte weiterhin nicht. Papen, der inzwischen [[Konjunktur]]programme gestartet hatte, trat zurück, nachdem ihm klar geworden war, dass er die Unterstützung der Reichswehr bei der Absicherung einer Diktaturregierung nicht besaß. Zudem hatte es der Reichstag aufgrund eines Verfahrensfehlers Papens geschafft, ihm rechtlich wirkungslos, aber öffentlichkeitswirksam das Misstrauen auszusprechen. Aufgrund der fehlenden Unterstützung durch Wehrminister General [[Kurt von Schleicher]], die im Zuge einer militärischen Simulation eines möglichen Aufstandes (des „[[Planspiel Ott|Planspiels Ott]]“) sichtbar geworden war, verweigerte Hindenburg die geforderte Auflösung des Reichstags ohne Festsetzung von Neuwahlen. Diese Ausschaltung des Parlaments, gestützt auf das Argument des Staatsnotstands, hätte einen offensichtlichen Verfassungsbruch dargestellt. [[Bild:gruende_fuer_scheitern_weimarer_republik.png|thumb|450px|none|right|Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik]] Papens Nachfolger wurde [[Kurt von Schleicher]], der bis dahin im Hintergrund die Fäden gezogen hatte und für Papens Sturz verantwortlich war. Doch auch sein Konzept, einen Ausweg aus der Krise zu finden, scheiterte. Er hatte eine breite „Querfront“ von den Gewerkschaften bis zum linken Flügel der NSDAP um Gregor Strasser erstrebt, Strasser musste aber vor Hitler kapitulieren. Am [[28. Januar]] [[1933]] musste auch Schleicher zurücktreten, nachdem er zuletzt selbst von Hindenburg erfolglos die Ausrufung des Staatsnotstands gefordert hatte. Schleicher selbst war kein Demokrat, seine Verhältnis zur NSDAP wandelte sich mehrmals, zuletzt empfahl er Hindenburg ein Kabinett unter Hitler (AdR, Dok. Nr. 72 vom 28.1.1933). Schleicher konnte nicht wissen, dass ausgerechnet er, Meister der Intrigen, nun selbst Opfer einer Intrige geworden war: Schon am [[4. Januar]] 1933 hatte sich sein ehemaliger Schützling Franz von Papen mit Hitler zu Geheimverhandlungen im Privathaus des Kölner Bankiers [[Kurt von Schröder]] getroffen. Diesem Gespräch folgten weitere, zuletzt auch unter Anwesenheit des [[Staatssekretär]]s des Reichspräsidenten, [[Otto Meißner]], und des Sohnes des Reichspräsidenten, [[Oskar von Hindenburg]], beides einflussreiche Berater in der [[Kamarilla]] des greisen Paul von Hindenburg. Sie vereinbarten eine Koalitionsregierung aus Deutschnationalen und NSDAP, der außer Hitler nur zwei weitere Nationalsozialisten, nämlich [[Wilhelm Frick]] als [[Innenminister]] und [[Hermann Göring]] als Minister ohne Geschäftsbereich und kommissarischer preußischer Innenminister, angehören sollten. Papen selbst war als Vizekanzler und [[Reichskommissar]] für Preußen vorgesehen. Reichspräsident von Hindenburg, der sich bis zuletzt gegen eine Kanzlerschaft des „böhmischen Gefreiten“ Hitler gesträubt hatte, konnte mit dem Hinweis, dass ein von einer konservativen Kabinettsmehrheit „eingerahmter“ NSDAP-Führer nur eine geringe Gefahr bedeute, beruhigt werden. Ein weiteres zentrales Argument für Hindenburg war die formale Verfassungskonformität der Lösung Hitler. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bedeutete faktisch das Ende der Weimarer Republik - auch wenn die Weimarer Verfassung formal nie außer Kraft gesetzt wurde. Paul von Hindenburg war in diesen Wochen von allen einflussreichen Lobbyistenverbänden und den Beratern seiner Kamarilla bearbeitet worden (siehe dazu die Artikel zur: [[Industrielleneingabe]] (Rolle des Reichsverbandes der Industrie), zum [[Osthilfe]]skandal (Rolle des Reichslandbundes)). Inwieweit das seine Entscheidung wirklich beeinflusste, ist schwer zu sagen – Hindenburg hatte zu diesem Zeitpunkt das 86. Lebensjahr erreicht. === Deutschland unter der Herrschaft der NSDAP === ==== Gründe für den Erfolg der NSDAP ==== Das Ende der Republik und der Erfolg der Nationalsozialisten hatten keine einzelne, sondern eine ganze Reihe von Ursachen, die im Zusammenspiel Hitler an die Macht brachten. Weder das Ende der Republik war von Anfang an unvermeidlich, noch war der Erfolg der NSDAP selbstverständlich, andere Gruppen und Personen, wie [[Franz von Papen]] hätten nach dem Ende der Republik gerne einen etwas anderen Weg eingeschlagen. Die Gründe für das Ende der Weimarer Republik reichen von ihrem Anfang im verlorenen Ersten Weltkrieg bis zu Hitler und der NSDAP, die anders wie Papen es schafften, ihren Plan durchzusetzen. Gründe für den Erfolg der NSDAP waren *ihr vordergründig überzeugendes [[Weltbild]] *die Unterstützung durch einflussreiche und finanzkräftige Wirtschaftsgrößen *ihr Entstehen in der [[Ordnungszelle]] [[Bayern]] wo sie gute Unterstützung fand *ihr [[25-Punkte-Programm]] und Symbolik, mit dem sie auch bisherige Sozialisten anzog *ihre Fähigkeiten zur [[Propaganda]] und zur [[Agitation]] *ihre hemmungslose Gewaltbereitschaft *die Unterschätzung durch konservative Kreise *ihre Struktur als sehr gut organisierte [[Kaderpartei]] *nicht zuletzt die Person [[Adolf Hitler]]s. ==== 1933-1934: "[[Machtergreifung]]" und [[Gleichschaltung]] des Deutschen Reichs ==== [[Bild:AntisemitismusNSDAPJuden1933.jpg|thumb|250px|right|Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland]] Am [[30. Januar]] [[1933]] ernannte Reichspräsident [[Paul von Hindenburg]] [[Adolf Hitler]] zum Reichskanzler: Dies markierte das Ende der [[Weimarer Republik]] und den Beginn der [[Diktatur]] des [[Nationalsozialismus]] und wurde von den Nationalsozialisten als [[Machtergreifung]] gefeiert. Hindenburg löste den Reichstag auf und setzte Neuwahlen an. Diese Wahlen fanden am 5. März 1933 statt (siehe [[Reichstagswahl 1933]]). Die ''[[Gleichschaltung]]'', die Unterwerfung unter die und die Angleichung an die Nationalsozialisten, begann mit der Gleichschaltung der Länder, die alle hoheitlichen Aufgaben verloren, es folgten Parteien, Organisationen, Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Medien, Künstler und Justiz. Die [[NS-Propaganda]] in allen Lebensbereichen ersetzte die freie Presse und Kultur. ==== Unterdrückung der eigenen Bevölkerung ==== In der [[Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes]] am [[4. Februar]] und nach dem [[Reichstagsbrand]] am [[27. Februar]] 1933 in der [[Reichstagsbrandverordnung]] schränkte Reichspräsident Hindenburg die [[Grundrecht]]e ein. Die [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]] wurde verboten und viele ihrer Mitglieder verhaftet. Der Reichstagsbrand lieferte die Begründung für die Gefangennahme vieler Parlamentsmitglieder. Andere gingen in den Untergrund oder flohen ins Ausland, als die Verhaftungswelle anlief. Am [[21. März]] 1933 inszenierten die Nationalsozialisten den [[Tag von Potsdam]] um ihre Machtübernahme in einen preußisch-deutschen Zusammenhang zu setzen und so weiteren Rückhalt in In- und Ausland zu gewinnen. Das so genannte [[Ermächtigungsgesetz]] gab am [[23. März]] der Regierung fast uneingeschränkte [[Gesetzgebung]]sbefugnisse. Die ''„Machtergreifung“'' [[1933]] bis [[1935]] lief mit einer Mischung von Unterdrückung des linken Parteienspektrums, Einschränkung zunächst der öffentlichen, bald dann auch der beruflich-wirtschaftlichen und sonstigen Betätigungsmöglichkeiten von [[Juden]] sowie der Nötigung liberaler und demokratischer Gruppierungen zur immer stärkeren [[Gleichschaltung]] fast aller öffentlichen Lebensbereiche zum ''Führerstaat'' ab. Sportvereine, die Arbeiterschaft, die Handwerkerschaft, auch Kirchenmitglieder und Geistliche wurden von der "Bewegung" erfasst. Die betroffenen Organisationen ordneten sich oft lieber unter als aufgelöst oder verboten zu werden. Die NSDAP erhielt einen erheblichen Mitgliederzulauf; die neuen Mitglieder wurden von den Altnazis spotthaft als "[[Märzgefallene]]" bezeichnet. Innerhalb kurzer Zeit wurden alle politischen Parteien verboten, wenn sie sich nicht selbst auflösten. Bis [[1934]] wurden die bisherigen Länder, ebenso die [[Presse (Medien)|Presse]], die [[Gewerkschaft]]en und die Justiz [[Gleichschaltung|gleichgeschaltet]]. Das erste [[Konzentrationslager]] (KZ) wurde - zunächst noch vor allem für politische Gegner - schon 1933 in [[Dachau]] eingerichtet. Dieses und viele weitere im ganzen Reichsgebiet wurdem unter dem Mantel einer Polizeimaßnahme nach außen gerechtfertigt. Anfangs gab es auch noch ''wilde'' Konzentrationslager, die später durch ständige KZs ersetzt wurden. Im April 1933 begann der [[Boykott]] jüdischer Geschäfte, mit dem "''[[Berufsbeamtengesetz|Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums]]''" die Entfernung jüdischer Beamter aus dem Staatsdienst sowie durch das Verbot jeder öffentlichen Betätigung von Juden deren konsequente Ausschaltung aus dem gesamten öffentlichen Leben. Auch jüdische Hochschullehrer, die als Teilnehmer am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] - "Frontkämpfer" - zunächst nicht entlassen werden konnten, durften keine Vorlesungen mehr halten. [[Bild:Noether.jpg|thumb|[[Brain Drain]] mit Gewalt: führende Vertreter der Wissenschaften wie [[Emmy Noether]] wurden vertrieben.]] Im Juni/Juli 1933 wurden die evangelischen Landeskirchen in einer [[Reichskirche]] unter Leitung eines [[Reichsbischof]]s zusammengeschlossen. Vor allem die [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] propagierten ein "judenreines" [[Evangelium]] und waren dem "Führer" ergeben. Dagegen bildete sich im September der [[Pfarrernotbund]], aus dem im Juni 1934 die [[Bekennende Kirche]] hervorging. In ihr sammelten sich evangelische Christen, die Übergriffe des Staates auf die Kirche, oft aber nicht den Nationalsozialismus als solchen ablehnten. Nachdem die katholische Kirche die NSDAP entschieden abgelehnt hatte, erkannte sie diese als Regierungspartei an, und der [[Vatikan]] schloss mit Deutschland das [[Reichskonkordat]], das die Stellung der katholischen Bischöfe in Deutschland sichern sollte, Hitler aber auch zu internationalem Ansehen verhalf. In ihrem [[25-Punkte-Programm]] hatte die NSDAP unter anderem die Forderung nach Enteignung und Verstaatlichung von Großbetrieben aufgestellt. Hitler ignorierte diese [[sozialistisch]]e Komponente jedoch, da er die Unterstützung der Großindustrie und der Reichswehr nicht verlieren wollte. Innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung gab es jetzt Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen. Die [[Sturmabteilung]] (SA) unter Hitlers Duzfreund [[Ernst Röhm]] wollte die [[Reichswehr]] übernehmen und trat für eine soziale Umgestaltung der Gesellschaft ein. Dies war mit Hitlers Plänen, für die er die Reichswehr und die Wirtschaft als Partner brauchte, nicht vereinbar. Der Machtkampf wurde [[1934]] entschieden. Unter Zuraten von [[Heinrich Himmler]], [[Joseph Goebbels]] und [[Hermann Göring]] ließ Hitler wegen eines angeblichen [[Röhm-Putsch|durch Röhm geplanten Putsches]] zahlreiche politische Gegner innerhalb der NSDAP, auch Ernst Röhm, ermorden. Nach Hindenburgs Tod am [[2. August]] 1934 übernahm Hitler nach einem Gesetz, das seine Regierung beschlossen hatte, das Amt des [[Reichspräsident]]en und trug den Titel „''[[Führer]]'' (anstelle eines Präsidenten) ''und Reichskanzler''“; durch ein [[Plebiszit]] ließ er sein Vorgehen im Nachhinein bestätigen. Der Kriegsminister [[Werner von Blomberg]], der im Konzept der Konservativen zur "Einrahmung" Hitlers eine wichtige Rolle gespielt hatte und von Hindenburg verfassungswidrig vor der Ernnenung Hitlers ernannt worden war, ließ die [[Reichswehr]] daraufhin auf Hitler persönlich vereidigen. Auch das Berufsbeamtentum musste einen „Führereid“ ablegen, so dass regimekritische Akademiker ihre Ämter verloren. In der folgenden Zeit wurde das gesamte gesellschaftliche Leben von NS-Organisationen wie [[Hitler-Jugend]], [[Deutsche Arbeitsfront]], [[Kraft durch Freude]] (KDF) und [[Bund Deutscher Mädel]] (BDM) durchdrungen. ==== 1935-1939: Stabilisierung der Macht, Aufrüstung und Vergrößerung des Reiches ==== [[1935]] wurde die [[Reichswehr]] mit Einführung der [[Wehrpflicht]] in die [[Wehrmacht]] umgewandelt und das [[Saarland]] wieder ins Deutsche Reich integriert. Der Wiedereingliederung des Saarlands ging dort eine [[Volksabstimmung]] voraus, die eine überwältigende Zustimmung zum Deutschen Reich und gegen einen Anschluss an Frankreich ergab. Auf dem [[Reichsparteitage|Reichsparteitag]] der NSDAP wurden die [[Nürnberger Gesetze|Nürnberger Rassengesetze]] beschlossen, die die schon 1933 begonnene Ausgrenzung und Isolierung der deutschen Juden begründeten und [[Rassismus]] und [[Antisemitismus]] als Staatsgesetze verankerten. [[1936]] marschierte die Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland ein und brach damit wie bei der Einführung der Wehrpflicht den [[Versailler Vertrag]]. Im August fanden in Berlin die [[Olympische_Sommerspiele_1936|Olympischen Spiele]] statt, die Hitler als Propagandabühne für die Weltöffentlichkeit nutzte. Der [[Vierjahresplan]] von 1936 sollte das Deutsche Reich bis spätestens [[1940]] kriegsbereit machen. Das Regime unterstützte nun zusammen mit Mussolinis Italien den faschistischen General [[Francisco Franco|Franco]] im [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkrieg]] gegen die dortige Republik auch militärisch. Die [[Legion Condor]] der deutschen [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]] zerstörte [[1937]] bei einem Flächenbombardement die baskische Stadt [[Guernica]]. Der spanische Bürgerkrieg bot Hitler die Gelegenheit, die Einsatzfähigkeit seines Militärs im Kriegsfall zu testen. Im Frühjahr [[1938]] kam Hitler einer beabsichtigten Volksabstimmung in Österreich zuvor und verkündete nach dem Einmarsch der Reichswehr unter dem Jubel der auf dem Heldenplatz versammelten Wiener den "[[Anschluss (Österreich)|Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich]]". Im Herbst 1938 erzwang er mit dem [[Münchner Abkommen]] die Angliederung des [[Sudetenland]]es an das Deutsche Reich. Nach dem Anschlag auf [[Ernst Eduard vom Rath]] am [[7. November]] 1938 inszenierten die Nationalsozialisten die [[November-Pogrome]]. Zum Teil als Zivilpersonen auftretende ortsbekannte [[SA]]- und [[Schutzstaffel|SS]]-Angehörige legten in zahlreichen [[Synagoge]]n Feuer, misshandelten und ermordeten viele deutsche Juden vor den Augen der Polizei, die befehlsgemäß nicht einschritt. Mitte März [[1939]] wurde die [[Slowakei]] als selbständiger Staat ausgerufen. Das danach von der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik verbliebene Gebiet wurde als [[Protektorat Böhmen und Mähren]] vom Deutschen Reich abhängig. Eine Woche später wurde auch das [[Memelland]] dem Deutschen Reich angegliedert. Um sich den Rücken für seine Expansionsziele im Osten freizuhalten, schloss Hitler mit der [[Sowjetunion]] im August 1939 den [[Hitler-Stalin-Pakt]]. In dessen geheimem Zusatzprotokoll wurde Polen für den Fall eines Krieges zwischen den beiden Staaten aufgeteilt. Dagegen versprach Hitler, nicht gegen Stalin zu agieren, falls dieser sich Finnlands bemächtige, was er anschließend auch tat. ==== 1939-1942: erste Hälfte des 2. Weltkrieges ==== ''zum Kriegsablauf siehe Hauptartikel:'' [[Zweiter Weltkrieg]] Der Einfall der [[Wehrmacht]] in [[Polen]] am [[1. September]] [[1939]] löste den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] aus. Am 3. September erklärten zunächst Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Nach dem Sieg der Wehrmacht über Polen wurde dessen Westteil ([[Großpolen (Landschaft)|Großpolen]], [[Westpreußen]], [[Oberschlesien]]) von Deutschland annektiert und die Mitte zum [[Generalgouvernement]] erklärt. Am 17. September besetzte die [[Rote Armee]] fast kampflos [[Ostpolen]]; Polen wurde wie im Hitler-Stalin-Pakt vereinbart aufgeteilt. Nur wenige Monate nach Beginn des Krieges, am [[8. November]] [[1939]] verübte der Einzelkämpfer [[Johann Georg Elser]] ein Bomben[[attentat]] auf Hitler während einer NS-[[Propaganda]]veranstaltung im Münchner [[Bürgerbräukeller]], das aber scheiterte, weil Hitler wenige Minuten vor der Explosion sofort nach seiner Rede den Saal verließ. Elser wurde wenig später gefasst, interniert und kurz vor Ende des Krieges im April 1945 im [[KZ Dachau]] ermordet. Im so genannten "[[Blitzkrieg]]" überrannte die Wehrmacht förmlich die Staaten [[Dänemark]], [[Norwegen]] und die [[Benelux]]staaten; [[Frankreich]] wurde [[1940]] besiegt. Hitlers Popularität war durch die „Auslöschung der Schande von Versailles” auf ihrem Höhepunkt. Die geplante [[Invasion]] [[Großbritannien und Nordirland|Großbritanniens]] misslang, da die deutsche Luftwaffe in der [[Luftschlacht um England]] trotz massiver Bombardierung englischer Städte nicht die [[Lufthoheit]] über England erringen konnte. 1940/41 besetzte die Wehrmacht mit dem [[Faschismus|faschistischen]] [[Italien]] [[Jugoslawien]] und [[Griechenland]]. Beide Länder wurden unter den verbündeten Diktaturen aufgeteilt. Ihrer Eroberung folgte jedoch ein zermürbender [[Partisan]]enkrieg. [[Ungarn]], [[Rumänien]] und [[Bulgarien]] wurden als Verbündete des Großdeutschen Reiches gewonnen. Mit Italien kämpfte die Wehrmacht - auf Bitten Mussolinis - seit Januar 1941 auch in [[Nordafrika]]. Am [[22. Juni]] marschierte die Wehrmacht in den sowjetisch besetzten Teil Polens ein und überfiel unmittelbar danach die [[Sowjetunion]] selbst. In dem als Vernichtungsfeldzug geplanten "[[Unternehmen Barbarossa]]" drang die [[Wehrmacht]] bis [[Moskau]], [[Leningrad]] und [[Stalingrad]] vor. Die besetzten Gebiete im Osten wurden systematisch ausgeplündert: Sämtliche Nahrungsmittel wurden der dortigen Bevölkerung entzogen und für die Wehrmacht und das Deutsche Reich verwendet. Auf diese Weise konnte sich die Wehrmacht vor Ort versorgen und waren nicht auf Nahrungsmittellieferungen aus dem Deutschen Reich angewiesen. Hungersnöte bei der Bevölkerung in den besetzten Gebieten waren einkalkuliert und beabsichtigt, da sie gemäß NS-Ideologie nur "Untermenschen" darstellten. Die jüdische Bevölkerung in den besetzten Gebieten wurde erfasst und in Konzentrationslager deportiert, ihr Eigentum wurde enteignet und zu Reichseigentum erklärt. Auf diese Weise standen den Besatzungstruppen finanzielle Mittel in Landeswährung zur Verfügung. ==== 1942-1945: zweite Hälfte des 2. Weltkrieges ==== ''zum Kriegsablauf siehe Hauptartikel:'' [[Zweiter Weltkrieg]] Im Winter 1941/42 geriet die Offensive der Wehrmacht in Russland ins Stocken. In der [[Schlacht um Stalingrad]] musste sie durch Fehlentscheidungen Hitlers ihre erste (kriegsentscheidende) Niederlage hinnehmen. Am [[11. Dezember]] 1941 erklärte Hitler, nach dem Angriff des deutschen Verbündeten Japans auf den amerikanischen Stützpunkt [[Pearl Harbor]], den [[USA]] den Krieg, die Großbritannien mit Gütern versorgten. Bis Ende [[1943]] konnte die rote Armee der [[Sowjetunion]], die auch von den USA mit Waffenlieferungen unterstützt wurde, weite Gebiete zurückerobern. Am [[13. Mai]] 1943 mussten die [[Achsenmächte]] in Nordafrika kapitulieren. [[Bild:Buchenwald-bei-Weimar-am-24-April-1945.gif|thumb|Buchenwald bei Weimar am 24. April 1945.]] Inzwischen war der [[Holocaust]], der von langer Hand geplante [[Völkermord]] an den Juden, im Gang. Seit 1939 mussten die polnischen Juden im Generalgouvernement, seit September 1941 auch die deutschen [[Juden]] den sogenannten [[Judenstern]] tragen. Nach Entrechtung, Enteignung, [[Ghetto]]isierung und Massenerschießungen an jüdischen Zivilisten in den eroberten Ostgebieten wurde im Januar 1942 auf der [[Wannseekonferenz]] die so genannte "''Endlösung der Judenfrage''" beschlossen. In zu diesem Zweck errichteten [[Vernichtungslager]]n im Osten Europas ([[Auschwitz]], [[Treblinka]] oder [[Majdanek]]) wurden bis Kriegsende 6 Millionen Menschen ermordet. In den Vernichtungslagern wurden neben Juden auch andere von Nationalsozialisten als "Untermenschen" qualifizierte Menschen, insbesondere Polen, Sinti und Roma, sowie Russen, ermordet. Verfolgt und umgebracht wurden auch viele Homosexuelle, Intelektuelle, sowie Menschen mit Behinderungen. Schon vor dem [[Völkermord]] an den Juden in seiner industrialisierten Form hatten die Nationalsozialisten bei der sogenannten [[Aktion T4]] im Rahmen ihres "[[Euthanasie]]programms" der "[[Vernichtung lebensunwerten Lebens]]" die Methode der [[Vergasung]] von größeren Menschengruppen in den Jahren zwischen [[1939]] und [[1941]] getestet. Diesem "Programm" waren etwa 100.000 geistig, psychisch und körperlich behinderte Menschen in mehreren deutschen Behindertenanstalten zum Opfer gefallen. Der mutige öffentliche Einsatz des katholischen [[Bischof]]s von [[Bistum Münster|Münster]] [[Clemens August Graf von Galen]] gegen die Ermordung der Behinderten hatte schließlich zur Einstellung des NS-Euthanasieprogramms geführt. 1943 begann der [[Bombenkrieg]] der Alliierten auf reichsdeutsche Städte, bei dem etwa 300.000 Zivilisten ums Leben kamen. Ab Ende [[1944]] flohen viele Deutsche aus ihrer angestammten Heimat im Osten vor der anrückenden [[Rote Armee|Roten Armee]]. 1944 eroberte diese weite Teile von [[Südosteuropa]]. Am [[6. Juni]] begann die [[D-Day|Invasion]] der westlichen Alliierten in der [[Normandie]], nachdem sie schon zuvor nach der Landung auf [[Sizilien]] von Süden her Italien eroberten und gegen Hitler-Deutschland im Vormarsch waren. Am [[20. Juli]] scheiterte ein [[20. Juli 1944|Attentat]] und ein Putschversuch von Wehrmachtsangehörigen und Mitgliedern der Widerstandsgruppe des "[[Kreisauer Kreis]]es" gegen Hitler. Anfang [[1945]] beschlossen die Alliierten auf der [[Erklärung von Jalta|Konferenz von Jalta]] die Aufteilung des Reiches nach dem Krieg. Im April erreichten die sowjetischen Truppen die Reichshauptstadt und es kam zur [[Schlacht um Berlin]]. Hitler tötete sich am [[30. April]] im [[Führerbunker|Bunker der Reichskanzlei]], nachdem er testamentarisch Admiral [[Karl Dönitz]] zu seinem Nachfolger als Reichspräsident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt hatte. Neben Hitler töteten sich in der Folge auch andere führende Funktionäre, so [[Joseph Goebbels]] und [[Heinrich Himmler]]. In den frühen Morgenstunden des [[7. Mai]] 1945 schließlich unterzeichnete [[Alfred Jodl|Generaloberst Jodl]] – von Dönitz hierzu autorisiert – die [[Bedingungslose Kapitulation#Deutschland - Mai 1945| bedingungslose Gesamtkapitulation]] der deutschen Wehrmacht, die durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationsurkunde ratifiziert am nächsten Tag in Kraft treten sollte. Der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] dauerte in Südostasien noch bis zum 12. August an. Er forderte insgesamt etwa [[Tote im Zweiten Weltkrieg|60 Millionen Tote]]. In den letzten Kriegsmonaten und im Anschluss an die Besetzung des Reichs wurden die meisten noch verbliebenen Deutschen aus Osteuropa [[Vertreibung|vertrieben]]. == Wahrnehmung des Nationalsozialismus im öffentlichen Bewusstsein (1930er Jahre) == Die Wahrnehmung der NS-Führung wurde im wesentlichen in zwei Sparten festgestellt: In der [[Außenpolitik]] und in der [[Innenpolitik]]. Nachfolgend eine stichpunktartige Aufzählung der markanten außenpolitischen Maßnahmen oder Effekte: *Die Rücknahme des [[Vertrag von Versailles|Vertrags von Versailles]], aber gleichzeitig Friedensbeteuerungen von Hitler. Dies wurde vom Ausland sogar geglaubt. Denn es herrschte allgemeine Kriegsmüdigkeit, als Resultat des Ersten Weltkriegs. *Zur damaligen Zeit herrschten in vergleichsweise vielen europäischen Staaten (z.T. faschistische) Diktaturen, Beispiele sind [[Geschichte_Italiens#Faschistische_Diktatur_unter_Benito_Mussolini|Italien]], [[Geschichte_Spaniens#Diktaturen und Bürgerkrieg|Spanien]]. In [[Geschichte Polens#Der Mai-Umsturz und das Sanacja-Regime|Polen]] herrschte seit 1926 ein autoritäres präsidiales Regime, das jedoch nicht als faschistisch eingestuft werden kann. Auch diese Staaten genossen zum Teil die [[Sympathie]]n der demokratischen Staaten. Innenpolitisch gab es auch einige Veränderungen: *Vordergründige Erfolge in der Wirtschaft (vor Allem durch hohe investitionen in [[Infrastruktur]] und in die [[Wehrmacht]]) *Frauen wurden aus dem Arbeitsleben verdrängt um Arbeitsplätze für Männer zu schaffen. ("Die Welt der Frau ist das Heim") *Es wurde ein [[Pflichtdienstjahr]] für Frauen ohne Ausbildung eingeführt um diese auf die [[Ehe]] vorzubereiten. *Frauen die eine Ehe schlossen wurden finanziell unterstützt *Die [[Abtreibung]] stand während des Nationalsozialismus ab 1943 unter [[Todesstrafe]], bereits seit 1941 wurde die Produktion von [[Verhütungsmittel]]n verboten. *Das gesamte Wirtschaftsleben begründete sich auf den Mechanismus von Zwang und Anreiz (Zuckerbrot und Peitsche) Ein Beispiel dafür ist die Organisation [[Kraft durch Freude]], sie ermöglichte es jedem Arbeitsnehmer in regelmäßigen Abständen Urlaub zu machen. Den Nationalsozisten gelang es auch, die öffentliche Meinung durch ihre [[Propaganda]] positiv zu beeinflussen. Ein frühes Beispiel stellt der [[Tag von Potsdam]] dar, mit dem sie sich in die [[Preußen|preußisch]]-deutsche Tradition stellen wollten. == Freiwillige Unterordnung, Kontrolle und Unterdrückung der Bevölkerung == Ein nicht unbedeutender Teil der Bevölkerung stimmte den Maßnahmen der NSDAP zu, ein weiterer Teil passte sich an, um ihr eigenes Leben ungestört führen zu können. Die Bevölkerung wurde durch Massenorganisationen wie die [[Hitler-Jugend]], den [[Bund Deutscher Mädel]], die [[Deutsche Arbeitsfront]] und [[Kraft durch Freude]] in fast allen Bereichen des Lebens erfasst und geschult. Des Weiteren sicherte sich das Regime die Unterstützung der Bevölkerung durch mehrere soziale Maßnahmen: * Schuldenbereinigungsgesetz (Schuldnerschutz größer als Gläubigerschutz) * 1933 [[1. Mai]] als [[Tag der Arbeit]] [[gesetzlicher Feiertag]] * 1934 Steuerreform * Verdopplung der Zahl der Urlaubstage * 1940 Abschaffung der Steuern auf Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit * 1941 Integration der Rentner in die Krankenkasse * 1941 15-prozentige Erhöhung der Renten Wegen der vielen Sympathisanten und Denunzianten, die dem Unterdrückungsapparat viele Hinweise gaben, wo er seine Agenten einsetzen musste, reichte dem Unterdrückungsapparat aus [[Gestapo]], [[SS]], [[SD]] und [[Sicherheitspolizei]] auch ein relativ kleiner Apparat. Die Gestapo, die vor allem für die Bekämpfung staatsfeindlicher Bestrebungen zuständig war, hatte 32.000 Mitarbeiter, die [[Stasi]] allein 91.000 hauptamtliche und über 100.000 Inoffizielle Mitarbeiter, zur wirkungsvollen Kontrolle der Bevölkerung. Ein nicht unbedeutender Teil der Denunziationen verfolgte bei seinen Hinweisen auch private Interessen, was den Behörden nicht unbekannt war. == Widerstand gegen den Nationalsozialismus == ''siehe Hauptartikel:'' [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus]] Schon vor der Machtübernahme begann der erfolglose Widerstand verschiedenster Gruppen gegen die Nationalsozialisten. In der Zeit des Nationalsozialismus selbst beschränkte sich der Widerstand, der immer mit Lebensgefahr verbunden war, auf eine verschwindend kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung, wohingegen dieser Widerstand in den im 2. Weltkrieg besetzten Gebieten, beispielsweise im [[Partisanenkrieg]], größere Ausmaße annahm. Im Reich konnte beispielsweise der katholische Bischof von Münster und Kardinal [[Clemens August Graf von Galen]] durch seine öffentliche Verurteilung der Morde an den Behinderten dazu beitragen, dass die Aktion T 4 von den Nationalsozialisten eingestellt wurde. Einzelpersonen der evangelischen [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]] wie etwa Pastor [[Martin Niemöller]] oder [[Dietrich Bonhoeffer]] schlossen sich nach Ausbruch des 2. Weltkrieges Widerstandskreisen an. Bonhoeffer musste wie viele andere NS-Gegner seinen Mut im KZ mit dem Leben bezahlen. Der kommunistische Einzelkämpfer [[Georg Elser]] verübte am [[8. November]] 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein [[Bombenattentat]] auf Hitler, das dieser aber überlebte, weil er den Saal unerwartet kurz vor der mit einem Zeitzünder eingestellten Detonation der Bombe verließ. Elser wurde bald gefasst und im April 1945 im [[KZ Dachau]] ermordet. Die Münchner studentische Widerstandsgruppe ''[[Weiße Rose]]'' um die Geschwister [[Hans Scholl|Hans]] und [[Sophie Scholl]] rief in mehreren Flugblättern zum Widerstand gegen das NS-Regime auf. Außerdem suchte diese Gruppe Kontakt zu Widerstandskreisen in der Wehrmacht. Die bedeutendsten Mitglieder der Gruppe wurden Im Februar 1943 gefasst und vom [[Volksgerichtshof]] unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters [[Roland Freisler]] zum Tode verurteilt und kurze Zeit später hingerichtet. Im Kölner Raum traten die [[Edelweißpiraten]] auf, einige Gruppen von aus der bündischen und kommunistischen Tradition kommenden Jugendlichen, die sich zunächst gegen die Uniformität der [[Hitlerjugend]] wandten, im Lauf des Krieges aber auch zu konkreten Widerstandsaktionen übergingen, die bis hin zu [[Sabotage]]akten reichten. Die Widerstandsgruppe ''[[Rote Kapelle]]'' bestand aus verschiedenen unabhängigen Gruppen, die auf mehreren Ebenen gegen das Regime arbeitete. Der vereinzelt und vergleichsweise selten vorkommende Widerstand von Privatpersonen, der sich eher im Stillen abspielte, entsprang oft einer moralischen Abscheu gegen die Taten des Regimes oder aus Mitleid mit den Opfern. Er reichte von der Verweigerung des Hitlergrußes bis hin zur verbotenen Versorgung mit Lebensmitteln für Zwangsarbeiter oder dem Verstecken von Verfolgten, meist Juden. Hitler überlebte mehrere Anschläge, so zum Beispiel das bis heute bekannteste [[Attentat]] vom [[20. Juli 1944]], der von Mitgliedern der [[Wehrmacht]] und der Widerstandsgruppe [[Kreisauer Kreis]], in dem sich ehemalige bürgerliche Politiker und Militärs verschiedener politischer Ausrichtung (von Sozialdemokraten bis zu Monarchisten) gesammelt hatten, organisiert wurde. Im Anschluss an das Attentat, das von Oberst [[Claus Schenk Graf von Stauffenberg]] durchgeführt wurde, kam es in Berlin in der ''„[[Operation Walküre]]“'' zu einem Putschversuch, der aber nach dem Bekanntwerden von Hitlers Überleben schnell in sich zusammen fiel und niedergeschlagen wurde. Nach der Aktion wurden viele Mitglieder des Kreisauer Kreises gefangen genommen und hingerichtet. Die unmittelbaren Akteure des Putschversuchs, meist Mitglieder der Wehrmacht, unter ihnen auch Stauffenberg selbst, wurden noch vor Ort standgerichtlich zum Tode verurteilt und erschossen. Wichtige [[exekutive]] Instanzen der Verfolgung vor allem des innerdeutschen Widerstands waren die [[Gestapo]] (Kürzel für Geheime Staatspolizei) und der [[Volksgerichtshof]]. Widerstand leisteten auch, in Deutschland oder im Exil, Künstler wie der kritische Schriftsteller und Dramatiker [[Bertolt Brecht]] und andere, die sich mit ihren Mitteln - meist publizistisch, gegen das NS-Regime wandten. Neben dem Widerstand in Deutschland entstanden nach Kriegsbeginn auch in den besetzten Gebieten Widerstandsgruppen wie zum Beispiel die [[Polnische Heimatarmee]] oder die [[Résistance]] in Frankreich. Sie lieferten den Nationalsozialisten unter deren Besatzung erbitterten Widerstand im [[Partisanenkrieg]], der vor allem in den Balkanstaaten [[Jugoslawien]], [[Albanien]] und [[Griechenland]] sowie in [[Polen]] ([[Warschauer Aufstand]]) besonders effektiv war, allerdings auch äußerst grausame Vergeltungsaktionen der deutschen Besatzer nach sich zog - wie etwa massenhafte [[Geiselerschießung]]en von [[Zivilist]]en. Insbesondere im besetzten Polen wurde sehr häufig wahllos die Bevölkerung ganzer Dörfer und Städte als Vergeltungsakte für geleisteten Widerstand ermordet. Von den Alliierten wurde der Widerstand in Deutschland selbst, anders als der in den besetzten Gebieten, so gut wie nicht unterstützt, vielmehr führte das alliierte Kriegsziel der [[bedingungslose Kapitulation|bedingungslosen Kapitulation]] Deutschlands zu einer indirekten Solidarisierung mit der Führung und ließ auch nach einem Staatsstreich kaum günstigere Friedensbedingungen erwarten. == Vernichtung der Juden und anderer Bevölkerungsgruppen == Der '''[[Holocaust]]''', der systematische Völkermord an etwa 6 Millionen [[Juden]] und so genannten "Judenmischlingen" sowie weiteren bei den Machthabern als „''lebensunwert''“, „''rassisch minderwertig''“ oder politisch unerwünscht geltenden Bevölkerungsgruppen, gilt als größtes Verbrechen der Nationalsozialisten. Der Großteil der Opfer wurde in industriell betriebenen [[Vernichtungslager]]n ermordet; in den ersten Kriegsjahren vor deren Errichtung gab es Massenerschießungen (z.B. in [[Babij Jar]]), oder es wurden LKWs mit eingebauten Gaskammmern benutzt. Hiermit sollte auch die Effektivität des Einsatzes von [[Giftgas]] getestet werden, um die Tötungen rationeller betreiben zu können und mögliche moralische Skrupel der Mörder, wie sie bei Erschießungen für eher wahrscheinlich erachtet wurden, zu minimieren. Außer den Juden wurden '''[[Sinti und Roma]]''', '''[[Zigeuner]]''', '''[[Schwule während der Zeit des Nationalsozialismus|Homosexuelle]]''' und '''[[Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus|Zeugen Jehovas]]''' ebenfalls als „unerwünscht“, „lebensunwert“ oder „rassisch minderwertig“ angesehen, bei ihnen kamen die gleichen Tötungsmethoden zum Einsatz. Eine andere Opfergruppe waren die [[Behinderte]]n, deren Ermordung auch mit [[Rassenhygiene]] und nach Kriegsbeginn mit der Freimachung von Lazarettplätzen begründet und verschleiernd als „[[Euthanasie]]“ bezeichnet wurde. Deren Ermordung fand im Wesentlichen bereits [[1939]] - [[1940]] in 7 Schritten statt: Meldepflicht und Erfassung, Begutachtung mit Einordnung in drei Kategorien: (1 - "keine weiteren Maßnahmen", 2. – Beobachtung hieß die Einweisung in eine psychiatrische Pflegeanstalt - Tötung vorbehalten, 3. - "Behandlung", das hieß Tötung. Wesentliches Kriterium für die Aufnahme in die Todeslisten war die Arbeitsunfähigkeit); Aufbau von Fachabteilungen bzw. Umbau von Anstalten zu Tötungseinrichtungen reichsweit an ca. 30 Orten; Transport (Gemeinnützige Kranken Transport GmbH - "Gekrat"); massenhafte Ermordung; Verbrennung der Leichen; Ausstellung falscher Todesbescheinigungen. Nach den Räumlichkeiten der Zentralverwaltung der Aktion (Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten, Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege – auch kurz "Stiftung") in Berlin-Charlottenburg, Tiergartenstr. 4, benannt hieß dies auch "[[Aktion T4]]". Die Täter in dieser Aktion wurden direkt danach als Spezialisten in die Todesfabriken im „Osten“ geschickt ([[Vernichtungslager]]). Im Krieg wurden auch polnische [[Intellektueller|Intellektuelle]], russische [[Kriegsgefangener|Kriegsgefangene]] und andere, überwiegend [[Slawen|slawische]], [[Volksgruppe]]n massenhaft umgebracht. Grund für die Morde war die [[Rassenideologie]], die Hitler schon in den 1920er Jahren in „''Mein Kampf''“ dargelegt hatte. Demnach seien die Deutschen Angehörige einer „[[Arier|arischen]]“ „[[Herrenrasse]]“, die ihren Fortbestand durch Unterwerfung, Versklavung oder Ausrottung anderer „Rassen“, die „Reinhaltung der arischen Rasse“ sowie die Eroberung von Lebensraum im Osten sichern sollte. Die planmäßige Vernichtung der Juden unter der Herrschaft der NSDAP, auch als Holocaust oder Shoa bezeichnet, ist beispiellos in der Geschichte und kostete etwa 6 Millionen Juden das Leben, von denen über 3 Millionen polnische Juden waren. Seinen [[Antisemitismus]], der mit den anderen [[Rassismus|rassistischen]], [[Sozialdarwinismus|sozialdarwinistischen]] und [[Chauvinismus|chauvinistischen]] Elementen eine der Hauptgrundlagen des Nationalsozialismus war, und das Ziel der totalen Vernichtung des „[[Weltjudentum]]s“ hatte Hitler schon in [[Mein Kampf]] und seinen Reden in den 1920er Jahren zum Ausdruck gebracht. Die Entrechtung und Verfolgung der Juden begann direkt nach der „Machtergreifung“. Das erste [[Konzentrationslager]] wurde - zunächst noch vor allem für politische Gegner - schon 1933 in [[Dachau]] eingerichtet. Durch einen [[Arierparagraph]]en wurden „Nicht-Arier“ zuerst aus dem öffentlichen Dienst entfernt, dieser Paragraph wurde auf immer mehr Bereiche ausgedehnt und auch von Vereinen, Verbänden und anderen Gruppierungen übernommen. [[1938]] begannen die [[Arisierung]]en, Juden mussten entweder Israel oder Sara ihrem Vornamen hinzufügen und am [[9. November]] 1938 wurden in der [[Reichskristallnacht]] Juden misshandelt und ermordet. Mit dem Kriegsbeginn wurden auch die Juden in den besetzten Gebieten verfolgt. Sie wurden in Ghettos zusammengefasst. Massenerschießungen an jüdischen Zivilisten durch "Einsatzgruppen" direkt hinter der vorwärts marschierenen Front fanden zentral geplant statt. Auf der [[Wannseekonferenz]] am [[20. Januar]] 1942 wurden von führenden Verwaltungsgrößen des NS-Regimes geheim die Weichen für die sogenannte „[[Endlösung der Judenfrage]]“ gestellt. Mit den dort gefassten Beschlüssen wurde der direkt hinter der Front schon begonnene [[Völkermord]] an den europäischen Juden auf eine gemeinsame organisatorische Basis gestellt und die Ermordung auf industrieller Grundlage mit Hilfe von Massenvergasungen für die Nationalsozialisten „effizienter“ geregelt. Die Verwertung des Eigentums der vernichteten Juden wurde bis ins Detail geregelt. Die NS-Herrscher versuchten die Vorgänge möglichst geheim zu halten, sie benutzten [[Euphemismus|Euphemismen]] wie ''Umsiedlung'' oder ''Sonderbehandlung''. Die Deutschen waren nicht direkt über die Vernichtung der Juden informiert, wussten aber genug, um auch nicht nachzufragen. Das spurlose Verschwinden von hunderten von Menschen aus der Nachbarschaft konnte keine natürliche Erklärung haben. Das Wort "du kommst sonst ins KZ" war seit 1933 ein Drohwort für fast jeden. Gerüchte über die Lager "im Osten" kamen mit den Fronturlaubern praktisch in jedes Dorf, alliierte Rundfunksender, die trotz Verbot gehört wurden, meldeten Massenmorde. Der polnische Geheimdienst lieferte den Briten bereits 1942 den Beweis für den Massenmord in Auschwitz. Trotz des verbreiteten [[Antisemitismus]] wurden Gewalttaten von den meisten abgelehnt. Die ständigen Angriffe gegen jüdische Bevölkerungsteile seit April 1933 wurden zum Teil passiv akzeptiert, aber auch von den Nutznießern begrüßt. Enteignungsartige "[[Arisierung]]en" selbst kleinster Geschäfte oder Betriebe hatten immer Nutznießer und geschahen vor den Augen der örtlichen Bevölkerung. Angesichts der Mittäterschaft oder Gleichgültigkeit der deutschen Bevölkerungsmehrheit sind die seltenen Taten jener nichtjüdischen Deutschen umso mehr zu beachten, die Juden halfen zu überleben. Der heute wohl bekannteste Vertreter dieser kleinen Gruppe war [[Oskar Schindler]], der rund 1.200 jüdische Zwangsarbeiter aus [[Krakau]] vor der Ermordung bewahrte. Oft waren es überzeugte Christen, die auf diese Weise Widerstand gegen den anscheinend allmächtigen Staatsapparat leisteten. In den [[Nürnberger Prozesse]]n wurden nur führende Personen unter anderem wegen [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] und [[Kriegsverbrecher]] verurteilt, eine wirkliche [[Gedenken und Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus|Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten]] fand aber lange nicht statt und begann in Westdeutschland erst in den späten [[1950er]]n und beginnenden [[1960er]]n. Noch immer gab es damals und gibt es heute Personen, die den [[Holocaustleugnung|Holocaust leugnen]]. Damit soll eine Erneuerung der faschistischen/nationalsozialistischen Politik unterstützt werden. === Zwangsarbeiter und Beutekinder === Hunderttausende Menschen aus den besetzten Gebieten, insbesondere aus [[Polen]] und der [[Sowjetunion]], wurden ins Reichsgebiet als [[Zwangsarbeiter]] entführt. Viele von ihnen überlebten den Zweiten Weltkrieg nicht. Daneben wurden zehntausende polnische Kinder, die die "rassischen Merkmale" erfüllten, ihren Familien weggenommen und nach Deutschland deportiert, von denen die wenigsten nach dem Krieg zu ihren Eltern zurückkehren konnten. Andere, die die rassischen Merkmale nicht erfüllten, wurden massenhaft in Konzentrationslagern ermordet. Der bekannteste Fall dürfte der der Deportation zehntausender Kinder aus der Gegend um [[Zamosc]] - in der Deutsche aus dem [[Baltikum]] und [[Bessarabien]] angesiedelt wurden - nach [[Auschwitz]] sein. == Religion == ''siehe Hauptartikel:'' [[Religion während des Nationalsozialismus]], [[Kirchenkampf]] (v. a. evangelische Kirche) Die Religion, für welche die NS-Herrschaft die größten Auswirkungen hatte, war die [[jüdische Religion|jüdische]]. Juden wurden diskriminiert, entrechtet, enteignet und ermordet. Eine weitere verfolgte Religionsgruppe waren die [[Bibelforscher]]. Die beiden großen christlichen Konfessionen in Deutschland gingen unterschiedliche Wege. Ein Teil der evangelischen Christen gehörte zur Gruppierung der [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] und unterstützte den Nationalsozialismus. Auf der Gegenseite entstand aus dem [[Pfarrernotbund]] die [[Bekennende Kirche]], die gegen die Gleichschaltung kämpfte und beispielsweise den [[Ariernachweis]] für Angestellte der Kirche ablehnte. Die katholische Kirche distanzierte sich bis zur Machtübernahme stark von der NSDAP, eine Mitgliedschaft in der NSDAP galt für Katholiken als unvereinbar mit dem Glauben. Um den kirchlichen Raum vor den befürchteten Zugriffen des totalitären Regimes zu schützen, schloss der [[Papst]] am 20. Juli 1933 überraschend das [[Reichskonkordat]] mit den neuen Machthabern. Hitler verbuchte den Abschluss des Konkordats als Erfolg; er verschaffte sich dadurch auf diplomatischer Bühne internationales Ansehen. Die Hoffnung der Kirche, damit ihre Arbeit und die Priester dauerhaft zu schützen, erfüllte sich nicht. Papst [[Pius XII.|Pius' XII.]] [[Enzyklika]] ''[[Mit brennender Sorge]]'' prangerte [[1937]] den von den Nationalsozialisten nicht erfüllten Teil der Abmachungen gegenüber der katholischen Kirche an. Sie verurteilte auch generell die Gefahren, die sich aus dem Menschenbild totalitärer Ideologien für die Gesellschaft ergeben, eine Anprangerung der systematischen Entrechtung der Juden unterblieb jedoch. Der Nationalsozialismus hatte auch eigene religiöse Elemente, vor allem die Verherrlichung des fast als gottgleich angesehenen Führers Adolf Hitler. Der "Partei-Philosoph" Alfred Rosenberg wollte nach dem "Endsieg" durch "Gegenpäpste" die katholische und die evangelische Kirche in einander bekämpfende Gruppen spalten und versuchte, die altgermanische, persische und indische Religion wiederzubeleben, um "der vergehenden biblischen Tradition eine noch ältere und bessere unterzuschieben", wie er sagte. Der Privatsekretär Hitlers, Martin Bormann, arbeitete einen nationalsozialistischen "Katechismus" aus, deren Lehren allmählich die Zehn Gebote des Christentums ersetzen sollten. Reichsführer-SS Heinrich Himmler hatte sehr weitreichende Vorstellungen über die Einführung eines altgermanisch-heidnischen Götterglaubens und über die "Befriedung" der slawischen Völker durch die Lehre der Ernsten Bibelforscher. == Reichswehr und Wehrmacht == Mit der [[Reichswehr]] übernahmen die Nationalsozialisten die Streitkräfte der Weimarer Republik. Die Reichswehr war staatstreu und unterstützte die NSDAP bis zur Machtübernahme nicht aktiv, viele Soldaten waren aber selbst keine Anhänger der Republik, so dass sie diese auch nicht verteidigten. Die Reichswehr hoffte unter Hitler auch auf einen Fortschritt bei der Revision des Versailler Vertrages, die Führung der Reichswehr war schon am [[3. Februar]] über die Pläne Hitlers informiert worden, Befürchtungen hatte sie gegenüber der SA. Bestrebungen innerhalb der [[SA]] die Reichswehr zu übernehmen, beendete Hitler durch die Niederschlagung des so genannten [[Röhm-Putsch]]es, bei dem er die SA ausschaltete, da er die Reichswehr als für den Krieg besser geeignet ansah. An dieser Aktion war auch die Reichswehr beteiligt, sie tolerierte sogar die Ermordung zweier ihrer Generäle. Am [[3. August]] wurde die Reichswehr nach dem Tod des bisherigen Oberbefehlshabers, Reichspräsident von Hindenburg, auf die Person Hitlers vereidigt und damit zu einem Instrument Hitlers. Mit der Wiedereinführung der [[Wehrpflicht]] am [[16. März]] [[1935]] wurde die Reichswehr in [[Deutsche Wehrmacht|Wehrmacht]] umbenannt. Die Reichswehr wurde ausgebaut und modernisiert, 1939 hatte sie eine Stärke von 2,75 Millionen Mann. Den Widerstand innerhalb der Wehrmachtsführung gegen seine Kriegspläne, mehr aus Zweifel an der Machbarkeit der Pläne als aus ideologischen Gründen, schaltete er durch die [[Fritsch-Blomberg-Affäre]] aus und schuf das [[Oberkommando der Wehrmacht]]. Der weiter vorhandene Widerstand konnte sich, insbesondere nach den ersten Kriegserfolgen, nicht durchsetzen. Die Wehrmacht tolerierte den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, Teile der Wehrmacht waren auch an Exekutionen beteiligt. Erst als Deutschland Niederlagen wie [[Stalingrad]] hinnehmen musste versuchten Mitglieder der Wehrmacht im [[20. Juli 1944|Attentat vom 20. Juli 1944]] durch eine Beseitigung Hitlers ein Ende des Krieges zu erreichen. == Wirtschaft == ''Hauptartikel:'' [[Kriegswirtschaft Deutschland (1939-1945)]] Eine der wichtigsten Aufgaben Hitlers bei der Machtübernahme war die Überwindung der Wirtschaftskrise, die ihm zur Erringung der Macht verholfen hatte, die ihn aber auch bei einem Misserfolg gefährdet hätte. Dies erreichte er vor allem durch [[deficit spending]], also mit Krediten finanzierten Konjunkturprogrammen, auch das Ende der Reparationszahlungen noch während der Weimarer Republik begann zu wirken und die erste Besserung der Konjunktur hatte es schon vor Hitler gegeben. Die Konjunkturmaßnahmen waren teilweise, wie der Bau der Autobahnen, der entgegen der verbreiteten Meinung nicht der Kriegsvorbereitung diente, schon von anderen Regierungen vorbereitet worden und wurden von [[Hjalmar Schacht]] durchgeführt. Die Maßnahmen zur Kriegsvorbereitung spielten anfangs keine große Rolle bei der Belebung der Konjunktur. Wichtiger waren beispielsweise eher bevölkerungspolitische gedachte Maßnahmen wie [[Ehestandsdarlehen]], der Anstieg der Eheschließungen führte auch zu einem Ausscheiden von Frauen aus dem Arbeitsmarkt. Eine Rolle spielten auch nur diktatorisch durchführbare Maßnahmen wie das Ende der [[Gewerkschaft]]en oder die Ausschaltung von [[Ernst Röhm]] der eine soziale Revolution nach dem [[25-Punkte-Programm|Programm der NSDAP]] forderte. Zu einer wirklichen Erhöhung des Lebensstandards kam es nicht, da bald die Rüstung Priorität erhielt, es mussten z.B. eine verdeckte Inflation, das Ende der freien Wahl des Arbeitsplatzes und eine Verlängerung der Arbeitszeiten akzeptiert werden. Das Wachstum basierte auf Planwirtschaft und wurde vor allem durch die Rüstung am Leben gehalten. Mit dem [[Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit]] wurde am [[20. April]] [[1934]] auch in den Unternehmen das [[Führerprinzip]] eingeführt. In der [[Betriebsgemeinschaft]] war der [[Betriebsführer]] für seine "Gefolgschaft" verantwortlich, diese war ihm zu Treue verpflichtet. [[Treuhänder der Arbeit]] kontrollierten schon seit Mai 1933 die Betriebe und sorgten für die Gleichschaltung der Wirtschaft, sie regelten auch den Erlass der [[Tarifordnung]]en. == Sozialpolitik und Gesellschaft == Die gesellschaftspolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten dienten dazu, die Menschen zu "erfassen" und sie in Organisationen wie dem [[Jungvolk]], der [[Hitlerjugend]], der Reichswehr oder dem [[Reichsarbeitsdienst]] zu beeinflussen. Schon für die Kleinkinder gab es nationalsozialistische Kindergärten mit ausgebildeten Erziehern, für uneheliche oder überzählige Kinder gab es die Einrichtung [[Lebensborn]], wo sie in staatlichen Heimen erzogen wurden. Die einzelnen Berufe wurden in nationalsozialistischen Organisationen zusammengefasst, so zum Beispiel dem [[Deutscher Kraftfahrerbund|Deutschen Kraftfahrerbund]], dem [[Reichslehrerbund]] oder dem [[Deutscher Ärztebund|Deutschen Ärztebund]]. Auch die Freizeit wurde "organisiert". Reisen, Ferienlager und sonstige Veranstaltungen der Organisation [[Kraft durch Freude]] sollten die Leute für den Nationalsozialismus einnehmen. Die sozialen Leistungen, wie zum Beispiel die Ausweitung der Sozialversicherungen, die Einbeziehung der Rentner in die Krankenversicherung, staatliche Darlehen für Hausbauer, Einführung von Kindergeld, Konzertaufführungen in Betrieben, Maßnahmen des Arbeitsschutzes und Arbeitspausen, dienten vor allem der Überzeugung und Gewinnung der Leute sowie der Stärkung der Arbeitskraft. Der Führer des Reichsarbeitsdienstes, Robert Ley, verglich den Berufstätigen mit einer "Maschine, die von Zeit zu Zeit überholt werden muss", damit sie gut arbeiten kann. Natürlich galten all diese sozialen Leistungen nur für "Volksgenossen". Juden, "Mischlinge", Sinti und Roma, Angehörige der besetzten Völker, körperlich oder geistig Behinderte sowie "Asoziale" blieben davon ausgeschlossen. ''Siehe auch:'' [[Sozialpolitik im Nationalsozialismus]], [[Erziehung im Nationalsozialismus]], [[Eintopfsonntag]], [[Mutterkreuz]] und [[Muttertag]], [[Reichsnährstand]] == Kunst und Kultur == Das kulturelle Leben war geprägt von der Politik und diente propagandistischen Zwecken. Die meisten Werke entstanden von regimekonformen Künstlern und dienten der [[Propaganda]] oder vermittelten zumindest die Auffassungen der Nationalsozialisten. So wurde häufig eine von der modernen Technik unberührte landwirtschaftliche Idylle oder auch germanische Götter dargestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kampagne "Vorsicht, Feind hört mit!" gestartet, um die Leute wachsamer zu machen. Plakate und Spruchbänder forderten eine verstärkte Arbeitsleistung in den Betrieben und das "Durchhalten". Auf der anderen Seite gab es aber auch Regimekritiker, die in Deutschland geblieben waren. Sie zogen sich ins Privatleben, die so genannte "innere Emigration", zurück oder leisteten illegal Widerstand, zum Beispiel in der aufgelösten KPD oder in der ehemaligen SPD. Siehe auch: [[Entartete Kunst]], [[Architektur im Nationalsozialismus]] == Siehe auch == *[[Portal:Nationalsozialismus]] *[[Geschichte Deutschlands]] == Literatur == * Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): ''Enzyklopädie des Nationalsozialismus''. dtv, München 1997, ISBN 3-423-33007-4 - kompaktes Handbuch und Lexikon * [[Karl Dietrich Bracher]]: ''Die deutsche Diktatur. Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus''. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, ISBN 3-462-02249-0 - ausführliches Standardwerk * Wolfgang Benz: ''Geschichte des Dritten Reiches'', ISBN 3423308826 - knappes Überblicks- und Standardwerk * [[Gordon A. Craig]]: ''Deutsche Geschichte 1866-1945''. München 1996, ISBN 3-406-07815-X * Richard J. Evans: ''Das Dritte Reich - Aufstieg''. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach und Udo Rennert. Band 1 der Geschichte des Dritten Reichs. München 2004, ISBN 3-42105652-8. ''Erster Band der umfassensten Darstellung des 3. Reichs. Sehr solide, ausgewogen und fundiert geschrieben. Die Bände 2 und 3 sind noch im Entstehen begriffen.'' * Richard J. Evans: ''The Third Reich in Power 1933-1939'', London 2005, ISBN 1-59420-074-2. ''Zweiter Teil der Trilogie, gut lesbar und informativ; eine deutsche Übersetzung soll im Herbst 2006 erscheinen.'' * [[Walter Hofer]] (Hrsg.): ''Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933-1945''. Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-26084-1 * [[Ian Kershaw]]: ''Hitlers Macht. Das Profil der NS-Herrschaft''. Übersetzt von [http://www.translations-uebersetzungen.de/ Jürgen Peter Krause], München 1992 * Ian Kershaw: ''Der NS-Staat''. Übersetzt von Jürgen Peter Krause. Rowohlt, Reinbek 1994 * Robert N. Proctor: ''The Nazi War on Cancer''. Princeton University Press. Princeton, N. J. USA 1999, ISBN 0-691-00196-0 *[[Alfred Sohn-Rethel]]: ''Industrie und Nationalsozialismus - Aufzeichnungen aus dem "Mitteleuropäischen Wirtschaftstag"''. Wagenbachverlag, Berlin 1992, ISBN 3-8031-2204-X * [[Hans-Ulrich Wehler]]: ''Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Vierter Band: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914-1949''. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-32264-6 - Eine nicht unumstrittene, konservative Darstellung. Für Wehler ist Hitler ein "charismatischer Führungstyp" im Sinne [[Max Weber]]s.'' * William L. Shirer: ''[[Aufstieg und Fall des Dritten Reiches]]''. * Gerhard Vinnai: ''Hitler – Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters.'' Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-89806-341-0 * Informationen zur politischen Bildung 261, überarbeitete Neuauflage 2003: ''Weimarer Republik''. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2003, ISSN 0046-9408 == Weblinks == {{Commons|Category:National Socialism}} {{Wikiquote|Nationalsozialismus}} {{Wiktionary|Nationalsozialismus}} *[http://www.shoa.de/content/view/125/41/ Zeitleiste bei Shoa.de] *[http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/index.html Die Zeit des Nationalsozialismus bis 1939 beim Deutschen Historischen Museum Online] *[http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/index.html Die Zeit des Nationalsozialismus ab 1939 beim Deutschen Historischen Museum Online] * [http://www.shoa.de/das_dritte_reich.html Das Dritte Reich - Deutschland unter dem Nationalsozialismus - Geschichte, Bedeutung, Quellen] Gut strukturierte Artikelsammlung [[Kategorie:Nationalsozialismus]] [[Kategorie:Rassismus]] [[af:Nazi Duitsland]] [[bg:Нацистка Германия]] [[en:Nazi Germany]] [[eo:Nazia Germanio]] [[es:Alemania nazi]] [[et:Kolmas Riik]] [[fa:آلمان نازی]] [[fi:Kansallissosialistinen Saksa]] [[fr:Troisième Reich]] [[he:גרמניה הנאצית]] [[hr:Treći Reich]] [[id:Jerman Nazi]] [[it:Germania Nazista]] [[ja:ナチス・ドイツ]] [[nl:Derde Rijk]] [[no:Det tredje rike]] [[pt:III Reich]] [[ro:Al Treilea Reich]] [[sl:Tretji rajh]] [[sv:Nazityskland]] [[vi:Đức Quốc Xã]] [[zh:纳粹德国]]



Diese Version des Artikels stammt vom 09.02.2006.



Der Inhalt dieser Seite basiert auf dem Artikel „Zeit des Nationalsozialismus“ aus der freien Enzyklop�die Wikipedia und ist unter der GNU-Lizenz f�r freie Dokumentation ver�ffentlicht. Auf der Wikipedia-Seite ist eine Liste der Autoren einzusehen.

Zufallsartikel.

Deutsche Wiedervereinigung

... mehr